© APA - Austria Presse Agentur

Politik Inland
03/15/2020

Weitere harte Maßnahmen gegen Corona-Krise: "Bleiben Sie zu Hause"

Bei einer außerplanmäßigen Nationalratssitzung wurden heute auch die rechtlichen Grundlagen zur Stützung der Wirtschaft verabschiedet. Eindringliche Appelle: "Bleiben Sie zu Hause!"

Der Nationalrat hat am Sonntag einstimmig das große Gesetzespaket zur Bewältigung der Coronakrise beschlossen. Es bietet die Basis sowohl für zahlreiche Einschränkungen des öffentlichen Lebens als auch für wirtschaftliche Hilfen.

So werden etwa gesetzliche Grundlagen für das Schließen von öffentlichen Orten wie Spielplätzen etabliert sowie für die Restriktionen im Handel und in der Gastronomie. Finanziell wird ein vier Milliarden schwerer Fonds geschaffen, der alle möglichen Hilfen von Kurzarbeit über Unternehmer-Hilfen bis zum Ankauf von Instrumenten für den Gesundheitsbereich bedienen soll.

In der Minderheit blieben die Oppositionsanträge, unter anderem mit dem Ziel, dass es weiter einen Rechtsanspruch für Betriebe auf Entschädigung für Verdienstentgang gemäß dem (alten) Epidemiegesetz geben soll.

Am Nachmittag wird der Bundesrat die Gesetzesvorlage behandeln und beschließen. Danach fehlt nur noch die Unterfertigung des Bundespräsidenten sowie die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt, um die Vorhaben bereits am Montag umsetzen zu können.
 

Und folgende neuen Maßnahmen sind nun geplant: 

  • Veranstaltungen werden künftig gänzlich untersagt.
    • An keinem Ort sollen sich mehr als fünf Menschen auf einmal treffen.
    • Die einzigen Ausnahmen sind jene Aktivitäten, die der Bekämpfung des Corona-Virus dienen.
  • Die Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum wird massiv eingeschränkt
    • Sportplätze, Spielplätze und andere öffentliche Plätze der Begegnung werden geschlossen
    • Die Österreicherinnen und Österreicher werden aufgefordert sich selbst zu isolieren.
    • Das bedeutet soziale Kontakte ausschließlich mit jenen Menschen zu pflegen, mit denen man zusammenlebt.
  • Es gibt künftig nur drei Gründe das Haus zu verlassen:
    • Berufsarbeit, die nicht aufschiebbar ist
    • Dringend notwendige Besorgungen (Lebensmittel)
    • Anderen Menschen zu helfen
  • Mit Dienstag werden Restaurants vollständig geschlossen
    • Lebensmittelversorgung soll über Supermärkte und Lieferservices gewährleistet sein. 
  • Die Einreisebestimmungen werden weiter verschärft
    • Künftig werden auch Reisende aus Großbritannien, den Niederlanden, Russland und der Ukraine, nicht mehr nach Österreich einreisen können, Ausnahme: sie begeben sich zwei Wochen in Heimquarantäne oder sie verfügen über ein aktuelles Gesundheitszertifikat.
  • ​​​​​​​Neben der Aufgabe, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, muss Versorgungssicherheit in Österreich zu jeder Zeit gewährleistet sein.
    • Die bevorstehende Ausmusterung von Grundwehrdienern wird gestoppt und die Bereitschaft einiger Einheiten der Miliz herzustellen.
    • Darüber hinaus werden bestehende Zivildiener verlängert und begonnen weitere Zivildiener zu mobilisieren, damit potenzielle Engpässe im Pflegebereich sowie in der 24 Stunden Betreuung durch Unterstützung der Zivildiener

    Bundeskanzler Sebastian Kurz betonte in seiner Rede, dass Österreich auf einen Notbetrieb heruntergefahren werden müsse und erinnerte auch daran, dass die Geschäfte ab Montag in nicht alltagsnotwendigen Branchen schließen müssten und auch an den Schulen keine Unterrichtspflicht mehr bestehe. Basis für all dies ist ein großes Sondergesetz, das heute von National- und Bundesrat beschlossen wird.

