Israel rechnet mit baldiger Waffenruhe + Iran lehnt Verhandlungen mit USA ab
- Israel und die USA haben Ende Februar mit Militärschlägen gegen den Iran begonnen. Dabei wurden prominente Köpfe des Regimes getötet: etwa der Oberste Führer Ali Khamenei, Sicherheitschef Larijani, der iranische Geheimdienstminister Ismail Chatib und der Sprecher der Revolutionsgarden.
- Der Iran lockert seine Regeln für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus.
- Der saudische Prinz Muhammed bin Salman hat US-Präsident Trump dazu gedrängt den Krieg fortzusetzen und sieht darin eine "historische Chance".
- Die USA haben der Führung in Teheran einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges vorgelegt und drohen dem Iran mit verschärften Angriffen. Der iranische Außenminister lehnt Verhandlungen klar ab, Teheran kontert mit Maximalforderungen.
- Israel rechnet damit, dass Trump bald eine Waffenruhe verkünden könnte.
- Am Donnerstag führte Israels Armee großangelegte Angriffe in weitern Teilen des Iran durch.
- Werden die Kurden wieder zum Kanonenfutter der USA?
- Pulverfass Nahost: Das Erbe der Kolonialmächte und der Kampf ums Öl
- Die Geldquellen des Iran: Wie das Regime seinen Krieg finanziert
- USA greifen den Iran mit seinen eigenen Waffen an
- "Regime Change" im Iran? Die wahre Arbeit beginnt nach dem Umsturz
- Kommt eine Flüchtlingswelle aus dem Iran auf uns zu?
- Die Straße von Hormus: Ein Minenfeld für die Weltwirtschaft
- Warum die Hormus-Sperre eine Eskalation des Krieges wahrscheinlicher macht
- Indien bis Japan: Der Iran-Krieg stürzt Asien in die Energiekrise
- Warum Israel die neue Bodenoffensive im Libanon begonnen hat
- Wasser als Waffe: Die Golfstaaten haben einen verwundbaren Punkt
- Uran im Iran: US-Spezialeinheiten stehen vor höchst gefährlicher Mission
- Hormus-Ultimatum: Trumps Spiel mit dem Feuer
- Energieagentur warnt vor schwerster Energiekrise seit Jahrzehnten.
- Doch kein sicherer Hafen: Warum der Goldpreis ausgerechnet in der Krise schwächelt
- Mohammad Bagher Ghalibaf: Die neue Schlüsselfigur im Iran
- Die Straße von Hormus ist dicht: Teure Folgen für Österreichs Esstische
Iran-Krieg
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Israel rechnet mit baldiger Waffenruhe
Israel rechnet nach Medienberichten damit, dass US-Präsident Trump bereits am Wochenende im Alleingang eine Waffenruhe mit dem Iran verkünden könnte. Der israelische TV-Sender N12 nannte als möglichen Zeitpunkt diesen Samstag, das Nachrichtenportal ynet spätestens Mitte kommender Woche.
Äußerungen von Trumps Regierungssprecherin Karoline Leavitt könnten solche Spekulationen anfachen - auch wenn die US-Regierung seit Kriegsbeginn immer wieder die eigenen Erfolge betont. Man stehe "sehr kurz davor", die Kernziele des Militäreinsatzes zu erreichen, und das früher als geplant, sagte sie am Mittwoch. Ursprünglich sei die Regierung von vier bis sechs Wochen ausgegangen, die es brauche, die Mission im Iran zu erfüllen.
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Israel: "Großangelegte" Angriffe in weiten Teilen des Iran
Die israelische Armee führte am Donnerstag eigenen Angaben zufolge "großangelegte" Angriffe in weiten Teilen des Iran aus.
Dabei sei "Infrastruktur des iranischen Terrorregimes" anvisiert worden, erklärte die israelische Armee am Donnerstag in der Früh. Unter anderem hätten die israelischen Streitkräfte die Stadt Isfahan im Zentrum des Iran attackiert. Medienberichten zufolge verstärkt die israelische Armee ihre Angriffe im Iran noch, um vor dem Hintergrund einer möglicherweise bevorstehenden Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zu einer Waffenruhe noch möglichst viele militärische Erfolge zu erzielen.
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Iranische Regierungskreise
Am Mittwoch kamen aber auch andere Signale aus Teheran. So erklärte ein hochrangiger iranischer Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Regierung den US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges noch prüfe. Zugleich nannte er eine Einbeziehung des Libanon als Bedingung für ein Waffenruhe-Abkommen. Teheran habe Vermittlern mitgeteilt, dass ein Ende des Krieges an einen Stopp der israelischen Offensive gegen die Hisbollah-Miliz geknüpft sei, sagten sechs mit dem Vorgang vertraute Personen.
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Pentagon gab Aufträge zur Erhöhung der Raketenproduktion bekannt
Das US-Verteidigungsministerium hat angesichts des Iran-Krieges mehrere Vereinbarungen zur Steigerung der Raketenproduktion bekanntgegeben. Ziel sei es, die "industrielle Basis auf Kriegszeit" einzustellen, erklärte das Pentagon am Mittwoch. Mit den Konzernen Lockheed Martin und BAE Systems sei eine Vervierfachung der Produktion von Komponenten des THAAD-Systems beschlossen worden, das im Nahen Osten vermehrt zur Abwehr ballistischer Raketen zum Einsatz kommt.
Auch die Produktion taktischer ballistischer Raketen soll beschleunigt werden. Lockheed Martin bestätigte den Auftrag und erklärte, dieser beruhe auf einer früheren Vereinbarung mit der US-Armee im Wert von 4,94 Milliarden Dollar (4,27 Mrd. Euro) aus dem vergangenen Jahr.
