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Politik Inland
02/01/2021

Lockerungen bis auf Widerruf: Schulen und Handel dürfen wieder öffnen

Ab 8.2. : Zwei Haushalte dürfen sich treffen. Empfindlichere Strafen bei Nicht-Einhalten der Maßnahmen. Bei 7-Tages-Inzidenz von 200 "müssen Alarmglocken schrillen".

von Johanna Hager

In einer Woche ist es soweit. Am Montag, 8.2., soll es eine erste "sanften Lockerung" nach dem dritten Lockdown, der am 26. Dezember begonnen hat, geben.

Ab Montag werden Volksschüler wieder in den Schulen unterrichtet. Unterstufen- und Oberstufenschüler werden in einem Schichtbetrieb unterrichtet. Am Unterricht kann nur teilnehmen, wer sich regelmäßig testen lässt. 

Der heimische Handel kann ebenfalls ab Montag wieder öffnen, sofern pro Kunde 20 Quadratmeter zur Verfügung stehen und Kunden eine FFP2-Maske tragen.

Mit einem Eintritts-Test, also einem Covid-Test der nicht älter als 48 Stunden ist, darf ab Montag jeder wieder zum Friseur, zur Kosmetikerin oder dem Masseur. 

Galerien, Museen und Tiergärten öffnen ab kommenden Montag ebenfalls wieder ihre Pforten.

Wer sich nicht an den 2 Meter Abstand zum Nächsten hält (es sei denn, er lebt im selben Haushalt) oder keine FFP2-Maske trägt, der muss mit empfindlicheren Strafen rechnen. Derzeit muss bei Zuwiderhandeln mit einem Organstrafmandat von 25 Euro gerechnet werden.

Am 15. Februar wird die Regierung erneut beraten - über weitere Öffnungsschritte, sofern die Infektionslage es gebietet. Wenn nicht, werde es wieder zu Verschärfungen kommen müssen.

Man habe sich auf eine "gemeinsame Vorgehensweise geeinigt", wiewohl die Ausgangslage keine einfache sei, sagt Bundeskanzler Sebastian Kurz. 

Die gute Nachricht sei, Österreich liegt bei den 7-Tages-Inzidenzen im besten Drittel der EU-Staaten. Die schlechte Nachricht sei, dass die Virusmutationen diesen Vorsprung zunichte machen. "Es ist nur möglich, behutsame Öffnungsschritte zu setzen", so Kurz. "Der sicherste Weg aus epidemiologischer Sicht wäre, den Lockdown aufrecht zu erhalten."

Denn, die aktuellen Zahlen sprechen eigentlich gegen eine Öffnung. Die Regierung wollte auf höchstens 700 Neuinfektionen pro Tag, steht aber heute mit 1.124 knapp beim Doppelten.

Britisches Virus: Schon 40 Prozent der Covid-Infektionen in Wien

Der Vertreter der Wissenschaft, Oswald Wagner von der Universität Wien, gibt zu Bedenken, dass der Anteil der britischen Variante vor einer Woche noch zwischen 10 und 20 Prozent lag, in der Bundeshauptstadt Wien an diesem Wochenende schon bei 40 Prozent. Zudem besteht die Gefahr, dass die Virusmutationen eine erneute Ansteckung möglich machen.

In Südafrika und Brasilien grassieren derzeit, so Wagner, hoch infektiöse Virusvarianten. Daher spricht er sich sogar für ein Reiseverbot in diese Regionen aus. 

Körpernahe Dienstleistungen: "Lieber mit Test - als gar nicht aufsperren"

"Die Schule ist eine Herausforderung", so Kurz, "weil es eine Million Menschen betrifft, die wieder unterwegs sind". Körpernahe Dienstleister dürfen nur wieder arbeiten, sofern Kunden einen 48 Stunden alten Covid-Test beibringen. "Wer keine Maske trägt, bei einer Demonstration fremde Menschen anspuckt, der muss mit Strafen rechnen", so Kurz weiter. "Bei einer Gefährdung anderer Menschen gibt es keine Toleranz."

Wohnzimmer-Tests für Bevölkerung geplant

An der Idee der Wohnzimmer-Tests werde festgehalten. Die flapsig genannten "Nasenbohrer-Tests", die in den Schulen verwendet werden, sollen alsbald niederschwellig auch in der Bevölkerung angeboten werden können, sobald selbige vorrätig sind.

