Nach gescheiterten Gesprächen: Trump kündigt Blockade der Straße von Hormus an
- Israel und die USA haben am 28. Februar mit Militärschlägen gegen den Iran begonnen.
- US-Präsident Donald Trump warnte den Iran davor, eine Gebühr für die Durchfahrt durch die Hormus-Straße zu verlangen.
- Die Friedensverhandlungen in Islamabad sind gescheitert, die Konfliktparteien geben sich gegenseitig die Schuld daran.
- US-Präsident Trump kündigt Blockade der Straße von Hormus an
- Die israelische Armee setzt unterdessen ihre Angriffe im Libanon fort. Dabei wurden mindestens 182 Menschen getötet. Auch die Hisbollah-Miliz feuerte Raketen auf Israel.
- Syrien hat indes am Donnerstag einen wichtigen Grenzübergang zum Nachbarland Libanon wieder geöffnet.
- Die Verhandlungen zur dauerhaften Beilegung des Iran‐Konflikts in Pakistan sind jedoch gescheitert, Vizepräsident JD Vance ist abgereist.
- Das US-Militär startet nach Angaben von Präsident Donald Trump am Samstag außerdem die Öffnung der Straße von Hormus.
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- Erstmals seit Beginn des Iran-Krieges hat die Houthi-Miliz im Jemen eine Rakete auf Israel abgefeuert und damit den Konflikt ausgeweitet.
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- Am 7.4 hatte US-Präsident Donald Trump noch damit gedroht, "eine ganze Zivilisation sterben zu lassen", sollte es kein Abkommen mit dem Iran geben.
Iran-Krieg
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Iran: Gespräche gescheitert, zurück in den Krieg?
Die Verhandlungen in Islamabad blieben ergebnislos, JD Vance reiste am Sonntag ab. Ernsthaft weiterreden will Donald Trump offenbar nicht: Er kündigte eine Blockade der Straße von Hormus an.
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Heftige Kämpfe in Hisbollah-Hochburg im Südlibanon
In einer Hochburg der proiranischen Hisbollah-Miliz im Süden des Libanons kommt es nach israelischen und libanesischen Berichten weiter zu heftigen Kämpfen. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, israelische Truppen seien noch weiter nach Bint Dschubail vorgedrungen. In dem Ort, der wenige Kilometer von der israelischen Grenze entfernt liegt, sind den Berichten zufolge seit Tagen Dutzende von Hisbollah-Kämpfern eingeschlossen.
Die Hisbollah teilte mit, sie habe in dem Gebiet mehrere israelische Soldaten mit Raketen angegriffen. Der Hisbollah-Sender Al-Manar berichtete, israelische Truppen würden versuchen, Bint Dschubail komplett einzukreisen und Straßen in die Umgebung abzuschneiden. Die Hisbollah würde neben Raketen auch mit Artillerie und Drohnen angreifen und habe Versuche der israelischen Seite, in den Ort einzurücken, abgewehrt.
Die israelische Armee teilte mit, in den letzten Tagen seien mindestens 20 Hisbollah-Kämpfer auf dem Gelände eines Regierungskrankenhauses in Bint Dschubail getötet worden. Vorwürfe des Militärs, Hisbollah habe in der Klinik Waffen gelagert und von dort aus israelische Soldaten beschossen, ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Von der Hisbollah gab es dazu zunächst keine Angaben. Das israelische Nachrichtenportal ynet berichtete auch von heftigem Beschuss der Ortschaft aus der Luft. Soldaten hätten in dem Ort mehrere Wohnhäuser gesprengt, berichtete die libanesische Nachrichtenagentur NNA. Bereits während des zweiten Libanon-Kriegs vor 20 Jahren war es in Bint Dschubail zu erbitterten Kämpfen zwischen israelischen Bodentruppen und der Hisbollah gekommen.
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Iran-Krieg kostet Israel 10 Milliarden Euro
Der Krieg Israels gegen den Iran verursacht nach einer ersten Schätzung Haushaltskosten von 35 Milliarden Schekel (knapp zehn Milliarden Euro). Davon entfallen 22 Milliarden Schekel auf die Verteidigung, teilt das Finanzministerium mit. Der Betrag sei bereits in den Haushalt für 2026 eingestellt worden.
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Internationale Unterstützung für US-Blockade?
Die USA werden nach den Worten von Präsident Donald Trump bei der Blockade der Straße von Hormus von der Nato und zahlreichen anderen Ländern unterstützt. Unter anderem Großbritannien entsende Minensuchboote, sagt Trump dem Sender Fox News. Die USA selbst würden ebenfalls weitere Minensuchboote dorthin verlegen. Die Räumung der Meerenge werde nicht lange dauern. Zwei US-Schiffe hätten die Meerenge zuletzt unbehelligt passiert.
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US-Präsident Trump kündigt Blockade der Straße von Hormus an
US-Präsident Donald Trump hat die sofortige Blockade der Straße von Hormus durch die US-Marine angekündigt. Zudem werde jedes Schiff in internationalen Gewässern abgefangen, das eine Gebühr an den Iran für die Durchfahrt der Meerenge gezahlt habe, schreibt Trump auf der Plattform Truth Social.
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Israel stellt sich auf Wiederaufnahme des Kriegs ein
Das israelische Nachrichtenportal ynet berichtete, Generalstabschef Eyal Zamir habe die israelischen Streitkräfte angewiesen, unverzüglich in einen Zustand erhöhter Alarmbereitschaft überzugehen.
