Nachrichtenüberblick

Politik

Sie gab das Heimspiel gegen den übermächtigen Gegner Donald Trump schon vor dem Anpfiff verloren. Und kündigte trotzdem an, sich unbeirrt für die nächste Partie zu rüsten. Kann Nikki Haleys Strategie aufgehen?

Die republikanischen Vorwahlen in South Carolina um die Präsidentschaftskandidatur sind für die Ex-Gouverneurin des Bundesstaates wie prognostiziert ausgegangen: Sie hat haushoch verloren. Der Ex-Präsident, der bereits die vorherigen drei Vorwahlen in Iowa, New Hampshire und Nevada für sich entschieden hatte, fuhr mit rund 60 Prozent der Stimmen einen weiteren Sieg ein. Haley, Trumps einzige Konkurrentin, kam mit rund 40 Prozent ins Ziel. „Das ist nicht die Hälfte, aber es ist auch keine kleine Gruppe“, sagte sie. Die 52-Jährige leitet aus den Zahlen ab, dass es rechts der Mitte viele gebe, die sich nach einer Alternative zu Trump sehnen. „Ich bin eine Frau, auf deren Wort man sich verlassen kann. Darum gebe ich diesen Kampf nicht auf.“

Saubere Alternative

Genau das fordern Trump-Getreue und der Ex-Präsident nahezu täglich von ihr. Ihr Argument: Ohne die Hilfe von parteiunabhängigen oder demokratischen Wählern, die Haley bisher stark unterstützten, wäre die Tochter indischer Einwanderer völlig deklassiert worden. Trumps Lager geht davon aus, dass der 77-Jährige bis spätestens 19. März die erforderlichen 1215 Delegierten für den Nominierungsparteitag im Juli beisammen hat. Dabei spielen die 880 zu vergebende Stimmen am „Super Tuesday“ eine entscheidende Rolle; am 5. März wählen 15 Bundesstaaten und ein US-Territorium zeitgleich. In keinem einzigen dieser Bundesstaaten verheißen Umfragen Haley einen Sieg.

Haleys Strategie zielt auf den Sommer. Sollte Trump bis dahin in einem der vier Strafprozesse verurteilt werden (das erste Verfahren wegen Schweigegeld-Zahlungen an den Pornostar Stormy Daniels beginnt im März), könnte sich Haley auf dem Parteitag in Milwaukee der Grand Old Party als saubere Alternative anbieten. Laut Umfragen könnte ein strafrechtlich verurteilter Trump selbst bei seiner eigenen Klientel gegen Joe Biden durchfallen. Bisher sieht eine große Mehrheit der konservativen Wähler über Trumps Fehltritte, Skandal-Äußerungen und juristische Verwicklungen komplett hinweg.

„Wahlen“. Wahlen*. – Je nachdem, welchen Bericht man zu dem bevorstehenden Ereignis in Belarus am heutigen Sonntag liest, stößt man auf andere Sonderzeichen, mit denen die Autoren darauf hinweisen wollen, dass das, was in dem Land in diesen Tagen vor sich geht, nichts mit einem demokratischen Prozess zu tun hat. Der langjährige Diktator Alexander Lukaschenko verschleiert das nicht. Im Gegenteil.

Offiziell finden am Sonntag Parlamentswahlen statt. Ob „Wahl“ oder Wahl* – es ist die Erste in Belarus seit der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gefälschten Präsidentschaftswahl im Herbst 2020, in deren Anschluss sich hunderttausende Belarussen tagelang Straßenschlachten mit Polizei und Militär lieferten.

Allein im Jahr 2020 nahm das Regime mehr als 33.000 Personen fest. Die Zahl jener, die aus Angst vor weiteren Repressionen das Land verließ, ist deutlich höher. Im benachbarten Polen leben heute rund 250.000 Belarussen, noch einmal so viele sollen in andere Länder geflüchtet sein. 

Mit rechtlichen Schritten versucht das Regime seither, diese Flüchtlinge zurückzulocken: Belarussen können nicht mehr aus dem Ausland ihren Reisepass erneuern oder Immobilien verkaufen. Doch wer zurückkehrt, dem droht das Gefängnis.

Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger hat am Sonntag in der ORF-"Pressestunde" abermals auf den Ausstieg aus russischem Gas und die Verabschiedung einer neuen Sicherheitsstrategie gedrängt. Bei Ersterem müsse die Regierung endlich die Gaslieferverträge zwischen der OMV und der russischen Gazprom "auf den Tisch legen", verlangte Meinl-Reisinger in der ORF-"Pressestunde". Zudem brauche es ein Gesetz, dass die Grundlage für den Ausstieg aus den Verträgen schafft.

"In Österreich zahlen die Menschen für das Gas viermal so viel wie in anderen Ländern", argumentierte die Neos-Chefin, die eine "Verpflichtung der Regierung" sieht, "hier Klarheit zu schaffen, was im Vertrag drinnen steht". Dass die OMV die Verträge nicht kündigt, sei "nachvollziehbar", dass es aber die Regierung nicht mache, hingegen nicht. Risiko für die Endkunden bei einem Ausstieg sieht Meinl-Reisinger nicht.