Nächster Tag der Entscheidung: 15. Februar

"Wir können froh sein, wenn sich die Zahl der Infektionen nicht verschlimmern", denn es handle sich vorerst noch um eine stabile Seitwärtsbewegung. "Wenn wir gleich bleiben oder nur langsam steigen, dann können wir zufrieden sein." Bei einer 7-Tages-Inzidenz von 200 müssten indes die "die Alarm-Glocken schrillen". Zum Vergleich: Im Bundesland Salzburg liegt die 7-Tages-Inzidenz derzeit in diesem Bereich (172). 

Am 15. Februar wird über weitere Öffnungsschritte entschieden, so der Regierungschef. Sollte sich die Situation verschlechtern, so werde dem gemäß auch über Verschärfungen beraten werden müssen. Mit einer "nicht unwesentlichen Wahrheit" schließt Kurz: "Ob die eine oder andere Branche offen oder zu ist, das hat natürlich Auswirkungen. Doch viel entscheidender ist: Wie verhält sich jeder einzelne privat?" Es mutet gleichsam wie eine Lockerung des Lockdowns auf Widerruf an.

Ob es einen weiteren Lockdown geben wird, wird Sebastian Kurz gen Ende gefragt. "Es ist im Moment unmöglich, Prognosen abzugeben", sagt Kurz. "Weder Experten noch wir in der Regierung können prognostizieren, wie die kommenden Wochen sein werden. Diese Öffnungsschritte per se werden nicht das Problem sein. Im Handel werden Sie sich mit FFP2-Masken nicht anstecken. Wenn Sie sich mit vielen Menschen zu Hause treffen, wird es ein hohes Infektionsrisiko geben." Portugal und Irland seien beispielgebend, wie schnell die Zahlen in die Höhe schnellen können. 

Anschobers Ziel: "Eine Million Geimpfte bis Ostern"

Nach Bundeskanzler Sebastian Kurz ist Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Wort. Bis Ostern will Anschober zwei Millionen Dosen verimpft haben. Das heißt, dass eine Million Menschen in Österreich geimpft sein werde können,  so die Lieferungen - wie avisiert - vorhanden sind.

Für Wiens Bürgermeister Michael Ludwig habe man ein "gutes Mittelmaß" gefunden. Vor allem, was das Tragen von FFP2-Masken betrifft und die Öffnung der Schulen betrifft. 

Ludwig erinnert an die jüngst erschienen Studien, die die psychischen Belastungen der Jugend darlegen.  "Wir sind ein Staat, neun Bundesländer, über 2.000 Gemeinden - und wir haben eine freundschaftliche Zusammenarbeit gefunden", so Steiermarks-Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, der zur Zeit der Landeshauptleute-Konferenz vorsteht.

"Was wir tun, das ist ein Ritt über die Rasierklinge", so Schützenhöfer. "Es ist ein vorsichtiger Weg in die Normalität des Lebens, wenn sich alle an die Regeln halten." Sein Appell gehe an alle, die "sich bisher nichts gepfiffen" haben. 

Nationale und internationale Entwicklungen in der Corona-Pandemie

  • 02/11/2021, 08:41 PM

    Tschechien: Regierung scheitert mit Verlängerung des Notstands

    Die tschechische Regierung von Premier Andrej Babis ist am Donnerstagabend im Parlament mit dem Versuch um eine weitere Verlängerung des Corona-Notstandes gescheitert. Der Notstand, an den die einzelnen Corona-Maßnahmen gebunden sind, läuft damit am Sonntag, den 14. Februar ab, obwohl die epidemiologische Situation in dem nördlichen Nachbarland sehr ernst ist.

    Das von Kommunisten (KSCM) geduldete Minderheitskabinett von der Babis-Protestbewegung ANO und der Sozialdemokraten (CSSD) hat für den entsprechenden Verlängerungsantrag nur 48 Stimmen von 106 anwesenden Parlamentariern erhalten. Damit wurde der Antrag abgelehnt.