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Außenminister lehnt Verhandlungen mit den USA ab
Der iranische Außenminister Abbas Araqchi hat Verhandlungen mit den USA über eine Beendigung des Iran-Kriegs bestritten und Gespräche mit Washington abgelehnt. "Wir haben nicht die Absicht zu verhandeln - bisher haben keine Verhandlungen stattgefunden, und ich glaube, dass unsere Haltung vollkommen prinzipientreu ist", sagte Araqchi am Mittwoch im iranischen Staatsfernsehen.
"Jetzt über Verhandlungen zu sprechen ist ein Eingeständnis der Niederlage", sagte Araqchi weiter. Er widersprach damit US-Präsident Trump, der zuvor von Verhandlungen und guten Gesprächen mit dem Iran gesprochen habe. Araqchi bestätigte damit inoffizielle Äußerungen aus Teheran.
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Israelische Grenzstadt beschossen
Die vom Iran unterstützte Schiitenorganisation feuerte unterdessen mehrfach Drohnen und Raketen Richtung Israel. Die Miliz selbst teilte mit, sie habe mehr als Hundert Raketen Richtung Israel und auf israelische Soldaten im Südlibanon abgefeuert. Laut der israelischen Polizei wurde auch eine Grenzstadt in Israel mit Streumunition beschossen.
"Vor einer kurzen Zeit haben Hisbollah-Terroristen ihre Version von Raketen mit Streumunition auf ein Wohngebiet im Norden abgefeuert", sagte ein israelischer Polizeisprecher in Kiryat Shmona. Das Geschoss sei in der Nähe eines Spielplatzes eingeschlagen, es sei niemand verletzt worden. Sprengstoffexperten hätte die gefährlichen Teile der Munition gesichert und eingesammelt. Die Hisbollah teilte derweil mit, sie habe israelische Soldaten in Kiryat Shmona mit Drohnen angegriffen.
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US-Regierung droht dem Iran mit verschärften Angriffen
Die US-Regierung hat dem Iran mit verschärften Angriffen gedroht. Wenn der Iran die neue Realität nicht anerkennt, werden die USA härter zuschlagen als je zuvor, wie Regierungssprecherin Karoline Leavitt in Washington sagte. US-Präsident Donald Trump sei trotz der Verhandlungen bereit, die Hölle im Iran losbrechen zu lassen. Leavitt äußerte sich, nachdem der Iran den US-Plan für ein Kriegsende laut Medienberichten zurückgewiesen hat.
Leavitt sagte, die Führung in Teheran habe nun die Chance, mit Trump zu kooperieren. Dazu gehöre, das Nuklearprogramm aufzugeben und die USA und ihre Verbündeten nicht weiter zu bedrohen.
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Guterres ernennt Sondergesandten
Bei seinen Bemühungen um eine Lösung im Iran-Krieg hat UN-Generalsekretär António Guterres einen Sondergesandten für den Konflikt ernannt. Der Franzose Jean Arnault werde die Anstrengungen der Vereinten Nationen im Hinblick auf den Konflikt und seine Folgen leiten, sagte der UNO-Chef in New York. Arnault hat zuvor unter anderem als UN-Gesandter für Afghanistan, Kolumbien und Bolivien gearbeitet.
"Dieser Krieg ist außer Kontrolle geraten", so Guterres. Er rief die USA und Israel auf, den Krieg zu beenden und forderte Iran dazu auf, die Angriffe auf Nachbarstaaten einzustellen.
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Teheran kontert mit Maximalforderungen
Der Iran hat nach Angaben des staatlichen Fernsehens den von den USA vorgelegten Plan für ein Ende des Krieges zurückgewiesen. Der Krieg höre auf, "wenn der Iran beschließt, ihn zu beenden - und nicht, wenn (US-Präsident Donald) Trump es will", erklärte ein Regierungsvertreter am Mittwoch nach Angaben des Staatssenders Press TV. Demnach stellte Teheran eigene Forderungen auf.
Das "Wall Street Journal" berichtete über eine Antwort der Iranischen Revolutionsgarden auf den US-Vorstoß, die wiederum zahlreiche Forderungen umfassen soll, denen Washington kaum nachkommen dürfte - darunter etwa die Räumung aller US-Militärstützpunkte rund um den Persischen Golf sowie ein neues System, das es dem Iran erlauben würde, von Schiffen für die Fahrt durch die Straße von Hormuz eine Mautgebühr zu kassieren.
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Treibstoffpreise: Maßnahmen in Deutschland
Auch in Deutschland sind gestiegene Spritpreise infolge des Iran-Krieges Thema. Beim wichtigsten Handelspartner Österreichs gehen die Pläne aber nicht so weit, wie die Vorhaben hierzulande. Am Donnerstag soll im Bundestag eine Regel erstmals beschlossen werden, die in Österreich gerade erst verschärft wurde: Tankstellen sollen Spritpreise nur mehr einmal täglich erhöhen dürfen, während das in Österreich mittlerweile nur mehr drei Mal wöchentlich geht.
Steuerliche Maßnahmen oder Eingriffe in die Margen von Tankstellen, Lagerern und Raffinerien sind im Nachbarland vorerst keine geplant. Dafür soll am Donnerstag das Kartellrecht verschärft werden. So soll ein leichteres Vorgehen gegen marktbeherrschende Mineralölkonzerne ermöglicht werden.
