Lisa Hauser beendet Biathlon-Karriere: Salut auf eine Meisterschützin

Lisa-Theresa Hauser beendet mit 32 Jahren ihre Karriere. Die Tirolerin schrieb mit dem WM-Titel 2021 Geschichte und bejubelte in allen Disziplinen einen Weltcupsieg.
EINKLEIDUNGSPRÄSENTATION ÖOC UND ÖPC FÜR DIE OLYMPISCHEN WINTERSPIELE IN ITALIEN: HAUSER

Eine Fahrt mit der Hahnenkammbahn in Kitzbühel ist wie eine Reise durch die Geschichte des Skisports. Jedem Sieger bei den Hahnenkammrennen ist eine eigene Gondel gewidmet, von Karl Schranz bis Hermann Maier, von Franz Klammer bis Marcel Hirscher. 

Zwischen all diese Skihelden hat es auch eine Frau geschafft, die mit der Streif und dem Ganslernhang nichts am Hut hat: Lisa-Theresa Hauser.

Die 32-Jährige ist die einzige Biathletin, deren Name eine Gondel der Hahnenkammbahn ziert: Diese Trophäe bekam Hauser als Mitglied des Kitzbüheler Skiclubs (K.S.C) für ihren Weltmeistertitel im Jahr 2021 im Massenstartbewerb. Es ist bis heute der bedeutendste Erfolg für das österreichische Frauen-Biathlon.

Alleinunterhalterin

Zumindest bei Lisa-Theresa Hauser wird keine weitere Trophäe mehr folgen. Beim Weltcupfinale am Holmenkollen in Oslo nimmt die Tirolerin Abschied vom Spitzensport. Mit ihren 32 Jahren würde Hauser zwar noch nicht wirklich zum alten Eisen zählen, die vielen Jahre im Weltcup haben allerdings ihren Tribut gefordert. Mental wie körperlich.

"Das war keine Entscheidung, die von heute auf morgen gefallen ist, denn der Biathlonsport war über viele Jahre hinweg ein großer Bestandteil meines Lebens. Es hat in den letzten Jahren aber einfach sehr viel Energie gekostet, mit dem Stress und dem Druck umzugehen und in den Rennen dann auch abliefern zu können", sagte die 32-Jährige.

Lisa-Theresa Hauser musste über lange Jahre die Fahnen des rot-weiß-roten Frauen-Biathlonsports alleine hochhalten. Und dieser verantwortungsvollen Aufgabe wurde sie seit dem Weltcupdebüt im Jahr 2012 mehr als gerecht.

Trophäensammlerin

Während es mit den österreichischen Männern immer weiter bergab ging, näherte sich Lisa-Theresa Hauser in Riesenschritten der Weltspitze, um schließlich in der Saison 2020/’21 so richtig durchzustarten. 

In diesem Winter holte sie in Pokljuka nicht nur WM-Gold im Massenstart, sondern gewann auch noch Silber in der Verfolgung und mit der Mixed-Staffel. Nicht zu vergessen den Gesamtsieg im Einzelweltcup.

„Ich habe irgendwann gelernt, das Können abzurufen, wenn’s wichtig ist“, sagte Lisa-Theresa Hauser im KURIER-Interview. Dabei ging sie nach dem Motto vor: Selbst ist die Frau. „Ich habe immer versucht, viel aufzusaugen und viele Meinungen einzuholen und dann für mich den richtigen Weg zu gehen. Ich habe schon immer sehr auf mein Körpergefühl gehorcht.“

Eigene Wege

In den letzten Saisonen beschritt Hauser dann sogar komplett eigene Wege und schloss sich dem Schweizer Biathlon-Team rund um die Pinzgauer Cheftrainerin Sandra Flunger an. Die erfahrene Tirolerin bezahlte sich das Training selbst und investierte dafür eine stattliche Summe.

Diese Entscheidung erwies sich als Volltreffer, wie nicht zuletzt Hausers Sieg in dieser Saison im Verfolgungsrennen von Östersund gezeigt hat. Damit gehört die 32-Jährige zum erlauchten Kreis jener Biathletinnen, die in allen vier Disziplinen (Einzel, Sprint, Massenstart, Verfolgung) Weltcupsiege feiern konnten.

Berühmtes Hoppala

Der gelungene Start in diesen Olympiawinter schürte die Erwartungen für die Spiele in Mailand-Cortina. Die anvisierte Olympiamedaille blieb ihr auch im vierten Anlauf verwehrt.

Auch mit einem Hoppala wurde Hauser berühmt, als sie 2019 bei der WM auf dem Weg zur Medaille auf die falschen Scheiben gezielt hatte. „Vielleicht musste ich diesen Weg gehen. Vielleicht habe ich spüren müssen, dass der Sport manchmal auch richtig wehtun kann.“

Kommentare