    Für den Vormittag kündigte Kurz auch noch an, dass der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) für sein Bundesland weitere Maßnahmen verkünden werde. Der Kanzler nahm noch einmal alle in Verantwortung: "Wir stehen vor der Aufgabe, wo jeder seine Verantwortung hat und wo jeder seinen Beitrag leisten muss."

    "Das kann es nicht mehr sein, das darf es nicht mehr sein"

    Auch Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) hat in drastischen Worten dazu aufgerufen, alle Sozialkontakte ab sofort extrem einzuschränken. Dass sich weiterhin Menschen in Parks versammelten oder die Einkaufsstraßen bevölkerten, wie ihm zuletzt berichtet worden sei, müsse sofort aufhören. Sportvereinen drohte er mit Subventionsentzug.

    "Das kann es nicht mehr sein, das darf es nicht mehr sein", sagte Kogler. Man werde "alles tun, um das zu unterbinden, dass es das nicht mehr gibt". Entsetzt zeigte er sich über Nachrichten, dass Sportvereine noch immer Trainings für Kinder und Jugendliche abhielten.

    "Wer es nicht versteht, von den Sportvereinen jetzt, wer ab Montag, ab morgen das nicht einhält, der kann sich einmal jahrelang von Förderungen verabschieden", sagte er, schränkte gleichzeitig aber ein, hier keine Anweisungsbefugnis zu haben. Dennoch: "Ich meine das ernst: es sollen sich alle daran halten, und die, die sich nicht daran halten, dürfen auch mit Konsequenzen rechen."

    "Halten Sie Abstand, das ist das, was am meisten hilft", so der Vizekanzler und Sportminister weiter. Viele hätten das noch nicht genug verstanden. "Bitte halten Sie sich daran, und machen Sie nurmehr die notwendigsten Erledigungen außerhalb Ihrer Wohnung. Treffen Sie sich auf keinen Fall in kleineren oder größeren Gruppen."

    Menschen hätten das Problem zu verstehen, was ein exponentieller Zuwachs der Fälle bedeute. Er sprach daher von einer "explodierenden Zunahme". Das Erreichen der 100.000er-Grenze drohe demnächst. Es gehe darum, Verhältnisse wie in der Lombardei oder in Bergamo zu verhindern.

    Dank sagte er den Supermarktverkäuferinnen als "Heldinnen des Alltags", aber auch allen anderen Helfern, etwa Lehrern, Pflegern und Ärzten. Es gehe ums Zusammenhalten und Zusammenhelfen, so Kogler.
     

    Die neuen Regelungen sehen nicht nur Wirtschaftshilfen vor. Bei Nichtbeachtung der Schutzmaßnahmen, sollen auch drakonische Strafen blühen.

    Mehr Details dazu finden Sie hier: 

    Coronavirus in Österreich und in aller Welt - die aktuellen Entwicklungen

    • 03/16/2020, 11:09 PM

      Bis bald!

      Wir beenden für einige Stunden unsere Berichterstattung und wünschen Ihnen eine entspannende Nacht.

    • 03/16/2020, 10:33 PM

      New Yorks berühmte Met-Gala verschoben

      Vogue-Chefredakteurin Anna Wintour hat die Met-Gala in New York abgesagt und für unbestimmte Zeit verschoben. Aufgrund der "unvermeidlichen und verantwortungsvollen Entscheidung des Metropolitan Museums", seine Türen zu schließen, werden die Mode-Ausstellung "About Time" und die dazugehörige Eröffnungsgala auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, schrieb die Chefin der US-Ausgabe des Modemagazins am Montag auf der Website der Vogue.

