USA und Iran auf Friedenssuche in Islamabad - hält die Waffenruhe?
- Israel und die USA haben am 28. Februar mit Militärschlägen gegen den Iran begonnen.
- Kurz vor Ablauf von Trumps Ultimatum zur Freigabe der Straße von Hormus haben sich die USA und der Iran in der Nacht auf Mittwoch auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Trotz Waffenruhe hielt der Iran weiter an der Kontrolle des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus fest. Als Teil der ausgehandelten Feuerpause dürften höchstens 15 Schiffe pro Tag die Meerenge passieren.
- US-Präsident Donald Trump warnte den Iran davor, eine Gebühr für die Durchfahrt durch die Hormus-Straße zu verlangen.
- Die israelische Armee setzt unterdessen ihre Angriffe im Libanon fort. Dabei wurden mindestens 182 Menschen getötet. Auch die Hisbollah-Miliz feuerte Raketen auf Israel.
- Syrien hat indes am Donnerstag einen wichtigen Grenzübergang zum Nachbarland Libanon wieder geöffnet.
- Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen sollen am Samstag Verhandlungen zur dauerhaften Beilegung des Iran‐Konflikts in Pakistan beginnen. Die US-Delegation in Islamabad wird von Vizepräsident JD Vance angeführt.
- Werden die Kurden wieder zum Kanonenfutter der USA?
- Pulverfass Nahost: Das Erbe der Kolonialmächte und der Kampf ums Öl
- Die Geldquellen des Iran: Wie das Regime seinen Krieg finanziert
- USA greifen den Iran mit seinen eigenen Waffen an
- "Regime Change" im Iran? Die wahre Arbeit beginnt nach dem Umsturz
- Kommt eine Flüchtlingswelle aus dem Iran auf uns zu?
- Die Straße von Hormus: Ein Minenfeld für die Weltwirtschaft
- Warum die Hormus-Sperre eine Eskalation des Krieges wahrscheinlicher macht
- Indien bis Japan: Der Iran-Krieg stürzt Asien in die Energiekrise
- Warum Israel die neue Bodenoffensive im Libanon begonnen hat
- Wasser als Waffe: Die Golfstaaten haben einen verwundbaren Punkt
- Uran im Iran: US-Spezialeinheiten stehen vor höchst gefährlicher Mission
- Hormus-Ultimatum: Trumps Spiel mit dem Feuer
- Energieagentur warnt vor schwerster Energiekrise seit Jahrzehnten.
- Doch kein sicherer Hafen: Warum der Goldpreis ausgerechnet in der Krise schwächelt
- Mohammad Bagher Ghalibaf: Die neue Schlüsselfigur im Iran
- Die Straße von Hormus ist dicht: Teure Folgen für Österreichs Esstische
- Erstmals seit Beginn des Iran-Krieges hat die Houthi-Miliz im Jemen eine Rakete auf Israel abgefeuert und damit den Konflikt ausgeweitet.
- "Agiert kopflos im Iran": USA-Expertin Ashbrook sprach im ZiB2-Interview über die Ziele von Trump.
- Am 7.4 hatte US-Präsident Donald Trump noch damit gedroht, "eine ganze Zivilisation sterben zu lassen", sollte es kein Abkommen mit dem Iran geben.
Iran-Krieg
-
US-Delegation um JD Vance zu Gesprächen mit Iran gelandet
Die US-Delegation um US-Vizepräsident JD Vance ist zu den Gesprächen über eine dauerhafte Friedenslösung im Iran-Krieg in Pakistan angekommen. Sie sei auf einem Luftwaffenstützpunkt nahe der Hauptstadt Islamabad gelandet und werde zum Hotel eskortiert, hieß es aus pakistanischen Sicherheitskreisen.
Pakistanischen Diplomatenkreisen zufolge sollen die Gespräche am Nachmittag Ortszeit (drei Stunden vor MESZ) beginnen. Zunächst treffen die Delegationen demnach separat auf die pakistanischen Vermittler, Premier Shehbaz Sharif und den obersten Militär, Feldmarschall Asim Munir. Anschließend solle es direkte Gespräche zwischen den US-Vertretern und dem Team aus Teheran geben.
Die iranische Delegation war bereits zuvor in Islamabad eingetroffen und wird nach Angaben der Nachrichtenagentur FARS von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf angeführt.
© via REUTERS / Jacquelyn Martin -
Bevölkerung seit 1.000 Stunden vom Internet abgeschnitten
Die Iraner sind inzwischen seit 1.000 Stunden vom Zugang zum globalen Internet ausgeschlossen. Das teilte die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks in der Nacht auf Samstag auf der Plattform X mit. Es handelt sich demnach um die bisher längste landesweite Internetsperre weltweit. Mit Beginn des Kriegs Israels und der USA gegen den Iran am 28. Februar hatte die Regierung in Teheran den Zugang zum weltweiten Internet weitgehend gesperrt.
Die 90 Millionen Iraner können seitdem nur auf ein eingeschränktes internes Netzwerk zugreifen, in dem lediglich staatlich genehmigte Inhalte zur Verfügung stehen. Ein kleiner Teil des Militär- und Machtapparats dagegen nutzt das Internet weiter ohne Einschränkungen. Auch iranische Medien publizieren ihre Nachrichten auf Telegram und X - also auf Portalen, die eigentlich gesperrt sind.
-
Libanon bestätigt Verhandlungen mit Israel für Dienstag
Der Libanon hat am Freitag Verhandlungen mit Israel über eine Waffenruhe für kommenden Dienstag in Washington bestätigt. Dies hätten die Botschafter Libanons und Israels in Washington und der US-Botschafter im Libanon vereinbart, erklärte das Präsidialbüro in Beirut.
