Neo-Österreicherin Potapowa: „Die beste Entscheidung meines Lebens“
Potapowa war schon die Nummer 21 der Welt.
Die Schlagzeilen rund um den Tennissport gehörten zu Beginn des Jahres ihr im Lande: „Österreich hat eine neue Nummer eins“ oder, unmittelbar danach, „Der erste Sieg als Österreicherin“.
Anastasia Potapowa startet seit Jahresbeginn – auch unter Mithilfe des Österreichischen Tennisverbandes – offiziell für ihre neue Heimat.. Nach lästigen Diskussionen über die Schreibweise (w oder v, zwei s?), war aber auch schon bald klar, dass die gebürtige Russin für den rot-weiß-roten Tennissport durchaus Geschichte schreiben kann. Nun gab die 25-Jährige drei ausgewählten Medien ein erstes Interview in Österreich, in dem sie über ihren Nationenwechsel, ihre kleine Formkrise, über das Upper Austria Ladies Linz und natürlich über Österreich generell sprach.
KURIER: Wann fiel Ihre Entscheidung, Österreicherin zu werden?
Anastasia Potapowa: Die ist eigentlich schon länger gefallen, da ich Österreich sehr liebe. Es war die beste Entscheidung meines Lebens.
Warum gab es den Nationenwechsel? Was waren die inneren Beweggründe?
Aufgrund der Situation in meinem Geburtsland, die natürlich keine einfache ist, war es wichtig, ein Land zu finden, in dem ich einfacher reisen und auch besser trainieren kann.
Trainieren Sie gegenwärtig in Österreich?
Nein. Aber ich habe in diesem Land öfters trainiert, konnte auf die guten Möglichkeiten in der Akademie von Günter Bresnik zurückgreifen. Er hat mir enorm geholfen.
Haben Sie einen Lieblingsplatz in Österreich?
Ich muss gestehen, dass ich im Oktober das letzte Mal in Wien war. Zunächst war ich hier gerne shoppen, zuletzt habe ich mir aber die ganzen Sehenswürdigkeiten und Museen angesehen.
Potapowa siegte 2023 in Linz
Und das Nationalteam? Nächste Woche spielt zeitgleich mit dem Upper Austria Ladies in Linz Österreichs Frauen-Team im Billie-Jean-King-Cup. Wird man Sie irgendwann im Team sehen?
Ich hoffe, es geht im nächsten Jahr, aber im Moment warten wir noch auf die Entscheidung der ITF. Von uns aus haben wir alles getan, dass es klappt, alle notwendigen Dokumente geschickt. Wie lange es dauert, wissen wir noch nicht.
Wie ist es um Ihre Deutschkenntnisse bestellt?
Ich gebe zu, ich beginne erst damit, will es aber unbedingt lernen. Es ist aber nicht einfach, jemanden zu finden, der es mit dir lernt.
Wie ist die Kommunikation mit Ihren Landsfrauen, die derzeit einen Aufschwung erleben?
Julia Grabher und Lilli Tagger kenne ich sehr gut, Sinja Kraus hoffe ich, in Linz zu treffen. Das sind junge Mädchen mit großem Potenzial. Mit Lilli hatte ich bereits ein gutes Training, ich möchte in Linz auch Doppel mit ihr spielen.
Tagger ist ja Österreichs große Hoffnung für die Zukunft. Was trauen Sie ihr zu?
Sie hat fast ein verrücktes Potenzial, ist sehr groß, hat dadurch einen guten Aufschlag, und zudem besitzt sie auch eine gute Vorhand. Außerdem hat sie ein großartiges Team um sich. Sie hat alles, um weiter nach oben zu kommen.
Sehr weit oben waren Sie bereits. Sie waren schon die Nummer 21 im Ranking, in dem Sie nun etwas zurückgefallen sind. Wie ist Ihre derzeitige Form?
Ich habe ein sehr gutes Trainingscamp in Spanien hinter mir, ich bin auf jeden Fall bereit für Linz. Mein Ziel ist es, eben wieder auf dieses Level zu kommen, wo ich schon war. Aber jetzt bin ich endlich wieder fit, was zuletzt nicht der Fall war. Vor allem hatte ich mir Anfang des Jahres in Adelaide während eines Matches eine Fingerverletzung zugezogen, die mich rund acht Wochen gequält hat.
In Linz haben Sie bereits 2023 gewonnen. Jetzt treten Sie erstmals als Österreicherin bei einem Heimturnier an. Ist das ein besonderes Gefühl?
Ehrlich gesagt, bin ich nicht nervöser deshalb. Ich bin immer aufgeregt, wenn ich in Linz spiele, weil das Turnier immer etwas Besonderes für mich war. Ich hatte hier immer einen besonderen Support. Also wird es diesmal auch nichts Außergewöhnliches sein.
Was sagen Sie zum Termin in Linz, der von Jänner in den April gewandert ist? Und dass auf Sand gespielt wird?
Der Termin ist viel besser, weil wir mehr Zeit haben, um uns vorzubereiten, vorher war es unmittelbar nach den Australian Open. Jetzt ist es perfekt, weil man danach auch ein Sandplatz-Turnier indoor hat. Es passt perfekt in den Kalender. Mein Spiel ist vielleicht eher ein wenig mehr für den Hartplatz geeignet, aber Hauptsache, es wird in der Halle gespielt, das liegt mir am meisten.
Kommen Sie wie 2024 mit einer vierbeinigen Begleitung? Damals war Ihr Pudel „Baby“ mit.
Er ist bei meiner Mutter, ich hoffe, sie kommt mit dem Hund nach.
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