Iran sagt Friedensgespräche mit den USA ab

Der Iran wirft den USA Verletzung der Waffenruhe vor und hat eine geplante neue Runde von Friedensgesprächen abgesagt.
Serena Hotel in Islamabad hosted US-Iran talks

Zusammenfassung

  • Iran lehnt neue Verhandlungen mit den USA ab und droht nach der Beschlagnahmung eines Frachtschiffs mit Vergeltung.
  • Die Feuerpause steht vor dem Aus, Ölpreise steigen und Märkte reagieren nervös auf mögliche Eskalation im Persischen Golf.
  • Teheran wirft den USA Verletzung der Waffenruhe vor und kündigt Reaktionen auf den Angriff auf ein iranisches Handelsschiff an.

Die Sorge vor einem Scheitern der Feuerpause zwischen den USA und dem Iran ist am Montag gewachsen. Grund dafür ist nach der Beschlagnahmung eines iranischen Frachtschiffs durch die Amerikaner die Drohung Teherans mit Vergeltung. Außerdem lehnte die iranische Regierung eine neue Verhandlungsrunde ab, die Washington vor dem Auslaufen der Feuerpause am Dienstag anstoßen wollte. Infolge dessen stiegen die Ölpreise an und die Aktienmärkte gerieten ins Wanken.

Marktteilnehmer befürchten eine anhaltende Störung des Schiffsverkehrs im Persischen Golf. Das US-Militär teilte am Sonntag mit, es habe auf ein unter iranischer Flagge fahrendes Frachtschiff geschossen, als dieses versuchte, die US-Blockade zu durchbrechen.

"Wir haben ihr Schiff vollständig in unserer Gewalt und sehen nach, was an Bord ist!", schrieb Präsident Donald Trump in den sozialen Medien. Ein iranischer Militärsprecher sprach von "bewaffneter Piraterie" und kündigte eine baldige Reaktion an. Das Schiff sei von China aus unterwegs gewesen.

Teheran sagt Friedensgespräche ab

Der Iran hat eine geplante neue Runde von Friedensgesprächen mit den USA abgesagt. Dies meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA am Sonntag. "Der Iran begründete sein Fernbleiben von der zweiten Gesprächsrunde mit den überzogenen Forderungen Washingtons, unrealistischen Erwartungen, ständigen Kurswechseln, widersprüchlichen Aussagen und der anhaltenden Seeblockade, die er als Bruch des Waffenstillstands betrachtet", meldete IRNA.

"Man kann nicht die Ölexporte des Iran einschränken und gleichzeitig die Sicherheit für andere gewährleisten", schrieb der Erste Vizepräsident des Iran, Mohammad Reza Aref, in den sozialen Medien. 

Verletzung der Waffenruhe 

In der Nacht auf Montag warf Teheran den USA zudem die Verletzung der Waffenruhe vor. Grund sei der Beschuss eines iranischen Handelsschiffes im Golf von Oman. Das oberste gemeinsame Militärkommando kündigte Vergeltung für die "Piraterie" an, wie staatliche Medien berichten. 

Das Schiff sei auf dem Weg von China in den Iran gewesen. Nach dem US-Angriff hätten iranische Streitkräfte einige amerikanische Kriegsschiffe mit Drohnen attackiert. 

Trump hatte dem Iran gedroht, die USA würden jede Brücke und jedes Kraftwerk im Land zerstören, sollte Teheran seine Bedingungen ablehnen.

Der Vermittler Pakistan schien sich unterdessen weiter auf die Gespräche vorzubereiten. In der Hauptstadt Islamabad wurde der öffentliche Verkehr eingeschränkt und Sicherheitsmaßnahmen wurden ergriffen. 

Eine US-Delegation sollte Montagabend in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eintreffen, einen Tag vor Ablauf der zweiwöchigen Feuerpause. Pakistan fungiert in dem Konflikt als zentraler Vermittler. Der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif telefonierte am Sonntag mit dem iranischen Präsidenten Massoud Pezeshkian. In einer pakistanischen Mitteilung zu dem Gespräch blieb die Absage der Verhandlungen unerwähnt.

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