Das Militär solle sich "auf die Möglichkeit einer kurzfristigen Rückkehr zu militärischen Auseinandersetzungen vorbereiten", hieß es. Eine Entscheidung für einen militärischen Einsatz sei jedoch noch nicht getroffen. Ein israelischer Militärsprecher sagte auf Anfrage, man prüfe den Bericht.
Auch der israelische Kan-Sender berichtete unter Berufung auf einen ranghohen israelischen Regierungsvertreter, Israel sei gemeinsam mit den USA bereit für eine Wiederaufnahme des Kriegs gegen den Iran. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Samstagabend gesagt, die Kampagne im Iran sei weiterhin nicht beendet.
Laut ynet hat die Armee Gefechtsvorbereitungen ähnlich wie vor den beiden Iran-Kriegen - dem jüngsten und dem im letzten Jahr - aufgenommen. Dabei würden "sämtliche Planungs- und Umsetzungsprozesse beschleunigt". Es sei Anweisung erteilt worden, eine hohe Einsatzbereitschaft in allen Bereichen aufrechtzuerhalten, Reaktionszeiten zu verkürzen und operative Lücken zu schließen, hieß es weiter in dem Bericht.
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Putin telefoniert mit Pezeshkian
Am Sonntag telefonierte der russische Präsident Wladimir Putin mit seinem iranischen Amtskollegen Massoud Pezeshkian. Wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete, wurden dabei die Gespräche des Iran mit den USA erörtert. Putin erklärte sich anschließend bereit, bei einer Lösung des Konflikts zu vermitteln.
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Gespräche gescheitert: Iran gibt USA die Schuld
Der Verhandlungsleiter der iranischen Delegation hat den USA die Schuld dafür gegeben, dass die Friedensverhandlungen in Islamabad keine Einigung brachten. „Meine Kollegen in der iranischen Delegation brachten zukunftsorientierte Initiativen vor, doch letztendlich gelang es der Gegenseite nicht, in dieser Verhandlungsrunde das Vertrauen der iranischen Delegation zu gewinnen“, schrieb der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer seines Landes, Mohammed Bagher Ghalibaf, auf der Plattform X.
Er habe bereits vor den Gesprächen betont, dass der Iran über den nötigen guten Willen und Entschlossenheit verfüge, aber aufgrund der Erfahrungen aus vorangegangenen Kriegen kein Vertrauen in die Gegenseite habe. Ghalibaf dankte Pakistan zudem für die Vermittlungsbemühungen. Die direkten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran waren am frühen Sonntagmorgen ohne Einigung zu Ende gegangen. US-Vizepräsident JD Vance sagte, nach 21 Stunden habe sich die iranische Seite dazu entschieden, die Bedingungen der USA nicht zu akzeptieren. Man verlasse nun den Ort der Verhandlungen und lasse einen Vorschlag für den Iran zurück, der ein endgültiges Angebot darstelle.
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Iran: "Es hört nie auf"
"Wir haben in einer Reihe von Fragen eine Einigung erzielt. Die Realität sieht jedoch so aus, dass bei zwei zentralen Themen die Positionen zu weit auseinander lagen und letztendlich keine Einigung erzielt werden konnte", sagte der Sprecher von Irans Außenministerium, Ismail Baghai, dem Staatssender IRIB. Um welche Themen es sich handelte, sagte er nicht.
Zuvor hatte Baghai auf der Plattform X geschrieben, es sei bei den Gesprächen um die Straße von Hormus, die Atomfrage, Kriegsreparationen, die Aufhebung von Sanktionen sowie ein Ende des Krieges gegangen. Zu verhindern, dass der Iran jemals eine Atombombe entwickeln kann, sowie die Öffnung der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus sind zentrale Anliegen der USA.
Baghai schloss weitere Verhandlungen mit den USA nicht aus. Auf die Frage der Reporterin, ob die Diplomatie beendet oder noch im Gange sei, sagte er: "Es hört nie auf. Diplomatie ist stets ein Instrument zur Sicherung und Wahrung nationaler Interessen, und Diplomaten müssen ihre Pflichten unter allen Umständen erfüllen, sei es in Kriegs- oder in Friedenszeiten."
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Ost-West-Pipeline wieder mit voller Förderkapazität
Saudi-Arabien hat die volle Förderkapazität seiner Ost-West-Pipeline wiederhergestellt. Die Kapazität liege nun wieder bei rund sieben Millionen Barrel pro Tag, teilte das Energieministerium mit. Die während des Krieges der USA und Israels gegen den Iran angegriffenen Energieanlagen und die Pipeline hätten ihre Betriebskapazität wiedererlangt. Wer die Angriffe ausgeführt hat, ließ Saudi-Arabien offen.
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Auch Iran-Delegation reiste ab
Auch die Delegation des Iran verließ Islamabad. Überzogene Forderungen der USA hätten einen gemeinsamen Rahmen und ein Abkommen verhindert. Der Iran und die USA haben sich laut dem Außenministerium in Teheran in einigen Punkten verständigt. In zwei wichtigen Fragen habe es aber unterschiedliche Ansichten gegeben, weshalb es nicht zu einer Einigung gekommen sei, sagte ein Sprecher des Ministeriums iranischen Medien zufolge.
Die Gespräche hätten in einer Atmosphäre des Misstrauens stattgefunden. Es sei daher nicht zu erwarten gewesen, dass beide Seiten in nur einer Gesprächsrunde zu einer Einigung hätten kommen können. Die Kontakte und Beratungen zwischen dem Iran und Pakistan sowie "unseren anderen Freunden" würden fortgesetzt.