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Int. Handelskammer warnt vor "schlimmster Industriekrise"
Der Iran-Krieg könnte nach Ansicht des Generalsekretärs der Internationalen Handelskammer ICC die "schlimmste Industriekrise seit Menschengedenken" auslösen. Das liege nicht nur an steigenden Energiepreisen, sondern auch daran, dass "die industrielle Produktion selbst gestört und durch Gasengpässe und anderer wesentlicher Vorleistungen" beeinträchtigt werde, sagte John Denton am Donnerstag im Vorfeld einer WTO-Ministerkonferenz im kamerunischen Jaunde ab Freitag.
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Moskau zieht russische Mitarbeiter von Akw Bushehr ab
Nach Angriffen auf das Gelände des iranischen Atomkraftwerks in Bushehr hat Moskau einen Teil seiner russischen Akw-Mitarbeiter evakuieren lassen. "163 Menschen haben Bushehr verlassen und sich zur iranisch-armenischen Grenze begeben", sagte der Chef der russischen Atombehörde Rosatom, Alexej Lichatschow, am Mittwoch vor Journalisten.
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UN-Rat verurteilt Irans Angriffe auf Nachbarländer
Der UN-Menschenrechtsrat verurteilte die Angriffe Irans auf seine Nachbarländer bei einer Dringlichkeitsdebatte in Genf. Der Iran lehnte die vorgelegte Resolution ab. Darin wurden als Geschädigte namentlich Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien genannt. Weil der Iran keine Abstimmung verlangte, wurde die Resolution im Konsens angenommen.
In dem Text ging es nur um die Angriffe des Iran auf Nachbarländer, nicht um die Angriffe der USA und Israels auf den Iran, die vorausgegangen waren.
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Hisbollah-Chef lehnt Verhandlungen bei anhaltenden Kämpfen ab
Die Hisbollah will so lange keine Gespräche mit Israel führen, wie die Angriffe auf ihre Stellungen im Libanon anhalten. Wenn Verhandlungen "unter Beschuss" vorgeschlagen würden, wäre dies ein "Aufzwingen einer Kapitulation", sagte Hisbollah-Chef Naim Qassem am Mittwoch in einer vom Sender der Miliz verbreiteten Mitteilung. Er wies damit einen Vorschlag des libanesischen Präsidenten Joseph Aoun zurück, direkte Verhandlungen mit Israel zu beginnen.
Qassem rief das libanesische Volk auf, sich für die "nationale Einheit" einzusetzen. Dies könne erreicht werden, wenn die Regierung ihre Entscheidung zurücknehme, die militärischen Aktivitäten der Hisbollah zu verbieten.
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Armee: Iranische Raketenteile im Libanon abgestürzt
Im Libanon sind nach ersten Militärangaben Teile einer iranischen Rakete abgestürzt. Die libanesische Armee teilte mit, dass das eigentliche Ziel außerhalb des libanesischen Territoriums gelegen haben müsse. Die Rakete sei in großer Höhe explodiert. Als mögliche Ursachen würden eine technische Fehlfunktion oder der Abschuss durch eine Abfangrakete in Betracht gezogen. Der Vorfall ereignete sich gestern Nachmittag.
Das israelische Militär teilte bereits am Abend mit, dass eine iranische Rakete auf libanesisches Territorium gefallen sei. Unter Bewohnern war gestern Panik ausgebrochen, als nach dem Absturz der Raketenteile Explosionen nahe der US-Botschaft unweit der Hauptstadt Beirut zu hören waren. Bei der Küstenstadt Dschunie schlugen Trümmer ein. Es gab die Sorge vor einer weiteren Eskalation. Der Iran äußerte sich bisher nicht. Die Hisbollah im Libanon wird vom Iran unterstützt und kämpft aktuell - ebenso wie der Iran - mit Raketen und Drohnen gegen den gemeinsamen Erzfeind Israel.
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Hisbollah: Keine Gespräche mit Israel solange wir unter Beschuss sind
Die Hisbollah lehnt Gespräche mit Israel ab, solange sie unter Beschuss steht. Das käme einer erzwungenen Kapitulation nahe, erklärte Hisbollah-Chef Naim Kassem in einer in seinem Namen verlesenen Fernsehansprache. Er rief zur Einheit gegen Israel auf. In der Rede, die auf einem der Hisbollah nahestehenden Fernsehsender ausgestrahlt wurde, hieß es, die Hisbollah-Kämpfer seien bereit, uneingeschränkt weiterzukämpfen.
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Insider: Pakistan hat Iran Vorschlag der USA übermittelt
In die Bemühungen um eine Deeskalation am Golf kommt offenbar Bewegung. Pakistan habe dem Iran einen Vorschlag der USA übermittelt, sagte ein ranghoher Vertreter der Islamischen Republik am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Der Insider, der namentlich nicht genannt werden wollte, ging nicht ins Detail. Auch sagte er nicht, ob es sich bei dem Vorschlag um einen 15-Punkte-Plan der USA handle, über den mehrere Medien berichtet haben. Er fügte aber hinzu, dass auch die Türkei dabei helfe, den Krieg zu beenden. Das Land werde ebenso wie Pakistan in Betracht gezogen für die Ausrichtung etwaiger Gespräche.
Die Äußerungen gehörten zu den wenigen Anzeichen dafür, dass Teheran hinter den Kulissen bereit sein könnte, sich mit diplomatischen Vorschlägen zu befassen. Öffentlich wurden aus dem Iran bis zuletzt Darstellungen von US-Präsident Donald Trump stets bestritten, dass mit den USA verhandelt werde. „Hat das Ausmaß Ihrer inneren Zerrissenheit das Stadium erreicht, in dem Sie mit sich selbst verhandeln?“, spottete etwa der Chefsprecher des von den mächtigen Revolutionsgarden dominierten iranischen Militärkommandos, Ebrahim Solfakari, im Staatsfernsehen über Trump.
