Von Scheib bis Von Allmen: Was aus den Junioren-Weltmeistern wurde
Stefan Rieser, Franjo von Allmen, Julia Scheib und Lisa Grill (von links) holten bei Junioren-Weltmeisterschaften Medaillen. Ihre Karrieren nahmen danach einen unterschiedlichen Verlauf.
Merken Sie sich bitte den Namen Pia Hauzenberger. Im Idealfall wird die junge Oberösterreicherin Karriere machen und in einigen Jahren für das ÖSV-Skiteam Erfolge einfahren, sofern der 20-Jährigen auf dem steinigen Weg nach oben nichts dazwischenkommt.
Pia Hauzenberger gewann bei der Junioren-WM in Narvik zwei Bronzemedaillen
Pia Hauzenberger holte bei der Junioren-WM in Narvik gerade die ersten beiden Medaillen für das österreichische Team (Bronze in Super-G & Team-Kombi).
Die aktuelle Leistungsschau der Ski-Talente ist eine willkommene Gelegenheit für einen Blick auf die letzten Junioren-Weltmeisterschaften, zurück bis ins Jahr 2019.
Aus den Nachwuchshoffnungen von damals sollten die Skistars von heute geworden sein. Aber ist das tatsächlich so?
Rang und Namen
International betrachtet sind die Siegespodeste voll mit Läufern, die schon bei Junioren-Weltmeisterschaften in Erscheinung getreten sind.
Lucas Pinheiro Braathen (25), heute Olympiasieger im Slalom, Camille Rast (26), Weltmeisterin im Slalom, Alice Robinson (24), WM-Zweite im Riesentorlauf, Atle Lie McGrath (25), Gewinner von 6 Weltcuprennen, holten 2019 Medaillen.
Der Italiener Giovanni Franzoni (24) gewann in diesem Winter die Hahnenkammabfahrt
Alexis Monney (26), zweifacher WM-Medaillengewinner, Franjo von Allmen (24), dreifacher Olympiasieger, Giovanni Franzoni (24), Streif-Sieger, Emma Aicher (23), dreifache Olympiamedaillengewinnerin, Alexander Steen-Olsen (24), Gewinner von drei Weltcuprennen, Lauren Macuga (23), WM-Dritte im Super-G, Zrinka Ljutic (22), Slalom-Weltcupsiegerin von 2024/’25 - sie alle waren 2021 und 2022 auf dem Stockerl.
Wo sind die Österreicher?
Nicht zu vergessen Malorie Blanc (22), die Junioren-Weltmeisterin von 2024 feierte in diesem Winter ihren ersten Sieg im Weltcup.
Und wo sind die Österreicher geblieben? Was wurde aus all den Talenten, die dem ÖSV-Team bei den Junioren-Titelkämpfen 2020 (9), 2021 (6) und 2022 (7) den Sieg im Medaillenspiegel bescherten?
Lukas Feurstein wurde 2021 Junioren-Weltmeister im Riesentorlauf
Platzfahrer und Mitläufer
Julia Scheib und Lukas Feurstein sind die Einzigen, die Karriere gemacht haben. Der große Rest fällt unter die Kategorie Platzfahrer, Mitläufer und ewige Talente.
Die Generation, die heute eigentlich die Fahnen der Skination Österreich hochhalten sollte, spielt in Wahrheit keine Rolle. Auch das ist ein Grund, weshalb das ÖSV-Skiteam seit Jahren nicht mehr richtig vom Fleck kommt.
Manuel Traninger (27) erreichte heuer mit Rang 24 in Kitzbühel sein bestes Weltcupergebnis
- Manuel Traninger
(Bronze Abfahrt 2019): Der Steirer (27) wurde schon mehrmals durch schwere Knieverletzungen ausgebremst. Der Europacup-Gesamtsieger von 2023/’24 erreichte heuer mit dem 24. Rang in Kitzbühel sein bestes Weltcupergebnis.
- Julian Schütter
(Silber Abfahrt 2019) Der vegane Abfahrer machte als Klimaaktivist mehr Schlagzeilen als auf der Piste. Inzwischen hat er die Karriere beendet.
