APA12653904 - 08052013 - HELSINKI - FINNLAND: IIHF EISHOCKEY-WELTMEISTERSCHAFT GRUPPE H - Marcus Kink (GER) trifft zum 1:0 gegen Keeper Bernhard Starkbaum (AUT) am Mittwoch, 8. Mai 2013, während der Begegnung zwischen Österreich und Deutschland in der Hartwall-Arena in Helsinki. +++EDITORIAL USE ONLY+++ APA-FOTO: HELMUT FOHRINGER

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Eishockey-WM
05/08/2013

Österreich unterliegt Deutschland

Das ÖEHV-Team scheitert an der Chancenverwertung und muss um den Klassenerhalt zittern.

von Peter Karlik

Groß war die Hoffnung auf ein erneutes Erfolgserlebnis gegen Deutschland. Erst im Februar hatte Österreich gegen den Lieblingsgegner in der Olympia-Qualifikation den notwendigen Punkt zum Turniersieg geholt.

Daraus wurde am Mittwoch bei der WM in Helsinki nichts. Österreich verlor nach sehr starkem Beginn 0:2 und muss im Kampf um den Klassenerhalt weiter zittern.

Die erste große Chance hatten die Österreicher: Raffl scheiterte nach nur 38 gespielten Sekunden bei einem Alleingang knapp. Die Aktion war eine Initialzündung im Spiel der Österreicher. Die Deutschen konnten nicht an die Leistungen in den drei Spielen gegen die Top-Teams der Gruppe anschließen. Sie hatten aber auch Probleme damit, als favorisiertes Team erstmals das Spiel machen zu müssen. Denn Österreich spielte defensiv gut und schaltete blitzschnell in die Offensive um. Raffl, Vanek, Herburger und Koch hatten ein halbes Dutzend Chancen im ersten Drittel, in dem die Österreicher eine 50 Sekunden lange Fünf-gegen-Drei-Überzahl ungenützt ließen.

Wäre die Chancenauswertung der Österreicher so gut wie beim 6:3 gegen Lettland gewesen, hätten sie nach 30 Minuten eine Führung mit vier, fünf Toren Differenz haben können.

Die Entscheidung

Die Wende leitete David Schuller ein: Bei einem Angriff verlor er den Puck, fasste dem Gegenspieler an die Schulter und musste zwei Minuten auf die Strafbank. Zwar nutzen die Deutschen das Powerplay nicht, bekamen aber doch immer mehr Energie im Spiel. Kink ließ nach einem Fehler von Latusa Schumnig stehen wie einen Hydranten und traf zum 1:0 für die Deutschen (37.).

In der Schlussphase ging den Österreichern die Kraft aus, Fehler im Pass- und Positionsspiel häuften sich. In der Schlussminute bekam Deutschland ein technisches Tor zugesprochen. Pöck hatte Kink gefoulte, der Deutsche war alleine auf das leere österreichische Tor zugelaufen. Thomas Vanek sagte enttäuscht: „Ich bin traurig über dieses Ergebnis. Wir waren vielleicht nicht die bessere Mannschaft, aber wir haben die besseren Chancen gehabt. Jetzt müssen wir schauen, dass wir gut Powerplay trainieren. Da brauchen wir mehr Tore.“

Teamchef Viveiros wirkte niedergeschlagen: „Ich bin glücklich, wie wir aufgetreten sind, aber enttäuscht über den Ausgang. Wir hätten uns diesen Punkt verdient.“

Rechenspiele

Im Kampf um den Klassenerhalt bedeutet das 0:2, dass wenn Österreich gegen die Slowakei, Finnland und Russland nicht mehr punktet, Lettland dann gegen die Slowakei, Deutschland, Frankreich und Finnland nicht mehr als drei Punkte machen darf.

Hier geht's zu den Highlights

Ergebnis

Österreich - Deutschland 0:2 (0:0,0:1,0:1)

Helsinki, Hartwall-Arena, 6.820, SR Bulanow (RUS)/Croft (USA)

Tore: Kink (38., 60./technisches Tor/empty net)

Strafminuten: 8 bzw. 16.

Österreich: Starkbaum - Unterluggauer, F. Iberer; A. Lakos, Pöck; Schumnig, R. Lukas; Altmann - Latusa, Koch, Vanek; Hundertpfund, Herburger, M. Raffl; Peintner, Oberkofler, Baumgartner; Krislter, Schuller, Welser; M. Iberer

Deutschland: Zepp - Ehrhoff, Ankert; N. Goc, Müller; Baxmann, Hördler; Krueger - Rankel, Schütz, M. Goc; Wolf, Ullmann, Gogulla; Kink, Tripp, Y. Seidenberg; Greilinger, Hager, Pietta; Mauer

Manchmal spielt man unglaublich und verliert

Manny Viveiros (Teamchef Österreich): "Wir hatten genug Chancen heute. Wir hatten sieben, acht gute Chancen, haben sie aber nicht genützt. Wir hätten uns einen Punkt verdient, keine Frage. Im letzten Drittel waren wir ein bisschen müde, da haben wir dann ein paar Fehler gemacht. Vier Spiele in fünf Tagen ist ein Wahnsinn. Wir sind enttäuscht wegen dieser Niederlage. Wir könnten vier Siege haben, leider ist das nicht so. Wir spielen gut, hatten in jeder Partie die Chance zu gewinnen. Mein Eindruck bis jetzt ist sehr, sehr positiv, aber wir haben leider zu wenige Punkte. Ich kann mich nicht erinnern, dass Österreich in vier Spielen gegen gute Mannschaften so dabei war. Wir müssen positiv bleiben. Wir haben eine 24-Stunden-Regel: Aus, fertig, nächstes Spiel. Wir denken an die Slowakei, wir können diese Mannschaft schlagen oder einen Punkt holen.

