APA12638296 - 07052013 - HELSINKI - FINNLAND: IIHF EISHOCKEY-WELTMEISTERSCHAFT GRUPPE H - (v.l.) Manuel Latusa (AUT), Thomas Vanek (AUT), Andre Lakos (AUT) und Thomas Koch (AUT) jubeln über das 3:1 am Dienstag, 7. Mai 2013, während der Begegnung zwischen Österreich und Lettland in der Hartwall-Arena in Helsinki. +++EDITORIAL USE ONLY+++ APA-FOTO: HELMUT FOHRINGER

© APA/HELMUT FOHRINGER

Eishockey-WM
05/07/2013

Österreich besiegt Lettland

Die ÖEHV-Cracks dürfen sich im dritten WM-Spiel über den ersten Sieg freuen.

von Peter Karlik

14 Jahre musste Österreichs Eishockey-Nationalteam auf den ersten Sieg bei einer WM gegen Lettland warten. 1999 hatte Österreich gegen die Balten 5:2 gewonnen.

Nach vier Niederlagen in den folgenden Duellen wurde es am Dienstag ein 6:3. Und das Spiel lieferte den Beweis, dass Eishockey eine verrückte Sportart ist. Denn in Wahrheit war es die schlechteste Leistung der Österreicher bei dieser WM in Helsinki. Sowohl beim 3:5 gegen die USA, als auch beim 1:3 gegen Frankreich spielte Österreich besser als gegen Lettland.

Egal.

Mit den drei Punkten sind die Chancen auf den Klassenerhalt plötzlich wieder intakt. Und mit einem Punktgewinn gegen Deutschland (15.15 Uhr, ORFeins) wären sie sogar sehr gut. Denn nach drei Runden liegt Österreich vor Lettland und den Deutschen in der Gruppe H.

Der Vater des Sieges war ganz klar Tormann Bernhard Starkbaum, an dem nach den ersten beiden Partien schon gezweifelt worden war. „Wenn Österreich ein Spiel bei einer A-WM gewinnen will, dann muss der Tormann der beste Spieler sein“, sagte Thomas Vanek über die schwierige Startphase, in der die Letten 1:0 durch Berzins (4.) erzielten und das Tor der Österreicher alle paar Sekunden beschossen.

Teamchef Manny Viveiros lobte den 27-jährigen Schweden-Legionär: „Manche Kritiker sollten sich heute bei ihm entschuldigen. Er hat uns im Spiel gehalten.“

Starkbaum gab das Lob postwendend weiter: „Die Verteidiger haben super gearbeitet und fast nur Schüsse von der Seite zugelassen.“

Die Wende

Das 1:1 durch WM-Debütant Florian Iberer fiel wie aus dem Nichts. Der Verteidiger schupfte locker auf das Tor, der Puck flog zwischen Verteidigern und Stürmern ins kurze Eck (14.). Plötzlich ging ein Ruck durch die Mannschaft. Andre Lakos zog im Powerplay zum 2:1 ab (18.). Und das Selbstvertrauen wuchs, nachdem Vanek einen lettischen Fehler im Spielaufbau mit seinem Treffer zum 3:1 ausnützte (24.). Brenzlig wurde es trotzdem noch. Die Letten, die 13 Spieler in der russischen KHL haben, machten nach dem 4:1 durch Altmann viel Druck und kamen auf 3:4 heran.

Doch die Chancenauswertung der Österreicher war genauso gut wie die Moral. Raffl und Oberkofler sorgten für den 6:3-Erfolg.

Verteidiger Thomas Pöck hatte den passenden Spruch parat: „Die Letten haben uns gezeigt, wie man Eishockey spielt. Und wir haben ihnen gezeigt, wie man Tore schießt.“ Teamchef Manny Viveiros sagte glücklich: „Ich bin stolz auf die Spieler. Sie sind nie in Panik geraten.“

Hier geht's zum Video-Spielbericht

Ergebnis

Österreich - Lettland 6:3 (2:1,2:1,2:1)

Helsinki, Hartwall-Arena, 3.051, SR Johansson (SWE)/Rantala (FIN)
Tore: F. Iberer (14.). Lakos (18./PP), Vanek (24.), Altmann (27.), Raffl (50.), Oberkofler (57.) bzw. Berzins (4.), Saviels (39.), Darzins (41./PP)
Strafminuten: 6 bzw. 8.

Österreich: Starkbaum - Unterluggauer, F. Iberer; A. Lakos, Pöck; Schumnig, R. Lukas; Altmann - Latusa, Koch, Vanek; Herburger, Hundertpfund, M. Raffl; Peintner, Oberkofler, Baumgartner; Krislter, Schuller, Welser; M. Iberer

Lettland: Masalskis - K. Redlihs, Kulda; Saviels, Sotnieks; M. Jass, Andersons; Freibergs - Sprukts, Darzins, Cipulis; Dzerins, Girgensons, Indrasis; Kenins, Berzins, Meija; Pavlovs, Stals, Sikokovs; K. Jass.