    Babis versuchte in den letzten Stunden, die Verlängerung zu retten. Er behauptete, wer dagegen sei, sei "direkt verantwortlich für den Tod von Menschen". Der Innenminister und Chef des Corona-Krisenstabes Jan Hamacek warnte, die Nicht-Verlängerung des Notzustandes stelle ein riesiges Risiko für das Gesundheitssystem und vor allem die Krankenhäuser dar.

    Laut Medien kann man jetzt damit rechnen, dass einige Restriktionen auf Grund einiger Gesetze in Kraft bleiben. Außerdem würden die Regionen den Krisenzustand ausrufen, aufgrund dessen weitere Beschränkungen fortgesetzt werden könnten. Den Kampf gegen die Pandemie würden nun eher die einzelnen regionalen Politiker führen, hieß es.

     

  • 02/11/2021, 09:01 PM

    Kosovos Ex-Minister kritisiert Geopolitik bei Impfstoffen

    Der kosovarische Ex-Außenminister und Spitzenkandidat der Demokratische Partei (PDK), Enver Hoxhaj, hat Serbien, Russland und China beschuldigt, mit Impfstoffen Geopolitik zu machen. Aber auch die EU habe an Vertrauen eingebüßt, vor allem nach der Ablehnung der Visa-Liberalisierung, sagte Hoxhaj im Interview mit der "Presse" (Freitagsausgabe). Zudem habe sie bisher nicht beim Aufstellen von Impfungen helfen können. Zum Impfoffert des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic, der angeboten hatte, die Corona-Impfungen in von Serben bewohnten Gegenden des Kosovo durchzuführen, meinte Hoxhaj, dass es Vucic nicht wirklich darum gehe, zu helfen. Dass Serbien - "ähnlich wie Russland und China" - humanitäre Hilfe für geopolitische Ziele missbrauche, könne er nicht akzeptieren. Künftig hoffe er etwa auch auf Hilfe aus Österreich.

     

  • 02/11/2021, 07:56 PM

    Britische Variante verbreitet sich in Frankreich

    Die ansteckendere Coronavirus-Variante aus Großbritannien ist nach Schätzungen der Regierung aktuell für 20 bis 25 Prozent der Corona-Infektionen in Frankreich verantwortlich. Die südafrikanische und brasilianische Variante seien landesweit hingegen nur für etwa 4 bis 5 Prozent der Infektionen verantwortlich, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstagabend. Besonders viele Fälle gebe es im Département Moselle an der deutschen Grenze. Dort seien innerhalb der vergangenen vier Tage rund 300 Fälle identifiziert worden, die auf die brasilianische und südafrikanische Variante zurückgehen. Véran wollte die Region am Freitag aufsuchen.

    Premierminister Jean Castex kündigte unterdessen an, nach dem Ende der Ferien an Grundschulen zunächst rund 200 000 Speicheltests pro Woche einzusetzen, um die Ausbreitung der Epidemie dort zu überwachen. Diese Speichel-PCR-Tests seien besonders geeignet, wenn Tests regelmäßig wiederholt werden müssten, hatte die Hohe Gesundheitsbehörde zuvor erklärt.

    In Frankreich gilt seit einigen Wochen eine strenge Ausgangssperre ab 18 Uhr abends - aber es gibt keine generellen Ausgangsbeschränkungen am Tag. Der Einzelhandel und Schulen haben weitgehend geöffnet. Restaurants, Kultureinrichtungen oder Skilifte sind geschlossen. In den vergangenen 24 Stunden sind in Frankreich etwas mehr 21 000 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Seit Beginn der Epidemie sind mehr als 80 000 Menschen gestorben. Véran betonte, es gehe nun darum, zusammenzuhalten und Zeit zu gewinnen, um einen neuen Lockdown zu verhindern.

  • 02/11/2021, 07:50 PM

    Frankreich: Zunahme der ansteckenderen Virus-Varianten

    Der Anteil der neuen, ansteckenderen Virus-Varianten in Frankreich nimmt zu. Er liege für die zunächst in Südafrika und Brasilien nachgewiesenen Mutationen inzwischen bei vier bis fünf Prozent, sagt  Gesundheitsminister Olivier Veran. In den kommenden Wochen werde man sehen, ob weitere Beschränkungen nötig seien.

