APA12680824 - 10052013 - HELSINKI - FINNLAND: IIHF EISHOCKEY-WELTMEISTERSCHAFT GRUPPE H - Gerhard Unterluggauer (AUT) jubelt mit seinen Teamkollegen über das 1:1 am Freitag, 10. Mai 2013, während der Begegnung zwischen Österreich und der Slowakei in der Hartwall-Arena in Helsinki. +++EDITORIAL USE ONLY+++ APA-FOTO: HELMUT FOHRINGER

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Eishockey-WM
05/10/2013

Eishockey-Team überrascht gegen die Slowakei

Die Österreicher besiegen den Vizeweltmeister von 2012 sensationell nach Penaltyschießen.

von Peter Karlik

Österreichs Karten im Kampf um den Klassenerhalt sehen wieder viel besser aus. Nach dem 6:3 gegen Lettland wurde am Freitag Vizeweltmeister Slowakei sensationell mit 2:1 nach dem Penaltyschießen besiegt. Die Österreicher haben somit Deutschland wieder überholt. Wenn nicht Österreich auch gegen Finnland (15.15, ORFeins) und Russland am Montag punktet, dann darf Lettland in den letzten drei Spielen nicht mehr als zwei Punkte holen, oder Deutschland gar keinen mehr.

Österreich tritt bei dieser WM jedenfalls so gut wie nie zuvor in der jüngeren Eiszeit auf. „Wir könnten auch schon acht, neun Punkte haben“, ärgert sich NHL-Star Thomas Vanek über die vielen vergebenen Chancen in den Spielen gegen USA, Frankreich und Deutschland.

Der Sieg gegen Vizeweltmeister Slowakei ist sehr hoch einzustufen. Teamchef Manny Viveiros sagte nach der Nervenschlacht gezeichnet: „Ich bin so stolz auf meine Spieler. Unsere neue Mentalität macht den Unterschied aus. Jeder Spieler im Kader glaubt an den Erfolg.“

Der Ausgleich

Der Siegeswille der Österreicher war tatsächlich beachtlich. Österreich startet engagiert in die Partie, ließ aber im ersten Drittel zu viele Chancen ungenützt. Die Slowakei spielte mit elf Spielern, die letztes Jahr im Finale standen, 15 verdienen in der russischen Liga ihr Geld, zwei in der NHL. Österreich ließ sich auch durch das 0:1 durch Surovy (9.) nicht aus dem Konzept bringen. Ein Gewaltschuss von Gerhard Unterluggauer (34.) von der blauen Linie glich das Resultat aus. Im zweiten Drittel hatten die Slowaken Österreichs Goalie Bernhard Starkbaum mit 23 Schüssen malträtiert. Der 27-jährige Schweden-Legionär wuchs wieder einmal über sich hinaus. Unterluggauers Treffer war der erste nach 96:23 gespielten Minuten.

In der Schlussphase wurden die Slowaken körperlich schwächer, die Österreicher drängten auf die Entscheidung. Doch Tor wollte keines mehr gelingen. Bis zum sensationell verwandelten Penalty von Thomas Vanek: „Ich habe gewartet bis sich der Tormann bewegt, das ist mir gelungen.“ Danach traf der Buffalo-Stürmer gezielt ins Kreuzeck.

Ob diese zusätzlichen zwei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt reichen, ist noch nicht absehbar. Matchwinner Bernhard Starkbaum ist jedenfalls zuversichtlich. „Warum sollten wir nicht auch gegen Finnland punkten können?“, fragte der Goalie. Thomas Vanek fordert: „Jetzt müssen wir so weiter spielen. Gegen die Finnen und die Russen sind wir natürlich wieder Underdogs. Aber das waren wir gegen die Slowaken auch.“

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Das Auswärtsspiel

Am Samstag wird es für die Österreicher ein wenig lauter in der Hartwall-Arena, wenn Finnland (15.15, ORFeins) der Gegner sein wird. Bei den Spielen des Gastgebers ist die moderne Arena mit knapp über 12.000 Fans immer ausverkauft. „Der beste Weg, es nicht zu laut werden zu lassen, ist eine starke Leistung von uns“, weiß Österreichs Teamchef Manny Viveiros.

Statistisch gesehen wird es für die Finnen im Kampf um den Titel sehr schwer. Denn seit dem Heimsieg 1986 gewann Russland als letzter Gastgeber WM-Gold.

