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UNO warnt: In Gaza droht Tausenden akute Hungersnot
Tag 74 nach dem Hamas-Angriff auf Israel: Alle Nachrichten und Infos zum Israel-Gaza-Krieg finden Sie hier.
Aktuelle Entwicklungen
- UNO warnt: In Gaza droht Tausenden akute Hungersnot (mehr)
- Israel: Suchhund-Kamera nahm Stimmen von Geiseln auf (mehr)
- UNO: Israel ordnet weitere Evakuierungen in Khan Younis an (mehr)
- UNICEF und WHO: Situation in Gaza ist katastrophal (mehr)
- Q & A: Was macht die "Operation Prosperity Guardian" im Roten Meer? (mehr)
- Geisel: "Ich wurde in Gaza als Trophäe durch die Straßen geführt" (mehr)
- Israelische Hacker wollen Tankstellen im Iran lahmgelegt haben (mehr)
- Israels Armee will größtes Hamas-Tunnelsystem freigelegt haben (mehr)
- Israel und Hamas laut Insider offen für Feuerpause - Details aber strittig (mehr)
Video: Israel/Hamas: Kämpfe wieder aufgenommen
- Gaza: Scharfschütze tötete zwei Frauen in Kirche (mehr)
- Notaufnahme als "Blutbad": Katastrophale medizinische Versorgungslage in Gaza (mehr)
- Angehörige der Geiseln: "Wir nehmen nur Leichen in Empfang" (mehr)
- Israelische Soldaten erschossen drei Geiseln in Gaza (mehr)
- Internationaler Aufruf: Israel muss Zivilisten im Westjordanland schützen (mehr)
- Israels Armee mit neuer Taktik gegen die Hamas (mehr)
- Drei Tote bei Einsatz von Israels Armee im Westjordanland (mehr)
- UN-Vollversammlung stimmt für humanitäre Waffenruhe in Gaza (mehr)
- Biden: "Israel beginnt, an Unterstützung zu verlieren" (mehr)
- Kapitulationen, Hochburgen fallen: Israel sieht Kampfgeist der Hamas gebrochen (mehr)
- Netanjahu spricht von Krieg, "bis wir alle Ziele erreicht haben" (mehr)
- Israels vergebliche Suche nach einem Alltag, Raketen sind die neue Routine (mehr)
Gewalteskalation im Nahen Osten
- Heute, vor -28 Minuten
USA beobachten Lage im Roten Meer
Das Weiße Haus beobachtet nach eigenen Angaben die Angriffe der Huthi auf Schiffe im Roten Meer genau.
„Die geostrategischen Risiken sind weiterhin erhöht. Das sehen wir auch am Roten Meer, das wir genau beobachten und arbeiten mit unseren Partnern zusammen“, sagt Lael Brainard, Direktorin des Nationalen Wirtschaftsrats des Weißen Hauses. Bisher gebe es keine Anzeichen für Auswirkungen auf die Preise oder die Verfügbarkeit von Produkten.
- Heute, 06:36 AM
Palästinenser-Regierung begrüßt UN-Resolution
Im Gegensatz zur Hamas nennt die Palästinenser-Regierung im Westjordanland die UN-Resolution einen „Schritt in die richtige Richtung“. Dieser könne dazu beitragen, „das Leid unseres Volkes im Gazastreifen zu lindern“, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums.
- 12/22/2023, 09:17 PM
Israel reagiert auf UN-Resolution: "Setzen Krieg fort"
Israel hat die Resolution des Weltsicherheitsrates, die eine Aufstockung der humanitären Hilfe für den Gazastreifen verlangt, zur Kenntnis genommen. "Israel wird den Krieg in Gaza fortsetzen, bis alle Geiseln freigelassen sind und die Hamas im Gazastreifen eliminiert ist", schrieb Außenminister Eli Cohen am Freitagabend auf der Plattform X, vormals Twitter. Auch an der Kontrolle der Lieferungen soll sich aus israelischer Sicht nichts ändern.
"Israel wird die gesamte humanitäre Hilfe für Gaza weiterhin aus Sicherheitsgründen inspizieren", schrieb Cohen. Kurz zuvor hatte das mächtigste UN-Gremium in New York einen deutlich aufgeweichten Kompromisstext ohne die Forderung nach einer Waffenruhe verabschiedet. Die USA hatten sich enthalten.
