Alle schuldig, alle raus: Tischtennis braucht einen echten Neustart
Tischtennis in Not: Der Verband braucht einen Neustart.
Am Samstag traten Präsident Wolfgang Gotschke und der Bundesliga-Vorsitzende Günther Renner aus dem Vorstand des österreichischen Tischtennisverbandes ÖTTV zurück. Beim angestellten Vizepräsidenten Conrad Miller müssen noch arbeitsrechtliche Fragen geklärt werden. Es ist der vorläufige Höhepunkt eines Machtkampfs, der seit Jahren einen Schatten über die gesamte Sportart wirft.
Die Vorwürfe, wonach der Verband säumig gewesen wäre im Fall des Nachwuchstrainers, der sich mit jugendlichen Mädchen zu Nachbesprechungen ins Bett gelegt haben und Grenzen überschritten haben soll, überdeckt vieles in dieser Causa. Vor allem die Verantwortlichkeiten jener, die jetzt mit dem Finger auf andere zeigen.
Seit 2024 waren Geschichten über den Trainer bekannt. Die Vorgehensweise des ÖTTV war laut Gotschke immer mit den Landesverbandspräsidenten abgestimmt und könne in Sitzungsprotokollen nachgelesen werden.
Im KURIER-Interview, in dem Gotschke seinen Rücktritt ankündigte, gab er zu, dass er gescheitert sei, die verfeindeten Lager im Verband zu einen. Wenn es tatsächlich um die Sache gehen würde, dann sollten jetzt alle die Verantwortung übernehmen und zurücktreten, nicht nur die Verbandsspitze. Denn sie war es, die 2025 die Staatsanwaltschaft einschaltete.
Eine Mitschuld haben alle – also auch die Landesverbandspräsidenten sowie Trainerkollegen und Spielervertreter, die Konsequenzen forderten, aber selbst nicht zur Aufklärung beitrugen.
Tischtennis in Österreich braucht einen Neustart. Der Rücktritt von Gotschke war richtig. Wenn jetzt aber nicht jemand von außen kommt, dann wird sich auch in den kommenden Jahren nichts ändern und die Streiterei geht einfach weiter.
Und das haben sich die Tausenden Spieler und vor allem die vielen großartigen Talente in den Nachwuchsklassen nicht verdient.
Kommentare