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Gruß aus der Küche

Sie Und plötzlich hatte der Mann nebenan jenes Funkeln in seinen Augen, bei dem die erfahrene Ehefrau sofort denkt: verdächtig! Da saß er  mit dem Kochbuch Liebe muss kein Püree sein, und schrieb eine Einkaufsliste unter dem Motto: Wie koche ich sie unauffällig ein?  Ich fragte: „Was wird das?“ Er sagte: Überraschung! und warf suspekte Luftküsschen. Hm, hm.  Von da an war ich mit Ursachenforschung beschäftigt: Warum tut er das? Was weiß ich (noch) nicht? Was will er? Was is’ …

Zwei Schlapfen, kein Mann

Sie Bitte noch eine Urlaubsgeschichte, dringend. Da stand er, der Mann nebenan und sprach: Ich geh ins Meer schwimmen, gehst mit? Aber ich war faul und sagte: „Jetzt nicht, später.“ Dann  sah ich, wie er ging, hörte das Meer rauschen, den Wind blasen und dachte: „Schön ist es, auf der Welt zu sein und nix reden zu müssen.“ Denn interessanterweise waren diese Tage  von seinem  – wohl durch  Sand und Sauvignon Blanc induzierten – Plauderwastlismus geprägt. Kaum lag ich vom …

Spiel ist etwas Heiteres ...

Sie Es plätscherte. Das Meer, das Pool-Wasser, der Wein im Magen. Und – wie erstaunlich – unser Pas de deux unter griechischer Sonne. Fast peinlich, diese Harmonie: Der Mann nebenan  jammerte nicht, wenn ich ihn bat, mich mit dem zähen 50er-Faktor einzuschmieren. Wo an dieser Stelle stets "Bäh, grauslich!"-Rufe folgen. Er grummelte nicht, als ich ihn zum Strandspaziergang zerrte , sondern trabte mit. Wo er doch sonst null Verständnis für meine "Ist diese Muschel nicht von berührender …

Unter Strom!

Sie Seit dem Urlaub bin ich mir sicher: Nicht Affären sind der häufigste Trennungsgrund, sondern Ladekabel. Davon handelte mein jüngster Traum. Darin sah ich den Mann nebenan beim Scheidungsanwalt sitzen, der ihn fragte: „Warum wollen Sie sich  von Ihrer Frau trennen?“ Er antwortete: Ich bin nervlich  am Ende. Dauernd suche ich mein Ladekabel, nie finde ich es. Wenn ich eines finde, dann passt es nicht zu meinem Smartphone. Ich habe den Verdacht, meine Frau versteckt meine Ladekabel,…

Wo sind die Servietten?

Sie Jemand hat mir einmal ein Geschirrtuch geschenkt, darin war  gestickt: „Wo die Liebe den Tisch deckt, schmeckt das Essen am besten“. Der  Schenkende hat es sicher gut mit mir gemeint, aber: Jedem, der mir  Küchenutensilien zu schenken gedenkt, sei gesagt: Nehmt lieber Kuschelsocken.  Oder nix.  Meine Küche ist bereits zu klein. Wink mit dem Wischtuch Zurück zu Tuch und Spruch – und  was das mit dem Mann nebenan zu tun hat. Unlängst überlegte ich, ihm daraus …

Links oder rechts?

Sie Und irgendwann wird klar, dass der Satz Ich kenne den Weg, keine Sorge eine weitere Blabla-Formel aus der Blabla-Formel-Sammlung des Mannes nebenan ist. Erst unlängst wieder, auf der Fahrt zu einem See, geriet sein Wohoo!-Orientierungssinn ins Trudeln, daher musste er etwas tun, das unter seiner Würde ist, nämlich mich fragen: Kannst schnell am Handy schauen, wie man da hinkommt? Alles im Griff – oder? Am Tonfall – zwischen beiläufig und lässig – war erkennbar, dass er lieber bei …

Papa hüpf!

