„Kimissimo!“ – Italien hofft schon auf Weltmeister Antonelli

Der Druck auf Kimi Antonelli wird aus seiner Heimat immer größer. Seit Alberto Ascari 1953 hat kein Italiener die WM gewonnen. Toto Wolff versucht zu bremsen.
Kimi Antonelli (19) feiert seinen Sieg in Japan.

Spätestens jetzt sei die Zeit gekommen, Kimi Antonelli in Schutz zu nehmen, meinte Toto Wolff, der Teamchef von Mercedes und fast so etwas wie eine Vaterfigur für den Teenager. „In Italien werden sie jetzt beginnen, über die Weltmeisterschaft zu sprechen“, sagte Wolff im Interview mit ServusTV. „Aber das ist viel zu früh, wir müssen das abdämpfen. Wir werden versuchen, das abzuwehren.“

Doch nicht nur in Italien ist die Euphorie groß über den souveränen Sieger des Grand Prix von Japan. Mit 19 Jahren, 7 Monaten und 4 Tagen ist Antonelli der jüngste WM-Führende in der F1-Geschichte. Und Antonelli ist der erste Italiener, der zwei Rennen in Serie gewinnen konnte seit Weltmeister Alberto Ascari 1953.

„Kimissimo!“, gratulierte die Gazzetta dello Sport. Die britische Sun schreibt vom „Formel-1-Wunderkind“, der Guardian sah eine „bemerkenswert souveräne“ Fahrt und die Daily Mail befürchtet, dass „Kimi Antonellis Geschwindigkeit Russels Status als WM-Favorit gefährdet“.

Auch von Teamchef Toto Wolff bekam Antonelli „ein super Rennen“ attestiert. Nur den Start hat Antonelli einmal mehr verhaut. „Da muss er in die Fahrschule zurück und üben, wie man die Kupplung loslässt“, sagte Wolff. „Aber dann hatte er richtig Glück mit dem Safety Car, das gehört auch dazu.“

Schwerer Crash von Oliver Bearman

Des einen (Antonelli) Glück ist des anderen (Bearman) Pech. Der Brite verunfallte in der 22. Runde mit seinem Haas schwer und krachte mit 50 g in die Reifenstapel, also mit dem 50-Fachen des Körpergewichts. Bearman konnte aus dem Wrack steigen, musste dann aber von Streckenposten gestützt werden. Der 20-Jährige zog sich keine Frakturen zu, allerdings eine schwere Knieprellung.

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