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Vor ausverkauftem Haus dürften die Grazer bald vom Spielstand in Wien gewusst haben. Der LASK war bereits bald Richtung Meistertitel unterwegs, dennoch gab es genügend Chancen auf einen Sturm-Sieg. 

Am Ende gab es einen versöhnlichen 2:0-Sieg gegen zehn Rapidler. Weil im Finish der Georgier Gizo Mamageishvili in der 88. Minute traf und zum Abschied zwei Minuten später auch noch Stefan Hierländer. Die Grazer hätten Chancen auf sieben, acht Tore gegen völlig harmlose Wiener gehabt. 

Zehn Rapidler? Es gab die erste Rote Karte in der Liga-Geschichte nach einem Schuhwurf. Yusuf Demir ärgerte sich, weil Schiedsrichter Lechner das Spiel weiterlaufen ließ, als sich der Mittelfeldmann die Schuhe noch band – der warf besagten Schuh dann Richtung 4. Schiedsrichter Simsek. Da wars auch schon wieder vorbei für Demir, der erstmals nach seiner Rückkehr in der Startelf gestanden war. 

Deshalb wird er zumindest im Hinspiel des Europacup-Play-offs fehlen, am Freitag geht es gegen den Sieger aus der Partie Ried gegen den WAC, das Rückspiel folgt am Pfingstmontag in Wien. 

Fährt er mit in die USA oder nicht? Die Debatte um Torhüter Manuel Neuer und die Fußball-Weltmeisterschaft nimmt in Deutschland weiter Fahrt auf. DFB-Teamchef Julian Nagelsmann hat sich jedoch in Sachen Neuer-Comeback noch nicht eindeutig deklariert, auch im ZDF-"Sportstudio" vermied der Bundestrainer am späten Samstagabend eine eindeutige Aussage. Er wolle zuerst das Gespräch mit allen Spielern suchen, sagte Nagelsmann. "Das hat noch nicht stattgefunden."

Die Zeit drängt, am Donnerstag soll das 26-köpfige, endgültige WM-Aufgebot bekannt gegeben werden. Sky hatte bereits berichtet, dass Neuer in den Kader zurückkehren werde, sofern in den kommenden Tagen nichts Außergewöhnliches passiere. Der Keeper soll demnach in den vergangenen Tagen für die WM zugesagt haben. "Von mir hat keiner eine Information bekommen, auch noch nicht die Spieler", sagte Nagelsmann dazu. Neuer selbst hat ein mögliches Comeback im Nationalteam vor der WM in Nordamerika nicht ausgeschlossen. "Ich bin da total entspannt", sagte der Kapitän der Münchner am Samstag.

DFB-Goalie Oliver Baumann hatte nach dem letzten Saisonspiel mit der TSG Hoffenheim erklärt, dass er davon ausgehe, als Nummer eins zur WM zu fahren. "Das war mein Stand oder ist mein Stand. Ich gehe da auch sehr selbstbewusst dahin", sagte der 35-Jährige in der ARD. "Ich habe keine andere Info." Bei Sky hatte Baumann mit Blick auf Gespräche mit Nagelsmann gesagt: "Er hat mir das Vertrauen ausgesprochen. Punkt."

Kahn-Kritik an Nagelsmann

Kritik an Nagelsmann kam vom früheren DFB-Torhüter Oliver Kahn. "Wenn sich Julian jetzt auf einmal Gedanken macht, auf einmal schnell einen Torwarttausch vorzunehmen, dann ist das natürlich schon abenteuerlich", sagte Kahn im "Doppelpass" bei Sport1. Sollte Nagelsmann tatsächlich Neuer für die WM zurückholen, habe so eine Entscheidung auch eine Ausstrahlung auf die Mannschaft, die sich die Frage stelle: "Wie glaubwürdig, wie verlässlich, sind denn jetzt Aussagen, wenn sie hier in Zukunft kommen." Es wäre besser gewesen, so etwas "viel, viel früher abzuräumen", stellte Kahn fest.

Der FC Chelsea versucht wieder einmal einen Neustart: Xabi Alonso soll endlich Ruhe in den Chaosverein aus London bringen, bei dem die Cheftrainer nur so kommen und gehen. Der Spanier, 2024 Doublegewinner mit Bayer Leverkusen, unterschrieb einen Vertrag bis 2030.

Turbulente Saison

„Im Kader steckt großes Talent, und dieser Fußballverein verfügt über enormes Potenzial. Es wird mir eine große Ehre sein, ihn zu führen. Nun liegt der Fokus auf harter Arbeit, dem Aufbau der richtigen Kultur und dem Gewinn von Titeln“, erklärte Xabi Alonso nach seiner Bestellung.

9 Trainer in 6 Jahren

Der FC Chelsea blickt auf eine turbulente und erfolglose Saison zurück: Der Klub verpasste die Champions League und verlor am Samstag das FA-Cup-Finale gegen Manchester City (0:1). Erst vor drei Wochen hatte sich Chelsea von Trainer Liam Rosenior getrennt, der erst im Jänner den Job angetreten hatte – mit einem Vertrag bis 2032 wohlgemerkt.

Österreichs Handballer müssen die Ärmel hochkrempeln, wenn sie im Jänner 2027 bei der WM in Deutschland dabei sein wollen. 

Nach der 25:26-Niederlage am Mittwoch in Graz muss das Herren-Nationalteam im Rückspiel in Polen (15 Uhr, ORF Sport+) die Oberhand behalten, um das WM-Ticket zu lösen.

„Wir glauben fest daran, dass wir das drehen können“, sagte Kapitän Mykola Bilyk zuversichtlich. Für die sechste WM-Teilnahme seit 2011 brauche es in gewissen Situationen aber auch das Quäntchen Glück.

Steigerung notwendig

Teamchef Iker Romero glaubt, dass kleine Details entscheiden werden. „Die Jungs sind fantastisch. Wir sind eine Mannschaft mit viel Qualität“, sagte der Spanier. Aber: „Im Vergleich zu Mittwoch braucht es in allen Bereichen den ein oder anderen Prozentpunkt mehr“, betont der spanische Coach der Österreicher.

Kein Sieg seit 2003

Mit Polen wartet freilich ein Angstgegner des Herren-Nationalteams. Seit dem Jahr 2003 konnten die Österreicher gegen Polen nicht mehr gewinnen. Um diese Bilanz mit einem Sieg und der WM-Fahrkarte aufzupolieren, ist eine Steigerung im Angriff vonnöten.

Beim Hinspiel in Graz waren die Österreicher praktisch von Beginn an einem Rückstand hinterhergelaufen und lagen nur kurz mit 2:1 in Führung. Die Österreicher haben auch eine stolze Bilanz zu verteidigen: Seit 2019 war das ÖHB-Team nur einmal nicht bei einer EM oder WM-Endrunde nicht dabei.

Mit dem Titelkampf haben sie nichts zu tun, dennoch steht für die beiden Wiener Klubs Rapid und Austria, sowie den einstigen Serienmeister aus Salzburg in der letzten Runde in der Meistergruppe viel auf dem Spiel.

Es geht um die Plätze drei bis fünf – und somit auch darum, für wen es im Play-off noch weitergeht.

Drei Varianten 

Der Drittplatzierte startet nächste Saison in der dritten Quali-Runde der Europa League, Platz vier reicht nur zur zweiten Quali-Runde der Conference League. So wie Platz fünf, sofern überhaupt davor das Europacup-Play-off in zwei Spielen gewonnen wird.

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