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Keine Einigung erzielt: Trump-Vize Vance reist ab
Bei den Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ist laut US-Vizepräsident James Vance keine Einigung erzielt worden. So habe es vom Iran keine Zusage für einen Verzicht auf Atomwaffen gegeben, sagte er am Sonntag in Islamabad vor Journalisten. Er reise ab, nachdem er Teheran ein "letztes und bestes Angebot" unterbreitet habe. "Wir werden sehen, ob die Iraner es akzeptieren", so der Stellvertreter von Präsident Donald Trump.
Bei den 21-stündigen Gesprächen habe es "bedeutende Diskussionen mit den Iranern" gegeben, sagte Vance weiter. "Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist, dass wir zu keiner Einigung gekommen sind. Und ich denke, für den Iran sind das viel mehr schlechte Nachrichten als für die Vereinigten Staaten von Amerika. Wir kehren also in die USA zurück, ohne eine Einigung erzielt zu haben." Während der Verhandlungen habe er ein halbes Dutzend Mal mit US-Präsident Trump telefoniert, fügte der Vizepräsident hinzu.
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Große Differenzen bei US-Iran-Gesprächen
Nach getrennten Vorgesprächen der Delegationen aus den USA und dem Iran mit Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif starteten die Kriegsparteien ihre Friedensverhandlungen. Die Differenzen dabei dürften aber äußert groß sein, bei der Straße von Hormus seien die Verhandlungen in einer Sackgasse, hieß es. Am Samstagabend wurde weiter verhandelt.
Die iranischen Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars berichteten von "überzogenen Forderungen" der US-Seite. Konkret wurde die Straße von Hormus als zentraler Streitpunkt genannt. Der Fortschritt der Verhandlungen sei damit aus iranischer Sicht behindert worden. Tasnim zufolge besteht die iranische Delegation auf der "Wahrung der militärischen Errungenschaften", eine mögliche Anspielung auf das Raketenprogramm der Islamischen Republik. Den größten Streit soll es beiden Berichten zufolge jedoch bei Fragen rund um die Straße von Hormus geben.
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Irans Außenminister misstrauisch
Der iranische Staatssender Irib zitierte vor den Gesprächen Außenminister Abbas Araqchi: Er erklärte, man gehe mit "völligem Misstrauen" in die Gespräche und werde mit aller Kraft dafür kämpfen, die Interessen und Rechte der iranischen Nation zu sichern.
Die neue Führung in Teheran sieht sich in einer Position der Stärke: Das Machtsystem der Islamischen Republik ist nach mehr als fünf Wochen Krieg weiter intakt und die US-Verbündeten am Persischen Golf mussten schmerzhafte Gegenangriffe verkraften. Vor allem hält der Iran mit der Kontrolle über die Straße von Hormus die Weltwirtschaft in Atem. Aus iranischer Sicht steht Washington auch deswegen unter Zeitdruck.
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Vance auf Mission impossible
Trump schickt seinen Vize JD Vance zu den Gesprächen nach Pakistan – gerade ihn, den Kriegsgegner. Karten hat er dort aber keine guten, das könnte seine Karriere beeinflussen.
Lesen Sie die Analyse der Friedensgespräche in Islamabad von Kollegin Evelyn Peternel:
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Israel warf 18.000 Bomben ab
Die israelische Luftwaffe hat nach Militärangaben binnen gut fünf Wochen des Kriegs rund 18.000 Bomben über dem Iran abgeworfen. Ein israelischer Armeesprecher bestätigte Zahlen der "Times of Israel" zum Kriegsverlauf. Genauere Informationen zu Art und Größe der Bomben gab es zunächst nicht. Demnach gab es mehr als 1.000 Angriffswellen Israels.
Der Iran feuerte den Angaben zufolge rund 650 ballistische Raketen auf Israel ab. Nach Angaben des Militärs trug mehr als die Hälfte dieser Raketen Streubomben-Sprengköpfe, die zahlreiche kleinere Sprengkörper ungezielt über große Gebiete verteilen.
Bei den Angriffen seien in Israel 20 Zivilisten getötet worden, darüber hinaus vier Palästinenser im Westjordanland. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden in Israel mehr als 7.000 Menschen verletzt.
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US-Militär beginnt mit Räumung der Straße von Hormus
Das US-Militär startet nach Angaben von Präsident Donald Trump die Öffnung der Straße von Hormus. "Wir beginnen jetzt mit dem Prozess der Räumung der Straße von Hormuz", schrieb er am Samstag in sozialen Medien. Was er damit genau meint, blieb zunächst offen.
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Zahlreiche leere Öltanker nehmen Kurs auf die USA
US-Präsident Donald Trump zufolge nehmen derzeit zahlreiche leere Öltanker Kurs auf die USA, um dort Öl und Gas zu tanken. "Eine riesige Anzahl völlig leerer Öltanker, darunter einige der größten der Welt, ist genau jetzt auf dem Weg in die USA, um das beste und 'süßeste' Öl und Gas der Welt zu laden", schrieb Trump am Dienstag auf der Plattform Truth Social. Die USA verfügten über mehr Öl als die beiden nächstgrößten Öl-Nationen zusammen und böten zudem eine höhere Qualität.
Die Äußerungen fallen in eine Zeit, in der hochrangige Vertreter der USA und des Iran in Islamabad über pakistanische Vermittler indirekte Gespräche zur Beendigung ihres sechswöchigen Krieges führen. Eine entscheidende Frage dabei ist die Öffnung der Straße von Hormuz für Öltransporte.