"Pferd von hinten aufgezäumt"

Für einen "Skandal" hält sie es, dass nach wie vor keine Sicherheitsdoktrin am Tisch liege. Denn sämtliche Beschaffungen des Bundesheeres würden ohne diese planlos verlaufen. "Wir zäumen das Pferd von hinten." Die geplante Teilnahme Österreichs am europäischen Luftverteidigungssystem Sky Shield hält sie "für richtig".

Neutralität diskutieren

"Offen und ehrlich" will Meinl-Reisinger auch über die Neutralität diskutieren. Diese habe sich durch den Beitritt zur EU bereits verändert. "Wir sind zum Beistand verpflichtet." Es brauche eine ordentliche Sicherheitsstrategie, die im Parlament verhandelt wird - auch mit der FPÖ. Geht es nach den Neos, sollten auch Bürger und Bürgerinnen an dem Prozess beteiligt werden, etwa in einem Bürgerrat. "Es ist nur ehrlich zu sagen, dass wir eine Debatte darüber führen müssen, was wir darunter verstehen."

Mission 40 Prozent

Auch was die Senkung der Steuer- und Abgabenquote anbelangt, sei die Regierung säumig, betonte Meinl-Reisinger einmal mehr. Daher starten die Neos nun die "Mission 40 Prozent" mit dem Ziel, die Steuer- und Abgabenquote auf 40 Prozent zu senken, inklusive Dialogrunden mit Bürgern und Unternehmern. Es gehe darum, nicht nur zu reden, sondern zu liefern. "Wir bringen Vorschläge, wie wir den Faktor Arbeit entlasten."

Kurz Symptom des "Systems"

Beim erstinstanzlichen Urteil gegen Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) geht es Meinl-Reisinger nicht um dessen falsche Aussage, sondern vielmehr um das "System", das über viele Jahre geherrscht habe. Einige wenige hätten die Republik als "Selbstbedienungsladen" gesehen. Die Themen, die man im U-Ausschuss herausgearbeitet habe, seien Inseraten- und Postenkorruption gewesen. Die Parteien hätten nicht im Interesse der Bürger sondern im eigenen gehandelt. Dadurch habe es insgesamt einen "riesigen Vertrauensverlust" in die Politik gegeben.

Die aktuellen U-Ausschüsse jedoch dienten nur dazu, "die anderen anzupatzen". Dabei lägen die Lösungen bereits am Tisch. Etwa müssten die Inserate gedeckelt und eine ordentliche Presseförderung eingeführt werden. Und in Sachen Postenkorruption brauche es Findungskommissionen. Sollten die Neos in die Regierung kommen, werde man das "besser machen".

Leitkultur

Den von ihr aufs Tapet gebrachen "Schwur auf Österreich" für neue Staatsbürger verteidigte Meinl-Reisinger. Dies hänge mit der Diskussion zur Leitkultur und der Frage zusammen, "was wir uns als Gesellschaft eigentlich erwarten", meinte sie.

Dass der Gastronom Sepp Schellhorn wieder für die Neos in den Nationalrat zurückkehrt, freut Meinl-Reisinger sehr. Dieser sei "eine leidenschaftliche und authentische Stimme für den Mittelstand". Mit Ex-Neos-Chef Matthias Strolz und auch mit dem Vizepräsidenten des Europaparlaments Othmar Karas sei sie regelmäßig in gutem Kontakt. Mit beiden sei aber derzeit nichts geplant.

Reaktionen von SPÖ und FPÖ

SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll kritisierte am Sonntag in einer Aussendung ebenfalls die unzureichenden Maßnahmen der Regierung zur Verringerung der Abhängigkeit von russischem Gas und forderte entschiedene Schritte. "Es ist inakzeptabel, dass Ministerin Gewessler (Leonore; Anm.) erst jetzt, nach zwei Jahren des Ukraine-Konflikts, Maßnahmen ergreift."

Weniger wohlwollend zeigte sich FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz was Meinl-Reisingers Auftritt anbelangt. Diese stehe für eine politische Agenda der Sanktionspolitik, die der eigenen Bevölkerung schade, für die Aushöhlung der Neutralität inklusive Hinwendung zur NATO, für einen EU-Zentralismus und eine Asyl- und Migrationspolitik, die die illegale Einwanderung lediglich umetikettieren und verwalten wolle, statt sie zu stoppen.

KURIER: Innenpolitisch hat – abgesehen vom Kurz-Urteil – diese Woche kaum etwas für so viel Wirbel gesorgt wie die Meldung, dass Sie von der FPÖ in den ORF-Stiftungsrat entsendet werden. Was sagen Sie zu dieser Aufregung?

Peter Westenthaler: Für mich ist das nicht ganz nachvollziehbar, weil das eigentlich recht unspektakulär ist. Die FPÖ hat das Recht, jemanden zu nominieren. Und sie nominiert jemanden, der mit der Sache betraut und ein Experte auf dem Gebiet ist. Das darf ich nach den vielen Jahren in der Medienpolitik zurecht sagen.

Die SPÖ will diese Entsendung in den Stiftungsrat sogar anfechten.

Ich gehe davon aus, dass am kommenden Mittwoch im Ministerrat die offizielle Nominierung stattfindet. Alles andere wäre ein demokratiepolitischer Fauxpas. Das würde nämlich bedeuten, dass bei der nächsten Sitzung des Stiftungsrates am 7. März die Freiheitliche Partei trotz gesetzlicher Legitimation niemanden entsenden kann. Ich glaube nicht, dass sich die Regierung das antut. Und der Frau Muna Duzdar von der SPÖ empfehle ich, dass sie sich das Gesetz genau durchliest. Dann wird sie darauf kommen, dass alles in Ordnung ist.

