epa03688065 Julien Desrosiers of France (R) scores the 3-0 goal past goalkeeper Bernhard Starkbaum of Austria during the 2013 Ice Hockey IIHF World Championships Group H match between France and Austria at the Hartwall Arena in Helsinki, Finland, 05 May 2013. EPA/MARKKU OJALA FINLAND OUT

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Eishockey-WM
05/05/2013

Österreich unterliegt auch Frankreich

Das ÖEHV-Team muss sich Frankreich 1:3 geschlagen geben und braucht ein Wunder für den Klassenerhalt.

von Peter Karlik

War es Müdigkeit nach dem Samstag-Spiel gegen die USA oder war es gar Überheblichkeit gegen den wahrscheinlich leichtesten Gruppengegner bei dieser WM?

Das mussten sich die zirka 50 nach Helsinki mitgereisten Fans und jene vor den TV-Geräten fragen, als Österreich das Schlüsselspiel im Abstiegskampf mit der körperlichen Präsenz eines Unterliga-Teams begann. Die Franzosen waren minutenlang immer schneller am Puck und gingen aus 90 Prozent der Zweikämpfe als Sieger hervor. Innerhalb von 41 Sekunden kam Frankreich zu einer 2:0-Führung. Erst schoss Lukas den Franzosen Fleury an, der zum Konter ansetzte und zum 1:0 traf (4.). Dann passte im eigenen Drittel die Zuordnung nicht und Da Costa konnte aus kurzer Distanz einschießen (5.).

Stürmer Daniel Welser suchte nach Erklärungen: „Die Franzosen haben zu Beginn viel Druck ausgeübt, wir haben kaum einen Spielzug aufbauen können.“

Wirklich besser wurde Österreich erst nach der ersten Pause. Doch Tor wollte keines gelingen. Alleine Thomas Vanek hatte sieben Torschüsse und traf zusätzlich noch zwei Mal die Stange. Insgesamt wurden 36 Torschüsse und drei Stangentreffer gezählt.

Stolzer Teamchef

Headcoach Manny Viveiros versuchte, das Positive hervorzuheben: „Ich finde, dass wir nach den ersten zehn Minuten gut gespielt haben. Wir können auf diese Leistung stolz sein. Solche Torchancen müssen wir aber verwerten.“

Entscheidend war wohl das 3:0 der Franzosen durch Desrosiers (39.), nach dem die Österreicher vier, fünf sehr gute Torchancen hatten und der Referee in der Aktion davor ein Foul an Vanek übersehen hatte.

In der Schlussphase riskierten die Österreicher noch mehr und ließ Viveiros seinen Elite-Block mit Koch, Vanek und Raffl öfter auf das Eis.

Doch mehr als das 1:3 durch den Buffalo-Stürmer war nicht mehr drinnen (48.). Verteidiger Tommy Pöck sagte angriffslustig: „Wir haben nicht genug Firepower, dass wir nach einem 0:3 noch zurückkommen.“ Entscheidend für den ehemaligen Rangers- und Islanders-Profi waren die beiden Gegentore zu Spielbeginn: „Wenn wir auf diesem Level etwas gewinnen wollen, dann müssen wir 60 Minuten gutes Eishockey spielen. 59 reichen nicht, wenn du in einer Minute zwei Tore bekommst.“ Von Müdigkeit nach dem Samstag-Spiel gegen die USA wollte Pöck nichts hören: „Wenn man nicht Profi genug ist, dass man an zwei Tagen zwei Spiele macht, dann ist man fehl am Platz.“

Frankreich - Österreich 3:1 (2:0,1:0,0:1)
Helsinki, Hartwall-Arena, 3.471, SR Frano/Vinnerborg (CZE/SWE)

Tore: Fleury (4.), da Costa (5.), Desrosiers (38.) bzw. Vanek (48.)
Strafminuten: 4 bzw. 4

Frankreich: Huet - Manavian, Auvitu; Bachet, Hecquefeuille; Janil, Besch, Moisand - Y. Treille, Meunier, Desrosiers; Fleury, Bellemare, S. Treille; Henderson, Roussel, da Costa; Bozon, Raux, Guttig; Bertrand

