Russia's Alexander Radulov, right, waits for a chance to score in front of Austria's goalkeeper Rene Swette during the 2013 Ice Hockey IIHF World Championships Group B preliminary round match Austria vs Russia in Helsinki, Monday, May 13, 2013. (AP Photo/Lehtikuva, Jussi Nukari) FINLAND OUT

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Eishockey-WM
05/13/2013

Österreich steigt trotz viel Leidenschaft ab

Die Österreicher liefern Russland einen harten Kampf, müssen sich am Ende aber 4:8 geschlagen geben.

von Peter Karlik

Bei den letzten zehn Weltmeisterschaften kam es nur zwei Mal zu dem Kuriosum, dass eine Mannschaft mit zwei Siegen abgestiegen ist.

Beide Male erwischte es Österreich.

2009 musste Österreich nach Siegen gegen Deutschland und Ungarn in die B-WM, weil die Deutschen als A-WM-Veranstalter 2010 nicht absteigen konnten.

2013 ist es wieder Österreich. Denn die Franzosen leisteten keine Schützenhilfe und verloren mit 1:3 gegen Lettland. Die Balten zogen damit in der Tabelle an Österreich vorbei. Diesen einen Punkt Rückstand konnte das Team im Abendspiel gegen Weltmeister Russland nicht mehr aufholen, obwohl es beim 4:8 ohne Koch und Unterluggauer (verletzt) gegen die Russen eine beachtliche Leistung zeigte.

Im ersten Drittel überraschte Österreich. Nach einem 0:2-Rückstand drehte man das Spiel. Iberer (9.) verwertete einen Abpraller zum 1:2, Vanek fälschte einen Pöck-Schuss zum 2:2 ab (10.) und Raffl lenkte ein Vanek-Zuspiel zum 3:2 ab (16.). Das 3:3 fiel bei einer Zwei-Mann-Überzahl, Nikulin traf (18.). Nach Schüssen führten die Österreicher nach dem ersten Drittel mit 15:5. Nach der Pause ersetzte Teamchef Viveiros Goalie Swette durch Stammkeeper Starkbaum. Österreich roch Lunte. Die erneute russische Führung glich Iberer mit einem abgefälschten Schuss aus (28.). Doch das war's dann. Die Russen drehten ein wenig auf, das 4:6 durch Soin in Unterzahl war die Entscheidung (38.).

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Abstieg

Damit scheiterte Österreich zum fünften Mal in Folge im Kampf um den Klassenerhalt. Zum ersten Mal können sich Spieler und Trainer aber erhobenen Hauptes aus der Erstklassigkeit verabschieden. Denn die Siege gegen Lettland (6:3) und Vizeweltmeister Slowakei (2:1 n.P.) waren keine Zufallsresultate, sondern Ergebnisse einer Entwicklung, die von Teamchef Manny Viveiros eingeleitet wurde. Der Headcoach sagte deprimiert: „Wir hätten uns den Klassenerhalt verdient. Manche Teams in der Gruppe haben vielleicht mehr Punkte, sie haben aber nicht besser gespielt als wir.“

Gescheitert ist Österreich an der Chancenauswertung in den Spielen gegen die USA (3:5), Frankreich (1:3) und gegen Deutschland (0:2). Mit ein wenig mehr Glück und einem effizienteren Powerplay wäre Österreich schon vor dem Russland-Spiel gerettet gewesen.

Für Viveiros ist die schlechte Chancenauswertung aber keine große Überraschung: „Von den Teamspielern war in der Liga Altmann als Verteidiger drittbester Scorer. Ich will nicht negativ sein, aber andere Teams haben mehrere Leute, die Tore schießen.“ Schmerzlich vermisst habe der Coach Spieler wie Michael Grabner (NHL-Play-off), Thomas Raffl, Andreas Nödl, Stefan Geier und Matthias Trattnig (alle verletzt).

Die B-WM 2014

Die WM der Division 1A, wie die B-WM offiziell heißt, findet von 12. bis 18. April 2014 statt. Bislang einziger Bewerber ist Südkorea. Die Teilnehmer sind die Absteiger Österreich und Slowenien, Ungarn, Südkorea, Japan und Aufsteiger Ukraine.

Ergebnis

Österreich - Russland 4:8 (3:3,1:3,0:2)

Helsinki, Hartwall-Arena, 4.455, SR Croft (USA)/Rantala (FIN)

Tore: M. Iberer (9.), Vanek (10./PP), Raffl (16./PP), F. Iberer (28.) bzw. Pereschogin (2.), Kowaltschuk (9.), Nikulin (19./PP2), Radulow (25./PP), Mosjakin (32.), Soin (38./SH), Sajzew (42.), Kusnezow (50.)

Strafminuten: 8 bzw. 10 Disziplinar Pöck bzw. 12.