Gegenstand dieses "ersten Treffens" sei die mögliche "Bekanntgabe einer Waffenruhe" und des "Beginns von Verhandlungen zwischen dem Libanon und Israel unter Federführung der USA".
-
Vance Richtung Pakistan aufgebrochen - 10.000 Sicherheitskräfte
US-Vizepräsident JD Vance brach bereits Richtung Pakistan auf. Zuvor hatte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf auf X erklärt, die USA hätten zugestimmt, eingefrorene iranische Vermögenswerte freizugeben und den Libanon in die Feuerpause einzubeziehen. Die Verhandlungen würden nicht beginnen, bevor diese Voraussetzungen erfüllt seien, betonte Ghalibaf.
Die iranische Verhandlungsdelegation kam bereits in Islamabad an. Das berichten iranische Medien. Zu den Unterhändlern zählten Außenminister Abbas Araqchi, der Sekretär des Verteidigungsrates, der Chef der Zentralbank sowie mehrere Parlamentsabgeordnete. Angeführt werde die Gruppe von Parlamentspräsident Ghalibaf.
Für die Gespräche in Islamabad wurden mehr als 10.000 Sicherheitskräfte, darunter Soldaten, Polizisten und paramilitärische Einheiten, stationiert. Das Regierungsviertel und die diplomatische Zone wurden abgeriegelt.
-
Trump verzichtet auf TV-Ansprache zu Waffenstillstand
US-Präsident Donald Trump hat Insidern zufolge auf eine geplante Fernsehansprache an die Nation zu dem Waffenstillstandsabkommen mit dem Iran verzichtet. Berater hätten Bedenken geäußert, die noch fragile Vereinbarung im Vorfeld der am Samstag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad beginnenden Friedensgespräche zu sehr zu loben, sagten drei mit den Vorgängen vertraute Personen.
Das Präsidialamt wies die Darstellung zurück und teilte mit, eine solche Ansprache sei nie auf Ebene des Präsidenten diskutiert worden. Trump hatte die Feuerpause am Dienstag nur wenige Stunden vor Ablauf eines Ultimatums über die sozialen Medien verkündet. Bei den Verhandlungen in Pakistan, die auf US-Seite von Vizepräsident JD Vance geführt werden, soll eine dauerhafte Lösung des Konflikts erreicht werden, der unter anderem zu einer anhaltenden Blockade der für den globalen Energiemarkt wichtigen Straße von Hormus geführt hat.
-
Wieder gegenseitige Angriffe zwischen Hisbollah und Israel
Die gegenseitigen Angriffe der israelischen Armee und der libanesischen Hisbollah-Miliz dauern trotz geplanter direkter Gespräche zwischen Israel und dem Libanon an. Libanons staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete von israelischen Angriffen vor allem im Süden des Landes. Bei einem Angriff auf eine Autowaschanlage wurden demnach sechs Menschen getötet. Bei einem weiteren Angriff sei ein Mensch getötet worden.
Die Hisbollah feuerte im Laufe des Tages erneut Geschosse auf den Norden Israels. Dort wurde lokalen Medien zufolge in der arabischen Ortschaft Deir al-Asad am Nachmittag eine Schule beschädigt. In der Früh war Berichten zufolge bereits ein Haus von einer Rakete der Miliz getroffen und beschädigt worden. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. Die Hisbollah reklamierte mehrere Raketenangriffe für sich.
-
Koordinationsgremium hielt erste Sitzung ab
Das von der Bundesregierung wegen der Auswirkungen des Iran-Kriegs eingerichtete Koordinationsgremium hat seine erste Sitzung abgehalten. Teilgenommen haben Vertreterinnen und Vertreter aller Bundesministerien, des Landeshauptleute-Vorsitzlandes Tirol sowie des Städte- und Gemeindebunds. Die Versorgungslage in Österreich sei weiterhin gesichert, teilte das Kanzleramt am Freitag in einer Aussendung mit.
Die internationalen Preise für Öl und Gas befänden sich nach der zwischen den USA und dem Iran vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe auf stabilem Niveau. Die Lage sei aber fragil. Da eine erneute Eskalation nicht ausgeschlossen werden könne, beschäftige sich das Koordinationsgremium mit potenziellen mittel- bis langfristigen Folgewirkungen. Im Rahmen der ersten Sitzung wurde daher die weitere Arbeitsweise festgelegt.
-
Krieg treibt Inflationsrate in USA auf 3,3 Prozent
Der Iran-Krieg hat die Inflationsrate im März deutlich nach oben getrieben. Im Jahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 3,3 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Im Februar hatte die Inflationsrate noch bei 2,4 Prozent gelegen. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem noch etwas stärkeren Anstieg der Rate auf 3,4 Prozent gerechnet.
Getrieben wurde die Preisentwicklung durch die im Zuge des Iran-Kriegs deutlich gestiegenen Energiepreise. Sie legten um 10,9 Prozent zum Vormonat zu. Dies ist der stärkste Anstieg seit September 2005.
-
Krieg treibt Inflation in Deutschland nach oben
Der Iran-Krieg hat in Deutschland einen Teuerungsschub ausgelöst, der sich noch zu verstärken droht. Im März kletterte die Inflation auf 2,7 Prozent, nach 1,9 Prozent im Februar, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte. Es ist der höchste Wert seit Jänner 2024. "Insbesondere Kraftstoffe und Heizöl haben sich für die Verbraucherinnen und Verbraucher seit Beginn des Iran-Kriegs sprunghaft verteuert", sagte Destatis-Präsidentin Ruth Brand.
