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21.

September

2016

„Die Armen von Wien“ sind da!

Blog Nr. 1141: Ich halte mein neues Buch Die Armen von Wien. 13 Sozialreportagen in Händen. Und bin froh, dass ich es gemacht habe. Armut in einer der wohlhabendsten, lebenswertesten Städte der Welt: Das war zur Zeit des legendären Wiener Sozialreporters Max Winter (1870 – 1937) kein Thema für jene, die das Kaiserreich dem Ende zuführten, ihren Wohlstand verwalteten und die öffentliche Meinung diktierten. Armut ist auch heute kein großes Thema in Wien. Mir unverständlich! Denn in jener Stadt, …

14.

September

2016

Zidani Most: Mein „Bahnknotenpunkt“

Blog Nr. 1140: Der schlechten Fahrplankoordination der Slowenischen Eisenbahnen (SZ) verdanke ich die Entdeckung eines Orts der Ruhe: Der Bahnhof Zidani Most, in der Monarchie auch Steinbrück genannt, liegt am Zusammenfluss der Savinja mit der Save, in einem engen Tal des südlichen Alpenvorlands. Er gilt seit seiner Eröffnung im Jahr 1849 als „Bahnknotenpunkt“. Wird von Zügen aus drei Richtungen (Maribor, Ljubljana, Zagreb) angefahren. Im Intervall von einer Stunde kommen sie an. Doch nicht …

07.

September

2016

Insel Šolta: Notizen am Ende des Sommers

Blog Nr. 1139: Auch in diesem Sommer durfte ich auf der kleinen dalmatinischen Insel Šolta Luft holen, eintauchen in die Adria und auftauchen an einem Ort, der anders funktioniert als Wien. Es sind diese Blautöne, vom Meer und vom Himmel, die ich mit in den Herbst nehmen möchte. Gut abgespeichert für jene Monate nach Allerheiligen, in denen wir den Himmel in Wien selten zu sehen bekommen. Es waren erneut kostbare Tage in Maslinica, einem ehemaligen Fischerdorf, das allmählich entdeckt und im …

31.

August

2016

Wir Hungerkünstler: Jakub Kavin

Blog Nr. 1138: Die Proben für das Theaterstück Wir Hungerkünstler, das nicht zuletzt auf meinem Buch Die Armen von Wien basiert, sind bereits in vollem Gang (Premiere ist am 20. Oktober im Theater Brett). Jakub Kavin führt Regie und wird auch eine Hauptrolle spielen. Auch er weiß, wie sich das anfühlt: Brotlose Kunst. Der 41-jährige Sohn Brünner Theaterleute hat sich mehr als zwei Jahrzehnte lang als professioneller Regisseur und Schauspieler in Wien behaupten können. Dabei hat er auch ein …

24.

August

2016

Wir Hungerkünstler: Cornelia Scheuer

Blog Nr. 1137: Die Proben für das Theaterstück Wir Hungerkünstler, das nicht zuletzt auf meinem Buch Die Armen von Wien basiert, sind bereits in vollem Gang (Premiere ist am 20. Oktober im Theater Brett). Cornelia Scheuer wird darin eine Hauptrolle spielen. Auch sie weiß, wie sich das anfühlt: Brotlose Kunst. Die 46-jährige Wienerin hat sich bis 2006 als Rollstuhl-Performerin gut behaupten können. Bis sie einen 20-Stunden-Job beim Selbsthilfeverein Bizeps angenommen hat. Heute erzählt Scheuer, …

17.

August

2016

Wir Hungerkünstler: Fábio Coutinho

Blog Nr. 1136: Die Proben für das Theaterstück Wir Hungerkünstler, das nicht zuletzt auf meinem Buch Die Armen von Wien basiert, sind bereits in vollem Gang (Premiere ist am 20. Oktober im Theater Brett). Fábio Coutinho wird darin eine Hauptrolle spielen. Auch er weiß, wie sich das anfühlt: Brotlose Kunst. Der 46-jährige Brasilianer hat sich fast drei Jahrzehnte lang als professioneller Schauspieler in São Paulo gut behaupten können. Bis ihn die Liebe vor vier Jahren nach Wien entführt hat. …

10.

August

2016

„Giatl“: Richard Weihs im Ohr am Gürtel

Blog Nr. 1135: Der Wiener Kabarettist und Liedermacher Richard Weihs hat mit unglaublich feinem Gespür dem Gürtel ein musikalisches Denkmal gesetzt. Sein Giatl-Lied ist Wien pur, menschelt an jeder Ecke, transportiert gleichzeitig den Staub und die Melancholie der Wiener Gürtel-Straße, der noch immer meist befahrenen Landesstraße Österreichs. Mit dem „Giatl“-Lied im Ohr (erschienen auf der CD Wiaschtln) habe ich in einer Sommernacht den Gürtel beradelt und zu Richards Liedzeilen fotografiert. …

03.

