APA12693186 - 11052013 - HELSINKI - FINNLAND: IIHF EISHOCKEY-WELTMEISTERSCHAFT GRUPPE H - Lauri Korpikoski (FIN) scheitert an Keeper Bernhard Starkbaum (AUT) am Samstag, 11. Mai 2013, während der Begegnung zwischen Österreich und Finnland in der Hartwall-Arena in Helsinki. +++EDITORIAL USE ONLY+++ APA-FOTO: HELMUT FOHRINGER

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Eishockey-WM
05/11/2013

Österreich gegen Finnland chancenlos

Die österreichischen Eishockey-Cracks müssen sich dem Gastgeber mit 2:7 geschlagen geben.

von Peter Karlik

Da bewundern die Österreicher die Finnen für ihre Schulbildung und ihre guten Ergebnisse beim PISA-Test und dann das: Auf einem Transparent verlautbarten die Fans nach dem 3:2-Erfolg gegen Russland: „Der Bär ist erlegt, jetzt bringt uns die Kängurus.“

Okay, das finnische Schulsystem ist vielleicht doch nicht so gut. Die Ausbildung der finnischen Eishockeyspieler funktioniert aber anscheinend bestens. Die Leijonat, auf Deutsch Löwen, zeigten trotz der kurzen Pause nach dem Sieg gegen WM-Favorit Russland ihr außergewöhnliches Talent.

Österreich war am Samstag von einem Punktegewinn viel weiter entfernt als in den Spielen zuvor. Ausgeglichen war die Partie nur bis zum 0:2. Österreich hatte in den Startminuten durch Kristler und Vanek hochkarätige Chancen. Kristlers Schuss wurde von Ortio abgewehrt, Vanek verstolperte bei seinem Alleingang. Auf der Gegenseite fälschte Pihlström einen Schuss unhaltbar für Starkbaum ab (5.) und nützte Savinainen einen Stellungsfehler in der österreichischen Abwehr (9.). Statt 2:2 stand es 0:2.

Sturmlauf

Fortan lag es an Tormann Bernhard Starkbaum, ein finnisches Schützenfest vor 12.121 Zuschauern in der ausverkauften Hartwall-Arena zu verhindern. Und der 27-jährige Wiener tat sein bestes.

Beim 0:3 saßen Lukas und Lakos wegen unnötigen Fouls auf der Strafbank, Kontiola traf in einer Zwei-Mann-Überzahl mit einem platzierten Schuss zum 3:0 (28.). Die Finnen wurden überheblich und schafften es, damit die Österreicher zu provozieren. Nach einem Zusammenstoß von Herburger mit dem finnischen Goalie Ortio kam es zu einer handfesten Auseinandersetzung. Und Welser wurde wegen eines Stockschlages in die Weichteile eines Gegenspielers mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe in die Dusche geschickt (40.).

Das war scheinbar eine Initialzündung. Denn in der folgenden fünfminütigen Unterzahl traf Lukas nach guter Vorarbeit von Vanek zum 1:3 (41.) und Herburger bei einem Alleingang zum 2:3 (43.). Das dürfte die Finnen gereizt haben: Sie legten einen Gang zu. Korpikoski im Powerplay (50.) und 56 Sekunden später Hagman (51) erhöhten auf 5:2, Koskiranta traf zum 6:2 (56.), Savinainen zum 7:2 (58.). Österreich war in der sechsten WM-Partie erstmals wirklich ohne Chance auf einen Erfolg.

Das Finale

Die nach sechs Spielen in sieben Tagen sichtlich gezeichneten Österreicher haben am Sonntag Ruhetag. Und am Montagabend folgt das Duell mit Weltmeister Russland. Nach den Niederlagen gegen Frankreich und Finnland werden die Russen alles daran setzen, eine weitere Pleite zu vermeiden.

Ob Österreichs fünf Punkte im Kampf um den Klassenerhalt reichen werden, stellt sich möglicherweise erst in den letzten Spielen am Dienstag heraus.

Hier geht's zu den Highlights

Ergebnis

Finnland - Österreich 7:2 (2:0,1:0,4:2)

Helsinki, Hartwall-Arena, 12.121, SR Bulanow (RUS)/Zalaski (CAN)
Tore: Pihlström (5.), Savinainen (9., 58./PP), Kontiola (28./PP2), Korpirkoski (50./PP), Hagman (51.), Koskiranta (56.) bzw. Lukas (41./SH), Herburger (43./SH). Strafminuten: 4 bzw. 25 plus Spieldauerdisziplinar Welser.