Es wird allerdings immer eingeworfen, dass Sie als regelmäßiger Diskutant in Wolfgang Fellners Sender oe24.TV auftreten und dass das nicht vereinbar sei.

Das ist zwar recht einzigartig, das soll aber auch so bleiben und ist legitim. Wir könnten auf oe24.TV überhaupt ein neues Sendungsformat entwickeln. Ein „ORF aktuell“ wäre eine Möglichkeit. Wir leben in einem freien Land mit Gesetzen, an die man sich halten muss. Es gibt keine Unvereinbarkeit, weil es gibt kein Arbeitsverhältnis und keinen Dienstvertrag mit oe24.TV. Ich trete dort rein als Diskutant auf, das bin ich auch meinen Zusehern schuldig, weil unsere Mittwoch-Sendung ist das zuseherstärkste Format auf dem Sender.

Ein weiterer Punkt, der in dem Zusammenhang diskutiert wird: Die FPÖ sei gegen den ORF und Sie sitzen für die FPÖ im Stiftungsrat. Das sei auch nicht vereinbar. Sind Sie gegen den ORF?

Das wird so leicht dahin gesagt, dass die FPÖ gegen den ORF sei. Das ist nur nicht wahr. Die FPÖ vertritt seit Jahrzehnten – auch als ich noch politisch aktiv war – sehr konkrete Modelle, wie sie sich einen objektiven öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorstellt. Das ist legitim.

Wie stellt sie sich den ORF denn vor?

Es ist nicht das jetzige Modell, es ist ein anderes. Das jetzige Modell ist eines, das den Ruf des ORF ruiniert. Wirtschaftlich, weil der ORF gemeinsam mit der segensreichen Regierung eine Zwangssteuer einführt, die in Zeiten wie diesen, der Hochinflation, in denen die Leute kein Geld mehr haben, ein Unsinn ist.

Also Sie sind gegen die eingeführte ORF-Haushaltsabgabe, die Sie als Zwangssteuer bezeichnen?

Ich werde dagegen kämpfen und es wird mir gelingen, dass die in einem Jahr weg ist. Wenn es nicht mir gelingt, dann jedenfalls der nächsten Regierung mit Herbert Kickl. Ich darf daran erinnern, dass die Vorgängerregierung Türkis-Blau unter Sebastian Kurz und Heinz-Christian Strache das im Regierungsprogramm stehen gehabt hat: dass die damalige GIS-Gebühr fallen muss und der ORF aus dem Budget bezahlt werden muss. Wie auch alle anderen Medien, und ich bekenne mich zu einer öffentlichen Medienförderung.

Das war jetzt, warum der Ruf des ORF Ihrer Meinung nach wirtschaftlich ruiniert wird. Wo noch?

Bleiben wir noch kurz beim Wirtschaftlichen. Da kommt noch dazu, dass eine Zwangssteuer – es sind derzeit rund 700 Millionen Euro im Jahr – eingehoben und dann noch fürstliche Gehälter von bis zu 500.000 Euro im Jahr gezahlt werden. Das ist besonders schlimm. Es wird bald offiziell, weil in Kürze der ORF die hohen Gehälter offen legen muss. Solche Gehälter könnte der ORF nur dann auszahlen, wenn er ein Privatunternehmen wäre. Aber so lange er Gebühren dafür nimmt, ist das absurd. Das werden wir genau aufzeigen. Aber es gibt auch noch den politischen Teil, den wir uns ganz genau anschauen müssen.

Lokales

Ein Bauer hat auf seinem Hof in Dobersberg (Bezirk Waidhofen an der Thaya) einen mittelalterlichen Geheimgang gefunden. Bei Renovierungsarbeiten stieß der Mann unter einem alten Betonboden auf einen Hohlraum, von dem ein Gang wegführt. Dabei dürfte es sich um einen sogenannten Erdstall handeln, der als Versteck vor Räuberbanden diente, erläuterte Experte Josef Weichenberger am Sonntag. Erhalten ist ein 16 Meter langes Gangsystem.

Gang unter Wasser

Der entdeckte Geheimgang stand laut Weichenberger, der auch beim oberösterreichischen Landesarchiv tätig war, fast vollständig unter Wasser. Für weitere Untersuchungen des Bundesdenkmalamts habe man den Wasserspiegel daher mit einer Pumpe abgesenkt. Gefunden worden seien drei enge Gänge, die sich verzweigen, aber nach wenigen Metern eingestürzt sind.

Erhaltung geplant

Das erhaltene, 16 Meter lange Gangsystem ist laut Weichenberger auf den ersten drei Metern ausgemauert, gebückt begehbar und weist einen engen waagrechten Durchschlupf mit 42 Zentimetern Durchmesser sowie 15 Lampennischen, eine nach oben führende Luftröhre und eine Trockenmauer auf, die vor einem Brunnen endet. Die Ganganlage soll nun erhalten und mit einem gesicherten Einstieg versehen werden.

Keine 48 Stunden sind vergangen, als es am Freitagmorgen in Wien erneut zu einem Mordalarm kam.