Israel befürchtet, dass in den Lastwagen, die humanitäre Hilfe nach Gaza bringen, auch Waffen geschmuggelt werden könnten. Zugleich betont die Regierung in Jerusalem, dass die Inspektionen die Lieferungen nach Gaza nicht behinderten. Vielmehr würden die UN-Organisationen bei der Verteilung der Hilfsgüter im Gazastreifen versagen.
- 12/22/2023, 08:59 PM
UNO warnt: In Gaza droht Tausenden akute Hungersnot
Die Mehrheit der Bevölkerung in Gaza habe längst nur mehr zweimal pro Tag etwas zu essen. Der UN-Sicherheitsrat hat sich auf eine Resolution geeinigt.
- 12/22/2023, 08:55 PM
UNO will Gaza-Koordinator bis Jahresende ernennen
Die Vereinten Nationen wollen den vom Weltsicherheitsrat geforderten Koordinator für humanitäre Hilfe im Gazastreifen bis zum Jahresende ernennen. Ein Kandidat oder eine Kandidatin sei bereits gefunden, durchlaufe momentan einen obligatorischen Überprüfungsprozess und soll in der kommenden Woche vorgestellt werden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus UN-Kreisen.
- 12/22/2023, 07:14 PM
UNO-Sicherheitsrat fordert mehr humanitäre Hilfe für Gaza
Nach tagelangem Ringen hat der Weltsicherheitsrat in einer Resolution die Aufstockung der humanitären Hilfe für etwa zwei Millionen Notleidende im Gazastreifen gefordert. Das mächtigste UNO-Gremium verabschiedete am Freitag in New York einen deutlich aufgeweichten Kompromisstext ohne die Forderung nach einer unverzüglichen Waffenruhe. Die USA enthielten sich.
Seit Anfang der Woche hatte es danach ausgesehen, dass Washington seine Vetomacht einsetzen würde, um die Interessen des Verbündeten Israel zu schützen. Massive Zugeständnisse der Unterhändler verhinderten ein Scheitern des Beschlusses jedoch in letzter Sekunde. Insgesamt stimmten 13 der 15 Länder für den Text, neben den USA enthielt sich Russland.
Der völkerrechtlich bindende Beschluss fordert Israel dazu auf, "unverzüglich einen sicheren und ungehinderten humanitären Zugang" in den Gazastreifen zu ermöglichen. Auch müssten die Voraussetzungen für eine nachhaltige Einstellung der Gewalt geschaffen werden.
- 12/22/2023, 04:25 PM
Nach Beschuss greift Israel Hisbollah-Stellungen an
Israelische Kampfjets haben heute nach Angaben der Armee erneut Stellungen der Schiitenmiliz Hisbollah im Südlibanon angegriffen. Die Attacke erfolgte als Reaktion auf mehrere Raketenangriffe der Miliz auf Ziele im Norden Israels, teilte die Armee mit. Die israelische Artillerie habe zunächst die Stellungen beschossen, aus denen heraus die Raketen abgefeuert worden waren.
Anschließend stiegen israelische Kampfjets auf, die die Raketenstellungen angriffen. Darüber hinaus seien "Terror-Infrastruktur" sowie militärische Einrichtungen der Hisbollah getroffen worden. Das israelische Militär machte zunächst keine Angaben, ob es bei den Raketenangriffen auf israelischer Seite Tote oder Verletzte gab. Die Schiitenmiiliz gab bekannt, dass ihre Angriffe israelischen Kasernen und Truppenkonzentrationen im Norden Israels gegolten hatten. Zugleich seien bei den israelischen Angriffen zwei Hisbollah-Kämpfer getötet worden, hieß es weiter. Von unabhängiger Seite ließen sich diese Angaben bisher nicht überprüfen.
- 12/22/2023, 04:24 PM
Berichte: Israelisch-amerikanischer Mann in Hamas-Gewalt tot
Ein 73 Jahre alter Mann in der Gewalt der Hamas ist Zeitungsberichten zufolge tot. Terroristen hätten ihn bereits am 7. Oktober ermordet und seine Leiche mit in den Gazastreifen genommen, meldeten die Zeitungen Haaretz und Jerusalem Post am Freitag unter Berufung auf seinen Heimatort Nir Oz. Seine Leiche sei noch im Gazastreifen.