Die Preise für Energieprodukte insgesamt lagen im abgelaufenen Monat um 7,2 Prozent höher als im März 2025. Das war zugleich der erste Anstieg der Energiepreise gegenüber dem Vorjahresmonat seit Dezember 2023. Im Februar hatte der Preisrückgang noch 1,9 Prozent betragen.
Nahrungsmittel kosteten im März um 0,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Ein weiterer Anstieg ist wahrscheinlich.
-
USA und Iran werfen sich Bruch der Waffenruhe vor
Die Straße von Hormus bleibt geschlossen, Israel und die Hisbollah-Miliz im Libanon beschießen sich weiter: Die Regierungen in Washington und Teheran warfen sich am Freitag gegenseitig vor, die seit zwei Tagen geltende Waffenruhe zu verletzen. Die Vorwürfe überschatten die ersten geplanten Friedensgespräche in dem Krieg, die am Samstag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad beginnen sollen.
Die Feuerpause hat zwar die US-amerikanischen und israelischen Luftangriffe auf den Iran gestoppt, die Blockade der für die weltweite Energieversorgung wichtigen Straße von Hormuz jedoch nicht beendet. Auch der parallele Krieg Israels gegen die mit dem Iran verbündete Hisbollah im Libanon geht weiter.
-
Rund 125.000 zivile Einrichtungen im Krieg beschädigt
Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran sind nach Angaben des Roten Halbmonds mehr als 125.000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört worden. Darunter seien etwa 100.000 Wohnungen und mindestens 23.500 Geschäfte, sagte der Leiter der iranischen Rothalbmond-Gesellschaft, Pir-Hossein Kolivand, im iranischen Staatsfernsehen.
Neben Wohn- und Geschäftsvierteln seien im Krieg auch zahlreiche andere zivile Einrichtungen getroffen worden. Kolivand zufolge wurden etwa 339 medizinische Einrichtungen, darunter Krankenhäuser, Apotheken, Notfallzentren und Labore bei den Luftangriffen beschädigt. Außerdem seien 32 Universitäten getroffen worden. 857 Gebäude von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen seien gezielt attackiert worden, sagte Kolivand.
-
Rotes Kreuz warnt vor humanitärer Katastrophe im Libanon
Angesichts der anhaltenden Angriffe Israels im Libanon hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) vor einer humanitären Katastrophe in dem Mittelmeerland gewarnt. "Zahlreiche Krankenhäuser sind aufgrund der vielen Verwundeten überfüllt und es droht ein Engpass von bestimmten Arzneimitteln und Materialien, insbesondere wenn die Angriffe anhalten sollten", sagte DRK-Präsident Hermann Gröhe der "Rheinischen Post".
Die humanitäre Lage im Libanon habe sich nochmals deutlich verschlimmert. In den vergangenen Tagen seien zunehmend dicht besiedelte Gebiete ohne ausreichende Vorwarnung unter Beschuss geraten, so Gröhe. Der bewaffnete Konflikt habe ein neues, nochmals verheerenderes Ausmaß erreicht.
-
Trumps Republikaner blockieren Vorstoß der Demokraten zu Krieg
Die Republikaner im US-Repräsentantenhaus haben am Donnerstag (US-Ortszeit) erneut einen Vorstoß der Demokraten zur Beendigung der Militäroperationen gegen den Iran blockiert. Die Abgeordneten der Partei hinter US-Präsident Donald Trump verhinderten eine Resolution der Demokraten, die Trump die Vollmachten für den Einsatz entziehen sollte.
Die Initiative der Demokraten in einer verkürzten Proforma-Sitzung während der Parlamentspause hatte zwar überwiegend symbolischen Charakter. Die Demokraten kündigten aber an, nach der Osterpause in der kommenden Woche weitere Abstimmungen über Trumps Kriegsvollmachten durchsetzen zu wollen.
-
Gegenseitige Angriffe von Hisbollah und Israel
Die gegenseitigen Angriffe der israelischen Armee und der libanesischen Hisbollah-Miliz dauern trotz geplanter direkter Gespräche zwischen Israel und dem Libanon an. Die Hisbollah feuerte am Morgen erneut Geschosse auf den Norden Israels. Dort wurde israelischen Medien zufolge ein Haus von einer Rakete der Miliz getroffen und beschädigt. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. Die Hisbollah reklamierte einen Raketenangriff für sich.
Auch im Libanon wurden erneut Angriffe gemeldet. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete von Angriffen vor allem Südlibanon. Mindestens ein Mensch sei dabei getötet worden. US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag dem US-Sender NBC gesagt, er habe mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gesprochen und dieser habe eine Reduzierung der Attacken zugesagt. Netanjahu selbst sprach danach davon, dass Israel die Hisbollah weiter bekämpfen und nicht aufhören werde, ehe es Sicherheit für die Bevölkerung im Norden Israels gebe. Das US-Außenministerium wird in der kommenden Woche Gespräche zwischen dem Libanon und Israel ausrichten. Dabei soll es um eine Waffenruhe gehen. Nach Angaben des Büros von Netanjahu sollen sich die direkten Verhandlungen auf die Entwaffnung der Hisbollah und die Aufnahme friedlicher Beziehungen zwischen Israel und dem Libanon konzentrieren. Wie israelische Medien meldeten, werden an den Gesprächen zunächst die US-Botschafter beider Länder teilnehmen.