  • 02/11/2021, 07:49 PM

    Lateinamerika: Drohender Anstieg der Kinderarbeit

    Bis zu 300.000 Kinder könnten in Lateinamerika und der Karibik nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) wegen der Coronavirus-Pandemie in die Kinderarbeit abrutschen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Gesundheitskrise könnten die Region in dieser Hinsicht um ein Jahrzehnt zurückwerfen, nach zuvor 25 Jahren des Fortschritts, warnte der Regionalchef der UN-Agentur, Vinícius Pinheiro, am Donnerstag in einer Online-Konferenz. Anlass war der Beginn des Internationalen Jahres für die Abschaffung der Kinderarbeit.

    In der Region arbeiten rund 10,5 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 5 und 17 Jahren nach einem gemeinsamen Bericht der ILO und der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) vom vergangenen Juni. Nach Zahlen von 2016 war der Anteil der Arbeiter an allen Kindern in den vorherigen acht Jahren von 10,8 auf 7,3 Prozent gesunken. Nun könnten die wirtschaftlichen Schäden durch die Pandemie, in Kombination mit dem Schließen von Schulen und anderen Faktoren, verheerende Konsequenzen für eine ganze Generation bedeuten, sagte der stellvertretende Unicef-Regionaldirektor, Youssouf Abdel-Jelil, in der Konferenz.

    Weltweit arbeiten nach Zahlen des ILO-Berichts rund 152 Millionen Kinder und Jugendliche, etwa in der Landwirtschaft, als Haushaltshilfen, im Bergbau, in der Kleinindustrie oder auf der Straße - die meisten von ihnen in Afrika und Asien. Das Internationale Jahr für die Abschaffung der Kinderarbeit soll einen Anstoß zum Erreichen des UN-Entwicklungsziels geben, die Kinderarbeit weltweit bis 2025 komplett abzuschaffen.

  • 02/11/2021, 06:45 PM

    Bulgarien: Eltern massenhaft gegen Tests bei ihren Kindern

    In Bulgarien verweigern Eltern massenhaft Corona-Tests für ihre Schulkinder trotz kontinuierlich steigender Fallzahlen. Nur knapp 15 Prozent der Eltern seien einverstanden, dass ihre Kinder an den Schulen mit Antigentests auf das Coronavirus getestet würden, wie am Donnerstag aus einer Umfrage des Bildungsministeriums hervorging. Nach zwei Lockerungen des Corona-Lockdowns waren in Bulgarien Grund- und Mittelschulen sowie Gymnasien für den Präsenzunterricht stufenweise wieder geöffnet worden.

    Gesundheitsminister Kostadin Angelow begründete die vom Bildungsministerium angestrebte Einführung von Corona-Tests an Schulen damit, dass damit der Präsenzunterricht länger aufrecht erhalten werde konnte. Eltern beklagten aber, dass ihre Kinder durch Antigentests, die an den Schulen nicht im Beisein der Eltern vorgenommen werden sollen, psychisch belastet werden könnten.

    In Bulgarien nehmen die Corona-Neuansteckungen wieder schnell und kontinuierlich zu. Seit Jahresbeginn waren einige Einschränkungen des Teil-Lockdowns gelockert worden. Erst Anfang Februar durften Einkaufszentren, Fitnessstudios und Tanzschulen wieder öffnen. Restaurants und Cafés bleiben bis 1. März zu.

    In Bulgarien wurden aktuell nach Angaben des Corona-Krisenstabs 140 Neuinfektionen pro 100 000 Menschen binnen zwei Wochen verzeichnet. Allein binnen einer Woche sei dies ein Zuwachs um 32 Prozent. Erst bei 200 Neufällen auf 100 000 Menschen binnen zwei Wochen soll es wieder strengere Corona-Einschränkungen geben, sagte Angelow. In dem Balkanland mit einer Bevölkerung von 6,9 Millionen Menschen sind aktuell 22 236 mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie starben 9527 mit dem Coronavirus infizierte Menschen.

  • 02/11/2021, 06:50 PM

    Wo man sich in St. Pölten kostenlos testen lassen kann

    Die Landeshauptstadt St. Pölten hat das Angebot an permanenten Test-Möglichkeiten erweitert. Neben der Teststation im VAZ gibt es im Bezirk weitere gratis Corona-Testmöglichkeiten - in Teststraßen und Apotheken.

