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Wissen Gesundheit
02/11/2021

Steht der nächste Lockdown schon an?

Wie lange können wir offen halten? Nicht allzu lange, lautet die Antwort nach epidemiologischen Prognosemodellen.

von Theresa Bittermann

Noch in der ersten Woche der Wiederöffnung der Geschäfte spricht der Epidemiologe Gerald Gartlehner von der Donau Uni Krems, ebenfalls Mitglied der Corona-Ampel-Kommission, schon vom nächsten Lockdown, der uns droht. Ein Blick auf die epidemiologischen Prognosemodelle zeige: der nächste Lockdown scheint unausweichlich und nur eine Frage der Zeit zu sein.

Die pessimistischen gehen von Ende Februar, die optimistischeren von Mitte März aus, aber sie alle deuten darauf hin, so Gartlehner im ORF Report.

Den größten Einfluss auf diese Prognose nimmt laut ihm zurzeit wohl die britische Variante – B.1.1.7, die sich in Österreich immer mehr verbreitet. Das Problem: diese Variante ist ansteckender und das werde die Zahlen wahrscheinlich in die Höhe treiben: „Wir haben derzeit trotz Lockdown, der bis vor Kurzem galt, einen Reproduktionswert (R-Wert) von knapp unter 1 – zuletzt war er bei 0,98. Und da war die britische Variante noch weniger verbreitet. Das ist nicht wirklich gut, weil das heißt, eine Person steckt eine weitere an. Die infektiösere Variante kann diesen R-Wert und damit auch die Infektionszahlen jetzt erhöhen“, skizziert Gartlehner.

Prognose durch Erfahrungen 

Steigt der R-Wert über 1, bedeutet das Wachstum. „Bei 1,2 würde das zum Beispiel grob geschätzt schon eine Verdoppelung der Zahlen alle zwei Wochen bedeuten“, rechnet Gartlehner vor. Der R-Wert ist ein wichtiger Parameter in den Prognosemodellen. Aber auch andere Faktoren fließen mit ein. Zum Beispiel bisherige Erfahrungen. Schwächen in der Pandemiebekämpfung, wie eine langsame Kontaktnachverfolgung oder eine geringere Bereitschaft der Menschen, sich an die Maßnahmen zu halten, spielen auch eine Rolle. „Die Modelle sind relativ zuverlässig und werden laufend aktualisiert. Es konnten mittlerweile auch schon einige Monate an Erfahrung darin einfließen“, so Gartlehner.

Die momentane Kaltfront spielt der Pandemiebekämpfung auch nicht unbedingt in die Karten. Denn: „Hat es Minusgrade, halten sich die Leute überwiegend drinnen auf. Und die Ansteckungen passieren in Innenräumen“, sagt Gartlehner.

Aktuelle Zahlen

Bleibt man Prognosen fern und schaut sich nur die aktuellen Zahlen an, könne man noch keinen klaren Ausblick geben, sagt der Statistiker Erich Neuwirth zum KURIER: „Dazu müssen wir mindestens noch die Zahlen bis zum Ende der Woche abwarten. Die tatsächliche Verbreitung der Varianten im Infektionsgeschehen ist meiner Meinung nach auch einfach noch zu unklar. “

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