Der Jazz-Musiker besaß Medien zufolge neben der US- auch die israelische Staatsbürgerschaft. Seine Frau, ebenfalls Doppelstaatlerin, wurde auch am 7. Oktober in den Gazastreifen verschleppt.
Das Paar habe zum Zeitpunkt des Massakers einen Spaziergang durch den Kibbuz gemacht. Terroristen hätten ihrem Mann in den Kopf und ihr in den Arm geschossen, berichtete die Frau Medien zufolge Nachbarn am Telefon, als sie um Hilfe rief. Seitdem habe es kein Lebenszeichen mehr von den beiden gegeben.
- 12/22/2023, 02:25 PM
Bethlehem vor Weihnachten im Krieg
Bethlehem ist zur Weihnachtszeit üblicherweise ein Magnet für Besucherinnen und Besucher aus aller Welt - nicht so heuer. Die Straßen um die Geburtskirche, wo nach der Tradition vor über 2.000 Jahren Jesus Christus in einer Krippe geboren wurde, sind so gut wie leer. Wegen des Kriegs gibt es internationale Reisewarnungen, kaum ausländische Gäste sind deshalb im Heiligen Land, schreibt Kathpress. Zudem ist seit dem Massaker der radikalislamischen Hamas vom 7. Oktober der Zugang von Jerusalem ins zehn Kilometer entfernte Bethlehem praktisch abgeriegelt. In der Folge ist die soziale und wirtschaftliche Lage in der Stadt mit seinen 30.000 Einwohnerinnen und Einwohnern äußerst angespannt, viele Menschen sind arbeitslos und ohne Einkommen: Israel lässt derzeit keine palästinensischen Arbeitskräfte einreisen, Einnahmen aus dem sonst üppigen Weihnachtsgeschäft fehlen.
Die Kirchen haben ihre Weihnachtsgottesdienste trotz starker Einwände nicht abgesagt, verzichten aber auf alle äußeren Feierlichkeiten. So wird das Oberhaupt der katholischen Christen im Heiligen Land, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, der bereits seinen traditionellen Vorweihnachtsbesuch in Gaza absagen musste, am Heiligen Abend zu Mittag von Jerusalem nach Bethlehem fahren. Dort begibt sich der Lateinische Patriarch von Jerusalem zur Geburtskirche, aber ohne die sonst übliche Musik und Trommlerchöre. Um 23.30 Uhr feiert der Kardinal die Christmette in der zum Gebäudekomplex der Geburtskirche gehörenden katholischen Katharinenkirche. Dafür werden erstmals und ausnahmsweise nicht die üblichen 1.300 Eintrittskarten ausgegeben, um die es stets ein heftiges Ringen gab. Jeder könne unangemeldet kommen und frei einen Platz wählen, teilte das "Christian Information Center" der Franziskaner mit. Dafür will Israel für bestimmte Stunden den Checkpoint am Rahel-Grab nach Bethlehem zur Einreise und Ausreise mit Auto oder Bus öffnen.
- 12/22/2023, 12:27 PM
EU gibt 118,4 Mio. Euro Hilfsgelder an Palästinenser frei
Die Europäische Kommission hat am Freitag im Rahmen ihrer jährlichen Mittelzuweisung 2023 ein Hilfspaket in Höhe von 118,4 Millionen Euro zur Unterstützung der Palästinensischen Autonomiebehörde angenommen. Eine Überprüfung der EU-Hilfen an die Palästinenser hatte im November ergeben, dass keine EU-Gelder direkt oder indirekt der Terrororganisation Hamas zugute gekommen seien. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte weitere Hilfen an.
Über den PEGASE-Mechanismus der EU sollen die Gelder in Sozialleistungen für gefährdete Familien im Westjordanland und im Gazastreifen, Zahlungen von Beamten im Westjordanland, medizinische Hilfen an Krankenhäuser in Ostjerusalem sowie die Unterstützung der Institutionen der Palästinensischen Autonomiebehörde fließen.