    Mehr dazu hier: 

  • 02/11/2021, 06:45 PM

    EU-Coronahilfen nehmen weitere Hürde

    Die geplanten Milliardenhilfen der EU zur Unterstützung der europäischen Wirtschaft in der Corona-Krise haben eine weitere Hürde genommen. Einen Tag nach dem EU-Parlament gaben auch die Mitgliedstaaten am Donnerstag final grünes Licht für das Kernstück des Corona-Wiederaufbauplans. Die Verordnung kann nun in Kraft gesetzt werden, damit die Mitgliedstaaten die Mittel beantragen können.

    Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten im vergangenen Jahr einen 750 Milliarden Euro schweren Fonds gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie auf den Weg gebracht. Kern ist die sogenannte Aufbau- und Resilienzfazilität. Sie ist mit insgesamt 672,5 Milliarden Euro ausgestattet, von denen 312,5 Milliarden als Zuschüsse und 360 Milliarden als Kredite für Reformen und Investitionen in die Mitgliedstaaten fließen sollen.

  • 02/11/2021, 06:11 PM

    Deutschland stuft Tirol als Mutationsgebiet ein

    Nach der Ausbreitung des mutierten Coronavirus in Tirol hat die deutsche Regierung das Bundesland als Mutationsgebiet eingestuft. Das teilte der Sprecher des deutschen Innenministeriums mehreren deutschen Medien am Donnerstagabend mit, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete. Nach Angaben der Bild-Zeitung haben Experten aus dem Innen-, Außen- und Gesundheitsministerium Grenzkontrollen und Einreiseverbote zu Tirol und Tschechien beschlossen. Sie sollen am Sonntag starten.

    Tirol, aber auch Tschechien, werden als sogenannte Virusmutationsgebiete eingestuft. Innenminister Horst Seehofer habe entschieden, ab Sonntag neben den seit der Flüchtlingskrise bestehenden Binnengrenzkontrollen zu Österreich auch an den Grenzen zum Nachbarland Tschechien vorübergehende Grenzkontrollen einzuführen, hieß es in der der APA vorliegenden Mitteilung an Journalisten.

    Die deutsche Regierung stimme sich derzeit mit allen beteiligten Partnern ab, "insbesondere zu etwaigen Ausnahmetatbeständen und wird hierüber zeitnah informieren", schreibt das Innenministerium weiter. Die Wiedereinführung von Binnengrenzkontrollen sei erforderlich, um den Viruseintrag nach Deutschland möglichst zu unterbinden. Das Auswärtige Amt verwies auf APA-Anfrage nur auf die bekannten Kriterien zur Einstufung von Mutationsgebieten bzw. Hochrisikogebieten. Die Liste dieser Regionen wird wöchentlich aktualisiert und im Regelfall am Freitagvormittag veröffentlicht.

  • 02/11/2021, 06:05 PM

    Israel erteilte Corona-Impftourismus eine Absage

    Israel hat bei seiner Corona-Impfkampagne international die Nase vorn und weckt damit offenbar Begehrlichkeiten. So sah sich das Staatliche israelische Verkehrsbüro am Donnerstag gezwungen, Impftourismus eine klare Absage zu erteilen. "Aufgrund von zahlreichen Anfragen und veröffentlichten Presseberichten in den vergangenen Tagen" betonte die Direktorin des Staatlichen Israelischen Verkehrsbüros für Deutschland, Österreich und die Schweiz, Ella Zack Solomon, "dass es keine Möglichkeiten für Touristen in Israel gibt, sich impfen zu lassen".

    "Es werden keine Impfreisen angeboten", hieß es in der von der Frankfurter PR-Agentur BZ.COMM verbreiteten Erklärung weiter. Impfungen erhielten "ausschließlich die Einwohner Israels". "Wir hoffen weiter, dass Israel schnellstmöglich die Impfung der Bevölkerung abschließen kann und der Weg zu einer Normalität nicht mehr weit ist", erklärte Zack Solomon. Nach ihren Angaben sind schon 3,6 Millionen der gut neun Millionen Einwohner Israels gegen das neuartige Coronavirus geimpft.