      Sie nutzte ihren Beitrag auch, um Kritik an US-Präsident Donald Trumps Krisenmanagement in der Coronaviruskrise zu üben: "Ich war, wie so viele von uns, entsetzt darüber, wie er auf die Pandemie reagiert hat. (...) Seine Unehrlichkeit gegenüber dem amerikanischen Volk und, was am schlimmsten ist, sein schockierender Mangel an Einfühlungsvermögen und Mitgefühl für diejenigen, die leiden und sich fürchten", schrieb Wintour. Sie nutzte ihren Beitrag auch, um Ex-Vizepräsident Joe Biden zu ihrem bevorzugten demokratischen Kandidaten für das Weiße Haus zu erklären.

    • 03/16/2020, 10:07 PM

      Ludwig: "Eine Woche wird nicht reichen"

      Die strikten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Infektionen sind vorerst auf eine Woche begrenzt. Das werde allerdings nicht ausreichen, sagte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig am Montag in der "ZiB 2": "Eine Woche wird nicht reichen." 

      Ziel der eingeschränkten Sozialkontakte sei, den "Peak" - also den Gipfel an Infektionen - abzuflachen, um die Spitalkapazitäten nicht zu überfordern. Das heiße aber, "dass es unter Umständen länger dauert", merkte Ludwig an. In Wien wurden die Maßnahmen gut angenommen, hat er festgestellt, "die Plätze sind leer". Der Öffentliche Verkehr bleibe aufrecht - und man dürfe auch mit Öffis zum Spazierengehen an den Stadtrand fahren, betonte er - freilich unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen und der "ein Meter, besser zwei Meter Distanz".

    • 03/16/2020, 09:54 PM

      Brennpunkt Ischgl: Tiroler Gesundheitslandesrat verzichtet auf klare Antworten

      Bernhard Tilg, Gesundheitslandesrat von Tirol, weist Medienberichte zurück, wonach die Ski-Hochburg Ischgl europaweit die Corona-Krise befeuert hätte. Island hatte schneller auf die Corona-Gefahr in Ischgl reagiert und Ischgl-Urlauber unter Quarantäne gestellt, als die Tiroler Behörden. "Die Behörden haben am 6. März die richtigen Maßnahmen getroffen", meint Tilg - entgegen vieler Kritiker.

      Alles in allem: Hat sich in Tirol die Bergbahn-Lobby durchgesetzt und Maßnahmen gegen die Gesundheit verhindert? Nein, meint Tilg: "Ich denke grundsätzlich die Gesamt-Vorgangsweise war richtig." Mehrere Hundert Touristen, die aus den Quarantäne-Gebiete abreisen mussten, haben in Hotels in Innsbruck übernachtet. Tilg meinte, er wisse nur von vier Übernachtenden.

      Seit drei Wochen tage nun der Krisenstab in Tirol, beteuert Tilg. Tirol ist derzeit die österreichische Lombardei: Bei 600.000 Einwohner kommt ein Drittel aller Corona-Positiven aus diesem Bundesland. "Tirol ist natürlich auch ein sehr großes Touristenland", erklärt Tilg - worauf man auch "stolz" sei. Eine Schuld treffe Tirol nicht. Der Coronavirus sei in das Paznauntal von Außen hinein getragen worden. Der Gemeinde Ischgl könne man keinen Vorwurf machen.

    • 03/16/2020, 09:42 PM

      Indien schließt Taj Mahal und weitere Sehenswürdigkeiten

      Indien schließt ab Dienstag alle seine Museen und Denkmäler, darunter das berühmte Mausoleum Taj Mahal. Alle Einrichtungen seien angewiesen worden, bis zum 31. März zu schließen, erklärte der indische Tourismusminister Prahlad Patel am Montag auf Twitter.

      Zuvor waren bereits die meisten Schulen und Freizeiteinrichtungen in dem Land mit der zweithöchsten Bevölkerungszahl der Welt. Alle Touristenvisa wurden ausgesetzt, Flugzeuge aus der EU, der Türkei und aus Großbritannien dürfen ab Mittwoch nicht mehr landen.