"Die Lage in Gaza und im Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem, ist sehr besorgniserregend. Die EU bleibt der größte internationale Geber von Hilfe für die Palästinenser. Wir denken bereits über ein umfassenderes Paket für das nächste Jahr nach, um zur wirtschaftlichen und politischen Stabilität im Gazastreifen und im Westjordanland beizutragen, sobald die Bedingungen vor Ort dies zulassen", so Kommissionspräsidentin von der Leyen. Sie betonte, dies sei Teil umfassenderer internationaler Bemühungen zur Wiederherstellung einer Zwei-Staaten-Lösung. Die Europäische Union ist der größte internationale Geber von Hilfe für die Palästinenser. Diese beläuft sich laut Angaben der EU-Kommission für den Zeitraum 2021-2024 auf voraussichtlich fast 1,2 Milliarden Euro, wovon 809,4 Millionen Euro bereits angenommen seien.
- 12/22/2023, 11:38 AM
Hamas-Behörde: Über 20.000 Tote seit Kriegsbeginn in Gaza
Nach Darstellung der von der islamistischen Hamas im Gazastreifen kontrollierte Gesundheitsbehörde sind seit Kriegsbeginn 20.057 Palästinenserinnen und Palästinenser im Gazastreifen getötet worden. Allein in den vergangenen zwei Tagen seien 390 Menschen getötet worden, teilte die Behörde heute mit. Die Zahlen lassen sich gegenwärtig nicht überprüfen.
Den Angaben nach sollen insgesamt 53.320 Menschen verletzt worden sein. Zuletzt hatte die Hamas-Behörde von mindestens 20.000 Toten gesprochen, die Zahl aber nicht konkret benannt. Unter den Todesopfern sollen demnach auch Tausende Minderjährige sein. Auch diese Angaben können derzeit nicht überprüft werden.
- 12/22/2023, 11:36 AM
Dutzende weitere Ausländer sollen Gazastreifen verlassen
Die Ausreisen von Ausländerinnen und Ausländern sowie Palästinenserinnen und Palästinensern mit zweitem Pass aus dem Gazastreifen gehen weiter. Heute sollten Dutzende aus dem abgeriegelten Küstengebiet nach Ägypten ausreisen, wie aus einer Liste der palästinensischen Grenzbehörde am Grenzübergang Rafah hervorging. Es handelt sich demnach um Menschen mit britischer, US-amerikanischer und mexikanischer Staatsbürgerschaft.
Seit Kriegsbeginn vor mehr als zwei Monaten reisten Hunderte Ausländerinnen und Ausländer sowie Personen mit zweiter Staatsbürgerschaft über Rafah nach Ägypten aus. Viele von ihnen werden an der Grenze von Vertretern ihrer jeweiligen Botschaften empfangen, die dann die Weiterreise über den Flughafen Kairo organisieren.
Nach Angaben des ägyptischen Außenministeriums vom November hielten sich zeitweise etwa 7.000 Menschen aus 60 Ländern im Gazastreifen auf, die ausreisen wollten. Wie viele Ausländerinnen und Ausländer sowie Palästinenserinnen und Palästinenser mit zweitem Pass sich derzeit noch in Gaza aufhalten, ist unklar.
- 12/22/2023, 11:08 AM
UNO: Im Süden Gazas leben Hunderttausende auf engstem Raum
Im Gazastreifen leben durch die von Israel angeordneten Räumungen weitreichender Landstriche inzwischen Hunderttausende Menschen auf kleinstem Raum. Die Bevölkerungsdichte in der Region Rafah im Süden an der Grenze zu Ägypten liege bei mehr als 12.000 Personen pro Quadratkilometer, berichtete das UNO-Nothilfebüro OCHA heute.
Das entspricht viermal so viel wie vor Beginn der jüngsten Eskalation am 7. Oktober, die mit dem Überfall von Terroristen aus dem Gazastreifen auf Israel begann. Israel reagiert darauf seitdem mit massiven Angriffen, weil es die im Gazastreifen herrschende terroristische Palästinenserorganisation Hamas zerstören will. Zum Vergleich: In Wien leben durchschnittlich 4.778 Personen auf einem Quadratkilometer.
- 12/22/2023, 07:12 AM
Schutz von Handelsschiffen: Allianz mit mehr als 20 Ländern
Mehr als 20 Länder haben sich nach Angaben der USA angesichts der Angriffe von Houthi-Rebellen bisher bereit erklärt, bei der Militärallianz zum Schutz von Schiffen im Roten Meer mitzumachen. Seit der Ankündigung der "Operation Prosperity Guardian" hätten auch Australien und Griechenland ihre Teilnahme bekanntgegeben, sagte Pentagon-Sprecher Pat Ryder auf einer Pressekonferenz am Donnerstag (Ortszeit). Er betonte, das Bündnis stehe anderen Ländern offen.