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Drohnenangriff entfacht Debatte um britische Stützpunkte
Die EU-Inselrepublik Zypern stellt nach den Worten von Präsident Nikos Christodoulidis den künftigen Status der britischen Militärbasen auf der Insel zur Diskussion. Nach einem Ende der Krise im Nahen Osten müsse eine „offene und ehrliche Debatte“ darüber geführt werden, sagte er dem griechischen Fernsehsender OPEN. Anlass ist ein Angriff mit einer Drohne iranischer Bauart in der Nacht zum 2. März auf den britischen Stützpunkt Akrotiri nahe der Hafenstadt Limassol. Die Luftabwehr des Stützpunktes konnte sie nicht abfangen. Verletzt wurde niemand.
In Dörfern in und um den Stützpunkt leben mehr als 10.000 Zivilisten. Christodoulidis bezeichnet die Basen als „koloniales Relikt“. Die britische Seite betont die Bedeutung der Basen. Sie seien zentral für die Sicherheit britischer Staatsbürger und Verbündeter im Mittelmeerraum und im Nahen Osten.
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Iranische Angriffe sind existenzielle Bedrohung
Die arabischen Golfstaaten warnen vor einer existenziellen Bedrohung durch iranische Angriffe auf ihre Infrastruktur. „Es besteht eine existenzielle Bedrohung für die internationale und regionale Sicherheit. Dieses aggressive Vorgehen untergräbt das Völkerrecht und die Souveränität“, sagt Kuwaits Botschafter Naser Abdullah H. M. Alhayen vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf.
Andere Golfstaaten erklären, die Handlungen des Iran zielten darauf ab, Terror zu verbreiten. Der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate, Jamal Jama al Muscharach, verurteilt den „Versuch des Iran, die internationale Ordnung durch rücksichtsloses expansionistisches Vorgehen zu destabilisieren“. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk erklärt, das Vorgehen des Iran könne Kriegsverbrechen darstellen. „Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur müssen ein Ende haben. Sind sie vorsätzlich, können solche Angriffe Kriegsverbrechen darstellen“, erklärt er vor dem Rat.
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Hormus-Blockade kostet Hapag Lloyd wöchentlich bis zu 50 Mio. Euro
Die Blockade der Straße von Hormus verursacht der Reederei Hapag-Lloyd zufolge wöchentliche Mehrkosten von 40 bis 50 Millionen Dollar. Vorstandschef Rolf Habben Jansen begründete dies in einem Interview mit RTL/ntv mit Treibstoffkosten, die um mehr als 50 Prozent über dem normalen Niveau lägen, sowie Ausgaben für Versicherungen und die Lagerung von Containern. Diese Mehrkosten würden an die Kunden weitergegeben. „Das können wir auch nicht so locker absorbieren“, sagte Habben Jansen. Das größte Problem sei jedoch, dass derzeit sechs Schiffe des Unternehmens mit rund 150 Beschäftigten im Persischen Golf festsäßen und nicht auslaufen könnten, erklärte der Manager.
Die Versorgung der Besatzungen mit Proviant und Wasser sei zwar gesichert. Die Lage bleibe aber schwierig. Für die Weltwirtschaft sei die Sperrung der wichtigen Seeroute „nicht gut“, sagte Habben Jansen weiter. Entscheidend sei die Dauer des Nahost-Konflikts. Sollte die Blockade ein bis zwei Monate anhalten, seien die Folgen wahrscheinlich überschaubar. Bei einer Dauer von drei, sechs oder gar zwölf Monaten sehe dies jedoch anders aus.
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Goldpreis erholt sich weiter
Der Goldpreis hat sich am Mittwoch weiter vom Einbruch zu Beginn der Woche erholt. Im Mittagshandel wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) an der Börse in London bei 4.578 US-Dollar (3.956 Euro) gehandelt und damit um etwa 102 Dollar höher als am Vortag. Am Montag hatte die Spekulation auf höhere Zinsen die Nachfrage nach dem gelben Edelmetall, das keine Zinsen abwirft, stark belastet. Der Goldpreis war vorgestern zeitweise bis auf knapp 4.100 Dollar gefallen, und damit auf den tiefsten Stand seit vergangenen November, bevor eine Erholung einsetzte.
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USA legen Plan vor: Teheran dementiert Verhandlungen
Irans Militärführung wies 15-Punkte-Plan Trumps zur Beendigung des Iran-Krieges zurück: Washington verhandle „mit sich selbst“.
Die USA und der Iran stehen Sicherheitskreisen zufolge über ein mögliches Kriegsende in Kontakt. In dieser Woche seien zwischen beiden Konfliktparteien bereits zweimal Vorschläge übermittelt worden, hieß es aus pakistanischen Sicherheitskreisen. Auch Ägypten sei in Bemühungen involviert, den Krieg zu beenden.
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Iran-Krieg könnte Lieferketten weltweit durcheinanderbringen
Der Iran-Krieg könnte nach Einschätzung der deutschen Logistikbranche die Lieferketten weltweit durcheinanderbringen. „Das Risiko für die Logistik ist beträchtlich“, sagte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Logistik (BVL), Kai Althoff, am Mittwoch. „Wir werden in den nächsten Monaten sehen, wie resilient die globalen Lieferketten gegenüber höheren Öl- und Gaspreisen und den Störungen in den Lieferketten sind.“
Abhängig von der Dauer der militärischen Konflikte werde dann deutlich, „ob sich die Risiken manifestieren und die Wirtschaft und auch die Logistik wieder stärker unter Druck geraten“. Die andere Option sei, „ob sich der leicht positive gesamtwirtschaftliche Trend fortsetzen kann und die Logistikbranche mitzieht“.
