Traumstart für Österreich in die Eishockey-WM gegen Großbritannien
Wallner beim 5:2 für Österreich
Österreichs Eishockey-Nationalteam startete mit einem hochverdienten 5:2-Erfolg in die Weltmeisterschaft in der Schweiz. Mit den drei gewonnenen Punkten gegen Großbritannien könnte Österreich bereits am Sonntag gegen Ungarn (16.20) mit einem weiteren Erfolg das erste große Ziel, den Klassenerhalt, erreichen. Für Österreich war es gar erst der dritte Auftaktsieg in eine WM der Top-Division nach 2004 (6:0 gegen Frankreich) und 2015 (4:3 n.P. gegen die Schweiz).
Großbritannien wurde zum Angstgegner
Die Briten hatten sich ein wenig zum Angstgegner der Österreicher entwickelt. 2022 bei der WM in Tampere siegte Österreich im direkten Duell gegen den Abstieg erst mit drei Toren ab der 47. Minute mit 5:3. 2024 in Prag hatten die Österreicher mit einem Kraftakt gegen Norwegen den Klassenerhalt gesichert und vergaben danach mit einem 2:4 gegen Großbritannien die Chance auf das Viertelfinale.
Vinzenz Rohrer, der nach dem Ausscheiden mit Laval in der American Hockey League seit Montag in Zürich ist, übernahm die Spielmacherrolle im zweiten Angriff. Den dritten Sturm führte der eigentliche Flügel Mario Huber an. Im vierten Angriff feierte das 18-jährige Wiener Talent Leon Kolarik sein WM-Debüt.
Außerdem startete David Kickert im Tor, der sich im Nationalteam-Ranking gegen seinen Salzburger Klub-Kollegen Atte Tolvanen durchsetzte. Der eingebürgerte Finne wird wohl am Sonntag gegen Ungarn (16.20 Uhr) im Tor stehen.
Einer von Österreichs besten Spielern saß nur auf der Tribüne. NHL-Stürmer Marco Rossi von Vancouver musste wegen einer Verletzung für die WM absagen und sah sich das Spiel mit seinem Vater Michael an.
Österreich mit einem Raketenstart
Sie sahen einen sensationellen Start des Viertelfinalisten von 2025. Nach 9:47 Minuten führte Österreich mit 3:0. Nissner (3.), Schneider (7.) und Paul Huber (10.) sorgten für eine scheinbar komfortable Führung. Österreich spielte bis dahin sehr konzentriert und ließ nur eine Chance der Briten zu.
Doch die alte Eishockey-Weisheit bewahrheitete sich, wonach eine 3:0-Führung die gefährlichste sei. Oft können Teams damit nicht umgehen. Innerhalb von nur 37 Sekunden kamen die Briten mit zwei Treffern voll ins Spiel zurück. Beide Male konnten die Österreicher den Pass von hinter dem Tor nicht verhindern. Erst traf Clements via Innenstange zum 1:3 (16.), dann Top-Torjäger Kirk aus kurzer Distanz zum 2:3 (17.).
Jetzt war es die Zitterpartie, die man erwartet hatte. Österreich war zwar das schnellere Team, doch die Vergangenheit dieses Duells zeigte, dass den Briten alles zuzutrauen war.
Mit System zur Kontrolle
Und so besannen sich die Österreicher wieder auf ihre Qualitäten. Gegen das 1-3-1-System der Österreicher konnten die Briten bei Puckbesitz nichts anfangen und kamen kaum noch mit Kontrolle ins Drittel von Österreich.
Dafür hatte das Team von Headcoach Roger Bader wieder seine Erfolgserlebnisse: Schneider schloss ein Solo wie bei einem Penalty zum 4:2 ab (27.), Viertlinien-Center Wallner arbeitete im zweiten Nachschuss den Puck zum 5:2 über die Linie (34.). Ein zweites Mal sollte es in dieser Partie nach einer Dreitore-Führung nicht mehr spannend werden.
Selbst in der Schlussphase, als die Briten vier Minuten in Überzahl agierten, ließen die Österreicher kaum etwas.
Dafür ging es auf den Tribünen erst richtig los. Die hunderten österreichischen Fans starteten die Polonäse durch das Oval und die tausenden Schweizer Fans feierten mit dem kleinen Eishockey-Bruder mit.
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