Wahrscheinlich unser schlechtestes Spiel

Manny Viveiros (Teamchef Österreich): "Es war ein 'Do-or-Die-Spiel' (Alles oder Nichts, Anm.) für uns, wir mussten gewinnen, um im Turnier zu bleiben. Von den bisher drei Spielen war es wahrscheinlich unser schlechtestes Spiel. Das ist Sport, ich kann damit leben. Ich bin sehr stolz auf diese Spieler, weil keine Panik aufgekommen ist. Das war eine harte Partie, aber Starke (Anm.: Torhüter Bernhard Starkbaum) war heute sehr, sehr gut. Wir wissen, dass Starke ein guter Torhüter ist und heute hat er für uns den Unterschied ausgemacht.

So ein Spiel kostet viel Kraft, aber wir haben viel Energie vom Sieg bekommen. Deutschland ist eine gute Mannschaft, sehr stark, aber wir freuen uns auf diese Herausforderung. Wir wollen gegen die besten Mannschaften der Welt spielen und Deutschland ist eine Top-Mannschaft."

Ted Nolan (Teamchef Lettland): "Wir hatten einen guten Start. Aber ihr Torhüter hat wichtige 'saves' gemacht und sie haben ihre Tore zu den richtigen Zeitpunkten gemacht. Das war eines dieser Spiele, wo bei uns nichts reingegangen ist und beim Gegner schon."

Thomas Pöck (Spieler Österreich): "Es war genau das Spiel, wo alles ein bisschen so geklappt hat, wie wir Österreicher das brauchen. Die Tore sind vorne reingegangen, hinten sind wir gut gestanden. Klar haben wir Fehler gemacht, aber die hat Starke (Anm.: Torhüter Starkbaum) rausgeholt. Heute haben sie uns gezeigt, wie Eishockey geht. Und dann haben wir ihnen gezeigt, wie man Tore schießt. Wenn wir wunderschönes Eishockey spielen und 0:1 verlieren oder wie heute 6:3 gewinnen, nehme ich das von heute."

Thomas Vanek (Torschütze Österreich): "Wir haben noch einen weiten Weg. Wir werden den Sieg in der Kabine genießen, sobald wir im Bus sind vergessen, uns auf morgen konzentrieren und versuchen, zu punkten. Wenn wir gewinnen wollen, muss bei uns immer der Torhüter der beste Spieler sein. Bernd (Anm.: Starkbaum) hat uns heute eine Chance gegeben. In den ersten zehn Minuten hat Lettland schön Gas gegeben, sie hatten Chancen auf 2:0, 3:0, dann wäre es schwer gewesen, zurückzukommen. Bernd hat uns eine Chance gegeben und vorne haben wir unsere Chancen meistens genützt. Als Torjäger will ich jede Chance reinhauen. Aber ich habe wieder die Stange getroffen, ist nicht optimal, aber abhaken und weitermachen. Deutschland spielt sehr stark. Wir sind Außenseiter, aber es heißt nicht, dass wir viel schlechter sind. Wir müssen gescheiter spielen als sie. Wir müssen auf alle Fälle besser starten. "

Thomas Koch (Spieler Österreich): "In den ersten zwei Spielen war das Glück nicht auf unserer Seite, heute war es umgekehrt. Wir haben hart für unser Glück gearbeitet und sind belohnt worden. Wir haben nicht aufgehört zu arbeiten, im Schlussdrittel war es Kampfgeist und Defensivkraft mit einem starken Bernhard Starkbaum. Natürlich gibt es Ups und Downs, wichtig war, dass wir unsere Downs heute gut überbrückt haben. Wir haben einmal angeschrieben, aber es geht weiter, morgen warten schon die Deutschen."

Florian Iberer (Torschütze Österreich): "Die Letten sind wie mit der Pistole geschossen aus der Kabine gekommen. Das haben sie sich offensichtlich von Frankreich abgeschaut. Wir haben uns dann zum Glück erfangen und sind mit dem Spiel immer besser geworden und haben ihre Fehler ausgenützt. Die Chancenauswertung hat heute auch gepasst. Wir haben den Puck zum Tor gebracht und viel Verkehr davor erzeugt. Und ihr Tormann konnte die Scheibe oft nicht sehen. Es ist schön, dass mir mein erstes WM-Tor gelungen ist. Aber es ist nur ein Tor. Der Sieg zählt viel mehr. Das ist der richtige Weg, auf dem wir die A-Gruppe halten können. Wir haben uns vorgenommen, dass wir gegen jede Mannschaft im letzten Drittel noch eine Chance auf den Sieg haben. Genauso gehen wir gegen die Deutschen rein."

Tabellen und Ergebnisse

Modus: 3 Punkte für einen Sieg, 2 Punkte für einen Sieg in Overtime oder Penaltyschießen, 1 Punkt für eine Niederlage in Overtime oder Penaltyschießen.