-
Der Hebel, der den Iran reich machen soll
Trotz Waffenruhe hält der Iran an seiner Blockade der Straße von Hormus fest. Experten warnen, das Mautsystem könnte weltweit Nachahmer finden. Selbst Trump erwägt, die USA daran zu beteiligen.
-
Friedensgespräche in Pakistan
Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen sollen am Freitag in Pakistan Gespräche über eine Beilegung des Iran-Konflikts beginnen. Pakistanischen Sicherheitskreisen zufolge werden die Delegationen der USA und des Irans zuerst Gespräche auf Expertenebene führen. Danach sollen sich führende Regierungsvertreter, darunter nach US-Angaben Vizepräsident JD Vance, am Samstagvormittag zu politischen Verhandlungen treffen.
Das Regierungs- und Diplomatenviertel in Islamabad wurde abgeriegelt. Strenge Sicherheitsvorkehrungen gelten für die gesamte Hauptstadt.
-
Waffenruhe mit USA und Israel bleibt vor Gesprächen fragil
Die am Dienstag vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und Israel mit dem Iran erweist sich kurz vor den Friedensgesprächen in Pakistan als äußerst fragil. Der Fortschritt des Abkommens wird durch den anhaltenden Krieg Israels gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon sowie einen neuen Streit um die Blockade der für den weltweiten Erdölhandel wichtigen Seestraße von Hormuz gefährdet. Experten sollen die Gespräche am Freitag in Islamabad einleiten.
-
Historische Ölschocks dämpfen Verbrauch
Der Angriff der USA und Israels auf den Iran und die Sperre der Straße von Hormuz haben die Verletzlichkeit der globalen Ölversorgung im Jahr 2026 offengelegt. Verbrauchsdaten aus der Vergangenheit zeigen, dass geopolitische Konflikte die Ölnachfrage immer wieder drastisch reduzierten. Während der Konsum in den USA und der EU langfristig stagniert oder fällt, treibt China das weltweite Wachstum des Ölverbrauchs an.
-
Ölproduktion in Saudi-Arabien nach Angriffen gesunken
Nach jüngsten Angriffen des Iran auf Produktionsstätten, Raffinerien und Pipelines sind Saudi-Arabiens Erdölproduktionskapazitäten um rund 600.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag gefallen. Zudem sei die Kapazität der wichtigen Ost-West-Pipeline, die unter Umgehung der Straße von Hormuz Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, um 700.000 Barrel pro Tag zurückgegangen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle im Energieministerium.
Der Grund sei ein Angriff auf eine Pumpstation der Pipeline. Durch die rund 1.200 Kilometer lange Röhre können im Normalfall Medienberichten zufolge etwa 5 bis 7 Millionen Barrel pro Tag fließen. Mit einer täglichen Fördermenge von rund zehn Millionen Barrel pro Tag ist Saudi-Arabien nach den USA der zweitgrößte Ölproduzent der Welt.
In dem Bericht hieß es weiter, Angriffe hätten auch Anlagen zur Produktion von Flüssiggas (LNG) beschädigt. Bei den jüngsten Attacken auf die Ölförderanlagen des Königreichs sei ein Mensch ums Leben gekommen, berichtete SPA weiter. Zudem wurden demnach sieben Arbeiter verletzt. Zuletzt hatte der Iran immer wieder Ziele in den Golfstaaten mit Raketen und Drohnen angegriffen. Aktuell gilt im Iran-Krieg eine auf zwei Wochen befristete Waffenruhe.
-
Israel kritisiert vor Gesprächen USA-Iran Vermittler Pakistan
Kurz vor Beginn der geplanten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur dauerhaften Beilegung des Kriegs hat Israel, das den Iran gemeinsam mit den USA angegriffen hat, den Vermittler Pakistan scharf kritisiert. Auslöser waren Äußerungen des pakistanischen Verteidigungsministers Khawaja Muhammad Asif auf der Plattform X, in denen er Israel als "Fluch für die Menschheit" und Krebsgeschwür bezeichnete.
"Der Aufruf des pakistanischen Verteidigungsministers zur Vernichtung Israels ist empörend. Eine solche Äußerung darf von keiner Regierung toleriert werden, schon gar nicht von einer, die sich als neutraler Vermittler für den Frieden versteht", hieß es in einer Mitteilung des Büros des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu.
-
Hisbollah-Miliz feuert Raketen auf Norden Israels
In der Nacht auf Freitag ging es weiter: Nach Angaben des israelischen Militärs feuerte die Hisbollah wieder eine Rakete auf Israel ab und löste damit in Teilen des Landes Luftalarm aus, darunter auch in der Metropole Tel Aviv. Die Miliz selbst erklärte, sie habe am späten Abend israelische militärische Infrastruktur in der nördlichen Stadt Haifa angegriffen. Die Rakete wurde abgefangen, und die israelischen Streitkräfte schlugen umgehend zurück und griffen Hisbollah-Stellungen an. Bei der Attacke seien etwa zehn Abschussrampen getroffen worden, von denen aus zuvor Geschosse auf den Norden Israels abgefeuert worden seien, hieß es.
-
Trump warnt Teheran vor Gebühren in Straße von Hormus
US-Präsident Donald Trump fordert vom Iran eine gebührenfreie Durchfahrt von Schiffen durch die für den weltweiten Handel mit Erdöl wichtige Straße von Hormuz. Der Republikaner schrieb auf seiner Plattform Truth Social, es gebe Berichte, wonach das Land Gebühren von Tankern für die Durchfahrt verlange. Er warnte: Das sollten sie besser nicht tun und falls sie es tun, sollten sie besser "jetzt damit aufhören!".