  • 02/11/2021, 06:04 PM

    391 Tote und 19.838 Neuinfizierte in 24 Stunden in Italien

    In Italien ist die Zahl der Menschen, die an einem Tag mit oder am Coronavirus gestorben sind, wieder gestiegen. Am Donnerstag wurden innerhalb von 24 Stunden 391 Todesopfer gezählt, nachdem es am Vortag 336 gewesen waren. Die Zahl der Neuinfektionen stieg von 12.956 auf 19.838, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Seit Beginn der Epidemie in Italien am 20. Februar 2020 kamen insgesamt 92.729 Menschen ums Leben.

    Die Zahl der in den Spitälern behandelten Covid-19-Patienten sank unterdessen von 19.280 auf 18.942. Auf den Intensivstationen wurden 2.126 Personen behandelt, zwei weniger als am Vortag. 292.533 Abstriche wurden genommen, 5,2 Prozent fielen positiv aus. Seit dem Impfstart am 27. Dezember wurden in Italien über 2,79 Millionen Personen immunisiert.

    Die 20 italienischen Regionen sprachen sich für eine Verlängerung des Reiseverbots über den 15. Februar hinaus aus. Die Regionen reagierten damit auf einen Appell von Gesundheitsminister Roberto Speranza, laut dem es jetzt verfrüht wäre, den Italienern wieder Reisefreiheit zu gewähren, da die Virus-Mutationen, die auch in Italien im Umlauf sind, besonders gefährlich seien. Speranza urgierte, dass das Reiseverbot mindestens bis zum 5. März verlängert werde.

  • 02/11/2021, 05:50 PM

    Slowenien lockert nächste Woche den Lockdown

    In Slowenien wird der monatelange Corona-Lockdown angesichts der verbesserten Infektionslage nächste Woche weitgehend aufgehoben. Am Montag werden Kontaktbeschränkungen gelockert, so dass sich bis zu zehn Personen treffen dürfen, das Bewegungsverbot zwischen Gemeinden wird aufgehoben, hieß es von der Regierung. Die Pflichtschulen öffnen wieder für alle Schüler, zum Präsenzunterricht kehren die Abschlussklassen der höheren Schulen zurück. Auch im Handel wird weiter gelockert.

    Ab nächste Woche werden sich slowenische Bürger wieder im Land frei bewegen dürfen. Mit dem Bewegungsverbot, das seit Ende Oktober in Kraft war, dürfte man die Wohngemeinde ohne triftigen Grund nicht verlassen, Freizeitsport in der Natur war auf die eigene Region beschränkt. Dass fällt nun weg. Hingegen bleibt die nächtliche Ausgangssperre weiterhin gültig.

  • 02/11/2021, 03:51 PM

    Wo Österreich Deutschland etwas voraushat

    Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland sinkt, wurde gar auf 35 herabgesetzt, bevor gelockert werden darf. Das könnte aber auch an der Testrate liegen.

  • 02/11/2021, 04:08 PM

    Mathematiker: Alle Coronaviren weltweit passen in Cola-Dose

    Alle derzeit kursierenden neuen Coronaviren passen Berechnungen eines britischen Mathematikers zufolge locker in eine Cola-Dose. Die zu einem einzigen aktuellen Zeitpunkt zirkulierenden Erreger SARS-CoV-2 hätten zusammengepfercht ein Volumen von rund 160 Millilitern und würden damit eine gängige Coladose, die in der Regel 330 Milliliter fasst, nicht einmal annähernd ausfüllen, schreibt Christian Yates von der Universität Bath im Online-Magazin "The Conversation". Um zu diesem Schluss zu kommen, stellt Yates einen komplizierten Rechenweg auf, den er in seinem Gastbeitrag und in einem Video jedoch nachvollziehbar erklärt. Darin fließen die geschätzte Zahl der weltweit gleichzeitig Infizierten, die durchschnittliche Viruslast pro Infektion sowie die Größe des Virus mit ein. Den Durchmesser des Covid-19-Erregers berechnet er mit 100 Nanometern - milliardstel Meter.

    "Dies ist eine Schätzung basierend auf den vernünftigsten Annahmen, aber ich gebe gerne zu, dass sie sicher an einzelnen Stellen verbessert werden kann", räumt Yates ein. Präziser als die Schätzung seiner Partnerin sei die Berechnung allemal: "Meine Frau hat vermutet, es sei entweder das Volumen eines olympischen Schwimmbeckens oder das eines Teelöffels", so der Mathematiker.