August

2016

Trikoterie oder das Ende der Peinlichkeit

Blog Nr. 1134: Radrennfahrer ärgert das: entweder müssen sie als ultrabunte Litfaßsäulen durch die Botanik pedalieren und dabei kostenlos für irgendwelche Konzerne werben; oder tief, sehr tief in die Geldtasche greifen, um ein zugegeben chices Trikot zu erwerben. Philipp Altenberger, 31, Inhaber der Wiener Werbeagentur Phil, wollte raus aus diesem Dilemma. Gemeinsam mit seinen radelnden Freunden hat er ein eigenes Label entworfen, mit einer ebenso leistbaren wie hübschen Limited Edition. …

27.

Juli

2016

Meine Radtour: Vom Semmering nach Zagreb

Blog Nr. 1133: Im KURIER läuft derzeit eine zwölfteilige Sommer-Serie. Redakteure der Zeitung und des Radkartenverlags Esterbauer stellen im Rahmen der Tour de Kurier schöne Radtouren vor. Die zwölf Etappen führen kreuz und quer durch Österreich, die Berichte erscheinen jeweils mittwochs und sonntags. Ich bin die Etappe Nr. 10 geradelt (wird am 17. August veröffentlicht). Im Folgenden einige Eindrücke, die ich am Weg vom Semmering via Spielfeld zum Sljeme in Zagreb eingefangen habe. Auf der …

16.

Juli

2016

Vorhang auf! Von Wien zum Schwarzen Meer

Blog Nr. 1132: 29 Tage bzw. 2712 Kilometer war der Wiener Fotograf Mario Lang unterwegs, um das südlichste Teilstück seiner Radreise entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs zurück zu legen. Von Wien bis nach Tsarevo am Schwarzen Meer. Durch elf Länder radelte er, 24 Mal passierte er eine Grenze. Jetzt ist er wieder zurück. Körperlich zurück, wie er von sich sagt. denn im Geiste ist er noch immer unterwegs. Mit seinem wunderbaren Blog ließ er uns Tag für Tag teilhaben an seinen Reise-…

13.

Juli

2016

Insel Šolta, oder: Über das Wenigerwerden

Blog Nr. 1131: Mein Freund Dinko Sule sitzt in diesem Sommer oft vor seinem Haus in Grohote, und malt. Er ist gut in der Zeit. In Kürze soll sein neuer Zyklus Sve nas je manje ausgestellt werden. Unsereins wird weniger, so würden ich den Titel ins Deutsche übersetzen. Sule macht sich Sorgen. Dass seiner Insel, der dalmatinischen Insel Šolta, allmählich die (denkenden) Menschen abhanden kommen. Die Sorge des Universalgelehrten hat Berechtigung. Sie gilt übrigens nicht nur für sein Eiland. Zu …

06.

Juli

2016

Insel Šolta: Mein bisher schönster Fehler

Blog Nr. 1130: Viel dümmer geht’s nimmer. Da laden sie mich ein, auf der dalmatinischen Insel Šolta zur Eröffnung ihres Kultursommers in der Galerie in Grohote meine Porträtfotos zu zeigen, ich sage zu – und vergesse die Fotos in Wien. Die Foto-Kopien von meinem KURIER-Blog fallen sodann in böser Qualität aus dem Farbdrucker. Aber was soll’s! Ich mag solche Herausforderungen. Mein Freund, der Maler Boris Sokol Mihovilović, bietet mir Geleitschutz an, mit Gitarre und Mundharmonika. Nicht nur er!…

29.

Juni

2016

Unverschwendet: Dank an die KURIER-Leser

Blog Nr. 1129: Marmelade kochen statt Obst wegwerfen – vor ein paar Tagen habe ich über die Initiative von Cornelia Diesenreiter berichtet. Diesenreiter, die an der Boku und in London studiert hat, rettet auf Abruf überschüssiges Obst vor dem Fall vom Baum, kocht es ein, teilt es mit den Gartenbesitzern und verdient darüber hinaus ihr eigenes Geld. Am Ende des Artikels habe ich KURIER-Leser gebeten, bei Bedarf Kontakt mit der Gründerin von unverschwendet.at aufzunehmen. Das Echo war enorm. „…

22.