Zugleich kündigte Trump an, dass sehr schnell wieder Öl fließen werde. Dies werde "mit oder ohne die Hilfe des Iran" geschehen, warnt er, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Als Reaktion auf die US-israelischen Angriffe hatte der Iran die Straße von Hormuz Anfang März blockiert. Der Transport von Öl- und Flüssiggas aus dem Persischen Golf durch die Meerenge war damit praktisch nicht mehr möglich, die Weltmarktpreise stiegen rasant an.
-
Kuwait meldet "feindliche Drohnenangriffe"
Der Golfstaat Kuwait hat am zweiten Tag der Waffenruhe-Vereinbarung im Iran-Krieg "feindliche Drohnenangriffe" gemeldet. Die Drohnen seien in den Luftraum des Landes eingedrungen und hätten "mehrere wichtige Einrichtungen" zum Ziel gehabt, erklärte die Armee am Donnerstag im Onlinedienst X unter Verweis auf Angaben des Verteidigungsministeriums. Die Abwehrsysteme seien aktiviert worden.
Es war der erste gemeldete Angriff in einem Golfstaat am Tag nach der Bekanntgabe einer zweiwöchigen Feuerpause zwischen den USA und dem Iran.
-
Erster nicht-iranischer Tanker seit Waffenruhe in Straße von Hormus
Erstmals nach der Waffenruhe-Einigung im Iran-Krieg hat am Donnerstag offenbar ein nicht-iranischer Tanker die Straße von Hormuz passiert. Laut Daten der Plattform Marine Traffic handelte es sich um den unter gabunischer Flagge fahrenden Öltanker "MSG". Das Schiff war demnach mit rund 7.000 Tonnen Heizöl aus den Vereinigten Arabischen Emiraten Richtung Indien unterwegs. Auch weitere Schiffe nahmen Kurs auf die Meerenge. Es ist aber weiterhin eine iranische Genehmigung nötig.
Seit dem Verkünden der Feuerpause in der Nacht zum Mittwoch (MESZ) waren nur wenige Schiffe durch die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman gefahren, darunter zwei Tanker unter iranischer Flagge, wie das Schifffahrts-Analyseunternehmen Kpler mitteilte. Ein Dutzend weiterer Schiffe nahm am Donnerstag offenbar Kurs auf die Straße von Hormuz.
-
Vermittler Pakistan lobt Kriegsparteien vor Verhandlungen
Vor den geplanten Verhandlungen zwischen Iran und USA über einen dauerhaften Frieden im Iran hat sich der Vermittlerstaat Pakistan am Donnerstag weitgehend zufrieden über die jüngste Entwicklung geäußert. Seit der Feuerpause hätten "alle Seiten Zurückhaltung" an den Tag gelegt. Verurteilt wurde aber die "anhaltende Aggression" Israels gegen den Libanon. US-Präsident Donald Trump zeigte sich optimistisch über ein Abkommen. Offen blieb, wann genau die Verhandlungen beginnen.
-
Angeblich neue Botschaft von Irans neuem Revolutionsführer
Irans neuer Revolutionsführer Mojtaba Khamenei hat in einer ihm zugeschriebenen Erklärung sein Land als Sieger im Konflikt mit den USA und Israel dargestellt. Wie zuvor wurde die Botschaft im Staatsfernsehen nur verlesen, es gab weder ein Bewegtbild noch eine Audio- oder Videoaufnahme. In der Mojtaba Khamenei zugeschriebenen Botschaft heißt es, der Iran habe den endgültigen Sieg errungen und ein Wunder vollbracht.
"In den letzten 40 Tagen hat die große Nation Iran ein Epos geschaffen und die Welt verblüfft", heißt es in der Botschaft weiter. Der Iran wolle keinen Krieg, aber kämpfe für seine legitimen Rechte. Weiter wurde den Verbündeten in der Region gedankt. Dazu zählen unter anderem die libanesische Hisbollah-Miliz und die Huthi-Miliz im Jemen.
Der 56-Jährige ist seit seiner Ernennung zum neuen Religionsführer am 8. März nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Das nährt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand, seinen Aufenthaltsort und seine tatsächliche Rolle.
-
Hisbollah lehnt direkte Gespräche mit Israel ab
Die Hisbollah lehnt direkte Verhandlungen mit Israel ab. Die libanesische Regierung müsse einen Waffenstillstand als Vorbedingung für weitere Schritte fordern, sagt der Hisbollah-Abgeordnete Ali Fajjad. Zudem müsse der Abzug der israelischen Truppen aus dem Libanon sowie die Rückkehr der Vertriebenen Priorität haben. Zuvor hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sein Kabinett angewiesen, direkte Gespräche mit dem Libanon aufzunehmen.
-
IWF mahnt Zentralbanken zur Vorsicht bei Folgen des Iran-Krieges
Der Internationale Währungsfonds (IWF) mahnt Notenbanken im Umgang mit den wirtschaftlichen Folgen des Nahost-Krieges zur Vorsicht. Die Zentralbanken müssten zwar bereit sein, die Geldpolitik zu straffen, um eine Inflationsspirale durch anhaltende Energiepreisschocks zu vermeiden, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Donnerstag. Zugleich müssten sie jedoch auf eine mögliche Abschwächung der Nachfrage achten, die gegen Zinserhöhungen spreche.
