Sport-News

Schwergewichtsboxer Jarrell Miller hat in einem Profi-Kampf in New York seine Haare verloren. Sein Gegner Kingsley Ibeh landete in der zweiten Runde mehrere Treffer - und bei einem löste sich sein Toupet teilweise vom Kopf. Miller beendete die Runde, riss sich das Haarteil dann in der Rundenpause in seiner Ecke vom Kopf und warf es ins Publikum.

Der 37-Jährige gewann den Kampf am Ende nach Punkten - und rieb sich anschließend den Kopf, während er einen Freudentanz aufführte. "Ich bin Komiker", sagte Miller nach dem Kampf. "Man muss auch über sich selbst lachen können."

Die Werbebanden und Sponsorflächen präsentierten sich in Grau und Schwarz. Statt Werbebotschaften war „Unsere Gedanken sind bei euch“ zu lesen. Die Trauer um die Opfer der Brandkatastrophe vom 1. Jänner im Schweizer Skiort Crans-Montana war allgegenwärtig. Vor dem Start gedachten Athleten und Zuschauer der Opfer mit einer Schweigeminute.

Dennoch wurde am Sonntag ein Skifest gefeiert. Bei der Generalprobe für die Olympia-Abfahrt waren die Tribünen voll besetzt, Tausende Schweizer Fahnen sorgten für Stimmung. Dazu passte, dass mit Franjo von Allmen ein Einheimischer mit einer Traumfahrt den Sieg holte und seine Favoritenrolle für die Olympia-Abfahrt am kommenden Samstag in Bormio eindrucksvoll bestätigte.

Die Strecke präsentierte sich im Vergleich zu jener bei den Frauen am Freitag in ausgezeichnetem Zustand. Auch der strahlende Sonnenschein trug zu optimalen Bedingungen bei.

Abfahrtsweltmeister von Allmen ging bei der Linienwahl volles Risiko. Der 24-Jährige fuhr in einer eigenen Liga und distanzierte Italiens Downhill-Schwergewicht Dominik Paris um 0,65 Sekunden. In 1:55,00 Minuten stellte er eine Fabelzeit auf. „Ich bin einfach mit Spaß Ski gefahren. Heimrennen sind für uns Schweizer immer speziell“, sagte von Allmen nach seinem fünften Sieg im Abfahrtsweltcup.

Die nächste Abfuhr der Österreicher

Marco Odermatt lieferte sich mit Paris bei den Zwischenzeiten einen Hundertstelkrimi, hatte im Ziel jedoch 0,14 Sekunden Rückstand. Wenig später schob sich Ryan Cochran-Siegle mit einer nahezu perfekten Fahrt um fünf Hundertstel zwischen Paris und Odermatt. Bester Österreicher war Daniel Hemetsberger, der mit 1,45 Sekunden Rückstand Rang 14 belegte. Stefan Babinsky folgte mit acht Hundertstel mehr auf Platz 15.

Die Sehnsucht in Salzburg nach einem Titel ist groß, schaute man zuletzt doch zwei Mal in Folge durch die Finger. Die Hoffnung ist aber ebenfalls groß, dass in diesem Frühjahr der Turnaround gelingt. In den ersten beiden Pflichtspielen des Jahres präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Thomas Letsch stark.

Nach dem 3:1 gegen Basel kassierte man zuletzt zwar ein 2:3 bei Aston Villa und schied aus der Europa League aus. Doch diese Niederlage tut der Euphorie keinen Abbruch, konnte man doch auch in Birmingham über weite Strecken überzeugen. Am Sonntag geht es für Salzburg auch auf nationaler Ebene wieder los. Im Cup-Viertelfinale wartet Titelverteidiger WAC (17.30, live auf ORF 1). Auch in Kärnten hat man von der guten Form der Gäste Notiz genommen. „Wir sehen derzeit wohl das beste Salzburg in dieser Saison“, meinte Coach Ismail Atalan anerkennend.

Die Salzburger kommen voller Selbstvertrauen nach Wolfsberg. „Wenn wir diese Intensität und Kompaktheit auf den Platz bringen, dann haben wir schon gesehen, dass wir richtig, richtig gut sind“, sagte Tormann Alexander Schlager nach dem Spiel bei Aston Villa.

Doch Birmingham ist die Vergangenheit, die Zukunft liegt im Lavanttal. Salzburg kommt als Favorit, doch Letsch warnt: „Unsere Aufgabe beim WAC ist sehr anspruchsvoll, weil Spiele in Wolfsberg – das hat die Vergangenheit gezeigt – immer schwierig sind.“ Am Ziel ändere das jedoch nichts: „Wir wollen weiterkommen.“

Ungleicher könnten die Superlativen ja gar nicht sein. Der 22-jährige Carlos Alcaraz könnte am Sonntag als jüngster Spieler der Geschichte den Karriere-Slam holen (Titel bei allen vier Grand Slams). Und sein 38-jähriger Finalgegner Novak Djokovic als ältester Spieler einen Grand-Slam-Titel holen (Sonntag, 9.30 Uhr, MEZ, Servus TV, Eurosport). Der bisherige Rekord wurde 1972 aufgestellt, ebenfalls in Melbourne war Ken Rosewall damals 37.

Dieser Rekord wird dem überaus sportlich und beinahe übertrieben bewusst lebenden Serben, der im Halbfinale Turnierfavorit Jannik Sinner in fünf Sätzen eliminierte, egal sein. Er schielt auf die Nummer 25. Sollte er sein elftes Titelstück bei den Australian Open (natürlich auch Rekord) perfekt machen, würde er sich auch von Margaret Court absetzen, die wie er 24 Mal bei Majorturnieren triumphiert hat.

In den direkten Duellen führt Djokovic gegen Alcaraz noch mit 5:4-Siegen. Und der letzte Sieg passierte an Ort und Stelle – im Vorjahr siegte Djokovic im Viertelfinale, musste aber im Halbfinale gegen den Deutschen Alexander Zverev, der am Freitag Alcaraz in einem Marathon unterlag, verletzt aufgeben.

Djokovic ist übrigens der erste Finalist seit vier Grand-Slam-Turnieren, der nicht Sinner oder Alcaraz heißt. Bei den French Open (Sieger Alcaraz), in Wimbledon (Sinner) und bei den US Open (Alcaraz) standen sich die beiden Dominatoren im Showdown gegenüber.

Die Abfahrt der Männer am Sonntag in Crans-Montana (11 Uhr/live in ORF 1) ist das letzte Rennen, bevor die Olympischen Spiele losgehen. Ob die Generalprobe aber auch eine gewisse Aussagekraft hat, darf bezweifelt werden. Einige Stars sind gar nicht am Start, andere werden nur wenige Tage vor der Abreise nach Bormio nicht das letzte Hemd riskieren.

Die großen Favoriten kommen aus der Schweiz, in der Vorsaison gab es beim Heimrennen einen Dreifachsieg. Im Training hielten sich Marco Odermatt und Franjo von Allmen aber noch vornehm zurück. Nur keine Verletzung riskieren. Kitzbühel-Sieger Giovanni Franzoni aus Italien konnte gerade noch einen Sturz verhindern und wurde 33.

ÖSV-Asse motiviert

Aus dem ÖSV-Team lassen Vincent Kriechmayr und Raphael Haaser das Rennen aus. Sie trainieren stattdessen in Saalbach für Olympia. Das erste Training in Bormio ist bereits für Mittwoch angesetzt.

Der KURIER-Sport empfiehlt