      Bisher wurden in Indien nur 114 Infektionsfälle registriert. Zwei Menschen starben den offiziellen Angaben zufolge.

    • 03/16/2020, 09:38 PM

      Stadt Wien: Corona-Aufklärungsvideo für die Kleinen

      Die Stadt Wien hat das Coronavirus für Kinder in einem Video in einfacher Sprache erklärt. "Ältere Menschen, wie Omas und Opas, können schwer erkranken", berichtet eine Kinderstimme. Um Oma und Opa zu schützen, solle man nur mit ihnen telefonieren. "Unseren Familienausflug am Wochenende verschieben für auf später." Mit Seife werde "Corona weggewaschen". Zusätzlich gibt es insgesamt alle praxisnahen Tipps in barrierefreier Sprache, die auch Erwachsene befolgen sollten, damit wir alle eines Tages wieder ein authentisches "Juhu" in die große weite Welt jauchzen können.

    • 03/16/2020, 09:31 PM

      Supermarkt-Mitarbeiter können "nicht einfach zuhause bleiben"

      Wer derzeit in einem Supermarkt arbeitet, gehört sicherlich nicht zu der Gruppe, die ihre "sozialen Kontakte" reduziert - und hat als Systemerhalter auch keine andere Möglichkeit.

      Barbara Teiber, die Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, hat sich in der ZiB2 für eine Beschränkung der Öffnungszeiten bei Lebensmittelketten von 8:30 bis 18 Uhr ausgesprochen. "Man darf auf die Beschäftigten im Handel nicht vergessen", sagte sie und meinte zudem: "Man braucht wirklich eine Maßnahme, um auch die Beschäftigten im Handel zu unterstützen." Das sei nur möglich, wenn es einen geordneten Zutritt zu den Geschäften gebe. Handelsangestellte müssen dennoch weiterhin arbeiten gehen. "Das ist so. Man kann nicht einfach zuhause bleiben", beteuerte Teiber, sprach sie aber für "gute Lösungen" aus, wie etwa "Sonderurlaub".

    • 03/16/2020, 09:30 PM

      FIFA und WHO lancieren gemeinsame Kampagne

      Der Fußball-Weltverband (FIFA) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) lancieren im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus eine gemeinsame Kampagne. Mit fünf Schlüssel-Taktiken soll jeder seinen Teil zur Eindämmung der Infektionskrankheit beitragen. Persönlichkeiten aus dem Fußball erklären die wichtigen Punkte, auf die es zu achten gilt - zum Beispiel, dass es wichtig ist, sich häufig und korrekt die Hände zu waschen und dass man in die Ellbogenbeuge niesen soll.
    • 03/16/2020, 09:25 PM

      US-Bürger sollen Gruppenbildung und Reisen vermeiden

      US-Präsident Donald Trump hat alle US-Bürger aufgerufen, wegen der Coronavirus-Pandemie Gruppen von mehr als zehn Menschen zu meiden. Das sei nötig, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sagte Trump am Montag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Die Menschen sollten zudem nicht mehr in Bars und Restaurants gehen und von verzichtbaren Reisen Abstand nehmen.

      Verpflichtend sind diese Anweisungen allerdings nicht. Auf die Frage eines Journalisten, ob er im Kampf gegen die Pandemie eine landesweite Ausgangssperre verhängen wolle, sagte Trump: "Derzeit nicht." Möglich sei dies aber für bestimmte betroffene Gebiete, sogenannte Hotspots. "Wir werden das prüfen."

    • 03/16/2020, 09:19 PM

      Mit den Öffis zum Spaziergang fahren? Ist laut Ludwig erlaubt

      Mit reichlich Sicherheitsabstand saß Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) in der ZiB2, gegenüber von Gastgeber Armin Wolf. Ihm sei "nicht bekannt", dass neben dem Fall einer Anästhesistin im Wiener AKH weitere Krankenhausmitarbeiter in Wien infiziert seien. "Es setzt sich jetzt in allen Einrichtungen das Bewusstsein durch, dass man Kontrollen machen muss", antwortete Ludwig auf die Frage, warum Personen, die am Flughafen Wien Schwechat ankommen, nicht lückenlos kontrolliert werden.

