Gefängnis, Alkohol und Drogen: Wenn Sport-Helden tief fallen
Gefallene Sport-Helden: Woods,Ullrich, O.J. Simpson, Tyson.
Er war der Größte seines Sports – doch nun wird er womöglich nie wieder auf der großen Golfbühne auftauchen. Drei Tage nach seinem Autounfall äußerte sich Tiger Woods erstmals auf Social Media über den Crash und über sich selbst. Er werde nun einmal eine Auszeit auf unbestimmte Dauer nehmen und sich in Behandlung begeben. „Mir ist der Ernst der Lage bewusst“, schrieb der 50-jährige US-Amerikaner auf X. Ein Comeback scheint im Moment ausgeschlossen. Er wird beim Ryder Cup 2027 das US-Team auch nicht als Kapitän anführen.
Tiger Woods ist seit seinem ersten schweren Autounfall im Jahr 2021 körperlich gezeichnet. Er nimmt Schmerzmittel und war auch bei seinem jüngsten Unfall beeinträchtigt, als sein Auto einen Anhänger streifte und sich danach überschlug. Gegen Zahlung einer Kaution wurde er aus dem Gefängnis entlassen, einen Urintest wollte Woods nicht machen.
Gefallene Helden
Je höher Helden steigen, desto tiefer können sie fallen. Ein Überblick über bekannte Fälle der Sportgeschichte.
Diego Maradona (Fußball)
Der Argentinier war ein begnadeter Kicker und wird in seiner Heimat auch fünf Jahre nach seinem Tod wie ein Heiliger verehrt. Doch bald nach seinen größten Erfolgen (WM-Titel 1986) bekam er Probleme. Mit der Finanz, mit seinem Körpergewicht, mit Alkohol, mit Drogen. Am 25. November 2020 starb er mit nur 60 Jahren an einem Herzinfarkt.
O. J. Simpson (Football)
Der ehemalige Football-Star musste sich wegen Mordes verantworten. Der Prozess erregte weltweit Aufmerksamkeit. 1995 wurde er in einem Strafprozess trotz DNA-Spuren freigesprochen, zwei Jahre später in einem Zivilprozess zu einer Schadenersatzzahlung verurteilt. Inhaftiert war er später wegen Raubüberfalls und Geiselnahme. Er starb 2024.
Matti Nykänen (Skispringen)
Der Finne war als Skispringer einer der Besten der Geschichte. Vier Mal holte er Olympia-Gold. Doch nach dem Ende seiner aktiven Karriere ging es bergab. Nykänen probierte sich erfolglos als Stripper und Popsänger. Sein Alkoholproblem brachte ihn 2004 ins Gefängnis. Er soll nach einem Streit im Rausch einen Freund niedergestochen haben – 26 Monate Haft. Zwei Jahre später wurde Nykänen wegen Misshandlung seiner Frau erneut verurteilt. 2019 verstarb er im Alter von 55 Jahren.
Peter Seisenbacher (Judo)
Der zweifache Olympiasieger im Judo wurde 2019 wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger letztinstanzlich zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt.
George Best
Der Nordire war Europas bester Fußballer und gewann 1968 mit Manchester United den Europacup der Landesmeister, den Vorgänger der Champions League. Doch sein extravaganter Lebensstil sorgte nach seiner Karriere für negative Schlagzeilen: alkoholisierte Fernsehauftritte, Fahren unter Alkoholeinfluss, Beschimpfung eines Polizisten oder Vorwürfe der häuslichen Gewalt. Sein berühmtestes Zitat: „Ich habe viel Geld für Alkohol, Frauen und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest habe ich verprasst.“ Best starb 2005 mit 59 Jahren.
Paul Gascoigne (Fußball)
Der Engländer spielte 57 Mal für die Nationalmannschaft und galt zu seiner Zeit als einer der besten Spieler der Welt. Noch berühmter als durch seine Tore wurde „Gazza“ wegen seiner Alkoholkrankheit und den daraus folgenden Eskapaden.
Jan Ullrich (Radsport)
Als einziger Deutscher gewann der 52-Jährige 1997 die Tour de France. Im November 2023 gab er zu, von 1996 bis 2006 gedopt zu haben. Nach seiner Karriere fiel er in ein Loch. Er wurde depressiv, Alkoholiker und nahm „Kokain in Massen“. In einer Doku sagte er: „Ich war nicht weit weg vom Tod.“
Mike Tyson (Boxen)
Der US-Amerikaner wurde 1986 im Alter von 20 Jahren zum bisher jüngsten Box-Weltmeister im Schwergewicht. Doch in Erinnerung blieben vor allem seine Skandale. 1988 prügelte er auf offener Straße auf einen ehemaligen Gegner ein und brach ihm die Hand. 1992 wurde Tyson wegen der Vergewaltigung von Model Desiree Washington zu sechs Jahren Haft verurteilt. 1997 biss er Gegner Evander Holyfield während des Kampfes ein Stück vom Ohr ab.
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