© Jeff Mangione

Kolumne

Paaradox: Na gratuliere ...

Jubiläum. Seit einem Vierteljahrhundert sind gnä Kuhn und der Mann gegenüber ein Paar. Manches hat sich verändert, vieles ist geblieben. Etwa ein Fixstern namens Liebe.

von Gabriele Kuhn, Michael Hufnagl

02/05/2023, 06:00 PM

Sie

25 Jahre. So lange ist es  her, dass es beim Mann gegenüber und mir „gefunkt“ hat. Da hatten wir unser erstes Rendezvous und redeten uns bei diesem kleinen Innenstadtitaliener in eine neue Zeitdimension.

Erst als der Padrone an unserem Tisch auftauchte und müde sprach: „Isse Spärrrstunde schon lanke, isse sähr spät, tute mir sähr leid“, wagten wir einen Blick auf die Uhr: ui, 2.15 h.  Da hatten wir bereits das Gefühl, einander ewig zu kennen und ich hatte eine Erkenntnis: Schütze Aszendent Krebs (ich) passt hervorragend zu Schütze Aszendent Löwe (er).

Seelenpartner

Spannend ist, dass uns selbst nach einem Vierteljahrhundert nie fad miteinander ist, auch wenn er mittlerweile seine eigene Höhle bewohnt. Ich also 50 Schritte gehen muss, wenn ich ihm von Angesicht zu Angesicht spontan einen Schwank aus meinem Leben erzählen will. Doch sonst inspirieren wir,  die alten Seelenpartner, einander weiterhin. Ich den Hufnagl etwa, indem ich ihn konsequent mit astrologisch-psychologischen Wissenshäppchen füttere, die ich im Laufe der Jahre  aufgeschnappt habe.

Das mag er, um es gleichzeitig blöd zu finden. Erst unlängst versuchte ich, ihm zu erklären, wie er seinen  schwierigen (und langwierigen) Saturn-Transit über sein Beziehungshaus nützen könnte, um endlich „Meisterschaft in der Ehe“ zu erlangen. Zusatz: „Für allerlei Blödsinn hattest du ja eh mehr als 50 Jahre Zeit“. Da verdrehte er nur die Augen.

Er wiederum denkt, mein Leben zu bereichern, indem er sämtliche Bestzeiten von Mikaela Shiffrin auf die Tausendstelsekunde genau aufzählt oder mir erzählt, welche Mannschaft vor 27 Jahren in der deutschen Regionalliga Nord Meister wurde. Da verdrehe ich die Augen. Ja, so hat jeder seine Eigenheiten und jede dieser Eigenheiten macht uns zu einem so besonderen wie seltsamen Paar, über das wir  uns selbst oft wundern. Vor allem aber lachen können. In guten wie in schlechten Zeiten, ob mit oder ohne Saturn im Beziehungshaus.

gabriele.kuhn@kurier.at / facebook.com/GabrieleKuhn60

Er

1998! Man muss sich das einmal vorstellen. Das war das letzte Mal, dass Österreichs Fußball-Team bei einer WM mitspielen durfte. Meister wurde in diesem Jahr Sturm Graz (vor Rapid und GAK). In Deutschland holte Aufsteiger Kaiserslautern den Titel, in Bulgarien (für historische Feinspitze) war es Aufsteiger Litex Lowetsch. Lionel Messi kickte noch als Bub daheim in Rosario und Kylian Mbappé wurde erst geboren. Marcelo Rios gewann damals das ATP-Tennisturnier von – Obacht – St. Pölten. Und Mikaela Shiffrin stand als Dreijährige vermutlich in Vail auf einem Zauberteppich, der seinen Namen auch verdient.

Ich indessen saß mit einer Frau in einer Wiener Osteria und lauschte gespannt, was sie mir über mein Radix erzählte. Damals hätte ich das noch für ein Medikament gegen Schweißhände gehalten, heute weiß ich, dass es sich dabei um ein Geburtshoroskop handelt. Der Begriff steht allerdings auch für eine Gattung der Schlammschnecken, und wer weiß, wie unsere spätere Ehe verlaufen wäre, hätten wir uns mit dieser aufregenden Thematik einst näher beschäftigt.

Belebung

Ein Vierteljahrhundert später hat sich sehr viel verändert und manches eben nicht. Gnä Kuhn erklärt auch heute noch jede meiner Gefühlsregungen mit Planeten, die sich über die Häuser hauen (oder so), während ich nicht müde werde, ihr die Vorteile von Barcelonas 4-3-3-System vermitteln zu wollen. Und weit darüber hinaus haben wir einander noch immer so viel zu sagen, dass wir auch in den kommenden 25 Jahren mit Belebung und Bewegung versorgt sein sollten.

Weil es keine Beziehungskonstellation gibt, in der etwas sehr Entscheidendes fehlen könnte … die verbindende Herzenergie. Und weil ich ehrlich gestanden eine grenzenlose Bewunderung empfinde, dass meine Frau einem komischen Kauz wie mir noch immer mit einem liebevollen Lächeln begegnet. Darauf sollten wir anstoßen. Bei ihr, bei mir oder beim Italiener. Am besten mit Sprudel.

michael.hufnagl@kurier.at / facebook.com/michael.hufnagl9

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