Nachdem am Mittwochnachmittag zunächst ein Mann offenbar zum Opfer der Balkan-Mafia geworden war, schlug die Mutter einer 51-Jährigen am Freitag bei der Polizei Alarm, da sie sich Sorgen um ihre Tochter machte.

Die Polizisten zögerten nicht und fuhren um 7 Uhr morgens nach Wien-Erdberg und verschafften sich Zutritt zur genannten Adresse.

Dort machten die die Beamten dann einen grausigen Fund: Sie stießen auf zwei leblose Personen. Es handelte sich um die 51-jährige Juristin und ihre 13-jährige Tochter.

Es müssen unvorstellbare Momente gewesen sein, die sich Freitagnacht in einem kleinen Massage-Studio in Wien-Brigittenau abgespielt haben. Ein 27-jähriger Afghane steht im Verdacht, drei Frauen mit einem Messer entstellt und umgebracht zu haben.

Eine vierte Frau konnte sich in einem Zimmer einschließen und musste alles mitanlauschen. Ihr gelang schließlich unverletzt die Flucht. Den Täter soll sie nicht gesehen haben. Sie steht unter Schock.

Am Sonntag wurden nun erste Details aus der Einvernahme des Mannes, die die gesamte Nacht gedauert hat, bekannt.

Am Sonntag um die Mittagszeit hat es in der Region Kitzbühel zwei Lawinenabgänge gegeben. Verletzt wurde dabei niemand.

Wie die Polizeiinspektion Kitzbühel meldet, seit die erste Lawine gegen 11.15 abgegangen. Ein 74-jähriger Deutscher war mit Tourenskiern auf der geschlossenen Skiroute 33 „Giggling“ unterwegs, als über ihm eine Schneebrettlawine abging. 

Aus aller Welt

Riesige Glaspyramiden, eindrucksvolle Säle, Billardtische, Sportplätze, Gemeinschaftsfeste: Im sogenannten „Silicon Valley Indiens“, der im Süden gelegenen Stadt Bangalore, scheinen die großen, modernen Firmen-Campus alles zu haben, was ein Arbeiterherz begehren könnte. Was bei Spaziergängen auf solchen Geländen sofort auffällt und im ersten Moment mehr an eine Universität als an ein großes Unternehmen denken lässt: die vielen jungen Menschen.

Das indische Durchschnittsalter liegt bei gerade mal 28 Jahren – zum Vergleich: In Österreich sind es etwas mehr als 43 Jahre. Indien ist stolz auf seine junge, zumindest teilweise extrem gut ausgebildete und vor allem große Bevölkerung (1,4 Milliarden Einwohner). Das bereits seit Jahren wachsende Interesse des Westens an dieser steigt weiter: Mittlerweile ist ein regelrechter Wettbewerb um Fachkräfte aus Indien, die in Europa fehlen, entstanden. 

Auch Österreich will in Zukunft noch stärker mit Indien zusammenarbeiten – das machte Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) diese Woche auf seiner Dienstreise in das südasiatische Land klar.

Von Johannes Arends und Marco Xia

Inmitten der Hochhäuser von Tokio liegt eine völlig andere Welt versteckt. Das Barviertel Golden Gai, im Herzen des Bezirks Shinjuku, ist eine der beliebtesten Touristenattraktionen der japanischen Hauptstadt. Besucher drängen sich durch die engen Gassen voller winziger, aneinander gezwängter Bars, knipsen Fotos der ausgefallenen Schilder. Doch manche Bar macht klar, dass sie hier nicht willkommen sind. An etwa jeder dritten Tür steht der Satz: "Nur für Japaner."

Ein Satz, dem man im japanischen Alltag immer wieder begegnet. Besonders im Nachtleben, aber auch beim Besuch traditioneller Thermalbäder, der sogenannten Onsen. Die Definition, wer als Japaner zählt und wer nicht, lässt sich dabei selten anhand von Dokumenten festmachen. Meist zählt, das zeigen Beispiele der Vergangenheit, das Aussehen.

Polnische Bauern haben am Sonntag mit der Blockade eines wichtigen Grenzübergangs nach Deutschland begonnen. Mit ihrer Aktion in Slubice wollten sie nach eigenen Angaben gegen EU-Umweltauflagen protestieren. Durch die Blockade an der Grenze nahe Frankfurt an der Oder wurde die Autobahn - auf deutscher Seite A12, auf polnischer Seite A2 - lahmgelegt. Diese verbindet Berlin mit Warschau und wird normalerweise unter anderem von vielen Lkw genutzt.

"Die Blockade hat wie geplant um 13.00 Uhr begonnen, beide Spuren der A2 sind blockiert", sagte eine polnische Polizeisprecherin. Ursprünglich hatten die Landwirtinnen und Landwirte für 25 Tage den Grenzübergang blockieren wollen. Nach Gesprächen mit der Bevölkerung und örtlichen Unternehmen nahmen sie von diesem Langzeitprojekt Abstand. Die Blockade werde "vermutlich am Montag wieder aufgehoben", sagte Protest-Mitorganisator Dariusz Wrobel.

Die polnischen Bäuerinnen und Bauern sehen die aktuellen Umweltauflagen der EU als "inakzeptabel" an. Sie protestieren mit der Blockade auch gegen die Einfuhr von Agrarprodukten aus Drittländern, die nicht den EU-Vorgaben entsprechen.

