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Nach dem Auftaktspiel ist vor Messi. Österreich trifft im zweiten Gruppenspiel der WM auf den amtierenden Weltmeister Argentinien. Die KURIER-Sportredakteure Alexander Strecha und Andreas Heidenreich melden sich aus den USA gemeinsam mit dem KURIER-Kolumnisten Marc Janko und sprechen über das ÖFB-Team.

In dieser Folge geht es nicht nur darum, welche Erkenntnisse das Spiel gegen Jordanien gebracht hat, sondern auch, wie reif sich die Mannschaft generell präsentiert hat. 

Welche Spieler konnten überzeugen, was könnte sich an Ralf Rangnicks Startelf verändern, wer muss ersetzt werden? Und was erwartet das ÖFB-Team am Montag mit Weltmeister Argentinien?

Mit-Gastgeber Kanada übernahm bei der in der Gruppe B die Tabellenführung. Die Mannschaft von Teamchef Jesse Marsch fertigte Katar in Vancouver dank Toren von Cyle Larin (16.), Jonathan David (29., 45.+3, 92.) und Nathan Saliba (64.) sowie einem Eigentor von Mohamed Manai (75.) 6:0 ab und liegt aufgrund des besseren Torverhältnisses vor den punktgleichen Schweizern, die gegen Bosnien-Herzegowina 4:1 gewannen. Am Mittwoch geht es im direkten Duell um Platz eins.

Kanada dominierte das Geschehen vor 52.497 Fans von Anpfiff weg nach Belieben. Katar-Goalie Mahmoud Abunada konnte einen David-Schuss nur kurz abwehren und Larin besorgte via Abstauber aus kurzer Distanz die Führung. Der Torschütze vom 1:1 gegen Bosnien-Herzegowina rechtfertigte damit seine Aufstellung in der Startelf. Danach rückte der Vorlagengeber selbst in den Vordergrund. Kanadas Rekord-Torschütze nahm einen glücklich bei ihm gelandeten Ball direkt und traf genau ins kurze Eck. Schlimmer kam es für die Katari, da Homam Ahmed nach einem Torraubfoul an Tajon Buchanan ausgeschlossen wurde (33.). Kurz vor der Pause staubte David nach einem nur kurz parierten Kopfball aus kurzer Distanz mit dem Fuß ab.

Zweite Rote Karte

Nach Wiederbeginn dezimierte sich der Underdog weiter. Assim Madibo sah nach einem rüden Einsteigen gegen Ismael Kone ebenfalls die Rote Karte (54.). Kone dürfte sich schwer am linken Unterschenkel verletzt haben. Der 24-Jährige wurde minutenlang behandelt, ehe er auf einer Trage mit der Hand in Richtung Publikum winkend aus dem Stadion gefahren wurde. Danach spielte sich das Geschehen nur noch in der katarischen Hälfte ab. Der für Kone eingewechselte Saliba versenkte einen an der Mauer vorbei getretenen Freistoß via Innenstange. Zudem lenkte Manai einen Schuss von Jacob Shaffelburg ins eigene Tor ab.

Im Jahr 2010 ist die Schweiz zum letzten Mal in der Vorrunde ausgeschieden. Danach begann die außergewöhnliche Serie des Nachbarlands, die in Österreich unvorstellbar schien: Alle zwei Jahre war die "Nati“ bei den Großereignissen dabei und auch immer bis zu den K.o.-Spielen mittendrin. Nach dem 4:1 gegen Bosnien wird es auch bei der WM in den USA so sein.

Die Bosnier, die immerhin Italien ausgeschaltet hatten, müssen nun gegen Katar gewinnen, um in Gruppe B ebenfalls aufzusteigen.

Die Liste an Spielern mit Österreich-Bezug war bei Bosnien lange: Tarik Muharemovic verteidigte zentral. Der Serie-A-Legionär wurde beim WAC ausgebildet. Bruder Kenan, ebenfalls ein großer Innenverteidiger, trainiert am Freitag mit den Rapid-Profis.

An der Flanke ist nicht nur Salzburg-Fans Amar Dedic ein Begriff. Und in der Offensive wurde erstmals Kerim Alajbegovic aufgeboten, der Dribbler ist von Salzburg zu Leverkusen zurückgekehrt. Auf der Bank saß der Ex-Austrianer Haris Tabakovic. Auch Sturm-Verteidiger Arjan Malic, der nachnominiert worden war, schaute zu.

Nach dem Ausfall von Christoph Baumgartner droht dem ÖFB-Team der nächste schmerzvolle Ausfall bei der WM. Bei Stefan Posch war am Tag nach dem Jordanien-Spiel klar: Es handelt sich um einen Kieferbruch. Der Steirer war in der Schlussphase mit einem Gegenspieler heftig zusammengestoßen.

Am Mittwoch folgte in Santa Barbara ein Röntgen und eine CT-Untersuchung. Um vollständige Klarheit zu haben, wurden die Bilder aber auch noch nach Österreich zu einem Kieferspezialisten geschickt. Allerdings: Der Mediziner schlief aufgrund der Zeitverschiebung schon, als es so weit war. Bis zur endgültigen Diagnose dauerte es daher bis Donnerstag Vormittag Ortszeit.

Die Bestätigung

Da folgte aber die Bestätigung. In einer Aussendung des ÖFB hieß es:

Eine Operation ist nach aktuellem Stand nicht notwendig. Für den ÖFB-Teamspieler wird nun eine Spezialschiene angefertigt, die den weiteren Heilungsverlauf unterstützen soll.

Ob Posch im kommenden Gruppenspiel gegen Argentinien bereits wieder einsatzbereit sein wird, bleibt abzuwarten.

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