Im Vorfeld der Jahrestagung von IWF und Weltbank in der kommenden Woche erklärte sie, dass die Notenbanken die Zinsen bei einem leichten Inflationsanstieg stabil halten könnten, falls die Waffenruhe im Iran-Krieg halte und der Ölpreisschock nur von kurzer Dauer sei. Dies käme de facto einer Lockerung der Geldpolitik gleich.
-
Gespräche zwischen Israel und dem Libanon sollen kommende Woche starten
Israel und der Libanon wollen einem Medienbericht zufolge kommende Woche direkte Verhandlungen aufnehmen. Das erste Treffen solle im US-Außenministerium in Washington stattfinden, schreibt ein Reporter des Nachrichtenportals Axios auf dem Kurznachrichtendienst X.
-
Israelische Angriffe im Libanon: Zahl der Toten im Libanon steigen auf 303
Die Zahl der Toten durch die israelischen Angriffe im Libanon am Vortag steigt nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums auf 303. Die Bilanz sei noch nicht endgültig und dürfte weiter steigen, da Rettungsteams noch immer Leichen aus den Trümmern bergen, teilt die Behörde mit. Seit dem 2. März seien damit insgesamt 1888 Menschen getötet und mehr als 6000 verletzt worden.
-
Netanjahu: Israel will Verhandlungen über Frieden mit Libanon
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu weist nach eigenen Angaben Friedensgespräche mit dem Libanon an. Angesichts wiederholter Bitten des Nachbarlandes um direkte Gespräche habe er das Kabinett angewiesen, diese so schnell wie möglich aufzunehmen, teilte Netanjahu mit. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stünden die Entwaffnung der Hisbollah und der Aufbau friedlicher Beziehungen zwischen Israel und dem Libanon.
-
Nato: Trump erwartet konkrete Zusagen bei Straße von Hormus
US-Präsident Donald Trump erwartet nach einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte laut dessen Sprecherin konkrete Zusagen der Verbündeten für eine Unterstützung bei der Sicherung der Straße von Hormus. Rutte tausche sich mit den Partnern über seine Gespräche in Washington aus, teilte Nato-Sprecherin Allison Hart der Deutschen Presse-Agentur mit. „Es ist klar, dass die Vereinigten Staaten konkrete Zusagen und Maßnahmen erwarten, um die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten.“
Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf einen hochrangigen Nato-Beamten, dass die USA innerhalb von Tagen konkrete Pläne der europäischen Verbündeten dazu erwarteten. Ähnliches berichtete der Spiegel. Trump hatte die Nato-Verbündeten wiederholt aufgefordert, die USA bei der Sicherung der Straße von Hormus zu unterstützen. Da diese sich angesichts laufender Kampfhandlungen zunächst mit Zusagen zurückhielten, kritisierte der US-Präsident sie mehrfach scharf.
-
Merz: Deutschland redet wieder mit Iran
Die Bundesregierung redet nach Angaben von Kanzler Friedrich Merz wieder mit der Führung in Teheran. „Wir tun das in Abstimmung mit den Vereinigten Staaten und den europäischen Partnern“, sagt der Kanzler. „Unser Ziel ist, auf diesem Weg einen eigenen Beitrag zum Erfolg der anstehenden Verhandlungen zu leisten.“ Dies sei auch der Zweck des Telefonats, das er heute noch mit dem pakistanischen Ministerpräsidenten führen werde.
-
EU-Chefdiplomatin Kallas: Kritik an Europa ist "unfair"
EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas hat Kritik an einem angeblich mangelnden Einsatz Europas im Krieg im Nahen Osten als "unfair" zurückgewiesen. "Natürlich können wir alle mehr tun", sagte sie dem Sender CNN bei einem Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Aber auch in Europa gebe es Sicherheitsprobleme. "Seit vier Jahren tobt der Krieg Russlands gegen die Ukraine. Wir haben nicht wirklich gesehen, dass die Golfstaaten uns dort helfen."
Es könne "keine Einbahnstraße sein", "dass es nur in diese Richtung geht und es dann keine Reaktion gibt". Europa habe die Situation nicht verursacht, aber tue gleichzeitig viel für die Region. Kallas erinnerte an den Marineeinsatz in der Region, um das Rote Meer offenzuhalten, die Unterstützung der libanesischen Streitkräfte im Kampf gegen Hisbollah und Hamas, die Unterstützung für die Zwei-Staaten-Lösung oder für die Palästinensische Autonomiebehörde und die Luftabwehr.
-
Israels Militär erteilt Evakuierungswarnung für Vororte Beiruts
Das israelische Militär gibt eine Evakuierungswarnung für die Vororte im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut heraus. Üblicherweise gehen solche Warnungen Angriffen des israelischen Militärs voraus. Es nimmt nach eigenen Angaben Ziele der libanesischen Hisbollah ins Visier, die mit dem Iran verbündet ist.
-
Iran lässt 15 Schiffe täglich durch die Straße von Hormus
Der Iran will einem Medienbericht zufolge die Straße von Hormus zunächst nicht vollständig öffnen. Als Teil der mit den USA ausgehandelten Feuerpause dürften höchstens 15 Schiffe pro Tag die Meerenge passieren, meldet die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf einen hochrangigen iranischen Regierungsvertreter, der namentlich nicht genannt wird.
Die Straße von Hormus ist von großer Bedeutung für die weltweite Versorgung mit Öl, Erdgas, Helium und Dünger. Vor Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran am 28. Februar durchquerten im Schnitt 140 Schiffe täglich die Meerenge.