Österreich: Swette (21. Starkbaum) - A. Lakos, Pöck; Schumnig, R. Lukas; Altmann, F. Iberer; Klimbacher - Vanek, Hundertpfund, M. Raffl; Peintner, Oberkofler, Baumgartner; Latusa, Herburger, Kristler; M. Iberer, Schuller, Reichel

Russland: Warlamow - Nikulin, Birjukow; Tjutin, Medwedew; Denisow, Below; Sajzew - Tereschenko, Radulow, Kowaltschuk; Mosjakin, Popow, Pereschogin; Animisow, Petrow, Kusnezow; Loktionow, Kokarew, Soin

So knapp dran waren wir noch nie

Manny Viveiros (Teamchef Österreich): "Es ist sehr, sehr bitter weil wir glauben, dass wir nicht die schlechteste Mannschaft dieser Gruppe waren. Wir haben besser gespielt als andere Mannschaften. Die ersten fünf Partien hätten wir alle gewinnen können, da waren wir oft die bessere Mannschaft. Dass wir wieder in der B-Gruppe sind, das ist wegen der ersten fünf Partien. Wir sind wirklich enttäuscht.

Wir haben heute gedacht, dass wir eine Chance haben. Wir haben ein paar Fehler in unserem Drittel gemacht, die haben uns das Spiel gekostet. Wir haben heute genug Tore gemacht und hatten genug Chancen, aber wir haben leichte Tore bekommen. Gegen so eine gute Mannschaft kannst du nicht so viele Torchancen zulassen. Sie machen aus einer Chance ein Tor und wir brauchen oft fünf Chancen dafür. Das ist der Unterschied zwischen dem russischen und dem österreichischen Eishockey."

Dieter Kalt (Verbandspräsident Österreich): "Die Mannschaft hat sich hier besser verkauft als in den letzten neun Jahren. Das ist auch international anerkannt worden. Zudem haben wir auch die Olympia-Qualifikation geschafft, sind dort unter den zwölf Besten der Welt. Wir werden einfach weiterarbeiten, man kann nicht erwarten, dass man von heute auf morgen alles besser macht. Wir haben viele Spiele auf Augenhöhe gespielt, das trägt dazu bei, dass unsere Spieler lernen, auf diesem Niveau zu spielen. Helfen würde uns, wenn wir zehn Spiele in jeder Saison gegen Finnland oder Russland spielen würden. Aber diese Chance bekommen wir nicht. Gefallen hat mir an der Mannschaft, dass man nie aufgesteckt hat, dass man selbst bei zwei, drei Toren Rückstand immer gekämpft hat."

Thomas Pöck (Verteidiger Österreich): "Wir haben alles probiert, vier Tore geschossen, natürlich musst du dann aufmachen. Man hat aber eindeutig gesehen, dass das von ihnen ein Schongang war, so ehrlich muss man sein. Sie sind wahrscheinlich zwei Level über uns. Wir haben brav mitgespielt, gekämpft, alles gegeben, was in uns drin war. Das siebente Spiel in neun Tagen gegen eine Mannschaft die um so viel stärker ist und du musst einen Punkt machen - es hat nicht gereicht. Und es kommt auch dazu, dass jeder Schuss reingegangen ist. Aber Kowaltschuk hat schon anderen Leuten Tore geschossen. Wir sind hergekommen und haben jedes Spiel alles probiert. Vielleicht musst du gegen Deutschland solche Tore schießen wie heute gegen Russland. Es waren ein paar Gegner dabei, die wir hätten schlagen können. Wenn man an Frankreich denkt, zwei Minuten, zwei Fehler, das darf nicht passieren bei so einem wichtigen Spiel. Es hat halt nicht geklappt."

Thomas Vanek (Stürmer Österreich): "Wenn man absteigt, kann man nicht sehr stolz sein. Aber wir haben jedes Spiel gekämpft, es hat leider nicht gereicht. Das tut weh. Wir haben unsere Chancen gehabt. Der Abstieg ist sehr bitter. So knapp dran waren wir noch nie. Es war mehr drinnen, vielleicht waren wir nicht kaltschnäuzig genug. Leider haben wir ein paar dumme Tore bekommen. Nichts gegen unsere Tormänner, aber wenn der Rückhalt nicht passt, ist es schwer zu gewinnen. Starkbaum hat uns ja gegen die Slowakei auch den Sieg gerettet. Jetzt haben wir den Russen vier Tore geschossen, vor dem Spiel hätten wir das gerne angenommen. Diese WM-Teilnahme hat mir am meisten Spaß gemacht."

Tabellen und Ergebnisse

Modus: 3 Punkte für einen Sieg, 2 Punkte für einen Sieg in Overtime oder Penaltyschießen, 1 Punkt für eine Niederlage in Overtime oder Penaltyschießen.

Die ersten vier jeder Gruppe steigen ins Viertelfinale auf, die Plätze fünf und sechs schaffen den Klassenerhalt, die beiden Gruppenletzten steigen ab. Sollte Weißrussland als Ausrichter der WM 2014 Letzter der Gruppe Stockholm werden, dann steigen jene zwei Teams mit den wenigsten Punkten ab. Diese könnten dann auch aus einer der beiden Achtergruppen kommen.