In ganz Europa protestieren Bauern seit Wochen gegen die EU-Umweltauflagen und für den Schutz vor der Konkurrenz aus Drittstaaten. Am Montag beraten die Agrarministerinnen und -minister der EU in Brüssel über die Forderungen.

Wie das Auktionshaus Anderson and Garland in Newcastle upon Tyne ankündigte, kommt bei einer Auktion am Donnerstag ein Geschoss unter den Hammer, das mit der Tatwaffe des Mordes an Ex-Beatle John Lennon abgefeuert wurde. Geschätzt wird, dass das Sammlerobjekt 1.500 bis 2.000 Pfund (ungefähr 1.750 bis 2.300 Euro) einbringen wird.

Das samt Patronenhülse und Erinnerungsfoto gerahmte und auf 1984 datierte Stück gehörte einem britischen Polizisten. Der hatte den Angaben zufolge bei einem dienstlichen Besuch in New York die Erlaubnis erhalten, die Waffe abzufeuern. Das soll eine Art Wiedergutmachung gewesen sein, weil er während des Besuchs mit Kollegen vom NYPD (New York Police Department) unter Beschuss geraten sein soll.

"Als Entschuldigung und weil man wusste, dass er Brite und Beatles-Fan war, wurde er in ein kleines Museum der forensischen Abteilung mitgenommen (...)", hieß es auf der Webseite des Auktionshauses. Dort sei ihm erlaubt worden, die Waffe abzufeuern.

Geschoss und Hülse seien eingesammelt und ihm als Geschenk mitgegeben worden. Er habe sie eingerahmt und an die Wand seines Büros gehängt, wo sie bis zum Ende seiner Karriere geblieben seien. "Seine Familie hat nun entschieden, dass es Zeit ist für einen weiteren echten Fan John Lennons, diesen historischen Gegenstand zu besitzen", hieß es auf der Webseite weiter.

Der Anker rasselt auf den Grund. Frauen und Männer springen vom Boot ins türkisblaue Meer. Luft anhalten, abtauchen, gegen die unerbittliche Strömung in der Lagune vor Mahébourg auf Mauritius schwimmen. In den Händen ein Seil, bestückt mit zerkleinerten Korallen. Das Tau kommt an ein Metallgerüst im Meer. 

Hier, in der Unterwassergärtnerei, wachsen die Korallenfragmente monatelang heran, bis sie groß genug für ihre Bestimmung sind. Biologen restaurieren mit ihnen kaputte Riffe. Sie kleben sie wieder an.

Diese Gruppe von der Naturschutzorganisation „Eco Sud“ auf Mauritius ist nicht die einzige, die so arbeitet. 

Denn es ist fünf vor zwölf. Der Klimawandel heizt das Wasser der Ozeane auf. Korallen verlieren rund um den Globus ihre Farben, Riffe sterben und mit ihnen die Artenvielfalt. Zurück bleiben Mondlandschaften ohne Leben. Umweltschutzorganisationen und betroffene Staaten versuchen, die Ökosysteme zu retten. Denn sie sind wichtig.

Regenwald der Meere

Wirtschaft

Dein Tisch steht dir bis 20:15 Uhr zur Verfügung“, heißt es in der freundlichen eMail-Bestätigung eines hippen Wiener Innenstadtlokals. War es vor einigen Jahren noch unüblich, ein Reservierungszeitfenster zu bekommen, verbreitet sich der Trend derzeit in immer mehr Wiener Restaurants. 

Woran liegt das? Peter Dobcak, Chef der Wiener Gastronomen: „Die Wirte  geraten immer mehr unter Druck, ihre Sitzplätze wirtschaftlich auszunutzen. Das hat dazu geführt, dass man Tische mehrmals an einem Abend vergibt.“ Zwar habe man nach der Corona-Pandemie einen Nachholbedarf bei den Menschen bezüglich Gastronomie wahrgenommen, aber: „Die Konsumation ist zurückgegangen. Die Leute bleiben lange sitzen, bestellen aber nicht viel“, klagt Dobcak. 

Das Firmenkonglomerat Berkshire Hethaway des legendären US-Investors Warren Buffett hat erneut einen Rekordgewinn ausgewiesen. Der Nettogewinn verdoppelte sich im vierten Quartal auf 37,57 Milliarden Dollar (34,68 Mrd. Euro), wie Berkshire am Samstag mitteilte. 

Damit summiert sich der Jahresgewinn auf 96,2 Milliarden Dollar und übertrifft den alten Rekord aus dem Jahr 2021 um rund 6,3 Milliarden Dollar. Der Betriebsgewinn stieg um 21 Prozent auf 37,4 Milliarden.

Ehemalige Minister, hochrangiges Botschaftspersonal, Spitzenmanager – sie arbeiten für den Wiener Anwalt Gabriel Lansky, einen der Top-Netzwerker des Landes. Jetzt hat er wieder einen Coup gelandet.

Er holte Gerhard Jarosch, 55, einst einer der prominentesten Staatsanwälte, als Konzipienten an Bord.

Der ehemalige oberste Standesvertreter der Staatsanwälte und Chef des Österreich-Büros bei Eurojust verabschiedete sich vor zwei Jahren aus der Justiz und dockte als Zehn-Prozent-Partner bei Rosam-Grünberger an, einer der größten heimischen PR-Agenturen. Dort deckt er den Bereich Litigation ab, die Kommunikation rund um gerichtliche Auseinandersetzungen oder Strafverfahren.