Sie Der Mann nebenan ist übrigens auch ein "Pappo schnappo", eine Unterart der Spezies Väter. Wie man das wird? Es begann mit dem Karenzjahr des Jung-Papas, in dem er sich dem Charme seiner Tochter Zug um Zug unterordnete. Von nun an musste sie nur ihre langen Wimpern klimpern lassen und das Lockenköpfchen schütteln, schon schmolz Paps dahin. Ab diesem Zeitpunkt tat der Mann nebenan alles, um la Principessa zu dienen. Winke, winke Als er sie erstmals den Kindergruppen-Damen überließ, stand …

Der Weg zum Meisterwerk

Sie Da stand er, der Mann nebenan, schwitzte und schaute verzweifelt. Im Geiste hatte er, mit zehnjähriger Verzögerung, endlich den großen Plan für ein kleines Kasterl entworfen, jetzt mangelte es an simpler Bastel-Basisausstattung.   Eine Freundin von uns, begnadete Do-it-yourself-Frau, warf einmal einen Blick in seinen Werkzeugkasten und sprach: „Moi, der Michi, herzig.“  Und so brach „Moi, der Michi“ auf, um Holz zu kaufen. Sowie eine Stichsäge, um damit die „Einbuchtungen …

Ein Kasterl muss her!

Sie Es ist eh erst zehn Jahre her, als dieses rundum hässliche Provisorium vom Mann nebenan installiert wurde, um Geräte wie den DVD-Player samt Kabelsalat zu verstauen. Seit zehn Jahren also wird bei uns darüber gesprochen, dass das "ordentlich gemacht" gehört. Seit zehn Jahren finden daher Dialoge wie diese statt – ich: "Bitte wann kommt dieses elende Ding endlich weg? Und der verlurchte Kabelknödel hinter dem Ding?" Er: Bis ich eine Idee hab. Geniale Lösung Es ist nämlich so, dass er …

Eile und Weile

Sie So ein Urlaub ist etwas  Heiteres, nur der Weg dahin erweist sich  oft als mühsam. Vor allem, wenn man mit jemandem reist, der sich nicht vor Quallen oder durchgelegenen Hotelmatratzen  fürchtet, sondern vor einer Frau, die ihm vorab  Fragen stellt. Der Mann nebenan hasst nichts mehr als Sätze wie "Hast du eh schon online eingecheckt?" "Hast du eh schon das Flughafen-Taxi bestellt?" "Hast du eh geschaut, ob der Pass noch gültig ist?" Da zuckt er zusammen, der von Zeit …

Brumma brummarum ...

Sie Was bisher geschah: Unser kaputter Geschirrspüler trieb den Mann nebenan und mich beinahe in eine Ehekrise, was natürlich an ihm lag. Je unliebsamer eine Situation, desto mehr geriert er sich als Übertreibungsspezialist (eine Wortschöpfung, die wir dem Schriftsteller Thomas Bernhard zu verdanken haben). Als solcher malt er dunkle Wolken in die Landkarte seines Lebens, nippt an halb leeren Gläsern und nervt alle. Ich bin überzeugt, er tut das nur, weil er hofft, dass jemand sagt: „Armes …

Kaputt bleibt kaputt

Sie Was bisher geschah: Unser Geschirrspüler wurde kaputt, was den Mann nebenan und  Übertreibungsspezialisten (Copyright: Thomas Bernhard) beinahe in den Wahnsinn und mich beinahe in die Arme eine Scheidungsanwalts trieb. Der Filter war es nicht, was man nur wissen kann, wenn man (O-Ton) sich selbst zur Schnecke macht und als solche in das Innere eines übel riechenden Geschirrspülerorganismus vordringt. Auch die Geschirrspüler-Gebrauchsanweisungs-Auffindung, die sich als Expedition in …

Diagnose: Kaputt

Sie Der Mann nebenan ist vieles, vor allem aber: Übertreibungsspezialist (Copyright: Thomas Bernhard). Seine geistige Heimat ist der Sturm im Wasserglas, sein Markenzeichen der Superlativ, sein Kumpel jene Mücke, die einst zu ihm sprach: "Hallo du, bring mich groß raus, ich will Elefant sein." Aktuellstes Beispiel: unser kaputter Geschirrspüler. An sich keine  große Sache, doch bei ihm ein Drama in mehreren Teilen. Drama, Teil 1: Ich komme abends heim, der Mann nebenan befindet sich im …