Österreich: Starkbaum - A. Lakos, Pöck; Unterluggauer, F. Iberer; Schumnig, R. Lukas; Klimbacher, Altmann - Vanek, Koch M. Raffl; M. Iberer, Schuller, Welser; Latusa, Hundertpfund, Baumgartner; Herburger, Oberkofler, Peintner

Manny Viveiros (Teamchef Österreich): "In den ersten sieben Minuten hat Frankreich Druck gemacht und wir haben ein paar Fehler gemacht. Sie hatten ein Break, da hätten wir die Scheibe tief spielen müssen und beim zweiten Tor war es ein Defensivefehler, der Spieler war allein. Danach haben wir gut gespielt, wir hatten genug Chancen, aber wir müssen diese Chancen auch nützen. Es war nicht ein Wechsel, wo wir nicht gekämpft hätten. Das ist positiv. Ich bin stolz, wie die Mannschaft gekämpft hat."

Thomas Pöck: "Die haben mit uns genau das gemacht, was wir gestern mit den Amerikanern gemacht haben. Aber wir haben nicht genug Feuerpower, dass wir von so was zurückkommen. Wir brauchen keine Entschuldigung suchen, es hat einfach nicht gereicht, sie haben verdient gewonnen. Wenn wir auf diesem Level was reißen wollen, müssen wir 60 Minuten gutes Eishockey spielen. 59 Minuten reichen nicht, wenn du in einer Minute zwei Tore bekommst. Realistisch gesehen musst du beide Spiele gegen Lettland und Deutschland gewinnen oder zumindest jedes Mal punkten, weil auf die letzten drei Spiele brauchen wir nicht warten. Wir brauchen keine Ausrede suchen, dass wir am Vortag gespielt haben. Wenn man nicht Profi genug ist, dass man zweimal hintereinander Eishockey spielen kann, dann sind wir am falschen Ort. Darüber brauchen wir nicht reden. Wenn das nicht geht, gehören wir nicht hierher."

Thomas Koch: "Wir sind ganz schlecht gestartet, das nutzen die Franzosen halt aus. Wenn du 0:2 hinten bist, ist es natürlich schwierig. Sie haben uns am Anfang ein bisschen überrollt, daher sind wir schwer ins Spiel gekommen. Wir hätten kompakt hinten stehen und einfach spielen müssen. Der Frust ist natürlich groß, weil wir die ersten beiden Partien verloren haben. Aber das Leben geht weiter, zum Ärgern ist nicht viel Zeit."

Daniel Welser: "Die Franzosen haben am Anfang viel Druck ausgeübt, wir haben kaum einen Spielzug aufbauen können. Wir haben fast jeden Zweikampf im ersten Drittel verloren. Ich weiß nicht, ob es daran gelegen ist, dass wir am Samstag auch schon gespielt haben. Ab dem zweiten Drittel waren wir besser, aber im Endeffekt war es zu wenig. Für uns ist jetzt klar, dass wir jetzt noch punkten müssen. Wir werden alles daran setzen, dass wir gleich gegen die Letten drei Punkte einfahren. Wir müssen an uns glauben und dürfen nicht aufgeben."

Tabellen und Ergebnisse

Modus: 3 Punkte für einen Sieg, 2 Punkte für einen Sieg in Overtime oder Penaltyschießen, 1 Punkt für eine Niederlage in Overtime oder Penaltyschießen.

Die ersten vier jeder Gruppe steigen ins Viertelfinale auf, die Plätze fünf und sechs schaffen den Klassenerhalt, die beiden Gruppenletzten steigen ab. Sollte Weißrussland als Ausrichter der WM 2014 Letzter der Gruppe Stockholm werden, dann steigen jene zwei Teams mit den wenigsten Punkten ab. Diese könnten dann auch aus einer der beiden Achtergruppen kommen.

Das Viertelfinale wird innerhalb der Vorrunden-Gruppe gespielt, die Mannschaften bleiben also in der jeweiligen Stadt.