Stars

Das frühere Spice Girl Melanie Brown (Mel B) musste nach ihrer Trennung von Ex-Mann Stephen Belafonte bei Aldi und Lidl einkaufen. 

Das erzählte die 48-Jährige der britischen Boulevardzeitung The Sun laut einem am Samstag veröffentlichten Bericht. Sie habe nur 700 Pfund (heute umgerechnet etwa 820 Euro) in der Tasche gehabt, als sie ihren damaligen Mann 2017 verließ und von den USA nach Großbritannien zurückkehrte.

Die US-Schauspielerin Amy Schumer ist eigenen Angaben zufolge am Cushing-Syndrom erkrankt. 

Im Gespräch mit der Journalistin Jessica Yellin gab sie an, "ein paar verrückte Wochen" hinter sich zu haben. "Ich stand gerade vor der Kamera und gleichzeitig verbrachte ich vier Stunden am Stück in einem MRT-Gerät, meine Venen wurden von der Menge des abgenommenen Blutes lahmgelegt und ich dachte, dass ich vielleicht nicht mehr da sein werde, um meinen Sohn aufwachsen zu sehen", so Schumer in Yellins Newsletter "New Not Noise".

Ziemlich einfallsreich und dank manipulierter Fotos, nicht immer sofort auf den ersten Blick zu erkennen, so versuchen Betrüger im Internet an Geld zu kommen. 

Erst kürzlich machte ORF-Wettermann Sigi Fink öffentlich, dass seine Bilder für Love-Scamming benützt werden.

Jetzt hat es auch den Kabarettisten Michael Niavarani erwischt. Und zwar haben Betrüger einen Facebook-Status samt Bild so manipuliert, als würde Niavarani für Abnehmtabletten werben. 

Sport

Eva Pinkelnig hat am Sonntag auch den zweiten Bewerb in Hinzenbach gewonnen und verlässt Oberösterreich als Doppelsiegerin. Die Vorarlbergerin gewann mit 90 und 90,5 Metern und 246,6 Punkten mit 7,7 Zählern Vorsprung auf die Slowenin Nika Prevc. Dritte wurde die am Samstag zweitplatzierte Jacqueline Seifriedsberger, 1,1 Punkte hinter Prevc.

Für Pinkelnig, die erst verspätet in die Saison eingestiegen ist, war es bereits ihr fünfter Erfolg allein in diesem Winter und ihr insgesamt 14. im Weltcup. Seifriedsberger verbesserte sich vom sechsten Zwischenrang an die dritte Stelle, womit das ÖSV-Team erneut zwei Stockerlplätze schaffte.

"Es ist unglaublich. Ich habe das schon in Villach erleben dürfen, jetzt auch da in Hinzenbach, daheim doppelt zu gewinnen. Und jetzt sogar noch doppelt mit der Jacqui am Podium zu stehen, das ist einfach cool", freute sich Pinkelnig, die nun auch im Gesamt-Weltcup bereits auf den zweiten Rang vorgestoßen ist.

Als Sara Marita Kramer in der Saison 2021/’22 im Alter von 20 Jahren in eindrucksvoller Manier den Gesamtweltcup gewann, überschlugen sich die Experten vor Lob und strapazierten die Superlative: Die Österreicherin würde das Frauen-Skispringen für Jahre dominieren, wurde prophezeit. Kramer würde den Sport auf ein neues Level heben.

Die große Bewunderung von einst ist längst einem großen Wundern gewichen. Der Königin der Lüfte, der ein Leben auf Wolke sieben vorausgesagt worden war, ist in den letzten zwei Jahren aus allen Wolken gefallen. Der letzte Weltcupsieg der Pinzgauerin ist 24 Monate her, im Dezember 2022 war sie zuletzt auf dem Podium.

Sara Marita Kramer ist wieder einmal ein Beleg dafür, wie kompliziert und schwierig das Skispringen sein kann, wenn die Disziplin – wie im Fall der gebürtigen Niederländerin – zum Denksport wird.

„Ich habe gerade in der letzten Saison sehr viel nachgedacht und überlegt. Das hat mich gefressen. Wenn du einmal in diesem Radl gefangen bist, dann kommst du schwer wieder raus.“

Am Sonntag (17.00/live Sky) ist es wieder so weit. Rapid empfängt in Hütteldorf die Wiener Austria. Es ist das 342. Stadtduell der beiden Kontrahenten.

Wie bereiten die beiden Trainer Robert Klauß und Michael Wimmer ihre Mannschaft auf das Schlüsselspiel im Kampf um die Meistergruppe im ausverkauften Allianz Stadion vor?  

Robert Klauß: Der Debütant mit Vorgeschichte

„Und was ist,  wenn wir gewinnen?“ So begann die Amtszeit von Robert Klauß und so lässt sich auch die Herangehensweise des Deutschen vor seinem bisher wichtigsten Spiel zusammenfassen.