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Im schlimmsten Fall drohen Engpässe bei Treibstoffen
Die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hält Versorgungsengpässe bei Treibstoff als Folge des Iran-Krieges für möglich. Derzeit sehe man stark steigende Preise, besonders bei Benzin, Diesel und Flugzeugtreibstoff aber keinen Mangel, sagte sie bei der Energiekonferenz CeraWeek in Houston, Texas.
Ende der Konflikt nicht, werde man diese aber wahrscheinlich später sehen, im April oder Mai.
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Regierungspartei: Türkei bemüht sich um Vermittlung im Iran-Krieg
Im Ringen um eine Lösung im Iran-Krieg spielt die Türkei nach Angaben der Regierungspartei eine Vermittlerrolle. Man stehe seit längerem in Kontakt mit dem Iran und den USA und übermittle Botschaften zwischen beiden Parteien, sagte Harun Armagan, stellvertretender Vorsitzender für Außenbeziehungen der regierenden AK-Partei in der Türkei der Deutschen Presse-Agentur.
Ziel sei, Spannungen abzubauen und einen Boden für Gespräche zu bereiten. Noch sei man aber nicht so weit, dass man einen Ort für ein solches Treffen festlegen könne. Auch Pakistan vermittelt örtlichen Sicherheitskreisen zufolge zwischen den Kriegsparteien. Das Außenministerium in Ankara wollte zunächst nicht kommentieren. Irans Militärführung hatte zuvor Berichte über Verhandlungen für ein Ende des Krieges zurückgewiesen. Medienberichten zufolge hat die US-Regierung der Führung in Teheran einen 15 Punkte umfassenden Plan zur Beendigung des Iran-Kriegs unterbreitet. Dieser verlangt der Führung in Teheran demnach große Zugeständnisse ab.
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Kriegsende? Iran und USA in Kontakt
Die USA und der Iran stehen Sicherheitskreisen zufolge über ein mögliches Kriegsende in Kontakt. In dieser Woche seien zwischen beiden Konfliktparteien bereits zweimal Vorschläge übermittelt worden, hieß es aus pakistanischen Sicherheitskreisen. Auch Ägypten sei in Bemühungen involviert, den Krieg zu beenden.
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Iran-Krieg, Tag 26
Die Lage im Iran-Krieg bleibt unübersichtlich. Wir versuchen täglich, Ihnen die wichtigsten Ereignisse der vergangenen 24 Stunden auf einen Blick zusammenzufassen.
Außenpolitik-Redakteur Johannes Arends mit dem Lagebericht zu Tag 26 im Iran-Krieg.
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Lage am AKW Bushehr wird zum "Worst-Case-Szenario"
Die Lage rund um das iranische Atomkraftwerk Bushehr entwickelt sich nach russischen Angaben entlang eines "Worst-Case-Szenarios". Bis sie sich stabilisiere, werde die Zahl der Mitarbeiter in dem AKW auf ein Minimum reduziert, teilte der Chef des staatlichen russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexej Lichatschew, mit. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA hatte mitgeteilt, dass sie vom Iran über den Einschlag eines Geschosses auf dem Kraftwerksgelände informiert worden sei.
Lichatschew zufolge ereignete sich der Einschlag am Dienstag gegen 19.00 Uhr (MEZ) in der Nähe eines in Betrieb befindlichen Reaktorblocks. Es sei niemand zu Schaden gekommen. Rosatom habe mit der dritten Phase der Evakuierung begonnen. Eine Mitarbeitergruppe sei dabei, das Gebiet auf dem Landweg in Richtung der iranisch-armenischen Grenze zu verlassen. Zwei weitere Gruppen würden demnächst aufbrechen.
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Österreichisch-iranischer Doppelstaatsbürger im Iran festgenommen
Ein österreichisch-iranischer Doppelstaatsbürger ist im Iran festgenommen worden. Das bestätigte das österreichische Außenministerium auf Anfrage der APA. Man stehe in Kontakt mit der Familie des Betroffenen und habe sich an die iranischen Behörden gewandt, um nähere Informationen zu erhalten, hieß es. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hengaw wurde der Mann bereits am 11. März im Teheraner Stadtteil Fereshteh festgesetzt; sein Verbleib sei unklar.
Der Doppelstaatsbürger soll in den Iran gereist sein um sich um persönliche finanzielle und administrative Angelegenheiten zu kümmern, als er vom Geheimdienst der Islamischen Revolutionsgarde festgenommen wurde, so die in Norwegen ansässige kurdische Menschenrechtsorganisation. Von den iranischen Behörden gebe es bisher keine Informationen über seinen Verbleib oder seinen Aufenthaltsort in Haft. Laut Hengaw füge sich die Verhaftung "in ein größeres Muster der Inhaftierung von Doppelstaatsangehörigen ein, das Beobachter als eine Politik der Geiselnahme bezeichnen".
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UNO-Hochkommissar: Krieg kann globale Krise auslösen
Der Iran-Krieg droht nach Angaben des UNO-Hochkommissars für Menschenrechte, Volker Türk, jeden Moment in eine regionale oder globale Krise auszuarten. "Dieser Konflikt hat eine beispiellose Kraft, Länder über Grenzen hinweg und auf der ganzen Welt darin zu verstricken", warnte Türk in der Dringlichkeitsdebatte des UNO-Menschenrechtsrats in Genf. "Die komplexe Dynamik könnte jederzeit weitere nationale, regionale oder globale Krisen auslösen, mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung und die Menschen überall", betonte der Österreicher weiter.
Die Unterbrechung der Schifffahrt in der Straße von Hormuz, wo Öl, Nahrungsmittel, Medikamente und Düngemittel blockiert sind, könnte Hunger- und Gesundheitskrisen vor allem in Ländern mit niedrigen Einkommen auslösen. Er verurteilte die Angriffe auf zivile Infrastruktureinrichtungen im Iran sowie die Raketen- und Drohnenangriffe des Irans und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz auf Israel.
