Sport-News

Die Tennis-Topstars stehen bei den Australian Open in Melbourne im Viertelfinale. Die Weltranglisten-Ersten Carlos Alcaraz und Aryna Sabalenka und auch der -Dritte, Alexander Zverev, blieben am Sonntag ohne Satzverlust. Coco Gauff musste gegen Karolina Muchova in einen Entscheidungssatz, ehe sie 6:1, 3:6, 6:3 gewann. Sabalenka schaltete Kanadas Jungstar Victoria Mboko 6:1,7:6(1) aus und spielt nun gegen die erst 18-jährige Iva Jovic. Alcaraz besiegte Tommy Paul 7:6 (6), 6:4, 7:5.

Sabalenka hat sich zum 13. Mal en suite für ein Major-Viertelfinale qualifiziert. Die Vorjahresfinalistin führte schon 6:1,4:1, ehe sich Mboko aufbäumte. Beim Stand von 4:5 wehrte die Kanadierin drei Matchbälle ab und rettete sich ins Tiebreak. Auch im 22. Tiebreak en suite war Sabalenka aber erfolgreich. "Was für eine unglaubliche Spielerin für so ein junges Alter", staunte Sabalenka über die 19-Jährige. Sie kann wohl weiterstaunen. Denn die erst 18-jährige Jovic, die übrigens knapp zwei Jahre älter ist als Österreichs Hoffnung Lilli Tagger, ließ im Achtelfinale der Kasachin Julia Putinzewa gar nur ein Game.

Gauff war gegen Muchova nicht so dominant. "Ich bin froh, dass ich es ausserviert habe. Ihr kennt ja meine Geschichte mit dem Aufschlag", sagte die trotz ihrer großen Tour-Erfahrung auch erst 21-jährige US-Amerikanerin. "Selbstvertrauen ist der Schlüssel", schrieb Gauff beim Abgang vom Court auf die Kamera. Dies ist auch das Motto, das sie dieses Jahr für sich ausgegeben hat.

Alexander Zverev gewann souverän

Mit großem Selbstvertrauen agierte auch Alexander Zverev. Er bot gegen den als Nummer 18 gesetzten Argentinier Francisco Cerundolo eine überzeugende Leistung beim 6:2, 6:4, 6:4 und vor allem seine Vorhand war beeindruckend. "Ich bin sehr glücklich mit dem Match. Er hat vorher keinen Satz verloren", erinnerte Zverev, der sein fünftes Viertelfinale erreichte. "Die letzten zwei Sätze waren Highlevel. Ich hoffe, dass ich das in den nächsten drei Matches auch zeigen kann", meinte er schmunzelnd. Ob er sein bisher bestes Tennis gezeigt habe? "Da bin ich jetzt lieber still", wollte Zverev nichts "verschreien". Sein nächster Gegner ist der hochtalentierte US-Amerikaner Learner Tien, der nach starker Leistung den Russen Daniil Medwedew nach 102 Minuten 6:4, 6:0, 6:3 abservierte. Schon vor einem Jahr hatte sich Tien gegen Medwedew durchgesetzt.

Zwei Kängurus haben bei der Tour Down Under einen heftigen Crash ausgelöst und den australischen Radprofi Jay Vine fast noch um den Gesamtsieg gebracht. Auf der fünften und letzten Etappe des WorldTour-Rennens mit Start und Ziel in Stirling sprangen 96 km vor dem Ziel zwei große Kängurus auf die Straße und brachten mehrere Fahrer zu Fall, darunter auch Vine. Drei Radprofis mussten das Rennen mit Verletzungen sogar aufgeben. Auch eines der Kängurus war sichtlich angeschlagen. Vine rappelte sich nach dem Crash wieder auf und brachte schließlich seinen Gesamtsieg noch sicher ins Ziel.

„Alle fragen mich, was das Gefährlichste in Australien ist, und ich sage immer: Kängurus“, sagte der Australier. „Zwei von ihnen stürmten durchs Peloton, als wir wahrscheinlich 50 km/h fuhren, und eines blieb stehen und rannte abwechselnd links und rechts, bis ich ihm schließlich in den Hintern krachte“, schilderte der Radprofi die Schrecksekunde. Bester Österreicher in der Gesamtwertung war Marco Schrettl (Astana) als 32. Der U23-WM-Dritte gab in Australien sein Debüt auf der WorldTour. 

Zwei Winter nach dem Steirer Stefan Babinsky war 2019 auch der Steirer Julian Schütter Junioren-Vizeweltmeister. Doch Schütter wählte einen anderen Weg, der ihm statt einem Weltcup-Platz einen Aufenthalt in einem, wie er’s anklagend beschreibt, Foltergefängnis bescherte.

Er sei, festgenommen von Israels Marine, gefesselt und gedemütigt worden, ließ der Student seine 10.000 Follower via Instagram wissen, als er sich im Herbst an Greta Thunbergs pro-palästinensischer Aktion beteiligt hatte, um Hilfsgüter nach Gaza zu bringen.