      Weiterhin schwierig ist es - laut mehreren Berichten - einen Corona-Test zu bekommen. Die WHO wies heute wiederholt ausdrücklich daraufhin, das "Testen, testen, testen" in der aktuellen Situation das Wichtigste sei. Er gehe davon aus, das ausreichend getestet werde, stellte Ludwig fest. Das Personal bei der Hotline 1450 sei nicht zuletzt von 30 auf 200 Personen aufgestuft worden, um Menschen mit Symptomen zügig der richtigen Behandlung zuführen zu können.

      Unklar ist für viele Wiener, ob man auch die Öffis benutzen darf, wenn man etwa nicht in die Arbeit fährt, sondern nur "ins Grüne". Ludwig bejahte das. Allerdings nicht "in Gruppen", sondern unter den gegebenen Vorschriften: Allein oder mit Mitbewohnern und mit einem bis zwei Metern Sicherheitsabstand. Es "mache" jedenfalls keinen Sinn den Menschen zu sagen, sie müssen "nur noch zuhause sein", betonte Ludwig: "Sonst werden die Menschen trübsinnig mit der Zeit. Man sollte trotz allem nicht seinen Humor verlieren."

    • 03/16/2020, 09:11 PM

      Zahl der Infizierten in der Steiermark stieg auf 147

      Die Zahl der positiv auf Covid-19 getesteten Männer und Frauen in der Steiermark ist am Montag um 33 auf insgesamt 147 gestiegen, hieß es Montagabend seitens der Kommunikation Land Steiermark. Unter den 33 sind 19 Frauen und 14 Männer. Damit sind nun die meisten wissentlich mit dem Coronavirus infizierten Steirer in Graz (44) und im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (25).

      Das Land Steiermark verzichtet künftig auf die Bekanntgabe der jeweiligen Geburtsjahre bei den Infizierten: "Es passiert immer häufiger, dass mehrere Personen mit dem gleichen Geschlecht und Geburtsjahrgang aus einem Bezirk getestet werden. Wir wollen nicht, dass getestete Personen, die noch auf die offizielle Mitteilung ihres Testergebnisses warten, durch unserer Veröffentlichung oder jene der Medien ihr vermeintliches Testergebnis erfahren", wurde begründet.

    • 03/16/2020, 09:09 PM

      Eurozone sagt Firmen unbegrenzte Hilfen zu

      Die Finanzminister der Eurozone haben der Wirtschaft im Kampf gegen die Corona-Pandemie unbegrenzte Hilfen zugesagt. Es werde alles Nötige getan, um die ökonomischen Folgen einzugrenzen, sagte Eurogruppenchef Mario Centeno am Montag. Die Finanzminister würden sich deswegen ab jetzt mindestens ein Mal pro Woche per Telefonkonferenz abstimmen.

      Die Eurozone hat den Angaben zufolge bisher rund ein Prozent der Wirtschaftsleistung direkt in den Kampf investiert. Hinzu kämen Bürgschaften und Steuervorteile für Unternehmen im Umfang von mindestens zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes. "Diese Zahlen können in der Zukunft viel größer werden", hieß es in einer Mitteilung der Finanzminister nach einer Videokonferenz. 

    • 03/16/2020, 09:06 PM

      San Francisco verhängt Ausgangssperre

      Die US-Westküstenmetropole San Francisco verhängt eine Ausgangssperre. Die Bürgermeisterin der Stadt, London Breed, kündigte am Montag auf Twitter an, ab Mitternacht Ortszeit (Dienstag 08.00 Uhr MEZ) seien die Bewohner San Franciscos aufgefordert, zu Hause zu bleiben, "außer für grundlegende Bedürfnisse".