Pat Cortina (Teamchef Deutschland): "Das war ein wichtiger Sieg für uns. Torhüter Zepp war herausragend, Österreich war extrem gut und über Strecken das bessere Team. Aber unser Penalty-Killing war sehr gut."

Thomas Vanek: "Das war unser bestes Spiel. Ich bin enttäuscht, dass wir nicht gewonnen haben. Es war ein Kampf bis zum Ende, wir hätten uns mehr verdient als zu verlieren. Aber wir können nicht den Kopf hängen lassen. Wir sind von Anfang an super eisgelaufen, haben gekämpft, viele Strafen herausgeholt - man kann uns nichts vorwerfen, außer dass wir die Chancen nicht verwertet haben. Ihr Tormann war wieder stark. Die Bilanz bisher ist positiv. Das ist (im Vergleich zu 2009) ein viel besseres Team, vor allem vom Kampfgeist. Manny (Anm.: Teamchef Viveiros) hat eine gute Stimmung reingebracht, wo jeder Stolz auf seine Rolle ist, egal ob er zwei Minuten oder 20 Minuten spielt. Natürlich werden wir gegen jeden der kommenden Gegner Underdog sein, aber wenn wir so kämpfen wie heute, sie frustrieren, sie Strafen nehmen lassen und das Überzahlspiel besser wird, dann kann was drin sein."

Thomas Pöck: "Es ärgert jeden, dass wir verloren haben, weil wir die bessere Mannschaft waren. Das ist Sport, es gewinnt nicht immer der bessere. Wir haben heute super Eishockey gespielt, super Chancen herausgearbeitet, die Deutschen zu Fehlern gezwungen, es ist leider nichts reingegangen. Auf dem Niveau macht ein Millimeter dort und ein Millimeter da und ein bisschen Glück den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage aus. Das war unser bestes Spiel, wir brauchen nicht lange den Kopf hängen lassen und plärren. Wir wissen, dass wir nicht für die Goldene hergekommen sind. Gestern war unser schlechtestes Spiel und wir haben 6:3 gewonnen, heute war unser bestes Spiel und wir haben verloren. Es hat jeder alles gegeben, mehr kann man nicht verlangen. Die Chancen in den nächsten drei Spielen liegen eher bei den anderen, aber wir schauen, dass wir noch einen Punkt derrappeln. So wie heute müssen wir in die nächsten Spiele wieder reingehen und am Ende schauen wir, was passiert. Wer weiß, mit einer super Defensivleistung und Glück auf unserer Seite kann das schon hinhauen. "

Michael Raffl: "Wir hatten Chancen zur Genüge, wir waren die bessere Mannschaft, aber haben es nicht geschafft, aus so vielen Möglichkeiten und Powerplays ein Resultat zu erzielen. Wenn man kein Tor schießt, ist es schwer zu gewinnen. Wir haben super gespielt, dominiert, vor allem in den ersten zwei Dritteln, die Deutschen machen aus einer Möglichkeit ein Tor, dann war es schwer, dem Rückstand nachzulaufen, auch wenn wir weiter gute Chancen hatten. Ihr Tormann hat super gespielt, die Deutschen wissen, wie man defensiv steht. Wir haben uns bisher sehr gut verkauft, auf jeden Fall besser als bei den letzten Weltmeisterschaften, treten stark als Mannschaft auf. In jedem Spiel waren wir so dabei, dass man auch gewinnen kann, so wie heute. Es ist absolut positiv. Wir fokussieren uns auf unser nächstes Spiel und schauen, dass wir da einen Punkt holen. Ich habe es lieber selbst in der Hand."

Andre Lakos: "Seit ich dabei bin, war das unser bestes Spiel gegen Deutschland. Trotzallem haben wir verloren. Das ist das Traurige. Manchmal spielt man unglaublich und verliert. Dann spielt man nicht so gut und gewinnt. Das ist halt Eishockey. Wir haben absolut noch die Chance, dass wir punkten. Die Russen sind aber ein großer Brocken. Von denen brauchen wir nicht reden. Aber ich denke, wenn wir uns weiter steigern, dann ist noch alles möglich."

Tabellen und Ergebnisse

Modus: 3 Punkte für einen Sieg, 2 Punkte für einen Sieg in Overtime oder Penaltyschießen, 1 Punkt für eine Niederlage in Overtime oder Penaltyschießen.