- Julia Scheib
(Silber Super-G 2019): Die Karriere der Junioren-Weltmeisterin von 2018 (Riesentorlauf) nahm wegen etlicher Verletzungen erst spät Fahrt auf. In dieser Saison dominiert die Steirerin, die im Mai 28 wird, den Riesentorlauf und kann bereits am Samstag in Åre die kleine Kristallkugel gewinnen.
- Lisa Grill
(Bronze Abfahrt 2019, Silber Abfahrt, Super-G, Kombination 2020): Seit einem Unterschenkelbruch (2021) plagt sich die 25-jährige Salzburgerin, in diesem Winter holte sie in Soldeu einen Weltcuppunkt.
- Stefan Rieser
(Gold Super-G, Bronze Abfahrt 2020): Der 27-jährige Speedspezialist war im Weltcup sieben Mal in den Punkterängen, seine Topplatzierung: Ein 16. Rang in Gröden.
- Armin Dornauer
(Silber Super-G 2020): Der 25-jährige Tiroler gewann am Mittwoch einen FIS-Riesentorlauf in Kranjska Gora, ein Rennen der dritten Leistungsstufe. Im Europacup war er bislang nie besser als Fünfter.
Magdalena Egger (25) bejubelte den zweiten Platz in der Abfahrt von St.Moritz
- Magdalena Egger
(6 Goldmedaillen, 2 Silber, 1 Bronze zwischen 2020 und 2022): Die erfolgreichste Teilnehmerin in der Geschichte der Junioren-WM wurde früh als Wunderkind und künftiger Superstar gepriesen.
Eine Rolle, die Egger („für mich war der Hype nicht nachvollziehbar“) nicht behagte. In dieser Saison zeigte die 25-Jährige mit dem 2. Rang in der Abfahrt von St. Moritz das erste Mal auf. Es folgte bald der nächste Tiefschlag (Kreuzbandriss).
Lukas Feurstein feierte vor einem Jahr beim Weltcupfinale in Sun Valley seinen ersten Weltcupsieg
- Lukas Feurstein
(Gold Riesentorlauf, Silber Super-G 2021): Der 24-jährige Vorarlberger verhinderte im letzten Winter mit seinem ersten Weltcuperfolg eine sieglose Saison der ÖSV-Herren.
Im Super-G hat sich Lukas Feurstein mittlerweile an der Spitze etabliert, im Riesentorlauf ist er noch weit weg vom Durchbruch.
Joshua Sturm fuhr in diesem Winter im Slalom und im Riesentorlauf auf Rang 12
- Joshua Sturm
(Bronze Slalom 2021): Die ÖSV-Trainer schwärmen seit Jahren vom „schnellen Schwung“ des Pitztalers. Mit bald 25 Jahren stellt der Technik-Spezialist sein Können endlich auch im Rennen unter Beweis. Wobei Sturm mit seinen Topplatzierungen (zwei 12. Plätze) nicht den prominenten Läufern das Wasser reichen kann, gegen die er bei der Junioren-WM angetreten ist.
- Lena Wechner
(Gold Super-G 2021): Die 25-jährige Zillertalerin wurde 2023 einmal 18. im Super-G. In diesem Winter holte Wechner zwei Mal Weltcuppunkte.
- Magdalena Kappaurer
(Silber Super-G 2021): Die Vorarlbergerin beendete mit 23 die Karriere.
- Lukas Passrugger
(Bronze Riesentorlauf 2022): Der 24-Jährige gehört dem B-Kader an und war im Europacup einmal Vierter.
- Victoria Olivier
(Gold Abfahrt 2024, Silber Team, Bronze Super-G 2022): Die 21-jährige Vorarlbergerin sammelte im Weltcup bisher zwei Mal Punkte.
- Vincent Wieser
(Bronze Super-G 2023): Der Steirer verhinderte bei der Heim-WM in St. Anton, als das österreichische Team im Medaillenspiegel nur an 10. Stelle zu finden war, die Blamage. Heuer war der 23-Jährige in den Super-G’s von Gröden (22.) und Livigno (20.) in den Punkterängen.
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