Das 107. Bundesligaspiel war für Stefan Lainer ein ganz besonderes. „Der Anpfiff, auf den hatte ich schon den ganzen Tag hingefiebert. Es war sehr befreiend und ein extrem schönes Gefühl“, sagte der Außenverteidiger von Borussia Mönchengladbach am Samstagabend. Der 31-Jährige stand zuvor beim 5:2 (2:0)-Heimsieg gegen den VfL Bochum rund sieben Monate nach der Diagnose Lymphknotenkrebs das erste Mal wieder in der Startelf des Fußball-Bundesligisten.

„Es fühlt sich unfassbar an. Mir ist es körperlich tipptopp gegangen und das ist wirklich wunderschön“, sagte der Österreicher anschließend beim Pay-TV-Sender Sky. Bereits am 21. Januar hatte Lainer, den in Gladbach alle nur „Stevie“ nennen, mit einem Kurzeinsatz gegen den FC Augsburg sein Comeback in der Bundesliga gefeiert. Knapp vier Wochen später folgte die Startelf-Rückkehr, weil den Gladbachern gegen Bochum nach dem Ausfall von Luca Netz ein Außenverteidiger fehlte.

Trainer Seoane lobt Lainer

„Stevies Werte im Training haben sich in den letzten zwei, drei Wochen verbessert“, erklärte Trainer Gerardo Seoane die Personalie. Und der Coach lobte: „Ich freue mich, dass er nach seiner langen Abwesenheit von Anfang gespielt und eine sehr gute Leistung abgerufen hat.“ Wie lange Lainer, dessen Name beim Verlesen der Mannschaftsaufstellung von den Fans besonders laut gerufen wurde, noch für die Borussia spielt, ist offen. Sein Vertrag läuft im Sommer aus.

Das NHL-Team Arizona Coyotes trennt sich von Angreifer Adam Ruzicka. Das teilten die Coyotes am Freitagabend mit. Demnach haben sie den slowakischen Angreifer zu einer bedingungslosen Kündigung seines Vertrags aufgefordert. Zu dem Grund machte der Club keine Angaben und schrieb nur, man werde „zu diesem Zeitpunkt keinen weiteren Kommentar abgeben“.

Zurzeit kursiert ein Video von Ruzicka in den sozialen Medien. Unter anderem ist auf einem Tisch eine Kreditkarte und eine Linie weißes Pulver zu sehen. Der 24 Jahre alte Slowake hatte es selbst bei Instagram in seinen Storys hochgeladen, mittlerweile ist es dort nicht mehr zu sehen, doch von einigen anderen Usern bereits geteilt.

Der Center war erst vor einem Monat von den Calgary Flames zu den Coyotes gewechselt, für die er seitdem drei Mal auflief. Für Calgary spielte Ruzicka zuvor in drei Jahren 114 Mal in der NHL und erzielte 14 Treffer.

Kultur

Israel erwägt eine Absage der Teilnahme am diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) im schwedischen Malmö wegen möglicher Widerstände gegen seinen eingereichten Beitrag, der als zu politisch gelten könnte. Israels öffentlich-rechtlicher Sender Kan teilte mit, dass er "nicht die Absicht" habe, das für den ESC bestimmte Lied mit dem Titel "October Rain" zu ersetzen, sollte ihn die Europäischen Rundfunkunion (EBU) wegen angeblich zu politischen Inhalts für ungültig erklären. Dies würde bedeuten, "dass Israel nicht am Wettbewerb teilnehmen" könne, sollte das Lied von der EBU nicht zugelassen werden.

Zuvor waren bereits Forderungen laut geworden, Israel wegen des Kriegs im Gazastreifen vom diesjährigen Wettbewerb auszuschließen. Die EBU hatte dies mit Verweis darauf zurückgewiesen, dass beim ESC keine Regierungen gegeneinander anträten, sondern öffentlich-rechtliche Rundfunksender als Mitglieder der EBU.

Laut israelischen Medienberichten bezieht sich das größtenteils auf Englisch und mit einigen hebräischen Worten gesungene Lied "October Rain" der Sängerin Eden Golan auf die Opfer des Hamas-Angriffs auf Israel vom 7. Oktober.

Die Sängerin hatte sich dafür qualifiziert, Israel im Mai in Malmö bei dem weltweit größten Musikwettbewerb zu vertreten. Der ESC findet vom 7. bis 11. Mai in Schweden statt.

Sie ist Grande Dame und Revoluzzerin zugleich. Ein Publikumsliebling, gegen den Strich gebürstet. Erika Pluhar, Schauspielerin, Autorin und Chansonnière, hat österreichische Zeitgeschichte mitgeschrieben und ist doch immer nahbar geblieben. Und auch der nahende 85. Geburtstag am 28. Februar kann ihr die Aufmüpfigkeit nicht nehmen. Nicht umsonst heißt ihr neues Buch, ein Fotoband, „Trotzdem.“

KURIER: Sind Sie durch Ihren bevorstehenden 85er gefordert?

Erika Pluhar: Ja, das hab ich so nicht angenommen, dass da so viel los sein wird. Dazu kommen Lesungen und viel Öffentlichkeitsarbeit für das neue Buch, worüber sich der Verlag freut, aber es ist anstrengend. Ich muss mich dazwischen ausruhen. Nach solchen Terminen werde ich immer ganz stumm.

Nun ist einer Ihrer Wegbegleiter gestorben, der ehemalige Burgtheaterdirektor Achim Benning.

Das hat mich sehr, sehr traurig gemacht. Er war ein Lebensfreund, wir kennen uns seit der Schauspielschule, erst als Kollegen, später war er mein Direktor.