Es sei ihnen aber überlassen, über ihre Beteiligung öffentlich zu sprechen. Der entscheidende Punkt sei, dass es sich um ein internationales Problem handle, das eine internationale Antwort erfordere. "Wir werden also weiter mit dieser Koalition der Willigen zusammenarbeiten, und alle Länder werden in der Lage sein, das beizutragen, was sie für möglich halten", ergänzte der Sprecher des Verteidigungsministeriums. In manchen Fällen werde das Schiffe umfassen. In anderen Fällen könnte es sich um Personal oder andere Arten der Unterstützung handeln.
Zum besseren Schutz der wichtigen Schifffahrtsroute durch das Rote Meer, die zum Suezkanal führt, hatten die USA Anfang der Woche offiziell das neue Bündnis ins Leben gerufen. Das US-Militär soll dabei in der Region noch besser mit den Streitkräften anderer Länder zusammenarbeiten. An dem Bündnis beteiligen sich nach US-Angaben unter anderen auch das Vereinigte Königreich, Bahrain, Kanada, Frankreich, Italien, die Niederlande, Norwegen und die Seychellen. Deutschland prüft eine Beteiligung. Spanien will nach eigenen Angaben nur im Rahmen eines EU- oder NATO-Einsatzes teilnehmen.
- 12/22/2023, 06:21 AM
Abstimmung über Gaza-Resolution auf Freitag vertagt
Nach einer zweiwöchigen Verhandlung verschieben die Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats in New York die Abstimmung über eine Resolution zur Erhöhung der humanitären Hilfe für den Gazastreifen auf Freitag. Streitpunkt war ein Veto der USA gewesen, die eine von den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgearbeitete Resolution ablehnten, die vorsieht, dass sowohl Israel als auch die Hamas die Nutzung aller See-, Land- und Luftwege in den Gazastreifen für Hilfslieferungen erlauben.
- 12/21/2023, 07:42 PM
UN: Hunderttausende in Gaza akut von Hungertod bedroht
Die Vereinten Nationen warnen angesichts einer "weltweit beispiellosen" Lage im Gazastreifen vor dem Hungertod Hunderttausender Palästinenser. Eine neue Studie mehrerer UN-Agenturen und anderer Institutionen vom Donnerstag kommt zu dem Schluss, dass in dem Küstenstreifen 577.000 Menschen in die schwerwiegendste Kategorie des Hungers fallen. Im gesamten Rest der Welt zusammen gibt es dagegen gegenwärtig 129.000 Menschen, die der Analyse zufolge ähnlich bedroht sind.
"So etwas habe ich noch nie gesehen. Das Ausmaß der akuten Ernährungsunsicherheit ist in Bezug auf Schwere, Geschwindigkeit der Verschlechterung und Komplexität beispiellos", sagte die New Yorker Sprecherin des Welternährungsprogramms (WFP), Shaza Moghraby. Bei den von "katastrophalem" Hunger bedrohten Menschen angesichts der israelischen Angriffe handle es sich um mehr als ein Viertel der über zwei Millionen Menschen in dem Gebiet. Fast alle Bewohner seien von Hunger oder Vertreibung betroffen.
Als Folge der israelischen Kriegsführung ist die humanitäre Situation im Gazastreifen dramatisch. Es braucht laut UN dringend mehr Hilfslieferungen, damit die hohe Zahl Tausender ziviler Opfer nicht weiter ansteigt. "Wir können nicht darauf warten, dass eine Hungersnot ausgerufen wird, bevor wir handeln", sagte Moghraby.
- 12/21/2023, 07:40 PM
Israelische NGO verklagt Rotes Kreuz
Eine israelische Nichtregierungsorganisation (NGO) hat nach eigenen Angaben das Rote Kreuz wegen unterlassener Hilfeleistung an den im Gazastreifen festgehaltenen israelischen Geiseln verklagt. Im Namen der Familien von 24 der insgesamt 250 von der Hamas verschleppten Menschen reichte die Organisation Shurat Hadin am Donnerstag in Jerusalem Klage ein.