In Kitzbühel erlitt Schütter einen Kreuzbandriss 

Vor drei Jahren war Schütter in Kitzbühel mit Top-Zwischenzeit wegen des vor ihm gestürzten Norweger Henrik Roa gestoppt worden, 24 Stunden später, bei Teil zwei des Abfahrtsdoppels, warf die Streif auch Schütter folgenschwer ab. Der diese trotz Kreuzbandriss nicht im Rettungshubschrauber, sondern getreu seiner Ideologie klimaneutral auf eigenen Beinen verließ. Denn Schütter ist Umweltaktivist, der zu Rennen oft per Bahn anreiste.

Im Februar 2024 trat er 25-jährig zurück und konfrontierte die FIS mit einem offenen Brief, in dem er eine drastische Nachhaltigkeitsstrategie, eine Straffung des Rennkalenders und ein weitgehendes Vermeiden von Überseeflügen forderte. 140 Wintersportler, darunter Mikaela Shiffrin, unterzeichneten sein Schreiben.

Es war am Samstag wieder so ein Tag, da hätten Bozidar und Julijana Prevc vor Stolz wohl platzen können. Zunächst feierte Tochter Nika in Sapporo ihren zwölften Saisonsieg im Weltcup. Und ein paar Stunden später krönte sich Sohn Domen in Oberstdorf zum Skiflug-Weltmeister. Die Familie aus Kranj, unweit des slowenischen Skisprung-Mekkas Planica, dominiert das Geschehen bei Männern und Frauen. Und prägt den Sport wie keine Familie je zuvor.

Vater Bozidar ist Besitzer eines Möbelgeschäfts – und Sprungrichter. Zunächst ermöglichte er seinem Sohn Peter eine Skisprung-Karriere. Und es sollte keine schlechte werden. Der heute 33-Jährige gewann vor zehn Jahren die Vierschanzentournee, darf sich Gesamtweltcupsieger nennen und triumphierte bei 24 Weltcupspringen. Und er ist einer der Vorgänger seines Bruders als Skiflug-Weltmeister. Cene (29) war nicht ganz so erfolgreich, holte aber 2022 zumindest olympisches Silber im Team, dem auch Bruder Peter angehörte.

Aktuell halten Domen (26) und Nika (20) die Fahnen der Familie hoch. Beide sind auf bestem Wege, den Gesamtweltcup zu gewinnen. Bleibt noch Ema, das Küken der Familie. Die 16-Jährige ist die einzige, die sich gegen eine Karriere als Skispringerin entschieden hat. Ihre große Liebe ist das Ballett. Sicher gut für die Nerven von Mama Julijana, einer Bibliothekarin.

Zurück zu Domen. Der tauchte 2016 mit zarten 17 Jahren zum ersten Mal im Weltcup auf. Er schlug gleich voll ein, fiel aber schon bald in ein tiefes Loch. Erst seit letzter Saison geht es wieder bergauf. In dieser Saison springt er meist in einer anderen Liga. So auch bei der Skiflug-WM, die zur Machtdemonstration wurde. Er triumphierte am Ende 59,5 Punkte vor dem Norweger Marius Lindvik. Bronze holte der Japaner Ren Nikaido.

Hörl verpasst Medaille

Die Österreicher gingen bei der Flugshow von Domen Prevc leer aus. Jan Hörl landete als Vierter knapp neben dem Podest und direkt vor seinem ÖSV-Kollegen Stephan Embacher. Stefan Kraft fiel im Finale auf Rang sieben zurück, Manuel Fettner musste sich mit Platz 16 begnügen. Daniel Tschofenig belegte nur Rang 27.

Am Sonntag haben die ÖSV-Adler im Teambewerb die Chance auf Revanche.

P.S.: Beim Sieg von Nika Prevc in Sapporo landete Lisa Eder drei Tage nach ihrem ersten Weltcupsieg deutlich neben dem Stockerl und wurde Siebente.

Man soll den Skiteufel ja nicht an die Wand malen, aber es wäre jetzt keine große Überraschung, würde der eine oder andere ÖSV-Slalomläufer heute am Ganslernhang einen Einfädler fabrizieren oder anderweitig vom Kurs abkommen.

Angesichts der kniffligen und herausfordernden Situation, in der sich viele Österreicher gerade befinden. Das Motto gilt: Ganslernhang, oder gar nicht!

Noch ohne Podestplatz

Der Slalom-Klassiker in Kitzbühel ist für viele im Team die letzte Chance, um es doch noch zu den Olympischen Winterspielen zu schaffen und Last Minute das vierte Ticket zu lösen. 

So richtig aufgedrängt hat sich in diesem Winter eigentlich niemand – in den bisherigen sieben Saisonslaloms reichte es für das österreichische Team gerade einmal zu einem fünften Rang – aber Manuel Feller, Michael Matt und Marco Schwarz gelten als gesetzt.

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