-
Israeli soll im Auftrag des Irans Anschlag geplant haben
Ein junger Israeli wird beschuldigt, im Auftrag des Irans einen Anschlag auf den früheren israelischen Ministerpräsidenten Naftali Bennett vorbereitet zu haben. Der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet und die Polizei teilten gemeinsam mit, ein 22-Jähriger sei im vergangenen Monat in der Hafenstadt Haifa festgenommen worden. Er soll demnach im Auftrag des iranischen Geheimdienstes Sprengstoff hergestellt haben. Ziel sei ein Anschlag auf eine „ranghohe Persönlichkeit“ gewesen. Nach übereinstimmenden Berichten verschiedener israelischer Medien handelte es sich dabei um Ex-Premier Bennett.
Gegen den 22-Jährigen und weitere Verdächtige solle in Kürze Anklage erhoben werden, hieß es weiter in der Mitteilung. Der Mann habe seit August 2025 in Kontakt mit einem iranischen Akteur gestanden. Für hohe Geldzahlungen habe er verschiedene Aufgaben ausgeführt. Unter anderem habe er eine Wohnung in Haifa gemietet, in der er Sprengstoff hergestellt habe.
-
Irans Parlamentspräsident droht Israel mit harter Reaktion
Irans Parlamentspräsident hat nach den verheerenden israelischen Angriffen im Libanon mit einer entschiedenen Reaktion gedroht. „Verstöße gegen die Waffenruhe haben konkrete Konsequenzen und ziehen starke Reaktionen nach sich. Löschen Sie das Feuer sofort“, schrieb Mohammed-Bagher Ghalibaf auf X. Ghalibaf verwies dabei auch auf Worte von Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif, der die Waffenruhe zwischen den USA, Israel und dem Iran in der Nacht zu Mittwoch ebenfalls verkündet hatte. In seiner Mitteilung war auch explizit die Rede vom Libanon.
Pakistan hatte zwischen den Kriegsparteien vermittelt. Am Freitag oder Samstag sollen in Islamabad Friedensverhandlungen beginnen. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte verkündet, die Angriffe im Libanon fortführen zu wollen. Bei den Bombardierungen in dem Mittelmeerland wurden seit Mittwoch mehr als 200 Menschen getötet. Die Schiitenorganisation Hisbollah im Libanon ist der wichtigste nichtstaatliche Verbündete der iranischen Führung.
-
Europas Leitbörsen nach deutlichen Vortagesgewinnen wieder schwächer
Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Nach den deutlichen Kursgewinnen am Vortag setzte sich eine vorsichtigere Einschätzung der Waffenruhe im Iran-Krieg durch. Das spiegelte sich auch in den Ölpreisen wider. „Die sich fortsetzenden Angriffe entladen sich an den Finanzmärkten in wieder steigenden Energiepreisen“, erklärte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets.
US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran mit einer neuen militärischen Eskalation gedroht, falls Teheran sich nicht komplett an das Waffenruheabkommen halten sollte. Der Euro-Stoxx-50 verlor zu Mittag 0,78 Prozent auf 5.866,43 Punkte, nachdem er zur Wochenmitte um fünf Prozent hochgesprungen war und damit den höchsten Tagesgewinn seit Anfang März 2022 verbucht hatte. In Frankfurt fiel der DAX 1,26 Prozent auf 23.777,12 Punkte.
-
EASA: Luftraum über Nahost und Golfregion bis 24. April meiden
Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat ihre Warnung für den Luftraum über dem Nahen Osten und der Golfregion verlängert. Die Empfehlung, diese Lufträume zu meiden, gelte nun bis zum 24. April, teilt die EASA mit. Die Empfehlung galt zuvor bis zum 10. April.
-
Wichtiger Übergang zwischen Syrien und Libanon wieder offen
Syrien hat einen wichtigen Grenzübergang zum Nachbarland Libanon wieder geöffnet. Die Risiken hätten nachgelassen und der Übergang Dscheidat Jabus könne regulär passiert werden, teilte die syrische Behörde für Land- und Seehäfen mit. Die syrische Regierung hatte den Grenzübergang schließen lassen, nachdem Israel gedroht hatte, diesen anzugreifen. Israel hatte argumentiert, Hisbollah-Kämpfer passierten die Route. Israel hatte mehrere Grenzübergänge zwischen Syrien und dem Libanon zu Jahresbeginn bombardiert. Der jüdische Staat wirft der Hisbollah vor, Syrien auch unter der neuen syrischen Führung als Korridor für Waffenschmuggel zu nutzen.
Israel will eine Wiederaufrüstung der mit dem Iran verbündeten Miliz verhindern. Nach Wiederaufflammen des Konflikts sind zahlreiche Menschen vom Libanon ins Nachbarland geflohen. Seit Anfang März, nach Beginn der neuen israelischen Offensive im Libanon, haben nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mehr als 200.000 Menschen das Land Richtung Syrien verlassen.
-
Atomchef: Iran besteht weiter auf Urananreicherung
Der Iran besteht nach Angaben seines Atomchefs in möglichen Friedensgesprächen mit den USA weiter auf das Recht der Urananreicherung. Am Rande einer Gedenkfeier für den getöteten Religionsführer Ajatollah Ali Khamenei wies Atomchef Mohammed Eslami die Forderung zurück, wie die iranische Nachrichtenagentur Isna berichtete. „Das sind ihre Wünsche, und diese Wünsche werden zu Grabe getragen“, sagte er mit Blick auf die USA.
Bereits vor dem Krieg hatten Vertreter aus Washington und Teheran über Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt. US-Präsident Donald Trump will verhindern, dass der Iran eine Atombombe bauen kann. Teheran weist zurück, solche Pläne zu verfolgen. Über die Jahre hat die Islamische Republik ein nationales Nuklearprogramm aufgebaut und reichert auch Uran selbst an.