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USA streben laut israelischem Sender einmonatige Feuerpause an
Der israelische Sender Kanal 12 berichtete zudem unter Berufung auf drei Insider, dass die USA eine einmonatige Feuerpause anstrebten, um den Plan zu diskutieren. Dieser sehe die Auflösung des iranischen Atomprogramms, die Einstellung der Unterstützung für Gruppen wie die radikalislamische Hisbollah im Libanon sowie die Wiederöffnung der für den weltweiten Öl- und Flüssiggastransport enorm wichtigen Straße von Hormuz vor. Eine offizielle Bestätigung der Berichte lag nicht vor.
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Sieben Tote nach Luftangriffen im Nordwesten Irans
Bei einem Luftangriff im Nordwesten des Irans kamen einem Bericht zufolge sieben Zivilisten ums Leben.
Wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, wurden in den frühen Morgenstunden in der Millionenmetropole Tabriz Dienstwohnungen von Bahnmitarbeitern Ziel der israelisch-amerikanischen Angriffe. Unter den Trümmern suchen Helfer demnach nach weiteren Opfern. Bereits in der Nacht auf Dienstag wurde die Stadt bombardiert.
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Spritpreise leicht gesunken
Die Spritpreise in Österreich sind am Dienstag leicht gesunken. Der österreichweite Median für Diesel betrug 2,164 Euro je Liter, nach 2,189 Euro am Montag. Der Median für Benzin fiel von 1,887 auf 1,872 Euro, teilte die E-Control am Mittwoch auf ihrer Webseite mit. Wegen des Iran-Krieges und den damit verbundenen Steigerungen bei den Rohölpreisen dürfen die heimischen Tankstellenbetreiber die Spritpreise nur noch am Montag, Mittwoch und Freitag um jeweils 12.00 Uhr erhöhen.
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Thailändischer Öltanker fährt durch Straße von Hormus
Ein thailändischer Öltanker hat nach diplomatischen Verhandlungen mit dem Iran nach Angaben aus Bangkok die Straße von Hormuz sicher passiert. Eine Zahlung für die Durchfahrt sei nicht nötig gewesen, teilten ein thailändischer Regierungsvertreter und der Ölkonzern Bangchak Corporation, dem das Schiff gehört, am Mittwoch mit.
Der Tanker habe die strategisch wichtige Wasserstraße am Montag nach erfolgreichen Gesprächen zwischen dem thailändischen Außenminister Sihasak Phuangketkeow und dem iranischen Botschafter in Thailand durchfahren. Er habe darum gebeten, dass der Iran bei der Gewährleistung einer sicheren Durchfahrt helfen könne, sagte Außenminister Sihasak am späten Dienstagabend. Ein weiteres thailändisches Schiff warte noch auf die Genehmigung zur Durchfahrt.
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Iran: Wird keinen Deal mit USA geben
Die US-Regierung von Donald Trump hat den Machthabern in Teheran Medienberichten zufolge einen 15 Punkte umfassenden Plan zur Beendigung des Iran-Kriegs unterbreitet. Pakistan habe den Vorschlag an den Iran weitergereicht, berichteten US-Medien. Irans Militärführung wies diese Darstellung am Mittwoch zurück: Washington verhandle "mit sich selbst".
"Eure (eigenen) Konflikte haben die Stufe erreicht, dass ihr mit euch selbst verhandelt", sagte der Sprecher des zentralen Hauptquartiers Khatam al-Anbiya. "Weder werdet ihr in der Region investieren können, noch werdet ihr die früheren Preise für Energie und Öl wiedersehen", sagte er. Man werde sich nicht mit der US-Regierung arrangieren. "Weder jetzt, noch irgendwann sonst."
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USA legen laut Medien Teheran 15 Punkte-Plan vor
Die USA haben Medienberichten zufolge dem Iran einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges geschickt. Dies meldeten die US-Zeitung New York Times unter Berufung auf zwei Insider und der israelische Sender Channel 12 mit Verweis auf drei namentlich nicht genannte Personen. Laut Channel 12 wird darin etwa verlangt, die Atomanlagen Natanz, Isfahan und Fordow außer Betrieb zu setzen. Außerdem müsse in der Straße von Hormuz ein freier Schiffsverkehr gewährleistet werden.
Auf iranischem Boden dürfe zudem kein Uran angereichert werden. Die USA schlagen demnach eine Feuerpause von einem Monat vor, um den Plan zu besprechen. Stellungnahmen der beiden Staaten lagen zunächst nicht vor.
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Ölpreis fällt unter 100 Dollar
Die Ölpreise sind nach erneuten Ankündigungen von Verhandlungen mit dem Iran durch US-Präsident Donald Trump wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar gefallen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im Mai lag nach den Trump-Äußerungen leicht darunter und gab damit innerhalb weniger Minuten um knapp vier Prozent nach.
Trump hatte zuvor auf Fragen von Journalisten gesagt, die Iraner seien zu Verhandlungen bereit: "Wir sprechen tatsächlich mit den richtigen Leuten, und die wollen unbedingt einen Deal abschließen." Zuvor hatte der Iran diese Bereitschaft bestritten, nach den neuerlichen Trump-Aussagen gab es zunächst keinen offiziellen Kommentar aus Teheran.