Gruppe Helsinki

Tabelle:
1. Russland 2 2 0* 0** 0 10:1 6
2. USA 2 2 0* 0** 0 9:4 6
3. Finnland 2 1 1* 0** 0 6:3 5
4. Slowakei 2 1 0* 0** 1 6:4 3
5. Frankreich 2 1 0* 0** 1 5:7 3
6. Deutschland 2 0 0* 1** 1 4:8 1
7. Österreich 2 0 0* 0** 2 4:8 0
8. Lettland 2 0 0* 0** 1 1:10 0

* Sieg nach Verlängerung (zwei Punkte)
** Niederlage nach Verlängerung (ein Punkt)

Freitag, 3. Mai:
Frankreich - Slowakei 2:6
Finnland - Deutschland 4:3 n.V

Samstag, 4. Mai:
USA - Österreich 5:3
Russland - Lettland 6:0
Finnland - Slowakei 2:0

Sonntag, 5. Mai:
Frankreich - Österreich 3:1
Deutschland - Russland 1:4
Lettland - USA 1:4

Montag, 6. Mai:
Deutschland - Slowakei (15:15)
Finnland - Frankreich (19:15)

Dienstag, 7. Mai:
Österreich - Lettland (15:15)
Russland - USA (19:15)

Mittwoch, 8. Mai:
Österreich - Deutschland (15:15)
USA - Finnland (19:15)

Donnerstag, 9. Mai:
Russland - Frankreich (15:15)
Slowakei - Lettland (19:15)

Freitag, 10. Mai:
Slowakei - Österreich (15:15)
Russland - Finnland (19:15)

Samstag, 11. Mai:
USA - Frankreich (11:15)
Finnland - Österreich (15:15)
Deutschland - Lettland (19:15)

Sonntag, 12. Mai:
USA - Deutschland (15:15)
Slowakei - Russland (19:15)

Montag, 13. Mai:
Lettland - Frankreich (15:15)
Österreich - Russland (19:15)

Dienstag, 14. Mai:
Slowakei - USA (11:15)
Frankreich - Deutschland (15:15)
Lettland - Finnland (19:15)

Gruppe Stockholm

Tabelle:
1. Norwegen 2 2 0* 0** 0 6:3 6
2. Schweiz 2 1 1* 0** 0 6:4 5
3. Kanada 2 1 0* 1** 0 5:4 4
4. Tschechien 2 1 0* 0** 1 3:2 3
5. Schweden 2 1 0* 0** 1 4:4 3
6. Weißrussland 2 1 0* 0** 1 4:5 3
7. Slowenien 2 0 0* 0** 2 4:7 0
8. Dänemark 2 0 0* 0** 2 3:6 0

* Sieg nach Verlängerung (zwei Punkte)
** Niederlage nach Verlängerung (ein Punkt)

Freitag, 3. Mai:
Tschechien - Weißrussland 2:0
Schweden - Schweiz 2:3

Samstag, 4. Mai:
Norwegen - Slowenien 3:1
Kanada - Dänemark 3:1
Tschechien - Schweden 1:2

Sonntag, 5. Mai:
Weißrussland - Slowenien 4:3
Schweiz - Kanada 3:2 n.P.
Norwegen - Dänemark 3:2

Montag, 6. Mai:
Schweiz - Tschechien (16:15)
Schweden - Weißrussland (20:15)

Dienstag, 7. Mai:
Slowenien - Dänemark (16:15)
Kanada - Norwegen (20:15)

Mittwoch, 8. Mai:
Slowenien - Schweiz (16:15)
Norwegen - Schweden (20:15)

Donnerstag, 9. Mai:
Tschechien - Dänemark (16:15)
Schweden - Kanada (20:15)

Freitag, 10. Mai:
Slowenien - Tschechien (16:15)
Weißrussland - Kanada (20:15)

Samstag, 11. Mai:
Schweiz - Dänemark (12:15)
Schweden - Slowenien (16:15)
Norwegen - Weißrussland (20:15)

Sonntag, 12. Mai:
Kanada - Tschechien (16:15)
Norwegen - Schweiz (20:15)

Montag, 13. Mai:
Dänemark - Weißrussland (16:15)
Kanada - Slowenien (20:15)

Dienstag, 14. Mai:
Weißrussland - Schweiz (12:15)
Tschechien - Norwegen (16:15)
Dänemark - Schweden (20:15)

K.o-Phase

Viertelfinale - Donnerstag, 16. Mai:
1H-4H (12:00)
2H-3H (17:30)

1S-4S (14:45)
2S-3S (20:15)

Halbfinale - Samstag, 18. Mai
Stockholm 15:00 und 19:00

Spiel um Platz 3 - Sonntag, 19. Mai
Stockholm 16:00

Finale - Sonntag, 19. Mai
Stockholm 20:30

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