Die ersten vier jeder Gruppe steigen ins Viertelfinale auf, die Plätze fünf und sechs schaffen den Klassenerhalt, die beiden Gruppenletzten steigen ab. Sollte Weißrussland als Ausrichter der WM 2014 Letzter der Gruppe Stockholm werden, dann steigen jene zwei Teams mit den wenigsten Punkten ab. Diese könnten dann auch aus einer der beiden Achtergruppen kommen.

Das Viertelfinale wird innerhalb der Vorrunden-Gruppe gespielt, die Mannschaften bleiben also in der jeweiligen Stadt.

Gruppe Helsinki

Tabelle:
1. Russland 3 3 0* 0** 0 15:4 9
2. USA 4 3 0* 0** 1 16:10 9
3. Finnland 4 2 1* 0** 1 10:8 8
4. Slowakei 3 2 0* 0** 1 9:6 6
5. Deutschland 4 1 0* 1** 2 8:11 4
6. Frankreich 3 1 0* 0** 2 6:10 3
7. Österreich 4 1 0* 0** 3 10:13 3
8. Lettland 3 0 0* 0** 3 4:16 0

Freitag, 3. Mai:
Frankreich - Slowakei 2:6
Finnland - Deutschland 4:3 n.V

Samstag, 4. Mai:
USA - Österreich 5:3
Russland - Lettland 6:0
Finnland - Slowakei 2:0

Sonntag, 5. Mai:
Frankreich - Österreich 3:1
Deutschland - Russland 1:4
Lettland - USA 1:4

Montag, 6. Mai:
Deutschland - Slowakei 2:3
Finnland - Frankreich 3:1

Dienstag, 7. Mai:
Österreich - Lettland 6:3
Russland - USA 5:3

Mittwoch, 8. Mai:
Österreich - Deutschland 0:2
USA - Finnland 4:1

Donnerstag, 9. Mai:
Russland - Frankreich (15:15)
Slowakei - Lettland (19:15)

Freitag, 10. Mai:
Slowakei - Österreich (15:15)
Russland - Finnland (19:15)

Samstag, 11. Mai:
USA - Frankreich (11:15)
Finnland - Österreich (15:15)
Deutschland - Lettland (19:15)

Sonntag, 12. Mai:
USA - Deutschland (15:15)
Slowakei - Russland (19:15)

Montag, 13. Mai:
Lettland - Frankreich (15:15)
Österreich - Russland (19:15)

Dienstag, 14. Mai:
Slowakei - USA (11:15)
Frankreich - Deutschland (15:15)
Lettland - Finnland (19:15)

Gruppe Stockholm

Tabelle:
1. Schweiz 4 3 1* 0** 0 18:7 11
2. Schweden 4 3 0* 0** 1 11:6 9
3. Kanada 3 2 0* 1** 0 12:5 7
4. Norwegen 4 2 0* 0** 2 8:15 6
5. Tschechien 3 1 0* 0** 2 5:7 3
6. Weißrussland 3 1 0* 0** 2 5:7 3
7. Dänemark 3 0 1* 0** 2 6:8 2
8. Slowenien 4 0 0* 1** 3 7:17 1

Freitag, 3. Mai:
Tschechien - Weißrussland 2:0
Schweden - Schweiz 2:3

Samstag, 4. Mai:
Norwegen - Slowenien 3:1
Kanada - Dänemark 3:1
Tschechien - Schweden 1:2

Sonntag, 5. Mai:
Weißrussland - Slowenien 4:3
Schweiz - Kanada 3:2 n.P.
Norwegen - Dänemark 3:2

Montag, 6. Mai:
Schweiz - Tschechien 5:2
Schweden - Weißrussland 2:1

Dienstag, 7. Mai:
Slowenien - Dänemark 2:3 n.V.
Kanada - Norwegen 7:1

Mittwoch, 8. Mai:
Slowenien - Schweiz 1:7
Norwegen - Schweden 1:5

Donnerstag, 9. Mai:
Tschechien - Dänemark (16:15)
Schweden - Kanada (20:15)

Freitag, 10. Mai:
Slowenien - Tschechien (16:15)
Weißrussland - Kanada (20:15)

Samstag, 11. Mai:
Schweiz - Dänemark (12:15)
Schweden - Slowenien (16:15)
Norwegen - Weißrussland (20:15)

Sonntag, 12. Mai:
Kanada - Tschechien (16:15)
Norwegen - Schweiz (20:15)

Montag, 13. Mai:
Dänemark - Weißrussland (16:15)
Kanada - Slowenien (20:15)

Dienstag, 14. Mai:
Weißrussland - Schweiz (12:15)
Tschechien - Norwegen (16:15)
Dänemark - Schweden (20:15)

K.o-Phase

Viertelfinale - Donnerstag, 16. Mai:
1H-4H (12:00)
2H-3H (17:30)

1S-4S (14:45)
2S-3S (20:15)

Halbfinale - Samstag, 18. Mai
Stockholm 15:00 und 19:00

Spiel um Platz 3 - Sonntag, 19. Mai
Stockholm 16:00

Finale - Sonntag, 19. Mai
Stockholm 20:30

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