Ergebnis

Slowakei - Österreich 1:2 n.P. (1:0,0:1,0:0;0:0,0:1)

Helsinki, Hartwall-Arena, 8.449, SR Brüggemann (EGR)/Frano (CZE)
Tore: Surovy (10.) bzw. Unterluggauer (34.), Vanek (entscheidender Penalty)
Strafminuten: 8 bzw. 6


Penaltyschießen:
0:0 Bliznak - Starkbaum hält
0:0 Raffl - daneben
0:0 Zaborsky - Starkbaum hält
0:1 Vanek
0:1 Satan - Starkbaum hält

Slowakei: Stana - Mezei, Sekera; Mihalik, Sersen; Vydareny, Jurcina; Svarny - Surovy, Kopecky, Radivojevic; Olvecky, Satan, L. Hudacek; Kukumberg, Miklik, Zaborsky; Bliznak, Dano, Bartek; Hascak

Österreich: Starkbaum - A. Lakos, Pöck; Unterluggauer, F. Iberer; Schumnig, R. Lukas; Altmann - Hundertpfund, Herburger, M. Raffl; Latusa, Koch, Vanek; Peintner, Oberkofler, Baumgartner; Kristler, Schuller, Welser; M. Iberer

Österreichs größte Überraschungen

Die österreichische Eishockey-Nationalmannschaft hat am Freitag erstmals in der Neuzeit bei einer Weltmeisterschaft den Vize-Weltmeister geschlagen. Es ist einer der wenigen WM-Erfolge gegen Top-Nationen:

Die größten WM-Überraschungen von ÖEHV-Teams:

1996: 2:1 gegen Slowakei in Wien

2000: 3:3 gegen Finnland in St. Petersburg

2001: 3:0 gegen USA in Köln

2004: 2:2 gegen Kanada in Prag

2013: 2:1 n.P. gegen Slowakei in Helsinki

Ich bin stolz

Manny Viveiros (Teamchef Österreich): "Im Turnier muss für uns der Torhüter der beste Mann sein und das ist Bernd (Anm.: Starkbaum) derzeit für uns. Wir werden uns auf fünf Punkten nicht ausrasten. Wir haben noch zwei Spiele, natürlich haben wir noch zwei Top-Mannschaften, wir sagen uns aber immer: Warum nicht? Was mit anderen Ergebnisse passiert, darüber haben wir keine Kontrolle. Ich bin stolz. Für mich ist wichtig, dass die Spieler daran glauben. Wenn du glaubst und als Gruppe gemeinsam arbeitest, ist alles möglich. Natürlich brauchst du Glück dabei, aber du musst dir das Glück erarbeiten. Unser Ziel ist, morgen wieder Punkte machen. Dieses Programm ist ein Wahnsinn, wir haben immer zwei Spiele hintereinander, andere haben teilweise zwei Tage Pause. Aber wir können dagegen nichts tun."

Vladimir Vujtek (Teamchef Slowakei): "Wir haben gut begonnen und geführt und waren auch im zweiten Drittel besser. Wir hätten das zweite oder dritte Tor machen müssen, aber ihr Torhüter war sehr gut. Im dritten Drittel spielten wir vorsichtig, wir wollten den Punkt, den wir hatten, nicht noch verspielen."

Bernhard Starkbaum (Torhüter Österreich): "Wir haben eine gute Teamleistung abgerufen, uns an das System gehalten, Spieler vom Tor weggeblockt, sie haben mir die Schüsse von außen gegeben, und wenn Rebounds da waren, waren die Verteidiger da und haben die Situation geklärt. Wichtig ist, dass wir zwei Punkte eingefahren haben. Warum sollten wir den Finnen nicht ein, zwei oder drei Punkte abheimsen. Die Slowakei ist ein gutes Team, wir haben gut mitgespielt, hatten unsere Chancen, warum sollten uns nicht eine nächste Überraschung gelingen. Beim Penaltyschießen hat ein guter Goalie mehr Chancen, aber die Spieler hier sind so talentiert, man darf nicht den ersten Move machen, muss immer auf die erste Aktion des Schützen warten, dann reagieren, das ist heute gut gelungen. Wir haben gewusst, wir haben eine starke Truppe, wenn wir defensiv gut spielen und vorne unsere Chancen nützen, können wir sie ärgern. Heute ist es und gelungen, das gleiche Ziel haben wir morgen auch. Wenn wir konstant unsere Leistung abrufen, können wir auch Punkte gegen die Großen holen. "

Gerhard Unterluggauer (Torschütze Österreich): "Ich hätte schon bald meinen Schläger zerhackt, da nix reingegangen ist. Es war ein extrem wichtiger Sieg für uns. Wir haben intern diskutiert, dass der größte Unterschied zu den letzten Jahren jener ist, dass wir bisher in allen Partien dabei waren. Die Zeit ist vorbei, dass wir keinen Puck gegen eine Topnation sehen. Gegen die Finnen können wir einen Zähler holen, obwohl es verdammt schwierig werden wird. Wichtig wird sein, dass wir in der Defensive wieder die Fehlerquote gering halten."