  • 02/11/2021, 04:01 PM

    Tiroler Polizeichef bittet Bevölkerung um Mithilfe bei Tests

    Im Vorfeld der mit Freitag startenden Ausreisekontrollen aus Tirol hat Landespolizeidirektor Edelbert Kohler um die Mithilfe der Bevölkerung gebeten. "Die Polizei sieht sich einmal mehr mit einer neuen großen Herausforderung konfrontiert, die wir nur mit der Unterstützung aller bewältigen können", erklärte er am Donnerstag in einer Aussendung. "Helfen Sie uns und vor allem sich selbst, Unannehmlichkeiten, lange Wartezeiten und Staus zu vermeiden und kümmern Sie sich rechtzeitig um eine Testbestätigung, wenn Sie das Bundesland verlassen müssen", appellierte der Polizeichef an die Bevölkerung. Ausgenommen von den Ausreisetests sind neben Kindern bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr, die Blaulichtorganisationen, der Güterverkehr und Transitpassagiere.

    Für Pkw-Insassen, die lediglich durch Tirol durchreisen wollen, werden bei der Einreise Durchfahrtsbestätigungen ausgestellt, die dann bei der Ausreise vorgewiesen werden müssen. Pendler sind von der Verordnung jedoch nicht ausgenommen, sie benötigen ebenfalls einen negativen Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Zudem ersuchte die Polizei, zum Schutz der Beamten während der Kontrollen eine FFP2-Maske zu tragen - auch wenn man alleine im Pkw ist.

  • 02/11/2021, 03:51 PM

    Patient in Spanien löste bei Fluchtversuch Spitalbrand aus

    Ein Covid-Patient hat in einem Krankenhaus der südspanischen Stadt Cadiz bei einem Fluchtversuch ein Feuer gelegt und Panik ausgelöst. Der 63 Jahre alte Mann habe am Mittwochabend in seinem Zimmer im sechsten Stock der Universitätsklinik Puerta del Mar seine Matratze in Brand gesetzt, berichtete die Zeitung "La Voz de Cadiz" unter Berufung auf die Behörden.

    Er habe ein Chaos auslösen und dieses ausnutzen wollen, um unbemerkt zu entkommen. Der Plan ging aber schief: Der mutmaßliche Brandstifter sei noch im Krankenhaus festgenommen worden. Er sei nun im Hochsicherheitstrakt eines anderen Krankenhauses in Cadiz untergebracht, hieß es.

    Das vom Mann ausgelöste Chaos war beträchtlich: Die Flammen schossen aus einigen Fenstern und beunruhigten auch die Nachbarn des Krankenhauses. Den Medienberichten zufolge mussten neben dem sechsten auch der fünfte und der siebente Stock der Klinik komplett evakuiert werden. Das Feuer konnte aber relativ schnell gelöscht werden.

  • 02/11/2021, 03:46 PM

    Erste Dosen von AstraZeneca in Oberösterreich verimpft

    In Oberösterreich sind am Donnerstag die ersten Dosen des Vakzine von AstraZeneca verimpft worden. Vor allem Personal im Gesundheitsbereich sowie Mitarbeiter in Krankenhäusern, Ordinationspersonal und Rettungskräfte erhalten diesen Impfstoff. Geplant ist, dass im Februar mehr als 29.000 Dosen gespritzt werden.

    "Zusammen mit den in Aussicht gestellten Impfstoffen der anderen beiden bisher verfügbaren Produkte von BioNtech/Pfizer und Moderna könnten mit Ende des Monats alle Zweitimpfungen in Alten- und Pflegeheimen abgeschlossen werden", hieß es in einer Aussendung des Landes am Donnerstag. Zur diskutierten Wirksamkeit des AstraZeneca Impfstoffes sagte der Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am Kepler Universitätsklinikum Linz, Bernd Lamprecht: Die Wirksamkeit des Vektor-Impfstoffes sei "sowohl für das ursprüngliche Virus wie auch für die 'britische Variante' belegt. Bei anderen Mutationen kann angenommen werden, dass Personen, die ausnahmsweise trotz Impfung an Covid-19 erkranken, einen milderen Krankheitsverlauf durchmachen und Komplikationen sowie Todesfälle vermieden werden können."