      Notwendige Regierungsstellen und wesentliche Geschäfte blieben geöffnet, betonte sie. Der Schritt basiere auf dem Rat von Gesundheitsexperten, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. "Das Wichtigste ist, so viel wie möglich zu Hause zu bleiben", mahnte Breed. Es sei nicht nötig, umherzueilen, um Lebensmittel zu besorgen. Diese Geschäfte blieben geöffnet.

      einen Twitter Post Platzhalter.

      Wir würden hier gerne einen Twitter Post zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Twitter zu.

    • 03/16/2020, 08:44 PM

      US-Börsen beschleunigt Talfahrt, Dow Jones schließt mit minus 12,93%

      Der Abwärtstrend an den US-Börsen ging wegen der Coronavirus-Krise auch am Montag rasant weiter. Im Späthandel rutschte die Indizes noch tiefer, nachdem US-Präsident Trump laut Finanzinformationsdienst CNBC warnte, dass die schlimmste Virusausbreitung bis August andauern könnte.

      Der Dow Jones brach um 12,93 Prozent oder 2.997,10 Punkte auf 20.188,52 Punkte ein. Dies war laut CNBC der schwächste Handelstag seit dem"schwarzen Montag" im Jahr 1987 und untern der fünf höchsten in der Geschichte. Am Freitag war der weltbekannteste Börsenindex noch um 9,4 Prozent gestiegen, hatte damit auf Wochensicht aber immer noch einen Verlust von mehr als 10 Prozent verbucht. Der marktbreite S&P 500 verlor am Montag 11,98 Prozent auf 2.386,13 Punkte. Der Nasdaq Composite rutschte 12,32 Prozent tiefer auf 6.904,59 Zähler und verbuchte damit einen Rekordverlust.

      Die Maßnahmen mehrerer globaler Notenbanken verfehlten damit zunächst ihr Ziel. Am Markt hieß es, eine am Sonntag von der US-Notenbank vorgenommene Notfallaktion erhöhe derzeit sogar die Ängste vor dem Ausmaß der laufenden Viruskrise. Die Fed hatte den Leitzins überraschend auf fast null Prozent reduziert und ein Maßnahmenpaket in Koordination mit anderen Notenbanken angekündigt.

    • 03/16/2020, 08:40 PM

      Amazon stellt 100.000 Mitarbeiter wegen Pandemie ein

      Der Versandhändler Amazon will 100.000 Mitarbeiter für Lager und Auslieferung in den USA einstellen, um den Anstieg der Online-Bestellungen wegen der Coronavirus-Pandemie zu bewältigen. Das Unternehmen werde 350 Millionen Dollar (315,20 Millionen Euro) investieren, um die Stundenlöhne der Beschäftigten in den USA um zwei Dollar und in Europa um etwa zwei Euro zu erhöhen.

      US-Mitarbeiter erhalten derzeit einen Stundenlohn von 15 Dollar.

    • 03/16/2020, 08:30 PM

      Weltweit mehr als 7.000 Menschen gestorben

      Weltweit sind mittlerweile mehr als 7000 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Bis Montag wurden 7.007 Tote und mehr als 175.530 Infektionsfälle in 145 Ländern registriert. Seit dem Vortag gab es weltweit 587 neue Todesfälle.

      Mit 3.213 Toten ist China nach wie vor das Land mit den meisten Todesfällen, jedoch steigen die Zahlen in Europa weiter an: Italien meldet inzwischen 2.158 Tote, Spanien 309 und Frankreich 127. Italien registrierte dabei mit 349 neuen Opfern weltweit die meisten neuen Todesfälle innerhalb eines Tages.

      Außerdem stark betroffen ist der Iran: Dort starben seit Beginn des Virusausbruchs nach offiziellen Angaben 853 Menschen - laut inoffiziellen Kanälen sollen es gar 5.000 Todesfälle sein. Portugal, Bahrain, Ungarn, Guatemala und Luxemburg meldeten am Montag die ersten Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus.