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Pakistan erklärt Friedensgespräche in Islamabad für eröffnet
Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif hat die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran in Islamabad am Samstag für eröffnet erklärt. Sharif traf US-Vizepräsident JD Vance sowie den iranischen Parlamentspräsidenten und Delegationsleiter Mohammad Baqer Qalibaf zu getrennten Vorgesprächen. Laut dem arabischen TV-Sender Al Jazeera bemühte sich Sharif aber um direkte Gespräche beider Seiten unter pakistanischer Beteiligung. Der genaue Ablauf war weiterhin nicht offiziell.
Bei indirekten Gesprächen würden beide Delegationen in unterschiedlichen Räumen sitzen und Vermittler Nachrichten überbringen. "Mit dem Beginn der Gespräche von Islamabad heute hat der Premierminister von Pakistan, Muhammad Shehbaz Sharif, ein Treffen mit Seiner Exzellenz JD Vance, dem Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, abgehalten", teilte Sharifs Büro am Samstag mit. Zuvor hatte Sharif Medienberichten zufolge die iranische Delegation empfangen.
Das Büros Sharifs bekräftigte, dass Pakistan sich darauf "freut, seine Vermittlung für beide Seiten fortzusetzen, um Fortschritte hin zu einem nachhaltigen Frieden in der Region zu erzielen". Vor dem Treffen Sharifs mit der iranischen Delegation hatte das iranische Fernsehen berichtet: "Die Modalitäten für die Gespräche zwischen dem Iran und den USA werden am Ende dieses Treffens festgelegt." Zuvor waren Delegationen aus Teheran und Washington in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eingetroffen. Islamabad liegt drei Stunden vor Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ). Iranischen Quellen zufolge sollen die Verhandlungen nur einen Tag dauern.
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Insider berichtet: Neuer Oberster Führer Irans fürs Leben gezeichnet
Ayatollah Mojtaba Khamenei soll noch immer erhebliche Verwundungen im Gesicht und an den Beinen haben. Von ihm gibt es weder aktuelle Bilder-, noch Tonaufnahmen.Khameneis Abwesenheit wird in den iranischen sozialen Medien und in Chatgruppen rege diskutiert - wenn die lückenhafte Internetverbindung es denn zulässt. Verschwörungstheorien über seinen Zustand und darüber, wer das Land regiert, sind weit verbreitet. Ein populäres Meme, das online kursiert, zeigt einen leeren Stuhl im Scheinwerferlicht mit der Frage: "Wo ist Mojtaba?"
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Neuer Oberster Führer entstellt
Der Oberste Führer des Iran, Ayatollah Mojtaba Khamenei, erholt sich Insidern zufolge noch immer von schweren Verletzungen, die er bei dem Luftangriff zu Beginn des Krieges erlitten hat. Das Gesicht des 56-Jährigen sei beim Beschuss des Gebäudekomplexes des geistlichen und politischen Oberhauptes im Zentrum Teherans entstellt worden, sagten drei Personen aus dem engeren Umfeld Khameneis. Zudem habe er eine erhebliche Verletzung an einem oder beiden Beinen erlitten.
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Tote und Verletzte im Libanon und Gazastreifen
Aus dem Libanon und dem Gazastreifen sind am Samstag erneut Tote und Verletzte gemeldet worden. Das israelische Militär und die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon beschossen einander weiter gegenseitig. Libanesische Quellen sprachen von israelischen Luftangriffen in der Region um Nabatiyeh im Süden des Landes. Drei Menschen seien gestorben, als ein Wohngebäude zerstört wurde. Die radikalislamische Hamas beklagte wiederum sieben Tote bei israelischen Attacken nahe Gaza.
Auch in anderen Teilen des Südlibanon kam es demnach weiter zu Angriffen. Ein israelischer Armeesprecher sagte, man prüfe die Berichte. Israels Militär gab an, weiterhin Angriffe der Hisbollah zu vereiteln. Die israelische Armee veröffentlichte Videos von Angriffen auf Raketenabschussrampen der Hisbollah, die zerstört worden seien, sowie von Hisbollah-Kämpfern, die nach dem Abschuss von Raketen auf Israel beschossen worden seien. Die Hisbollah ihrerseits reklamierte erneut Angriffe auf israelische Stellungen für sich.
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US-Delegation um JD Vance zu Gesprächen mit Iran gelandet
Die US-Delegation um US-Vizepräsident JD Vance ist zu den Gesprächen über eine dauerhafte Friedenslösung im Iran-Krieg in Pakistan angekommen. Sie sei auf einem Luftwaffenstützpunkt nahe der Hauptstadt Islamabad gelandet und werde zum Hotel eskortiert, hieß es aus pakistanischen Sicherheitskreisen.
Pakistanischen Diplomatenkreisen zufolge sollen die Gespräche am Nachmittag Ortszeit (drei Stunden vor MESZ) beginnen. Zunächst treffen die Delegationen demnach separat auf die pakistanischen Vermittler, Premier Shehbaz Sharif und den obersten Militär, Feldmarschall Asim Munir. Anschließend solle es direkte Gespräche zwischen den US-Vertretern und dem Team aus Teheran geben.
Die iranische Delegation war bereits zuvor in Islamabad eingetroffen und wird nach Angaben der Nachrichtenagentur FARS von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf angeführt.
© via REUTERS / Jacquelyn Martin -
Bevölkerung seit 1.000 Stunden vom Internet abgeschnitten
Die Iraner sind inzwischen seit 1.000 Stunden vom Zugang zum globalen Internet ausgeschlossen. Das teilte die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks in der Nacht auf Samstag auf der Plattform X mit. Es handelt sich demnach um die bisher längste landesweite Internetsperre weltweit. Mit Beginn des Kriegs Israels und der USA gegen den Iran am 28. Februar hatte die Regierung in Teheran den Zugang zum weltweiten Internet weitgehend gesperrt.