-
Iranischer Gerichtsmediziner: Mehr als 3000 Tote im Iran während Krieges
Mehr als 3000 Menschen sind dem Leiter der iranischen Gerichtsmedizin zufolge während des am 28. Februar begonnenen Krieges im Iran ums Leben gekommen. 40 Prozent davon mussten anhand von forensischen Untersuchungen identifiziert werden, wie er staatlichen Medien sagt. Erst dann hätten sie ihren Familien übergeben werden können.
-
Straße von Hormus: Meloni fordert Ende von Einschränkungen
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat die uneingeschränkte Wiederherstellung der freien Schifffahrt in der Straße von Hormus gefordert. Einschränkungen dürften nicht akzeptiert werden, sagte Meloni im italienischen Parlament. „Denn sollte der Iran die Möglichkeit erhalten, zusätzliche Zölle auf den Transit durch die Meerenge zu erheben, könnte dies weiterhin zu unabsehbaren wirtschaftlichen Folgen führen.“ Meloni bezeichnete es als ein vorrangiges Interesse Italiens sowie seiner europäischen Partner, dass die Freiheit der Schifffahrt in der Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel vollständig zu den Bedingungen vor dem Iran-Krieg wiederhergestellt wird.
Sie kündigte an, mit internationalen Partnern auf dieses Ziel gemeinsam hinzuarbeiten. Mit Blick auf die angespannte Lage brachte Meloni zudem eine vorübergehende Lockerung der EU-Haushaltsregeln ins Spiel. Sollte es zu einer neuen Eskalation und einer weiteren Zuspitzung der Lage kommen, müsse man sich ernsthaft mit einer europäischen Antwort befassen. „In diesem Fall sollte es kein Tabu sein, über eine mögliche vorübergehende Aussetzung des Stabilitäts- und Wachstumspakts nachzudenken“, erklärte die rechte Regierungschefin.
-
Großbritannien: Straße von Hormus muss frei bleiben
Großbritannien fordert eine gebührenfreie Schifffahrt durch die Straße von Hormus. "Die grundlegenden Freiheiten der Meere dürfen nicht einseitig entzogen oder an einzelne Bieter verkauft werden", sagt Außenministerin Yvette Cooper laut vorab veröffentlichten Auszügen aus einer Rede. Damit stellt sie sich den Bestrebungen des Iran entgegen, die Meerenge zu kontrollieren und künftig Gebühren für die Durchfahrt zu erheben. Vor dem Krieg der USA und Israels gegen den Iran galt die Meerenge formell als internationales Gewässer. Etwa ein Fünftel des weltweiten Öls und Gases wird durch die Wasserstraße transportiert. Es dürfe keinen Platz für Mautgebühren auf einer internationalen Wasserstraße geben, sagt Cooper. Zudem schließt sich Cooper der Forderung an, die kürzlich zwischen den USA und dem Iran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe auf den Libanon auszuweiten. Israel hat zuletzt seine bislang schwersten Angriffe auf die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon geflogen.
-
Spanien öffnet seine Botschaft in Teheran wieder
Spanien öffnet seine Botschaft in Teheran wieder. Dies geschehe in der Hoffnung, Frieden im Krieg der USA und Israels gegen den Iran zu erreichen, sagt Außenminister Jose Manuel Albares gegenüber Reportern. "Ich habe unseren Botschafter in Teheran angewiesen, zurückzukehren, seinen Posten wieder anzutreten und unsere Botschaft wieder zu eröffnen, damit wir uns diesen Friedensbemühungen von allen möglichen Seiten anschließen können, auch aus der iranischen Hauptstadt selbst", sagt Albares.
-
Botschafter löscht Ankündigung
Der iranische Botschafter in Pakistan, Resa Amiri Moghadam, hat einen Beitrag auf X gelöscht, in dem er bekannt gab, dass eine iranische Delegation am heutigen Donnerstagabend in Islamabad eintreffen werde. Warum er das Posting gelöscht hat, ist nicht bekannt.
-
Iranische Delegation trifft Donnerstag in Islamabad ein
Die iranische Delegation für Gespräche zur Beendigung des Krieges mit den USA und Israel wird dem Botschafter in Pakistan zufolge noch am Donnerstagabend in der Hauptstadt Islamabad eintreffen. "Trotz der Skepsis in der iranischen Öffentlichkeit aufgrund wiederholter Verstöße gegen die Waffenruhe durch das israelische Regime ... trifft die iranische Delegation heute Abend in Islamabad ein, um ernsthafte Gespräche auf der Grundlage der vom Iran vorgeschlagenen zehn Punkte zu führen", teilt Botschafter Resa Amiri Moghadam auf X.
-
Trump: US-Militär bleibt rund um den Iran stationiert
US-Präsident Donald Trump plant derzeit noch keinen Abzug von US-Militär im Nahen Osten. Es würde in der Region stationiert bleiben, bis der Iran das Abkommen vollständig einhalte. "Alle US-Schiffe, Flugzeuge und Militärangehörigen, zusammen mit zusätzlicher Munition, Waffen und allem anderen, was für die tödliche Verfolgung und Vernichtung eines bereits erheblich geschwächten Feindes angemessen und notwendig ist, werden in und um den Iran stationiert bleiben, bis das WIRKLICHE ABKOMMEN vollständig eingehalten wird", erklärt Trump in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social. Trump droht zugleich mit erneuten Angriffen, sollte der Iran die Vereinbarung nicht einhalten.
Kommentare