Johann Lafer hat Lymphdrüsenkrebs: Was hinter der Diagnose steckt
Zusammenfassung
- Johann Lafer hat Lymphdrüsenkrebs, erhält seit Anfang des Jahres Chemotherapie und spricht gut auf die Behandlung an.
- Lymphdrüsenkrebs (maligne Lymphome) betrifft das lymphatische System, Symptome sind u.a. schmerzlose Lymphknotenschwellungen, Nachtschweiß und Gewichtsverlust.
- Die Behandlung richtet sich nach Lymphomtyp und Stadium, Heilungschancen variieren je nach Unterart und individueller Situation.
Johann Lafer sagte der „Bild“-Zeitung, er habe Lymphdrüsenkrebs. Nach seinen Angaben wurde die Erkrankung bereits vor zweieinhalb Jahren bei einer Routineuntersuchung entdeckt. Er habe damals keine Schmerzen gehabt. Im Jänner 2026 habe sich sein Zustand verschlechtert: mit geschwollenen Lymphknoten, nächtlichen Schweißausbrüchen und Schlafproblemen. Seit Anfang des Jahres erhält Lafer nach eigenen Angaben eine Chemotherapie; die Lymphknoten würden kleiner, die Behandlung schlage an. Welche genaue Lymphom-Unterart bei Lafer vorliegt, wurde öffentlich nicht mitgeteilt.
Die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesem Erkrankungsbild:
Was ist Lymphdrüsenkrebs?
Der Begriff „Lymphdrüsenkrebs“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für maligne Lymphome. Gemeint sind bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems – also jenes Teils des Immunsystems, zu dem unter anderem Lymphknoten, Lymphbahnen, Milz, Mandeln und bestimmte Abwehrzellen gehören. Medizinisch geht es meist um entartete Lymphozyten, eine Gruppe weißer Blutkörperchen, die sich unkontrolliert vermehren.
Wichtig: Nicht jede Lymphknotenschwellung ist Krebs. Sehr viel häufiger stecken Infekte, Entzündungen oder andere harmlose Ursachen dahinter. Verdächtig wird eine Schwellung vor allem dann, wenn sie länger bestehen bleibt, wächst, schmerzlos ist oder von weiteren Beschwerden begleitet wird.
Welche Arten von Lymphomen gibt es?
Grundsätzlich unterscheidet man zwei große Gruppen: Hodgkin-Lymphome und Non-Hodgkin-Lymphome. Beim Hodgkin-Lymphom finden sich charakteristische Tumorzellen, die sogenannten Reed-Sternberg-Zellen. Alle anderen Lymphomformen werden traditionell als Non-Hodgkin-Lymphome zusammengefasst – wobei Fachleute heute genauer nach Untergruppen unterscheiden. Manche wachsen langsam über Jahre, andere schreiten rasch voran und müssen sofort behandelt werden.
Welche Symptome können auftreten?
Ein typisches Warnzeichen sind schmerzlose, länger bestehende oder zunehmende Lymphknotenschwellungen – etwa am Hals, in den Achseln oder in der Leiste. Dazu kommen manchmal Beschwerden, die den ganzen Körper betreffen: Menschen schwitzen nachts ungewöhnlich stark, verlieren ohne Diät an Gewicht oder haben wiederholt Fieber, ohne dass eine Infektion als Erklärung naheliegt.
Weil viele dieser Beschwerden auch bei harmloseren Erkrankungen vorkommen, ist die Dauer entscheidend: Eine Lymphknotenschwellung, die nicht zurückgeht, größer wird oder mit Allgemeinsymptomen einhergeht, sollte ärztlich abgeklärt werden.
Warum kann die Krankheit lange unbemerkt bleiben?
Lymphome können anfangs kaum Beschwerden verursachen. Manche werden zufällig entdeckt – etwa bei einer Untersuchung aus anderem Anlass. Das erklärt auch, warum Betroffene eine Diagnose manchmal schwer einordnen können: Man fühlt sich nicht zwingend krank, obwohl im Körper bereits krankhaft veränderte Lymphzellen wachsen.
Wer kann Lymphdrüsenkrebs bekommen?
Lymphdrüsenkrebs kann in jedem Alter auftreten. Hodgkin-Lymphome werden häufiger bei jüngeren Erwachsenen diagnostiziert, Non-Hodgkin-Lymphome eher bei älteren Menschen. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Insgesamt sind Lymphome aber deutlich seltener als viele andere Krebsarten.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Entscheidend ist in der Regel die Untersuchung von Lymphknotengewebe. Dafür wird oft ein ganzer Lymphknoten oder eine Gewebeprobe entnommen und feingeweblich untersucht. Erst dadurch lässt sich klären, ob tatsächlich ein Lymphom vorliegt – und wenn ja, welche Unterart. Ergänzend folgen Blutuntersuchungen, Ultraschall, CT, MRT oder PET-CT; manchmal wird auch das Knochenmark untersucht. Diese Einordnung ist zentral, weil sich Therapie und Prognose je nach Lymphomform stark unterscheiden.
Wie wird Lymphdrüsenkrebs behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach Lymphomtyp, Stadium, Alter, Allgemeinzustand und biologischen Merkmalen der Erkrankung. Häufig eingesetzt werden Chemotherapie, Immuntherapie, Antikörpertherapien, Bestrahlung oder Kombinationen daraus. Bei manchen langsam wachsenden Lymphomen wird zunächst kontrolliert abgewartet, wenn keine Beschwerden bestehen. Bei aggressiven Lymphomen ist meist eine rasche Therapie nötig.
Kann man Lymphdrüsenkrebs operieren?
Meist nicht im Sinn einer klassischen Tumoroperation. Zwar wird oft ein Lymphknoten entfernt, um die Diagnose zu sichern. Die eigentliche Behandlung besteht aber je nach Form und Stadium meist aus Chemotherapie, Immuntherapie, Antikörpertherapie und/oder Bestrahlung. Der Grund: Lymphome betreffen das lymphatische System und können daher nicht einfach wie ein einzelner Knoten „herausgeschnitten“ werden.
Wie sind die Heilungschancen?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Beim Hodgkin-Lymphom sind die Heilungschancen heute in vielen Fällen sehr gut. Bei Non-Hodgkin-Lymphomen hängt die Prognose stark von der Unterform ab.
Einige langsam wachsende Lymphome sind über viele Jahre kontrollierbar, aber nicht immer dauerhaft heilbar. Andere aggressive Lymphome können trotz raschen Verlaufs gut auf intensive Therapien ansprechen. Die durchschnittlichen relativen Fünf-Jahres-Überlebensraten bei Non-Hodgkin-Lymphomen liegen laut deutschen Krebsregisterdaten bei rund 71 bis 72 Prozent.
Wann sollte man zum Arzt?
Ärztlich abgeklärt werden sollte eine Lymphknotenschwellung, wenn sie länger als einige Wochen besteht, größer wird, hart oder schlecht verschieblich wirkt oder ohne erkennbare Infektion auftritt. Besonders ernst zu nehmen sind zusätzliche Beschwerden wie Nachtschweiß, unerklärliches Fieber, ungewollter Gewichtsverlust, anhaltende Müdigkeit oder wiederkehrende Infekte.
Kann man Lymphdrüsenkrebs vorbeugen?
Eine sichere Vorbeugung gibt es nicht die Ursachen sind meist nicht eindeutig bekannt. Als Risikofaktoren gelten unter anderem bestimmte Virusinfektionen, eine geschwächte Immunabwehr, seltene Autoimmunerkrankungen, frühere Chemo- oder Strahlentherapien sowie möglicherweise bestimmte Umweltfaktoren.
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