  • 02/11/2021, 03:21 PM

    Corona-Ampel: Tirol unter den Wochengewinnern

    Auch wenn es angesichts der vermutlich ansteckenderen südafrikanischen Corona-Variante paradox klingt, Tirol, Österreichs Hotspot für diese Mutation, gehört zu den Wochen-Gewinnern beim Rückgang der Infektionszahlen. Laut dem Arbeitsdokument der heute tagenden Ampel-Kommission ist die Fallinzidenz pro 100.000 Einwohnern in der vergangenen Woche um knapp 18 Prozent zurückgegangen. Nimmt man die 14-Tages-Inzidenz her liegt man mit minus 15 Prozent nur hinter Salzburg.

    Auch wenn die Zahlen dort am stärksten zurückgehen, ist Salzburg mit einem Wert von 128,8 noch immer das am stärksten betroffene Bundesland, knapp vor Kärnten. Der Österreich-Schnitt liegt genau bei 100,1. Im aktuellen Wochen-Schnitt weist just Tirol mit 80,2 den niedrigsten Wert auf gefolgt von Oberösterreich und Wien.

    Hier geht es um die reinen Fallzahlen. Nimmt man die Risiko-Faktoren hinzu, hat die Bundeshauptstadt wie mittlerweile üblich den besten Wert. Sie ist ja auch als einziges Bundesland auf der Ampel orange geschalten, was sich heute angesichts der jüngsten Zahlen-Entwicklung auch nicht ändern dürfte.

  • 02/11/2021, 03:03 PM

    Africa CDC rät von Astrazeneca in Ländern mit Mutationen ab

    Die panafrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC empfiehlt Ländern, in denen die aus Südafrika stammende Corona-Variante vorherrscht, nicht den Astrazeneca-Impfstoff einzusetzen. Die Variante sei in sieben afrikanischen Ländern festgestellt worden, sei aber bisher nur in Südafrika dominant, sagte der Leiter der Africa CDC, John Nkengasong, am Donnerstag.

    Allerdings wissen viele Länder nicht unbedingt, welche Variante dort vorherrscht. Vor allem in Südafrikas Nachbarländern müsse es mehr Nachforschung geben, inwiefern die Variante dort zirkuliert, sagte Matshidiso Moeti, die Afrika-Chefin der Weltgesundheitsorganisation. Afrika werde sich dennoch nicht von dem Astrazeneca-Impfstoff abwenden, betonte Nkengasong.

    Eine am vergangenen Wochenende veröffentlichte Studie zeigte, dass der Astrazeneca-Impfstoff nur minimal vor leichten und moderaten Erkrankungen nach einer Infektion mit der aus Südafrika stammenden Variante B.1.351 schützt. Über die Wirksamkeit bei schweren Verläufen wird in der Studie keine Aussage getroffen. Daraufhin stoppte Südafrika vorübergehend seine geplanten Impfungen mit dem Wirkstoff. Allerdings empfahl die WHO am Mittwoch den weiteren Einsatz des Vakzins. Es gebe keine Hinweise darauf, dass der Impfstoff nicht gegen schwere Verläufe von Covid-19 schütze, hieß es.

  • 02/11/2021, 03:03 PM

    Lockdown in Irland soll bis Anfang April verlängert werden

    In Irland soll der Corona-Lockdown bis Anfang April verlängert werden. Bis Ostern werde es "Beschränkungen in großem Ausmaß" geben, sagte Regierungschef Micheal Martin am Donnerstag dem staatlichen Rundfunksender RTE. Seit Weihnachten sind in Irland Restaurants und Pubs geschlossen, seit Neujahr auch die Geschäfte für den nicht-alltäglichen Bedarf. Seit Jahresbeginn findet in den Schulen kein Präsenzunterricht mehr statt.

    Die Wiedereröffnung der Schulen und Bauprojekte seien Prioritäten, wenn die Regierung neu über die Lockdown-Maßnahmen berate, sagte Martin. Irland hatte die beiden ersten Corona-Wellen vergleichsweise glimpflich überstanden. Als Martin jedoch zu Weihnachten gewisse Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie verkündete, schnellten die Fallzahlen dramatisch in die Höhe. In der vergangenen Woche wies die Statistik 101 Corona-Todesfälle aus. Seit Pandemie-Beginn starben 3.794 Infizierte.

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