Sie spielten oft unter seiner Regie.

Die mir wichtigsten Arbeiten. Tschechow, Turgenjew und vor allem Gorkis „Sommergäste“: Die waren damals für mich in meinem politischen Erwachen wesentlich. Heute will ja so vieles am Theater politisch sein, aber wir haben einfach nur den Text von Gorki gespielt, und das war so politisch! Die Figur, die ich spielte, greift im Stück alle an und sagt, alle seien faul, kümmerten sich um nichts und seien Opportunisten: Das musste ich dem Kurt Sowinetz entgegenschleudern und hab dafür Szenenapplaus bekommen, etwas sehr Seltenes. Es hat mir gut gefallen, dass da Menschen meiner beziehungsweise Gorkis Meinung waren.

Mit Kurt Sowinetz haben Sie viel gearbeitet.

Es sind so viele Menschen gegangen. Das Weggehen von Zeitgenossen ist mit das Schmerzlichste am Altwerden.

Vom Theater sind Sie jetzt auch schon wieder ein halbes Leben weg.

Ich war vierzig Jahre am Burgtheater, und das ist 25 Jahre her. Ich bin, auch pensionsmäßig, genau zum richtigen Zeitpunkt weggegangen, weil sich die Landschaft des Theaters dann sehr verändert hat, wie so vieles. Es ist nicht mehr meine Landschaft.

Sie gehörten damals zu jenen, die Claus Peymann sehr kritisieren.

Aber eher das Verhalten. Als da plötzlich eine Siegerfahne auf dem Burgtheater prangte und es hieß: Die Jungen kommen. Die Jungen kamen doch immer!

Es heißt oft, Sie seien wegen Peymann gegangen, weil der Sie nicht besetzt hätte.

Das stimmt nicht. Der hätte mich schon besetzt.

Sie gehören noch zu der Generation von Burgschauspielern, denen man anhört, dass Sie nicht aus Norddeutschland stammen.

Ich bin in Floridsdorf aufgewachsen und kann so ein Wienerisch reden, des glaubst ned! Aber als ich in die Schauspielschule nach Hietzing kam, hatte ich nie ein Problem, Hochdeutsch zu sprechen. Ich mochte nur nicht, wenn Piefkisch geredet wurde.

Das ist heute weitgehend normal.

Ja, deswegen versteh’ ich oft nicht einmal den Tatort, weil alle so ein piefkisches Deutsch herunternudeln. Als ich am Burgtheater zu sprechen begann, gab es dort noch den Begriff des „Prager Deutsch“. Das war das Deutsch, das weder Piefkisch noch Wienerisch ist, sondern rein. Ich liebe das reine Deutsch, und ich glaube, ich kann es sprechen.

Sie haben Floridsdorf erwähnt. Als Kind wohnten Sie auf der Brünner Straße. Sind Sie manchmal in der Gegend?

Nein, schon lange nicht mehr. Das Haus steht noch, das weiß ich, aber alles rundherum hat sich sehr verändert. Damals waren dort überall Felder.

Ein Kino gab’s auch, die Lichtspiele Weltbild auf der Prager Straße.

Da war ich oft.

Zwei Wochen vor der Oscar-Vergabe hat das Atombomben-Historiendrama "Oppenheimer" bei den Preisen von Hollywoods Schauspielverband SAG (Screen Actors Guild) drei Trophäen abgeräumt. Bei der Gala in Los Angeles am Samstagabend (Ortszeit) setzte sich Hauptdarsteller Cillian Murphy etwa gegen Bradley Cooper ("Maestro") und Paul Giamatti ("The Holdovers") durch.

Robert Downey Jr. gewann für "Oppenheimer" den Preis als bester Nebendarsteller. Zudem holte die Biografie über den "Vater der Atombombe" genannten Physiker Robert Oppenheimer den Ensemble-Preis für die gesamte Besetzung.

Die SAG-Trophäe für die beste Hauptdarstellerin ging an Lily Gladstone für "Killers of the Flower Moon". Die indigene US-Schauspielerin gilt auch als Favoritin für den Oscar. Mit ihr waren Margot Robbie ("Barbie"), Annette Bening ("Nyad"), Carey Mulligan ("Maestro") und Emma Stone ("Poor Things") für die Schauspielpreise nominiert. Bei den Oscar-Nominierungen schaffte es die deutsche Schauspielerin Sandra Hüller ("Anatomie eines Falls") mit Gladstone, Mulligan, Bening und Stone unter die fünf Anwärterinnen, "Barbie"-Darstellerin Robbie blieb außen vor.

"The Last of Us" 

Golden-Globe-Preisträgerin Da'Vine Joy Randolph ("The Holdovers") holte in der Nacht zum Sonntag die Trophäe als beste Nebendarstellerin. Auch Fernsehauftritte wurden prämiert: Zu den Gewinnern zählen die Hauptdarsteller Steven Yeun und Ali Wong aus der Gesellschaftssatire "Beef", Pedro Pascal aus der Drama-Serie "The Last of Us" und Elizabeth Debicki, die in "The Crown" die britische Prinzessin Diana spielte. Als Comedy-Darsteller in der Serie "The Bear - King of the Kitchen" holten Jeremy Allen White und Ayo Edebiri die SAG-Preise.

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