Thomas Vanek (entscheidender Penalty-Schütze Österreich): "Es ist schon anstrengend. Wir haben jetzt das fünfte Spiel in sieben Tagen gehabt. Aber wir haben gut gekämpft und haben gewusst, dass wir eine Chance haben. Wieder haben wir die besseren Chancen gehabt. Die Slowaken haben meist nur von außen schießen können, und wenn sie drinnen waren, dann hat der Bernd sehr gute Saves gemacht. Wir brauchen einen guten Torhüter, Bernd war für uns da und vorne haben wir gekämpft und verdient zwei Punkte gewonnen. Wenn man kämpft und die am Papier bessere Mannschaft verunsichert, dann kann einiges drin sein, das ist uns heute gelungen. Beim Penalty habe ich gewartet, dass der Goalie die erste Bewegung macht und das ist aufgegangen. Wir haben noch zwei Spiele vor uns, müssen kämpfen bis zum Ende, müssen weiter Punkte sammeln und schauen dann was rauskommt. Es wird eng. Es passt alles zur Zeit. Es ist schwer zu sagen, ob die fünf Punkte reichen. Gegen die Finnen und die Russen sind wir natürlich wieder Underdogs. Aber das waren wir gegen die Slowaken auch. Siege fühlen sich immer gut an, gerade wenn man zu einer A-WM kommt, bei der es für Österreich immer schwer ist. Fünf Punkte sind nach fünf Partien ok. Aber es hätten acht, neun auch sein können.

Thomas Pöck: "Wir haben hinten gut gespielt, haben defensiv genau das gemacht, was es braucht, um zu gewinnen. Wenn wir nur ein bis zwei Tore bekommen, geben wir unseren Stürmern die Chance, vorne was zu machen. Starke (Anm.: Torhüter Starkbaum) war wieder unser bester Spieler, das ist die einzige Variante, um zu gewinnen. Es war eine ausgeglichene Partie, das Penaltyschießen hat uns gehört, super, das ist wichtig. Wir brauchen die zwei Punkte, wenn man unsere Gruppe anschaut ist nicht einmal sicher, ob das reicht. Finnland ist spielerisch sicher die bessere Mannschaft, ich sehe keinen Grund, warum wir nicht auch gegen Finnland gewinnen können. Wir werden alles geben, was wir haben, und am Schluss schauen wir nach oben, wenn's passt dann passt's, wenn nicht versuchen wir es gegen die Russen wieder. Wir sind spielerisch sicher stärker geworden als gesamte Mannschaft, wir haben einen Tormann der für uns gut hält und die Top-Nationen sind - ohne jemand beleidigen zu wollen - nicht die Top-Nationen, die sie nächstes Jahr bei Olympia sein werden. Aber das macht unseren Sieg um nichts schlechter, wir haben es uns verdient."

Tabellen und Ergebnisse

Modus: 3 Punkte für einen Sieg, 2 Punkte für einen Sieg in Overtime oder Penaltyschießen, 1 Punkt für eine Niederlage in Overtime oder Penaltyschießen.

Die ersten vier jeder Gruppe steigen ins Viertelfinale auf, die Plätze fünf und sechs schaffen den Klassenerhalt, die beiden Gruppenletzten steigen ab. Sollte Weißrussland als Ausrichter der WM 2014 Letzter der Gruppe Stockholm werden, dann steigen jene zwei Teams mit den wenigsten Punkten ab. Diese könnten dann auch aus einer der beiden Achtergruppen kommen.

Das Viertelfinale wird innerhalb der Vorrunden-Gruppe gespielt, die Mannschaften bleiben also in der jeweiligen Stadt.