Finnland: Ortio - Lepistö, Hietanen; Laakso, Mantyla; Vaananen, Jalasvaara; Kukkonen, Melart - Savinainen,Kontiola, Aaltonen; Salminen, Korpikoski, Koskiranta; Haataja, Viitaluoma, Pihlström; Hagman, Anttila, Hytonen

Österreich: Starkbaum - A. Lakos, Pöck; Schumnig, R. Lukas; Altmann, F. Iberer; Reichel - Hundertpfund, Herburger, M. Raffl; Welser, Koch, Vanek; Kristler, Schuller, M. Iberer; Latusa, Oberkofler, Baumgartner; Peintner

Noch nie so ein schnelles Spiel gespielt

Manny Viveiros (Teamchef Österreich): "Die Finnen sind so eine gute Mannschaft, sie sind besser als wir. Wir waren hinten und haben ein paar Strafen bekommen, das kostet so viel Kraft, und trotzdem stand es 2:3. Wenn wir das gehalten hätten, wäre alles möglich gewesen. Wichtig ist, dass in keiner einzigen Minute oder Sekunde die Spieler nicht gekämpft hätten. Wir müssten unser bestes Spiel machen, um eine Chance zu haben. Aber die Wahrheit ist, dass wir komplett leer sind. Sechs Spiele in acht Tagen, das ist unglaublich, und dazwischen nur ein Tag Pause. Das spielt eine Rolle, es ist keine Ausrede, aber das ist die Wahrheit."

Jukka Jalonen (Teamchef Finnland): "Wir haben zwei Drittel sehr gut gespielt. Nach den zwei Unterzahltreffern der Österreicher war das ein harter Moment für uns. Deshalb habe ich ein Time-out nehmen müssen. Das hat funktioniert, das vierte Tor war dann die Entscheidung. Insgesamt war das ein gutes Spiel."

Raphael Herburger (Torschütze Österreich): "Die Finnen haben 40 Minuten super gespielt, wir haben durch Unterzahltore ein Momentum bekommen, aber sie haben dann am Schluss des Powerplays das Tor gemacht. Da war dann ein bisschen die Luft draußen. Die Finnen haben das dann klasse gemacht und uns keine Chance mehr gelassen. Vom Tempo her habe ich noch nie so ein schnelles Spiel gespielt. Sie kommen wie aufgezogen daher, das ist schwer zu spielen, hat aber Spaß gemacht mit den Fans. Aus 2:3 hätten wir vielleicht mehr Kapital schlagen müssen, vielleicht wäre dann ein Punkt drin gewesen. Da hat jeder das Momentum gespürt und gehofft, vielleicht haben wir noch einen Lucky Punch. Mit fünf Punkten sind wir nicht durch."

Robert Lukas (Torschütze Österreich): "Nach den zwei Toren war die Hoffnung da, dass wir noch ein kleines Wunder schaffen können. Aber wir haben zu viele Strafen genommen. Die Finnen waren sehr, sehr stark, in jeder Beziehung zu stark für uns. Der Start ins letzte Drittel soll uns Hoffnung geben, dass selbst ein 0:3 gegen Finnland noch lange nicht heißt, dass man die Partie schon verloren hat. Wir haben uns zurückgekämpft, das 7:2 ist sehr hoch, aber sie waren eine Nummer zu groß für uns. Nach dem 2:3 war die Hoffnung da, aber das war das einzige, was wir hatten. "

Tabellen und Ergebnisse

Modus: 3 Punkte für einen Sieg, 2 Punkte für einen Sieg in Overtime oder Penaltyschießen, 1 Punkt für eine Niederlage in Overtime oder Penaltyschießen.

Die ersten vier jeder Gruppe steigen ins Viertelfinale auf, die Plätze fünf und sechs schaffen den Klassenerhalt, die beiden Gruppenletzten steigen ab. Sollte Weißrussland als Ausrichter der WM 2014 Letzter der Gruppe Stockholm werden, dann steigen jene zwei Teams mit den wenigsten Punkten ab. Diese könnten dann auch aus einer der beiden Achtergruppen kommen.

Das Viertelfinale wird innerhalb der Vorrunden-Gruppe gespielt, die Mannschaften bleiben also in der jeweiligen Stadt.