Die 90 Millionen Iraner können seitdem nur auf ein eingeschränktes internes Netzwerk zugreifen, in dem lediglich staatlich genehmigte Inhalte zur Verfügung stehen. Ein kleiner Teil des Militär- und Machtapparats dagegen nutzt das Internet weiter ohne Einschränkungen. Auch iranische Medien publizieren ihre Nachrichten auf Telegram und X - also auf Portalen, die eigentlich gesperrt sind.
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Libanon bestätigt Verhandlungen mit Israel für Dienstag
Der Libanon hat am Freitag Verhandlungen mit Israel über eine Waffenruhe für kommenden Dienstag in Washington bestätigt. Dies hätten die Botschafter Libanons und Israels in Washington und der US-Botschafter im Libanon vereinbart, erklärte das Präsidialbüro in Beirut.
Gegenstand dieses "ersten Treffens" sei die mögliche "Bekanntgabe einer Waffenruhe" und des "Beginns von Verhandlungen zwischen dem Libanon und Israel unter Federführung der USA".
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Vance Richtung Pakistan aufgebrochen - 10.000 Sicherheitskräfte
US-Vizepräsident JD Vance brach bereits Richtung Pakistan auf. Zuvor hatte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf auf X erklärt, die USA hätten zugestimmt, eingefrorene iranische Vermögenswerte freizugeben und den Libanon in die Feuerpause einzubeziehen. Die Verhandlungen würden nicht beginnen, bevor diese Voraussetzungen erfüllt seien, betonte Ghalibaf.
Die iranische Verhandlungsdelegation kam bereits in Islamabad an. Das berichten iranische Medien. Zu den Unterhändlern zählten Außenminister Abbas Araqchi, der Sekretär des Verteidigungsrates, der Chef der Zentralbank sowie mehrere Parlamentsabgeordnete. Angeführt werde die Gruppe von Parlamentspräsident Ghalibaf.
Für die Gespräche in Islamabad wurden mehr als 10.000 Sicherheitskräfte, darunter Soldaten, Polizisten und paramilitärische Einheiten, stationiert. Das Regierungsviertel und die diplomatische Zone wurden abgeriegelt.
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Trump verzichtet auf TV-Ansprache zu Waffenstillstand
US-Präsident Donald Trump hat Insidern zufolge auf eine geplante Fernsehansprache an die Nation zu dem Waffenstillstandsabkommen mit dem Iran verzichtet. Berater hätten Bedenken geäußert, die noch fragile Vereinbarung im Vorfeld der am Samstag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad beginnenden Friedensgespräche zu sehr zu loben, sagten drei mit den Vorgängen vertraute Personen.
Das Präsidialamt wies die Darstellung zurück und teilte mit, eine solche Ansprache sei nie auf Ebene des Präsidenten diskutiert worden. Trump hatte die Feuerpause am Dienstag nur wenige Stunden vor Ablauf eines Ultimatums über die sozialen Medien verkündet. Bei den Verhandlungen in Pakistan, die auf US-Seite von Vizepräsident JD Vance geführt werden, soll eine dauerhafte Lösung des Konflikts erreicht werden, der unter anderem zu einer anhaltenden Blockade der für den globalen Energiemarkt wichtigen Straße von Hormus geführt hat.
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Wieder gegenseitige Angriffe zwischen Hisbollah und Israel
Die gegenseitigen Angriffe der israelischen Armee und der libanesischen Hisbollah-Miliz dauern trotz geplanter direkter Gespräche zwischen Israel und dem Libanon an. Libanons staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete von israelischen Angriffen vor allem im Süden des Landes. Bei einem Angriff auf eine Autowaschanlage wurden demnach sechs Menschen getötet. Bei einem weiteren Angriff sei ein Mensch getötet worden.
Die Hisbollah feuerte im Laufe des Tages erneut Geschosse auf den Norden Israels. Dort wurde lokalen Medien zufolge in der arabischen Ortschaft Deir al-Asad am Nachmittag eine Schule beschädigt. In der Früh war Berichten zufolge bereits ein Haus von einer Rakete der Miliz getroffen und beschädigt worden. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. Die Hisbollah reklamierte mehrere Raketenangriffe für sich.
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Koordinationsgremium hielt erste Sitzung ab
Das von der Bundesregierung wegen der Auswirkungen des Iran-Kriegs eingerichtete Koordinationsgremium hat seine erste Sitzung abgehalten. Teilgenommen haben Vertreterinnen und Vertreter aller Bundesministerien, des Landeshauptleute-Vorsitzlandes Tirol sowie des Städte- und Gemeindebunds. Die Versorgungslage in Österreich sei weiterhin gesichert, teilte das Kanzleramt am Freitag in einer Aussendung mit.
Die internationalen Preise für Öl und Gas befänden sich nach der zwischen den USA und dem Iran vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe auf stabilem Niveau. Die Lage sei aber fragil. Da eine erneute Eskalation nicht ausgeschlossen werden könne, beschäftige sich das Koordinationsgremium mit potenziellen mittel- bis langfristigen Folgewirkungen. Im Rahmen der ersten Sitzung wurde daher die weitere Arbeitsweise festgelegt.