Gruppe Helsinki

Tabelle:
1. Finnland 5 3 1* 0** 1 13:10 11
2. Russland 5 3 0* 0** 2 18:9 9
3. USA 4 3 0* 0** 1 16:10 9
4. Slowakei 5 2 0* 1** 2 13:13 7
5. Frankreich 4 2 0* 0** 2 8:11 6
6. Österreich 5 1 1* 0** 3 12:14 5
7. Deutschland 4 1 0* 1** 2 8:11 4
8. Lettland 4 1 0* 0** 3 9:19 3

Freitag, 3. Mai:
Frankreich - Slowakei 2:6
Finnland - Deutschland 4:3 n.V

Samstag, 4. Mai:
USA - Österreich 5:3
Russland - Lettland 6:0
Finnland - Slowakei 2:0

Sonntag, 5. Mai:
Frankreich - Österreich 3:1
Deutschland - Russland 1:4
Lettland - USA 1:4

Montag, 6. Mai:
Deutschland - Slowakei 2:3
Finnland - Frankreich 3:1

Dienstag, 7. Mai:
Österreich - Lettland 6:3
Russland - USA 5:3

Mittwoch, 8. Mai:
Österreich - Deutschland 0:2
USA - Finnland 4:1

Donnerstag, 9. Mai:
Russland - Frankreich 1:2
Slowakei - Lettland 3:5

Freitag, 10. Mai:
Slowakei - Österreich 1:2 n.P.
Russland - Finnland 2:3

Samstag, 11. Mai:
USA - Frankreich (11:15)
Finnland - Österreich (15:15)
Deutschland - Lettland (19:15)

Sonntag, 12. Mai:
USA - Deutschland (15:15)
Slowakei - Russland (19:15)

Montag, 13. Mai:
Lettland - Frankreich (15:15)
Österreich - Russland (19:15)

Dienstag, 14. Mai:
Slowakei - USA (11:15)
Frankreich - Deutschland (15:15)
Lettland - Finnland (19:15)

Gruppe Stockholm

Tabelle:
1. Kanada 5 4 0* 1** 0 19:6 13
2. Schweiz 4 3 1* 0** 0 18:7 11
3. Schweden 5 3 0* 0** 2 11:9 9
4. Tschechien 5 2 1* 0** 2 11:10 8
5. Norwegen 4 2 0* 0** 2 8:15 6
6. Weißrussland 4 1 0* 0** 3 6:11 3
7. Dänemark 4 0 1* 1** 2 7:10 3
8. Slowenien 5 0 0* 1** 4 9:21 1

Freitag, 3. Mai:
Tschechien - Weißrussland 2:0
Schweden - Schweiz 2:3

Samstag, 4. Mai:
Norwegen - Slowenien 3:1
Kanada - Dänemark 3:1
Tschechien - Schweden 1:2

Sonntag, 5. Mai:
Weißrussland - Slowenien 4:3
Schweiz - Kanada 3:2 n.P.
Norwegen - Dänemark 3:2

Montag, 6. Mai:
Schweiz - Tschechien 5:2
Schweden - Weißrussland 2:1

Dienstag, 7. Mai:
Slowenien - Dänemark 2:3 n.V.
Kanada - Norwegen 7:1

Mittwoch, 8. Mai:
Slowenien - Schweiz 1:7
Norwegen - Schweden 1:5

Donnerstag, 9. Mai:
Tschechien - Dänemark 2:1 n.P.
Schweden - Kanada 0:3

Freitag, 10. Mai:
Slowenien - Tschechien 2:4
Weißrussland - Kanada 1:4

Samstag, 11. Mai:
Schweiz - Dänemark (12:15)
Schweden - Slowenien (16:15)
Norwegen - Weißrussland (20:15)

Sonntag, 12. Mai:
Kanada - Tschechien (16:15)
Norwegen - Schweiz (20:15)

Montag, 13. Mai:
Dänemark - Weißrussland (16:15)
Kanada - Slowenien (20:15)

Dienstag, 14. Mai:
Weißrussland - Schweiz (12:15)
Tschechien - Norwegen (16:15)
Dänemark - Schweden (20:15)

K.o-Phase

Viertelfinale - Donnerstag, 16. Mai:
1H-4H (12:00)
2H-3H (17:30)

1S-4S (14:45)
2S-3S (20:15)

Halbfinale - Samstag, 18. Mai
Stockholm 15:00 und 19:00

Spiel um Platz 3 - Sonntag, 19. Mai
Stockholm 16:00

Finale - Sonntag, 19. Mai
Stockholm 20:30

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