    • 03/16/2020, 08:07 PM

      EU-Staaten: Alles tun, um Wirtschaftskrise zu verhindern

      Die EU-Staaten wollen sich mit allen verfügbaren Mitteln gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie stemmen. Man habe "den starken Willen, zu tun was immer nötig ist, um den derzeitigen Herausforderungen zu begegnen und eine schnelle Erholung zu unterstützen", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung nach einer Videokonferenz der EU-Staaten.

      In der Erklärung hieß es weiter: "Angesichts der außergewöhnlichen Umstände haben wir uns darauf geeinigt, dass eine sofortige, ehrgeizige und koordinierte Antwort der Politik nötig ist." Man werde "alle nötigen Instrumente nutzen, um die sozio-ökonomischen Folgen der Covid-19-Welle zu begrenzen."

      Die Eurogruppe bestätigte, finanzielle Hilfen in Höhe von rund ein Prozent der Wirtschaftsleistung in diesem Jahr einsetzen zu wollen. Es gebe bereits Liquiditätszusagen und Steuermaßnahmen der Staaten in Höhe von mindestens zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die Größenordnungen könnten in der Zukunft noch deutlich ansteigen, heißt es in einer Mitteilung der Eurogruppe.

    • 03/16/2020, 07:54 PM

      Raaberbahn fährt weiterhin nach Ungarn

      Die ungarisch-österreichische Eisenbahngesellschaft Raaberbahn hält ihre Strecken aufrecht. Zu dieser Klarstellung sah sich das Unternehmen am Montag veranlasst, nachdem Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban die Schließung der Grenzen für den Personenverkehr verkündet und nur ungarischen Staatsbürgern die Einreise nach Ungarn vorbehalten hatte.

    • 03/16/2020, 07:51 PM

      Trump ruft Amerikaner zum Verzicht auf Reisen auf

      US-Präsident Donald Trump ruft alle Amerikaner dazu auf, im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in den kommenden 15 Tagen auf nicht notwendige Reisen zu verzichten.

      Als Teil der neuen verschärften Richtlinien fordere er außerdem dazu auf, auf Besuche von Bars und Restaurants zu verzichten und Ansammlungen von mehr als zehn Menschen zu vermeiden, sagte Trump am Montag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Wo immer es möglich sei, sollten Kinder zu Hause unterrichtet werden.

      Trump sagte, die USA könnten die Pandemie bis Juli oder August hinter sich bringen - "wenn wir einen wirklich guten Job machen". Er schloss zudem nicht aus, dass die US-Wirtschaft wegen der Coronavirus-Krise in die Rezession rutschen könnte.

      In den USA sind die Infektions- und Todeszahlen zuletzt rasch angestiegen. Inzwischen wurden mehr als 4.100 Infektionen und mehr als 70 Tote gemeldet.

    • 03/16/2020, 07:42 PM

      Macron: "Der Feind ist da, unsichtbar"

      Die Franzosen dürfen ihre Häuser nur noch verlassen, um einzukaufen oder zum Arzt oder zur Arbeit zu gehen, sagte Staatschef Emmanuel Macron am Montagabend in einer TV-Ansprache. Auch Sport sei unter bestimmten Bedingungen möglich.

      Die Einschränkungen sollen von Dienstagmittag an gelten und für mindestens 15 Tage aufrechterhalten werden. "Wir sind im Krieg", sagte Macron. "Wir kämpfen weder gegen Armeen noch gegen eine andere Nation. Aber der Feind ist da, unsichtbar - und er rückt vor."

      Frankreich hatte bereits ab Sonntag alle Restaurants und Bars geschlossen. Auch Schulen, Kindergärten und andere Bildungseinrichtungen, Museen und Bibliotheken bleiben derzeit zu.

      Macron rief die Bürger auf, sich verantwortungsvoll zu verhalten. "Selbst wenn Sie keine Symptome haben, können Sie infiziert sein und andere anstecken." Es drohten Strafen, falls gegen die neuen Regeln verstoßen werde.

    eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

    Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.