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Krieg treibt Inflationsrate in USA auf 3,3 Prozent
Der Iran-Krieg hat die Inflationsrate im März deutlich nach oben getrieben. Im Jahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 3,3 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Im Februar hatte die Inflationsrate noch bei 2,4 Prozent gelegen. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem noch etwas stärkeren Anstieg der Rate auf 3,4 Prozent gerechnet.
Getrieben wurde die Preisentwicklung durch die im Zuge des Iran-Kriegs deutlich gestiegenen Energiepreise. Sie legten um 10,9 Prozent zum Vormonat zu. Dies ist der stärkste Anstieg seit September 2005.
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Krieg treibt Inflation in Deutschland nach oben
Der Iran-Krieg hat in Deutschland einen Teuerungsschub ausgelöst, der sich noch zu verstärken droht. Im März kletterte die Inflation auf 2,7 Prozent, nach 1,9 Prozent im Februar, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte. Es ist der höchste Wert seit Jänner 2024. "Insbesondere Kraftstoffe und Heizöl haben sich für die Verbraucherinnen und Verbraucher seit Beginn des Iran-Kriegs sprunghaft verteuert", sagte Destatis-Präsidentin Ruth Brand.
Die Preise für Energieprodukte insgesamt lagen im abgelaufenen Monat um 7,2 Prozent höher als im März 2025. Das war zugleich der erste Anstieg der Energiepreise gegenüber dem Vorjahresmonat seit Dezember 2023. Im Februar hatte der Preisrückgang noch 1,9 Prozent betragen.
Nahrungsmittel kosteten im März um 0,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Ein weiterer Anstieg ist wahrscheinlich.
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USA und Iran werfen sich Bruch der Waffenruhe vor
Die Straße von Hormus bleibt geschlossen, Israel und die Hisbollah-Miliz im Libanon beschießen sich weiter: Die Regierungen in Washington und Teheran warfen sich am Freitag gegenseitig vor, die seit zwei Tagen geltende Waffenruhe zu verletzen. Die Vorwürfe überschatten die ersten geplanten Friedensgespräche in dem Krieg, die am Samstag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad beginnen sollen.
Die Feuerpause hat zwar die US-amerikanischen und israelischen Luftangriffe auf den Iran gestoppt, die Blockade der für die weltweite Energieversorgung wichtigen Straße von Hormuz jedoch nicht beendet. Auch der parallele Krieg Israels gegen die mit dem Iran verbündete Hisbollah im Libanon geht weiter.
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Rund 125.000 zivile Einrichtungen im Krieg beschädigt
Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran sind nach Angaben des Roten Halbmonds mehr als 125.000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört worden. Darunter seien etwa 100.000 Wohnungen und mindestens 23.500 Geschäfte, sagte der Leiter der iranischen Rothalbmond-Gesellschaft, Pir-Hossein Kolivand, im iranischen Staatsfernsehen.
Neben Wohn- und Geschäftsvierteln seien im Krieg auch zahlreiche andere zivile Einrichtungen getroffen worden. Kolivand zufolge wurden etwa 339 medizinische Einrichtungen, darunter Krankenhäuser, Apotheken, Notfallzentren und Labore bei den Luftangriffen beschädigt. Außerdem seien 32 Universitäten getroffen worden. 857 Gebäude von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen seien gezielt attackiert worden, sagte Kolivand.
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Rotes Kreuz warnt vor humanitärer Katastrophe im Libanon
Angesichts der anhaltenden Angriffe Israels im Libanon hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) vor einer humanitären Katastrophe in dem Mittelmeerland gewarnt. "Zahlreiche Krankenhäuser sind aufgrund der vielen Verwundeten überfüllt und es droht ein Engpass von bestimmten Arzneimitteln und Materialien, insbesondere wenn die Angriffe anhalten sollten", sagte DRK-Präsident Hermann Gröhe der "Rheinischen Post".
Die humanitäre Lage im Libanon habe sich nochmals deutlich verschlimmert. In den vergangenen Tagen seien zunehmend dicht besiedelte Gebiete ohne ausreichende Vorwarnung unter Beschuss geraten, so Gröhe. Der bewaffnete Konflikt habe ein neues, nochmals verheerenderes Ausmaß erreicht.
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Trumps Republikaner blockieren Vorstoß der Demokraten zu Krieg
Die Republikaner im US-Repräsentantenhaus haben am Donnerstag (US-Ortszeit) erneut einen Vorstoß der Demokraten zur Beendigung der Militäroperationen gegen den Iran blockiert. Die Abgeordneten der Partei hinter US-Präsident Donald Trump verhinderten eine Resolution der Demokraten, die Trump die Vollmachten für den Einsatz entziehen sollte.
Die Initiative der Demokraten in einer verkürzten Proforma-Sitzung während der Parlamentspause hatte zwar überwiegend symbolischen Charakter. Die Demokraten kündigten aber an, nach der Osterpause in der kommenden Woche weitere Abstimmungen über Trumps Kriegsvollmachten durchsetzen zu wollen.
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Gegenseitige Angriffe von Hisbollah und Israel
Die gegenseitigen Angriffe der israelischen Armee und der libanesischen Hisbollah-Miliz dauern trotz geplanter direkter Gespräche zwischen Israel und dem Libanon an. Die Hisbollah feuerte am Morgen erneut Geschosse auf den Norden Israels. Dort wurde israelischen Medien zufolge ein Haus von einer Rakete der Miliz getroffen und beschädigt. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. Die Hisbollah reklamierte einen Raketenangriff für sich.