Die ersten vier jeder Gruppe steigen ins Viertelfinale auf, die Plätze fünf und sechs schaffen den Klassenerhalt, die beiden Gruppenletzten steigen ab. Sollte Weißrussland als Ausrichter der WM 2014 Letzter der Gruppe Stockholm werden, dann steigen jene zwei Teams mit den wenigsten Punkten ab. Diese könnten dann auch aus einer der beiden Achtergruppen kommen.

Das Viertelfinale wird innerhalb der Vorrunden-Gruppe gespielt, die Mannschaften bleiben also in der jeweiligen Stadt.

Gruppe Helsinki

Tabelle:
1. Russland 3 3 0* 0** 0 15:4 9
2. Finnland 3 2 1* 0** 0 9:4 8
3. USA 3 2 0* 0** 1 12:9 6
4. Slowakei 3 2 0* 0** 1 9:6 6
5. Frankreich 3 1 0* 0** 2 6:10 3
6. Österreich 3 1 0* 0** 2 10:11 3
7. Deutschland 3 0 0* 1** 2 6:11 1
8. Lettland 3 0 0* 0** 3 4:16 0

Freitag, 3. Mai:
Frankreich - Slowakei 2:6
Finnland - Deutschland 4:3 n.V

Samstag, 4. Mai:
USA - Österreich 5:3
Russland - Lettland 6:0
Finnland - Slowakei 2:0

Sonntag, 5. Mai:
Frankreich - Österreich 3:1
Deutschland - Russland 1:4
Lettland - USA 1:4

Montag, 6. Mai:
Deutschland - Slowakei 2:3
Finnland - Frankreich 3:1

Dienstag, 7. Mai:
Österreich - Lettland 6:3
Russland - USA 5:3

Mittwoch, 8. Mai:
Österreich - Deutschland (15:15)
USA - Finnland (19:15)

Donnerstag, 9. Mai:
Russland - Frankreich (15:15)
Slowakei - Lettland (19:15)

Freitag, 10. Mai:
Slowakei - Österreich (15:15)
Russland - Finnland (19:15)

Samstag, 11. Mai:
USA - Frankreich (11:15)
Finnland - Österreich (15:15)
Deutschland - Lettland (19:15)

Sonntag, 12. Mai:
USA - Deutschland (15:15)
Slowakei - Russland (19:15)

Montag, 13. Mai:
Lettland - Frankreich (15:15)
Österreich - Russland (19:15)

Dienstag, 14. Mai:
Slowakei - USA (11:15)
Frankreich - Deutschland (15:15)
Lettland - Finnland (19:15)

Gruppe Stockholm

Tabelle:
1. Schweiz 3 2 1* 0** 0 11:6 8
2. Kanada 3 2 0* 1** 0 12:5 7
3. Schweden 3 2 0* 0** 1 6:5 6
4. Norwegen 3 2 0* 0** 1 7:10 6
5. Tschechien 3 1 0* 0** 2 5:7 3
6. Weißrussland 3 1 0* 0** 2 5:7 3
7. Dänemark 3 0 1* 0** 2 6:8 2
8. Slowenien 3 0 0* 1** 2 6:10 1

Freitag, 3. Mai:
Tschechien - Weißrussland 2:0
Schweden - Schweiz 2:3

Samstag, 4. Mai:
Norwegen - Slowenien 3:1
Kanada - Dänemark 3:1
Tschechien - Schweden 1:2

Sonntag, 5. Mai:
Weißrussland - Slowenien 4:3
Schweiz - Kanada 3:2 n.P.
Norwegen - Dänemark 3:2

Montag, 6. Mai:
Schweiz - Tschechien 5:2
Schweden - Weißrussland 2:1

Dienstag, 7. Mai:
Slowenien - Dänemark 2:3 n.V.
Kanada - Norwegen 7:1

Mittwoch, 8. Mai:
Slowenien - Schweiz (16:15)
Norwegen - Schweden (20:15)

Donnerstag, 9. Mai:
Tschechien - Dänemark (16:15)
Schweden - Kanada (20:15)

Freitag, 10. Mai:
Slowenien - Tschechien (16:15)
Weißrussland - Kanada (20:15)

Samstag, 11. Mai:
Schweiz - Dänemark (12:15)
Schweden - Slowenien (16:15)
Norwegen - Weißrussland (20:15)

Sonntag, 12. Mai:
Kanada - Tschechien (16:15)
Norwegen - Schweiz (20:15)

Montag, 13. Mai:
Dänemark - Weißrussland (16:15)
Kanada - Slowenien (20:15)

Dienstag, 14. Mai:
Weißrussland - Schweiz (12:15)
Tschechien - Norwegen (16:15)
Dänemark - Schweden (20:15)

K.o-Phase

Viertelfinale - Donnerstag, 16. Mai:
1H-4H (12:00)
2H-3H (17:30)

1S-4S (14:45)
2S-3S (20:15)

Halbfinale - Samstag, 18. Mai
Stockholm 15:00 und 19:00

Spiel um Platz 3 - Sonntag, 19. Mai
Stockholm 16:00

Finale - Sonntag, 19. Mai
Stockholm 20:30

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.