Juni

2016

Wo der Kasperl als „Mützelzipf“ auftritt

Blog Nr. 1128: Der Kasperl heißt im Weinviertel Mützelzipf und tourt seit dem Jahr 1997 mit der „Kasperlbühne Mützelzipf“ übers Land. Seit dem Jahr 2010 ist der Mützelzipf auch ein Verein, so wie das halt in Österreich zu sein hat. Und damit die Auftritte des Weinviertler Kinderhelden so ganz seine Ordnung haben, musste er auch vor einer eigenen Kommission antreten. Alles gut, alles im grünen Bereich! Die Kommission hat dem Mützelzipf beschieden, dass sein Spiel pädagogisch wertvoll ist. …

15.

Juni

2016

Vorhang auf! Für eine grenzwertige Reise

Blog Nr. 1127: Eine grenzwertige Reise zu den Soll-Bruchstellen Europas. So nennt mein Freund und Kollege Mario Lang seine Radreise, die ihn in mehreren Etappen vom Nordmeer entlang des Eisernen Vorhangs bis zum Schwarzen Meer führen soll. Fast dreißig Jahre nach dem Fall des Vorhangs begibt sich der Wiener Fotograf auf Spurensuche. Und er stößt dabei erneut an Grenzen. Die neuen Grenzen trennen weniger Ost und West, mehr Nord und Süd. Wieder werden Menschen vom Wohlstand ausgeschlossen. Kein …

08.

Juni

2016

Die Menschen hinter den Arbeitslosenzahlen

Blog Nr. 1126: Zum Monatsbeginn wurden wieder die aktuellen Arbeitslosen-Zahlen präsentiert. Danach folgte ein österreichisches Ritual: Der Sozialminister und die AMS-Verantwortlichen bemühen sich, die Misere möglichst schön zu reden: Tatsächlich schaut es im Westen besser aus als im Osten. Doch das hilft den Menschen hinter den großen Zahlen wenig. Wer arbeitslos ist, leidet. Im Folgenden die Schilderungen von neun Menschen, die gerne arbeiten würden, aber nicht dürfen. Sie sind oder waren in …

01.

Juni

2016

Die Kellergasse, eine Wiederentdeckung

Blog Nr. 1125: Am Sonntagvormittag durchs Weinviertel zu radeln ist für mich ein Gedicht. Manchmal empfiehlt es sich, nicht nur Kilometer zu schlucken, sondern stehen zu bleiben, hinzuhören, hinzuschauen und abzubiegen. In der Kellergasse in Oberkreuzstetten wird am Sonntagvormittag fleißig gearbeitet. Es gibt einiges zu tun. Bis zum Kellergassenfest am 28. August müssen die Sanitäranlagen aufgemauert und eingerichtet werden. Für den Lois auch eine Frage der Ehre: Selbstverständlich hilft der …

25.

Mai

2016

Griechische Tragödie in fünf Bildern

Blog Nr. 1124: Der alte Mann, der am Nebentisch speist, ist der pensionierte Wirt der kleinen Taverne im Hafen von Piräus. Die Mehrzahl seiner Landsleute kann sich den Besuch seiner Taverne nicht mehr leisten. Wenn die Griechen heute außer Haus essen, dann vor allem bei öffentlichen Armenausspeisungen. Wer in diesen Tagen durch Athen geht, merkt schnell: Die griechische Finanztragödie hat mehr als nur ein Gesicht. Sie hat längst auch große Teile des Mittelstands in die Tiefe gerissen. Rostige …

18.

Mai

2016

Vom Lux zum Luxus: Die Lichter der Stadt

Blog Nr. 1123: Wenn ich mit dem Abendzug in Zagreb ankomme, denke ich mir jedes Mal: Wie schön hell ist Wien! Zwar haben die Geschäfte in der kroatischen Hauptstadt deutlich länger offen als in Wien, doch die Ausleuchtung des öffentlichen Raums signalisiert den Unterschied: Licht ist nicht nur Verschmutzung, Licht ist auch Luxus (siehe dazu auch die Bildergalerie oben). Auch die Nacht-Fotos aus dem All bezeugen dies. Wo wir zu Hause sind, leuchtet die Erde in der Nacht hell wie ein Stern. Das …

11.

Mai

2016

Vom Rand ins Zentrum: Das Ende von Wien

Blog Nr. 1122: „Wien ist groß genug, dass dich die Stadt an ihren Rändern leben lässt.“ Hat mich der Liedermacher Ernst Molden einmal getröstet. Ich habe mich seither mit dem Fahrrad immer wieder an die Peripherie begeben. Um mit der Kamera das durch Tafeln markierte Ende der Stadt ins Zentrum zu rücken (siehe Bildleiste oben). Und tatsächlich lassen die nicht behübschten, nicht kommerzialisierten Ränder der Stadt noch Spielraum für Ideen, die sich nicht am Althergebrachten orientieren. …

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