Auch im Libanon wurden erneut Angriffe gemeldet. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete von Angriffen vor allem Südlibanon. Mindestens ein Mensch sei dabei getötet worden. US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag dem US-Sender NBC gesagt, er habe mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gesprochen und dieser habe eine Reduzierung der Attacken zugesagt. Netanjahu selbst sprach danach davon, dass Israel die Hisbollah weiter bekämpfen und nicht aufhören werde, ehe es Sicherheit für die Bevölkerung im Norden Israels gebe. Das US-Außenministerium wird in der kommenden Woche Gespräche zwischen dem Libanon und Israel ausrichten. Dabei soll es um eine Waffenruhe gehen. Nach Angaben des Büros von Netanjahu sollen sich die direkten Verhandlungen auf die Entwaffnung der Hisbollah und die Aufnahme friedlicher Beziehungen zwischen Israel und dem Libanon konzentrieren. Wie israelische Medien meldeten, werden an den Gesprächen zunächst die US-Botschafter beider Länder teilnehmen.
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Der Hebel, der den Iran reich machen soll
Trotz Waffenruhe hält der Iran an seiner Blockade der Straße von Hormus fest. Experten warnen, das Mautsystem könnte weltweit Nachahmer finden. Selbst Trump erwägt, die USA daran zu beteiligen.
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Friedensgespräche in Pakistan
Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen sollen am Freitag in Pakistan Gespräche über eine Beilegung des Iran-Konflikts beginnen. Pakistanischen Sicherheitskreisen zufolge werden die Delegationen der USA und des Irans zuerst Gespräche auf Expertenebene führen. Danach sollen sich führende Regierungsvertreter, darunter nach US-Angaben Vizepräsident JD Vance, am Samstagvormittag zu politischen Verhandlungen treffen.
Das Regierungs- und Diplomatenviertel in Islamabad wurde abgeriegelt. Strenge Sicherheitsvorkehrungen gelten für die gesamte Hauptstadt.
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Waffenruhe mit USA und Israel bleibt vor Gesprächen fragil
Die am Dienstag vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und Israel mit dem Iran erweist sich kurz vor den Friedensgesprächen in Pakistan als äußerst fragil. Der Fortschritt des Abkommens wird durch den anhaltenden Krieg Israels gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon sowie einen neuen Streit um die Blockade der für den weltweiten Erdölhandel wichtigen Seestraße von Hormuz gefährdet. Experten sollen die Gespräche am Freitag in Islamabad einleiten.
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Historische Ölschocks dämpfen Verbrauch
Der Angriff der USA und Israels auf den Iran und die Sperre der Straße von Hormuz haben die Verletzlichkeit der globalen Ölversorgung im Jahr 2026 offengelegt. Verbrauchsdaten aus der Vergangenheit zeigen, dass geopolitische Konflikte die Ölnachfrage immer wieder drastisch reduzierten. Während der Konsum in den USA und der EU langfristig stagniert oder fällt, treibt China das weltweite Wachstum des Ölverbrauchs an.
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Ölproduktion in Saudi-Arabien nach Angriffen gesunken
Nach jüngsten Angriffen des Iran auf Produktionsstätten, Raffinerien und Pipelines sind Saudi-Arabiens Erdölproduktionskapazitäten um rund 600.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag gefallen. Zudem sei die Kapazität der wichtigen Ost-West-Pipeline, die unter Umgehung der Straße von Hormuz Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, um 700.000 Barrel pro Tag zurückgegangen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle im Energieministerium.
Der Grund sei ein Angriff auf eine Pumpstation der Pipeline. Durch die rund 1.200 Kilometer lange Röhre können im Normalfall Medienberichten zufolge etwa 5 bis 7 Millionen Barrel pro Tag fließen. Mit einer täglichen Fördermenge von rund zehn Millionen Barrel pro Tag ist Saudi-Arabien nach den USA der zweitgrößte Ölproduzent der Welt.
In dem Bericht hieß es weiter, Angriffe hätten auch Anlagen zur Produktion von Flüssiggas (LNG) beschädigt. Bei den jüngsten Attacken auf die Ölförderanlagen des Königreichs sei ein Mensch ums Leben gekommen, berichtete SPA weiter. Zudem wurden demnach sieben Arbeiter verletzt. Zuletzt hatte der Iran immer wieder Ziele in den Golfstaaten mit Raketen und Drohnen angegriffen. Aktuell gilt im Iran-Krieg eine auf zwei Wochen befristete Waffenruhe.
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Israel kritisiert vor Gesprächen USA-Iran Vermittler Pakistan
Kurz vor Beginn der geplanten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur dauerhaften Beilegung des Kriegs hat Israel, das den Iran gemeinsam mit den USA angegriffen hat, den Vermittler Pakistan scharf kritisiert. Auslöser waren Äußerungen des pakistanischen Verteidigungsministers Khawaja Muhammad Asif auf der Plattform X, in denen er Israel als "Fluch für die Menschheit" und Krebsgeschwür bezeichnete.
"Der Aufruf des pakistanischen Verteidigungsministers zur Vernichtung Israels ist empörend. Eine solche Äußerung darf von keiner Regierung toleriert werden, schon gar nicht von einer, die sich als neutraler Vermittler für den Frieden versteht", hieß es in einer Mitteilung des Büros des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu.
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Hisbollah-Miliz feuert Raketen auf Norden Israels
In der Nacht auf Freitag ging es weiter: Nach Angaben des israelischen Militärs feuerte die Hisbollah wieder eine Rakete auf Israel ab und löste damit in Teilen des Landes Luftalarm aus, darunter auch in der Metropole Tel Aviv. Die Miliz selbst erklärte, sie habe am späten Abend israelische militärische Infrastruktur in der nördlichen Stadt Haifa angegriffen. Die Rakete wurde abgefangen, und die israelischen Streitkräfte schlugen umgehend zurück und griffen Hisbollah-Stellungen an. Bei der Attacke seien etwa zehn Abschussrampen getroffen worden, von denen aus zuvor Geschosse auf den Norden Israels abgefeuert worden seien, hieß es.