Gruppe Helsinki

Tabelle:
1. Finnland 6 4 1* 0** 1 20:12 14
2. USA 5 4 0* 0** 1 20:12 12
3. Russland 5 3 0* 0** 2 18:9 9
4. Slowakei 5 2 0* 1** 2 13:13 7
5. Deutschland 5 2 0* 1** 2 10:11 7
6. Frankreich 5 2 0* 0** 3 10:15 6
7. Österreich 6 1 1* 0** 4 14:21 5
8. Lettland 5 1 0* 0** 4 9:21 3

* Sieg nach Verlängerung (zwei Punkte)
** Niederlage nach Verlängerung (ein Punkt)

Freitag, 3. Mai:
Frankreich - Slowakei 2:6
Finnland - Deutschland 4:3 n.V

Samstag, 4. Mai:
USA - Österreich 5:3
Russland - Lettland 6:0
Finnland - Slowakei 2:0

Sonntag, 5. Mai:
Frankreich - Österreich 3:1
Deutschland - Russland 1:4
Lettland - USA 1:4

Montag, 6. Mai:
Deutschland - Slowakei 2:3
Finnland - Frankreich 3:1

Dienstag, 7. Mai:
Österreich - Lettland 6:3
Russland - USA 5:3

Mittwoch, 8. Mai:
Österreich - Deutschland 0:2
USA - Finnland 4:1

Donnerstag, 9. Mai:
Russland - Frankreich 1:2
Slowakei - Lettland 3:5

Freitag, 10. Mai:
Slowakei - Österreich 1:2 n.P.
Russland - Finnland 2:3

Samstag, 11. Mai:
USA - Frankreich 4:2
Finnland - Österreich 7:2
Deutschland - Lettland 2:0

Sonntag, 12. Mai:
USA - Deutschland (15:15)
Slowakei - Russland (19:15)

Montag, 13. Mai:
Lettland - Frankreich (15:15)
Österreich - Russland (19:15)

Dienstag, 14. Mai:
Slowakei - USA (11:15)
Frankreich - Deutschland (15:15)
Lettland - Finnland (19:15)

Gruppe Stockholm

Tabelle:
1. Schweiz 5 4 1* 0** 0 22:8 14
2. Kanada 5 4 0* 1** 0 19:6 13
3. Schweden 6 4 0* 0** 2 13:9 12
4. Norwegen 5 3 0* 0** 2 11:16 9
5. Tschechien 5 2 1* 0** 2 11:10 8
6. Dänemark 5 0 1* 1** 3 8:14 3
7. Weißrussland 5 1 0* 0** 4 7:14 3
8. Slowenien 6 0 0* 1** 5 9:23 1

* Sieg nach Verlängerung (zwei Punkte)
** Niederlage nach Verlängerung (ein Punkt)

Freitag, 3. Mai:
Tschechien - Weißrussland 2:0
Schweden - Schweiz 2:3

Samstag, 4. Mai:
Norwegen - Slowenien 3:1
Kanada - Dänemark 3:1
Tschechien - Schweden 1:2

Sonntag, 5. Mai:
Weißrussland - Slowenien 4:3
Schweiz - Kanada 3:2 n.P.
Norwegen - Dänemark 3:2

Montag, 6. Mai:
Schweiz - Tschechien 5:2
Schweden - Weißrussland 2:1

Dienstag, 7. Mai:
Slowenien - Dänemark 2:3 n.V.
Kanada - Norwegen 7:1

Mittwoch, 8. Mai:
Slowenien - Schweiz 1:7
Norwegen - Schweden 1:5

Donnerstag, 9. Mai:
Tschechien - Dänemark 2:1 n.P.
Schweden - Kanada 0:3

Freitag, 10. Mai:
Slowenien - Tschechien 2:4
Weißrussland - Kanada 1:4

Samstag, 11. Mai:
Schweiz - Dänemark 4:1
Schweden - Slowenien 2:0
Norwegen - Weißrussland 3:1

Sonntag, 12. Mai:
Kanada - Tschechien (16:15)
Norwegen - Schweiz (20:15)

Montag, 13. Mai:
Dänemark - Weißrussland (16:15)
Kanada - Slowenien (20:15)

Dienstag, 14. Mai:
Weißrussland - Schweiz (12:15)
Tschechien - Norwegen (16:15)
Dänemark - Schweden (20:15)

K.o-Phase

Viertelfinale - Donnerstag, 16. Mai:
1H-4H (12:00)
2H-3H (17:30)

1S-4S (14:45)
2S-3S (20:15)

Halbfinale - Samstag, 18. Mai
Stockholm 15:00 und 19:00

Spiel um Platz 3 - Sonntag, 19. Mai
Stockholm 16:00

Finale - Sonntag, 19. Mai
Stockholm 20:30

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