Die Gruppe wirft dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) vor, seinem Auftrag und "seiner moralischen Pflicht" nicht nachgekommen zu sein und die Geiseln nicht besucht, medizinisch versorgt und um deren Freilassung gekämpft zu haben. "Wir können diese Missachtung und Respektlosigkeit gegenüber Menschenleben nicht akzeptieren, nur weil die Geiseln Juden sind", erklärte die Leiterin der NGO, Nizana Darschan-Leitner. Sie warf dem IKRK vor, "voreingenommen" und "gleichgültig gegenüber israelischen Leben" zu sein.
Das IKRK erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, es habe seit dem Angriff der radikalislamischen Hamas auf Israel kontinuierlich die Freilassung der verschleppten Menschen gefordert. Weiters wurde betont, die Organisation habe sich "auf allen Ebenen" mit der Hamas getroffen und humanitäre diplomatische Bemühungen unternommen, um Zugang zu den Geiseln zu erhalten.
- 12/21/2023, 03:51 PM
Israels Polizei ermittelt nach Tod eines palästinensischen Häftlings
Nach dem Tod eines palästinensischen Häftlings in Israel ermittelt die Polizei wegen mutmaßlicher Gewaltanwendung durch Wächter. Insgesamt 19 Gefängnisaufseher seien in der Affäre verhört und dann unter Auflagen freigelassen worden, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Die Zeitung Israel Hajom berichtete, der 38-jährige Häftling aus dem Westjordanland sei dem Verdacht nach vor einem Monat in seiner Zelle mit Stöcken geschlagen und dabei schwer verletzt worden. Später sei er in seiner Zelle tot aufgefunden worden. Eine Autopsie habe kein klares Ergebnis gehabt.
Der Häftling war den Informationen nach Mitglied der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Er sei unter anderem wegen versuchten Mordes zu einer 20-jährigen Haftstrafe verurteilt worden.
Der rechtsextreme Polizeiminister Itamar Ben-Gvir warnte nach Angaben des Blattes vor einer Vorverurteilung der Wächter. „Man muss bedenken, dass unsere Wächter sich mit menschlichem Abschaum und Mördern auseinandersetzen müssen, die ein Sicherheitsrisiko darstellen“, sagte Ben-Gvir demnach.
Die israelische Gefängnisbehörde teilte auf Anfrage mit, seit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober seien mehrere Tausend Sicherheitshäftlinge aufgenommen worden. Daher seien die Herausforderungen und Gefahren für die Wächter gestiegen. Bei Vorfällen, die untersucht werden müssten, kooperiere die Gefängnisbehörde vollständig mit den zuständigen Behörden.
Es hatte bereits Berichte über den Tod von sechs palästinensischen Häftlingen in israelischen Gefängnissen seit Beginn des Gaza-Kriegs gegeben. Die Gefängnisbehörde bestätigte die Prüfung von vier Fällen. - 12/21/2023, 01:40 PM
Raketenangriffe auf Tel Aviv und andere israelische Städte
In der Küstenmetropole Tel Aviv und anderen israelischen Städten hat es am Donnerstag erneut Raketenalarm gegeben. Im Stadtzentrum von Tel Aviv waren dumpfe Explosionen zu hören. Die Nachrichtenseite ynet berichtete, es seien rund 30 Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert worden. Der bewaffnete Arm der Hamas, die Kassam-Brigaden, bekannte sich zu den Angriffen. Die Terrororganisation hatte zuvor auch israelische Grenzorte in der Nähe des Gazastreifens beschossen.
- 12/21/2023, 12:30 PM
Weiter widersprüchliche Berichte über Feuerpause und Geisel-Austausch
Die Hamas macht ein vollständiges Ende der israelischen „Aggression“ zur Bedingung für Verhandlungen über den Austausch von Geiseln und Gefangenen. „Es gibt eine palästinensische nationale Entscheidung, dass es keine Gespräche über Gefangene oder Austauschabkommen geben soll, außer nach einem vollständigen Ende der Aggression“, heißt es in einer Erklärung der radikalislamischen Palästinenser-Organisation. Die Hamas hält noch mehrere Geiseln, ebenso wie die kleinere militante Palästinenser-Gruppe Islamischer Dschihad. Zuletzt hatten die Bemühungen um eine neue Feuerpause im Gazastreifen scheinbar an Fahrt gewonnen. Insidern zufolge sollte dabei neben einer Waffenruhe auch der Austausch von Geiseln und palästinensischen Gefangenen diskutiert werden.
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