Das Viertelfinale wird innerhalb der Vorrunden-Gruppe gespielt, die Mannschaften bleiben also in der jeweiligen Stadt.

Gruppe Helsinki

Tabelle:
1. Russland 7 5 0* 0** 2 29:14 15
2. USA 6 5 0* 0** 1 23:12 15
3. Finnland 6 4 1* 0** 1 20:12 14
4. Slowakei 6 2 0* 1** 3 14:16 7
5. Deutschland 6 2 0* 1** 3 10:14 7
6. Lettland 6 2 0* 0** 4 12:22 6
7. Frankreich 6 2 0* 0** 4 11:18 6
8. Österreich 7 1 1* 0** 5 18:29 5

* Sieg nach Verlängerung (zwei Punkte)
** Niederlage nach Verlängerung (ein Punkt)

Freitag, 3. Mai:
Frankreich - Slowakei 2:6
Finnland - Deutschland 4:3 n.V

Samstag, 4. Mai:
USA - Österreich 5:3
Russland - Lettland 6:0
Finnland - Slowakei 2:0

Sonntag, 5. Mai:
Frankreich - Österreich 3:1
Deutschland - Russland 1:4
Lettland - USA 1:4

Montag, 6. Mai:
Deutschland - Slowakei 2:3
Finnland - Frankreich 3:1

Dienstag, 7. Mai:
Österreich - Lettland 6:3
Russland - USA 5:3

Mittwoch, 8. Mai:
Österreich - Deutschland 0:2
USA - Finnland 4:1

Donnerstag, 9. Mai:
Russland - Frankreich 1:2
Slowakei - Lettland 3:5

Freitag, 10. Mai:
Slowakei - Österreich 1:2 n.P.
Russland - Finnland 2:3

Samstag, 11. Mai:
USA - Frankreich 4:2
Finnland - Österreich 7:2
Deutschland - Lettland 2:0

Sonntag, 12. Mai:
USA - Deutschland 3:0
Slowakei - Russland 1:3

Montag, 13. Mai:
Lettland - Frankreich 3:1
Österreich - Russland 4:8

Dienstag, 14. Mai:
Slowakei - USA (11:15)
Frankreich - Deutschland (15:15)
Lettland - Finnland (19:15)

Gruppe Stockholm

Tabelle:
1. Kanada 7 5 1* 1** 0 25:10 18
2. Schweiz 6 5 1* 0** 0 25:9 17
3. Schweden 6 4 0* 0** 2 13:9 12
4. Norwegen 6 3 0* 0** 3 12:19 9
5. Tschechien 6 2 1* 0** 3 12:12 8
6. Dänemark 6 1 1* 1** 3 11:15 6
7. Weißrussland 6 1 0* 0** 5 9:17 3
8. Slowenien 7 0 0* 2** 5 12:27 2

* Sieg nach Verlängerung (zwei Punkte)
** Niederlage nach Verlängerung (ein Punkt)

Freitag, 3. Mai:
Tschechien - Weißrussland 2:0
Schweden - Schweiz 2:3

Samstag, 4. Mai:
Norwegen - Slowenien 3:1
Kanada - Dänemark 3:1
Tschechien - Schweden 1:2

Sonntag, 5. Mai:
Weißrussland - Slowenien 4:3
Schweiz - Kanada 3:2 n.P.
Norwegen - Dänemark 3:2

Montag, 6. Mai:
Schweiz - Tschechien 5:2
Schweden - Weißrussland 2:1

Dienstag, 7. Mai:
Slowenien - Dänemark 2:3 n.V.
Kanada - Norwegen 7:1

Mittwoch, 8. Mai:
Slowenien - Schweiz 1:7
Norwegen - Schweden 1:5

Donnerstag, 9. Mai:
Tschechien - Dänemark 2:1 n.P.
Schweden - Kanada 0:3

Freitag, 10. Mai:
Slowenien - Tschechien 2:4
Weißrussland - Kanada 1:4

Samstag, 11. Mai:
Schweiz - Dänemark 4:1
Schweden - Slowenien 2:0
Norwegen - Weißrussland 3:1

Sonntag, 12. Mai:
Kanada - Tschechien 2:1
Norwegen - Schweiz 1:3

Montag, 13. Mai:
Dänemark - Weißrussland 3:2
Kanada - Slowenien 4:3 n.V.

Dienstag, 14. Mai:
Weißrussland - Schweiz (12:15)
Tschechien - Norwegen (16:15)
Dänemark - Schweden (20:15)

K.o-Phase

Viertelfinale - Donnerstag, 16. Mai:
1H-4H (12:00)
2H-3H (17:30)

1S-4S (14:45)
2S-3S (20:15)

Halbfinale - Samstag, 18. Mai
Stockholm 15:00 und 19:00

Spiel um Platz 3 - Sonntag, 19. Mai
Stockholm 16:00

Finale - Sonntag, 19. Mai
Stockholm 20:30

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