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Macron drängt Teheran zu Verhandlungen und zur Deeskalation
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat mit dem iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian gesprochen und zu einer Verhandlungslösung im Krieg mit den USA und Israel aufgefordert. Er habe Teheran aufgefordert, "sich in gutem Glauben an Verhandlungen zu beteiligen, um einen Weg zur Deeskalation zu ebnen", schrieb Macron auf X. Es ist bereits das dritte Mal, dass er seit Kriegsbeginn Kontakt zu Pezeshkian sucht, um auf Deeskalation und einen diplomatischen Ausweg zu drängen.
Verhandlungen sollten einen Rahmen schaffen, "der es ermöglicht, den Erwartungen der internationalen Gemeinschaft hinsichtlich des iranischen Nuklear- und Raketenprogramms sowie seiner Aktivitäten zur Destabilisierung der Region gerecht zu werden". "Ich habe erneut darauf hingewiesen, dass es unbedingt notwendig ist, die inakzeptablen Angriffe auf die Länder der Region zu beenden, die Energie- und zivile Infrastruktur zu schützen und die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormuz wiederherzustellen", sagte Macron.
Außerdem forderte er den Iran auf, so schnell wie möglich die Rückkehr zweier über längere Zeit vom Iran inhaftierter Franzosen zu ermöglichen, die seit Monaten in der französischen Botschaft in Teheran festsitzen.
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Tote nach Israel-Angriffen im Libanon
Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon sind der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA zufolge mindestens neun Menschen getötet worden. Vier Menschen seien bei einem Angriff auf das Dorf Adlun getötet worden, berichtete NNA am Mittwoch unter Berufung auf das libanesische Gesundheitsministerium. Weitere zwei Menschen seien bei einem Angriff auf eine Wohnung im Flüchtlingslager Mieh Mieh getötet worden, bei dem vier weitere Menschen verletzt worden seien.
NNA berichtete zudem über einen israelischen Angriff auf das Dorf Habbush im Südlibanon. Dabei seien mindestens drei Menschen getötet und 18 weitere verletzt worden.
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Iran lockert Regeln für Straße von Hormuz
Der Iran lockert seine Regeln für die Durchfahrt durch die Straße von Hormuz. Laut der iranischen UN‐Vertretung dürfen Schiffe, die nicht als feindlich gelten und keine militärischen Aktionen gegen den Iran unterstützen, den Seeweg nutzen – sofern sie sich an alle iranischen Sicherheitsvorschriften halten und die Passage mit den zuständigen Behörden abstimmen.
Die für den internationalen Energiehandel zentrale Wasserstraße ist für weite Teile der Schifffahrt faktisch blockiert. Irans Kontrolle sowie Warnungen vor Minen, Drohnenangriffen und der Entzug von Kriegsrisikoversicherungen machen die Passage für westliche Reedereien nahezu unmöglich. Hunderte Tanker, Containerschiffe und Frachter liegen in der Region fest.
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Trump: Iraner wollen unbedingt ein Abkommen
Im Krieg mit den USA und Israel dringt der Iran nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump auf ein Abkommen. "Wir sprechen tatsächlich mit den richtigen Leuten, und die wollen unbedingt einen Deal abschließen", sagte Trump in Washington. In die Verhandlungen seien auf US-Seite Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance involviert, sagte Trump. "Und die andere Seite, das kann ich Ihnen sagen, die würde gerne einen Deal machen."
Trump hatte zuvor angedrohte Angriffe auf Irans Kraftwerke verschoben und dies mit "sehr guten und produktiven" Gesprächen über eine Beilegung der Feindseligkeiten begründet. Die iranische Seite hatte dagegen Verhandlungen dementiert.
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Trumps Umfragewerte auf niedrigstem Wert seit Rückkehr ins Weiße Haus
Die Zustimmungswerte für US-Präsident Donald Trump sind auf den niedrigsten Stand seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus gefallen. In einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage äußerten sich 36 Prozent der befragten Bürgerinnen und Bürger in den USA zufrieden mit Trumps Amtsführung. In der Vorwoche waren es noch 40 Prozent gewesen. Als Gründe für den Rückgang gelten gestiegene Treibstoffpreise und eine Ablehnung des von den USA und Israel begonnenen Kriegs gegen den Iran.
Die Enquete wurde vom Institut IPSOS für die Nachrichtenagentur Reuters durchgeführt. Besonders unzufrieden zeigten sich die Befragten mit Trumps Umgang mit den Lebenshaltungskosten, einem zentralen Thema seines Wahlkampfes im Jahr 2024. Nur 25 Prozent stellten ihm hier ein gutes Zeugnis aus. Der Krieg gegen den Iran, der mit koordinierten Angriffen der USA und Israels am 28. Februar begann, stößt ebenfalls auf wachsende Ablehnung. 61 Prozent der Befragten missbilligten die Angriffe (Vorwoche 59 Prozent), während 35 Prozent (37 Prozent) sie befürworteten. Trump war mit dem Versprechen angetreten, "dumme Kriege" zu vermeiden.
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Türkische Kritik an griechischer Verteidigungskooperation mit Israel
Kritisch beäugen türkische Medien ein Verteidigungsabkommen, das die griechische Regierung unter Premier Kyriakos Mitsotakis mit Israel unterzeichnet hat. Athen bereite sich auf eine mögliche Konfrontation mit der Türkei vor und orientiere sich dabei am israelischen Verteidigungsmodell, hieß es. Athen wolle die regionale Krise im Zuge des Iran-Kriegs nutzen, um seine militärische Position im östlichen Mittelmeer weiter zu stärken, so die Vermutung.
Besonders hervorgehoben wurde die Stationierung von Patriot-Raketen auf der Insel Κarpathos. Diese stelle eine "Provokation" dar. Der türkische Fernsehsender A Haber berichtete, Griechenland werde mehrere Millionen Dollar für israelische Luftabwehrsysteme ausgeben. Bis 2030 plane Griechenland den Aufbau einer mehrschichtigen Luftverteidigung mit dem Namen "Achilles-Schild". Dieses System soll große Teile des Landes abdecken und ältere Systeme ersetzen.
