Spitzensport ist nichts für Mädchen

Die sportliche Ungleichbehandlung fängt schon im Bauch der Mutter an – und in den Köpfen der Väter.
Karoline Krause-Sandner
Ice Hockey - Women's Victory Ceremony

US-Eishockey-Olympiasieger Matthew Tkachuk und seine Frau Ellie erwarten ihr erstes Kind. Sie lassen sich überraschen, ob es ein Bub oder ein Mädchen wird. 

Aber Tkachuk macht kein Geheimnis daraus, dass er sich einen Buben wünscht, erzählte er kürzlich in einem Podcast. Warum? Weil er ein „Hockey-Dad“ sein will. Dem Buben die Eislaufschuhe anziehen und ihm zeigen, wie toll dieser Sport ist – es ist für ihn offenbar undenkbar, dass das mit einem Mädchen möglich ist.

Ein US-Eishockeyteam hat nicht nur 2026 Olympiagold gewonnen, sondern auch bei den vergangenen sieben Olympischen Spielen immer eine Medaille mit nach Hause gebracht: das Frauen-Team. Da waren offenbar ein paar Hockey-Eltern schon vor 20, 30, 40 Jahren weiter als Matthew Tkachuk es 2026 ist.

Die sportliche Ungleichbehandlung fängt schon im Bauch der Mutter an – und in den Köpfen der Väter. Wenn wir im Unterbewusstsein denken, Sport ist nichts für Mädchen, dann schlägt sich das auch in der Sichtbarkeit der Spitzenathletinnen nieder.

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