Dass die Oma seit ein paar Tagen jetzt im Publikum sitzt und anfeuert, ist nicht nur nett für die Publicity. Es wird auch Alexander Zverev ganz guttun, auch wenn der Hintergrund ein trauriger ist. Die Oma wurde geholt, weil der Großvater starb.
Zverev, mit 29 kein Youngster mehr, aber auch bei Gott noch kein Tennis-Opa, hat es nun also in der Hand. Der Deutsche kann nach drei vergeblichen Finalanläufen am Sonntag gegen den Italiener Flavio Cobolli bei seinem 41. Grand-Slam doch noch den ersten Triumph holen (15 Uhr/live auf ServusTV und Eurosport). Es wäre der erste eines Deutschen seit Boris Becker, der 1996 bei den Australian Open seinen letzten von sechs Siegen holte.
„Ich hoffe, ich spiele am Sonntag ein weiteres großartiges Match“, sagt ein glücklicher Zverev, der zuletzt mit dem Brasilianer Joao Fonseca (19) und im Halbfinale mit dem Tschechen Jakub Mensik (20) zwei Youngsters zeigte, dass er längst noch nicht auf das Abstellgleis zu stellen ist.
Langlebigkeit
Dennoch sei gesagt: Seit Goran Ivanisevic war kein Spieler älter bei seinem ersten Grand-Slam-Titel. Für den Kroaten, der kurz vor seinem 30. Geburtstag stand (Zverev wurde im April 29), war der Triumph in Wimbledon 2001 dann auch der letzte Major-Erfolg.