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Ein Toter bei iranischen Angriffen in Bahrain
Bei einem iranischen Angriff auf den Golfstaat Bahrain ist emiratischen Angaben zufolge ein Mensch getötet worden. Der marokkanische Staatsbürger habe als ziviler Auftragnehmer für die Streitkräfte der Vereinigten Arabischen Emirate gearbeitet und sei "während eines Routineeinsatzes im Königreich Bahrain infolge eines iranischen Raketenangriffs den Märtyrertod gestorben", erklärte das emiratische Verteidigungsministerium am Dienstag im Onlinedienst X. Fünf Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums seien zudem verletzt worden.
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Irland senkt Steuern auf Benzin und Diesel
Im Zuge der seit Beginn des Iran-Kriegs stark gestiegenen Spritpreise senkt die irische Regierung die Steuern auf Kraftstoffe. Die Verbrauchssteuern auf Benzin würden um 15 Cent pro Liter und die auf Diesel um 20 Cent pro Liter heruntergesetzt, erklärte der irische Regierungschef Micheál Martin am Dienstag. Gelten solle dies ab Mitternacht in der Nacht zum Mittwoch und bis Ende Mai.
Es wird erwartet, dass die Tankstellen ihre Preise an den Zapfsäulen senken, sobald die Lieferungen von Kraftstoff mit reduzierter Verbrauchssteuer eingetroffen sind. Die Steuersenkung ist Teil eines Maßnahmenpakets in Höhe von 250 Millionen Euro, das die "schlimmsten Auswirkungen der Preisschocks" durch den Konflikt im Nahen Osten auf Haushalte und Unternehmen abfedern soll, wie Martin weiter erklärte.
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Pakistan steht als Gastgeber für Gespräche bereit
Pakistan hat sich bereit erklärt, Gespräche zwischen den USA und dem Iran auszurichten. Premierminister Shehbaz Sharif teilte auf der Plattform X mit: "Vorbehaltlich der Zustimmung der USA und des Iran ist Pakistan bereit und fühlt sich geehrt, als Gastgeber für bedeutungsvolle und abschließende Gespräche zu dienen."
Von den USA und dem Iran gibt es derzeit widersprüchliche Angaben zu Bemühungen, die Lage zu deeskalieren: Während US-Präsident Donald Trump von "sehr guten und produktiven Gesprächen" sprach, dementiert der Iran, dass es solche überhaupt gegeben hat. Einem Medienbericht zufolge versuchen Ägypten, Pakistan und die Türkei, zwischen den USA und dem Iran zu vermitteln und ein Treffen in Islamabad zu ermöglichen.
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Verdächtige Ölmarkt-Transaktionen
Bevor Trump das Aussetzen von Angriffen auf Irans Energie-Infrastruktur ankündigte, wurden Öl-Futures im Wert von 580 Mio. Dollar gehandelt.
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Philippinen rufen Energienotstand aus
Auf den Philippinen ist angesichts der Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Versorgungssicherheit des Landes ein "nationaler Energienotstand" ausgerufen worden. Der von Präsident Ferdinand Marcos am Dienstag unterzeichnete Erlass ermächtigt das Energieministerium unter anderem dazu, zur Sicherung von Verträgen zur Treibstofflieferung Vorauszahlungen zu leisten und außerdem gegen Hamsterkäufe oder Wucher vorzugehen.
Zudem soll das Verkehrsministerium Steuervergünstigungen für Kraftstoffe gewähren und Mautgebühren oder Luftverkehrsgebühren senken oder aussetzen dürfen.
Erforderlich werde die Ausrufung des Notstandes durch die "unmittelbare Gefahr für die Verfügbarkeit und Stabilität der Energieversorgung" des Landes, die aus dem "anhaltenden Konflikt im Nahen Osten" resultiere, hieß es im Erlass. Die Philippinen zählen zu den Ländern mit den höchsten Energiekosten in der Region. Zugleich ist das Land stark von importierten Kraftstoffen abhängig.
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Saudi-Prinz drängt Trump zu Krieg-Fortsetzung
Wie die New York Times berichtet drängt der saudische Prinz Mohammed bin Salman den US-Präsidenten Donald Trump dazu den Krieg fortzusetzen. Demnach seien die Militärschläge gegen den Iran eine "historische Chance" zur Neugestaltung der gesamten Region. Salman drängt zudem auf eine Zerstörung der "Hardliner" in der iranischen Regierung. Diese würden sonst weiterhin eine Bedrohung für das Königreich und die Golfstaaten darstellen.
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Katar: Vermitteln nicht zwischen USA und Iran
Katar vermittelt nach eigener Darstellung nicht zwischen den USA und dem Iran. Der Pressesprecher des katarischen Außenministeriums, Madschid al-Ansari, sagte dazu vor Journalisten: „Wir waren nicht in diese Gespräche involviert.“ Al-Ansari antwortete dabei auf Nachfragen zu Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der angedrohte Angriffe auf iranische Energieanlagen vorerst verschoben und von „produktiven Gesprächen“ mit Iran gesprochen hatte. „Unser Hauptanliegen und unser Fokus liegt derzeit darauf, unser Land zu schützen und diplomatische Schritte zu unternehmen, damit das passiert“, sagte Al-Ansari. Eine komplette Zerstörung Irans sei keine Option, sagte der Sprecher. „Wir in der Golfregion glauben an gemeinsames Nebeneinander. Wir glauben daran, auf den Iran zuzugehen.“
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