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Trump warnt Teheran vor Gebühren in Straße von Hormus
US-Präsident Donald Trump fordert vom Iran eine gebührenfreie Durchfahrt von Schiffen durch die für den weltweiten Handel mit Erdöl wichtige Straße von Hormuz. Der Republikaner schrieb auf seiner Plattform Truth Social, es gebe Berichte, wonach das Land Gebühren von Tankern für die Durchfahrt verlange. Er warnte: Das sollten sie besser nicht tun und falls sie es tun, sollten sie besser "jetzt damit aufhören!".
Zugleich kündigte Trump an, dass sehr schnell wieder Öl fließen werde. Dies werde "mit oder ohne die Hilfe des Iran" geschehen, warnt er, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Als Reaktion auf die US-israelischen Angriffe hatte der Iran die Straße von Hormuz Anfang März blockiert. Der Transport von Öl- und Flüssiggas aus dem Persischen Golf durch die Meerenge war damit praktisch nicht mehr möglich, die Weltmarktpreise stiegen rasant an.
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Kuwait meldet "feindliche Drohnenangriffe"
Der Golfstaat Kuwait hat am zweiten Tag der Waffenruhe-Vereinbarung im Iran-Krieg "feindliche Drohnenangriffe" gemeldet. Die Drohnen seien in den Luftraum des Landes eingedrungen und hätten "mehrere wichtige Einrichtungen" zum Ziel gehabt, erklärte die Armee am Donnerstag im Onlinedienst X unter Verweis auf Angaben des Verteidigungsministeriums. Die Abwehrsysteme seien aktiviert worden.
Es war der erste gemeldete Angriff in einem Golfstaat am Tag nach der Bekanntgabe einer zweiwöchigen Feuerpause zwischen den USA und dem Iran.
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Erster nicht-iranischer Tanker seit Waffenruhe in Straße von Hormus
Erstmals nach der Waffenruhe-Einigung im Iran-Krieg hat am Donnerstag offenbar ein nicht-iranischer Tanker die Straße von Hormuz passiert. Laut Daten der Plattform Marine Traffic handelte es sich um den unter gabunischer Flagge fahrenden Öltanker "MSG". Das Schiff war demnach mit rund 7.000 Tonnen Heizöl aus den Vereinigten Arabischen Emiraten Richtung Indien unterwegs. Auch weitere Schiffe nahmen Kurs auf die Meerenge. Es ist aber weiterhin eine iranische Genehmigung nötig.
Seit dem Verkünden der Feuerpause in der Nacht zum Mittwoch (MESZ) waren nur wenige Schiffe durch die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman gefahren, darunter zwei Tanker unter iranischer Flagge, wie das Schifffahrts-Analyseunternehmen Kpler mitteilte. Ein Dutzend weiterer Schiffe nahm am Donnerstag offenbar Kurs auf die Straße von Hormuz.
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Vermittler Pakistan lobt Kriegsparteien vor Verhandlungen
Vor den geplanten Verhandlungen zwischen Iran und USA über einen dauerhaften Frieden im Iran hat sich der Vermittlerstaat Pakistan am Donnerstag weitgehend zufrieden über die jüngste Entwicklung geäußert. Seit der Feuerpause hätten "alle Seiten Zurückhaltung" an den Tag gelegt. Verurteilt wurde aber die "anhaltende Aggression" Israels gegen den Libanon. US-Präsident Donald Trump zeigte sich optimistisch über ein Abkommen. Offen blieb, wann genau die Verhandlungen beginnen.
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Angeblich neue Botschaft von Irans neuem Revolutionsführer
Irans neuer Revolutionsführer Mojtaba Khamenei hat in einer ihm zugeschriebenen Erklärung sein Land als Sieger im Konflikt mit den USA und Israel dargestellt. Wie zuvor wurde die Botschaft im Staatsfernsehen nur verlesen, es gab weder ein Bewegtbild noch eine Audio- oder Videoaufnahme. In der Mojtaba Khamenei zugeschriebenen Botschaft heißt es, der Iran habe den endgültigen Sieg errungen und ein Wunder vollbracht.
"In den letzten 40 Tagen hat die große Nation Iran ein Epos geschaffen und die Welt verblüfft", heißt es in der Botschaft weiter. Der Iran wolle keinen Krieg, aber kämpfe für seine legitimen Rechte. Weiter wurde den Verbündeten in der Region gedankt. Dazu zählen unter anderem die libanesische Hisbollah-Miliz und die Huthi-Miliz im Jemen.
Der 56-Jährige ist seit seiner Ernennung zum neuen Religionsführer am 8. März nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Das nährt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand, seinen Aufenthaltsort und seine tatsächliche Rolle.
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Hisbollah lehnt direkte Gespräche mit Israel ab
Die Hisbollah lehnt direkte Verhandlungen mit Israel ab. Die libanesische Regierung müsse einen Waffenstillstand als Vorbedingung für weitere Schritte fordern, sagt der Hisbollah-Abgeordnete Ali Fajjad. Zudem müsse der Abzug der israelischen Truppen aus dem Libanon sowie die Rückkehr der Vertriebenen Priorität haben. Zuvor hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sein Kabinett angewiesen, direkte Gespräche mit dem Libanon aufzunehmen.
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