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Ebola-Ausbruch: Wie groß ist das Risiko für Österreich?

Die USA verweigern infizierten US-Bürgern die Heimreise, Organisationen holen Ausländer aus der Region nach Hause zurück. Wie gefährlich ist das Virus außerhalb der betroffenen Region?
Medizinisches Personal in der Demokratischen Republik Kongo.

Der aktuelle Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik (DR) Kongo und in Uganda sorgt international für große Aufmerksamkeit. Die WHO geht davon aus, dass seit Mitte Mai 2026 rund 250 Menschen nach einer Infektion verstorben sind, etwa 1.000 gelten als Verdachtsfälle. Die Dunkelziffer wird höher vermutet. 

Die Region Ituri im Osten der DR Kongo sowie die politisch instabile Grenzregion von Uganda sind abgelegen und verfügen über geringe Laborkapazitäten sowie ein schwaches Gesundheitssystem, was eine Erfassung und Eindämmung erschwert. Die Regionen sind zudem durch bewaffnete Konflikte und Fluchtbewegungen geprägt. Hilfsorganisationen können ihre Arbeit nur eingeschränkt ausführen. Die WHO rief einen internationalen Gesundheitsnotstand aus. Doch wie gefährlich ist die Situation und welches Risiko besteht für Österreich und Europa? 

Kein Impfstoff, keine Therapie

Besonders an diesem Ausbruch ist, dass er durch die seltene Bundibugyo-Variante des Ebolavirus verursacht wird. Gegen diesen Virusstamm existiert bislang kein zugelassener Impfstoff und keine spezifisch wirksame Therapie. Impfstoffhersteller Moderna kündigte einen Impfschutz bis Ende des Jahres an, es ist fraglich, ob dies für den aktuellen Ausbruch noch eine Rolle spielen wird.

Ebola ist eine schwere, oft tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel oder Schweiß übertragen wird. Entscheidend ist jedoch: Ebola ist nicht durch die Luft übertragbar. 

„Man kann sich also nicht anstecken, indem man sich kurzzeitig in der Nähe einer infizierten Person aufhält oder ihr in der Öffentlichkeit begegnet“, sagt die US-Epidemiologin Amira Roess von der George Mason University, die lange in der Ebola-Prävention für die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC tätig war. Das unterscheidet Ebola grundlegend von Atemwegserkrankungen wie Influenza oder Covid-19. Allerdings kann das Virus auch von Oberflächen aufgenommen werden, die zuvor mit Körperflüssigkeiten einer infizierten Person in Kontakt kamen. Roess: „Bereits ein geringer Kontakt mit dem Virus kann zu schwerwiegenden Folgen führen.“ 

Risiko für Europa wird gering eingeschätzt

Für Europa wird das Risiko derzeit als sehr gering eingeschätzt. Zwar sind durch internationale Flugreisen vereinzelte importierte Fälle möglich, eine unkontrollierte Ausbreitung gilt jedoch als äußerst unwahrscheinlich. Ebola lässt sich durch konsequente Isolation, Kontaktverfolgung und Schutzmaßnahmen effektiv eindämmen. Wie gut das in Österreich funktioniert, zeigt der Fall einer jungen Oberösterreicherin, die nach einer Rückkehr aus Uganda als Ebola-Verdachtsfall galt. Die 19-Jährige hatte als Freiwillige in einem Waisenhaus gearbeitet und zeigte zwei Tage nach ihrer Rückkehr Symptome. Sie wurde zur Sicherheit nach Wien in die Klinik Favoriten gebracht. 

Das Krankenhaus ist österreichweit am besten für hochinfektiöse Krankheiten ausgestattet. Es hat etwa die einzigen drei speziellen Hochsicherheitszimmer, in denen Erkrankungen wie Ebola behandelt werden können. Österreich verfügt zudem über nationale Notfallpläne für hochgefährliche Infektionskrankheiten. Es gibt spezialisierte Isolierstationen, und geschultes medizinisches Personal. Ebola ist eine meldepflichtige Erkrankung – ein möglicher Ebola-Fall würde rasch identifiziert, isoliert und behandelt werden. Für die allgemeine Bevölkerung bestünde dabei keine erhöhte Gefahr. 

Keine typischen Reiseziele

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Virus in Österreich oder Europa verbreitet, ist aber sehr gering, bestätigt die WHO. Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sprach sich bei seinem Aufenthalt in der DR Kongo gegen Reiseverbote und Einreisebestimmungen aus. Diese würden „nicht viel bringen“. Zuletzt hatten die USA Einreisebeschränkungen gegen Menschen aus den betroffenen Ländern verhängt. Das heißt, infizierte US-Staatsbürger sollen nicht in die USA zurückkehren. 

Organisationen, die Freiwillige vor Ort betreuen, boten diesen an zurückzukehren. Generell handelt es sich bei den betroffenen Regionen nicht um typische Reiseziele. Für Touristinnen und Touristen besteht kein Anlass zur Sorge, solange die betroffenen Regionen gemieden werden. Zwischenstopps an afrikanischen Flughäfen stellen kein Risiko dar. Sollte man sich in der Region befinden, gilt es den Kontakt mit Kranken zu meiden, gute Handhygiene zu betreiben sowie Tiermärkte oder Buschfleisch zu vermeiden. 

Reisenden wird geraten, bei Krankheitssymptomen nach einer Rückkehr aus betroffenen Gebieten umgehend ärztlichen Rat einzuholen. 

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