Ein Fall von Blabla

Sie Und aus! Das ist einer jener Zwei-Wort-Sätze, die ich gerne – obwohl beziehungspolitisch eher unkorrekt –  in die Runde brüllen würde, wenn der Mann nebenan erzählerisch wieder einmal episch ausufert. Das tut er mit Vorliebe, das tut er oft – da folgt er der altgriechischen Tradition jener Dichter, die nach dem Motto „Die Sage lebt“ agierten. Heißt: Er schafft weiter an seinen Geschichten, baut sie aus und um – so lange, bis alle köstlich-köstlich! rufen. Epen handeln bekanntlich von …

Zeit-Reisen

Sie Aus der Reihe „Dinge, die das Herz des Mannes nebenan höherschlagen ließen“: Ein US-Gentechniker bastelt an der Rückkehr des Mammuts. Hm, dachte ich, und fand mich geistig  im  Remake der „Feuersteins“  wieder.  Mit Flintstone Michi als Hauptfigur, der im Lendenschurz aus dem Fell eines selbst  erlegten Höhlenbären jagen geht und danach eine leider geile Hüttenparty schmeißt. Fleisch-Flow Yabba Dabba Doo,  das würde den Steinzeitdiät-Fan  in einen Flow …

Geht das eh so?

Sie Eine der häufigsten Fragen, die mir der Mann nebenan  stellt, ist die:  Geht das eh so? Dabei wirft er sich in Pose und will von mir wissen, ob er das anziehen kann. Wobei wir nicht von Events an der  Cote d’Azur   reden, sondern über „Grillen bei Freunden“ (Floridsdorf), „Ausflug an den See“ (Burgenland) oder „Open House bei der Tante“ (südlich von Wien). Und  über damit verbundene Aspekte wie: Verletzt er mit diesen Socken den Grillparty-Dresscode?, Schaut …

Im Namen der Karfiolrose

Sie Wer mit dem Mann nebenan essen geht und Brokkoli ordert, muss damit rechnen, in ein Streitgespräch zum Thema Warum Brokkoli nicht zur Rettung der Welt beitragen, ganz im Gegenteil  verwickelt zu werden. Aber auch sonst birgt jegliches Gemüsevorkommen in der Hufnagl’schen Aura großes Eskalationspotenzial. Deshalb kommt vor, dass ich nicht viel rede, sondern ihm mikroskopisch zerschnetzeltes Grün ins Essen schwindle. Nicht immer funktioniert der Tarnkappen-Trick, dann geht der …

Es war einmal ein "Ja"

Sie Als sensible Ehefrau weiß ich genau, was ich sagen muss, um den Blutdruck des Mannes nebenan aus den Tiefen seines Sonntags-Dusels zu hieven. Dessen Sinn darin besteht, zwischen Eiskasten (kalte Getränke holen), Hängematte (Liegen) sowie Fernseher (irgendwas ist immer) hin- und herzuwackeln und dabei so wenig wie möglich zu sprechen. Außer aber: Schatzi, kannst du mir ... bringen? (bei … ist alternativ wie folgt einzusetzen: ein Polsterl für den überlasteten Hängemattennacken, eine …

Getrennte Wege

Sie Manchmal ist’s besser, man trennt sich.  Keine Sorge,  der Ehering steckt noch am Finger, doch als der Mann nebenan samt Tochter und Ehefrau  in die Stadt fuhr, um „dringend nötige Sachen“ zu besorgen, sprach er: Wir gehen jetzt getrennte Wege. Ich log: „Na geh,  schade!“ Sodann stürzten wir uns ins Shopping-Getümmel. Wo ist denn der Papa? Zwei Stunden später schaute ich auf die Uhr und meinte: „Ui, wo ist  der Papa?“ Und sah auf meinem Handy sechs versäumte …

Sehr sonderbar!

Sie Ich muss mich jetzt entspannen. Das ist ein Satz, den mir der Mann nebenan gerne atemlos serviert, wenn er das Gefühl hat,  ich könnte ihn um einen sogenannten Gefallen bitten. Dann setzt er diese Hach, mein Leben ist eine einzige Last-Mimik auf, seufzt  und tut auch sonst alles, um mir das Gefühl zu geben: Der Gute braucht einen Aufenthalt im Sanatorium für überlastete Ehepartner. Nicht irgendein Sanatorium , es  müsste schon mit Golfplatz und Top-Küche sein.  Man …

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