Zur mobilen Ansicht wechseln »

18.

Oktober

2017

Insel Šolta: Sommer. Schluss Mitte Oktober

Sommerschluss (kraj ljeta). Es ist ein schmales Zeitfenster im Oktober, zwischen der Lese der Weintrauben und der Ernte der Oliven, in dem mir die kleine dalmatinische Insel Šolta noch zauberhafter erscheint. Auf der Fähre von Split nach Rogac parken neben unserem gerade einmal sechs Autos. Auf der Insel selbst sind kaum mehr Touristen zu sehen. Den Ton geben jetzt die Handwerker an, indem sie Altes renovieren und Neues aufbauen. Wachsen um jeden Preis? Zumindest soll die nächste Saison noch …

11.

Oktober

2017

Donauinsel: Nach dem Sand kam der Morast

Blog Nr. 1196: Ich schwöre, ich weiß es wirklich nicht. Deshalb frage ich hier mal in die Runde: Wer zahlt eigentlich die Wieder-Begrünung auf der Wiener Donauinsel. Wir erinnern uns nur mehr vage an den Mega-Event im Sommer, als hier die besten Volleyballer Europas das Baggern trainiert haben. Lange her. Jetzt schaut das Festival-Gelände auf der Insel wie die Kaiserwiese nach dem Wies'n-Bier-Kostüm-Fest aus. Hässlicher Morast ist noch eher vorsichtig formuliert. Ich meine: Zahlen die Event-…

04.

Oktober

2017

Seyran Ateş: die Hände einer mutigen Frau

Blog Nr. 1195: Vor ein paar Tagen durfte ich die Berliner Anwältin und Moschee-Gründerin Seyran Ateş für den KURIER interviewen. Ich bin noch immer beeindruckt. Von ihrer ruhigen Stimme, vor allem aber von ihren Händen, die sich synchron zu ihren ebenso messerscharfen wie mutig vorgetragenen Analysen bewegten. Die Frau muss aufgrund ihres Engagements für Musliminnen, die in ihren Familien unterdrückt werden, ihres Konzepts von einem Euro-Islam und der Eröffnung einer liberalen Moschee in …

27.

September

2017

Vela Spila: Was in der Höhle noch auffiel

Blog Nr. 1194: Ich war also bei archäologischen und paläontologischen Ausgrabungen in einer Grotte auf der dalmatinischen Insel Korčula. Was mich nebenbei fasziniert hat: Dass Evolutionsforscher mit ganz anderen zeitlichen Maßstäben arbeiten. Trump, Kurz, Klimawandel? Nicht so zentral. Die Archäologen decken in der Höhle Vela Spila oberhalb des Hafenorts Vela Luka menschliche Entwicklungen in Zeiträumen von mehreren hundert Jahren auf, ihre Kollegen aus dem Fach der Paläontologie rechnen gar …

20.

September

2017

Vela Luka: Ein sicherer Hafen im Winter

Blog Nr. 1193: Es ist ein letztes Aufbäumen des Sommers, zwischen 10 und 17 Uhr. Davor und danach hat er den Kampf gegen die sonnenlose Zeit bereits verloren, auch hier in Vela Luka, der kleinen Hafenstadt auf der dalmatinischen Insel Korčula. Die Fähre aus Split schwemmt nun vor allem Individualtouristen an. Menschen ohne schulpflichtige Kinder und ohne Sonnenbrandambitionen. Die Bora und der Jugo haben die Adria zuletzt heftig aufgewühlt. Dennoch kann man noch im Meer baden. Der Geschichte-…

13.

September

2017

Mit der Tochter zum Fußball-Länderspiel

Blog Nr. 1192: Wir haben es also tatsächlich gewagt. Meine Tochter und ich. Und wir haben es nicht bereut. Sie hat die Karten besorgt, mein Sohn hat uns zum Stadion chauffiert, und dann sind wir auch schon eingetaucht in das rot-weiß-blaue Meer der kroatischen Fußballfans. Und nein, wir haben keine Ustascha-Rufe gehört. Und ja, das Zagreber Stadion ist in der Tat nicht mehr zeitgemäß. Dafür sahen wir Modrić, Rakitić, Perisić, Manđo und die anderen Meister ihres Fachs aus nächster Nähe. Für 7 …

06.

September

2017

Groundhopping: Bei den Fußballern Wiens

Blog Nr. 1191: Wien, Simmering, Zinnergasse: Der First Vienna Footballclub und seine leidgewohnten Fans befinden sich derzeit auf einer Art Abschiedstour. Auf dem Fußballplatz in Kaisererebersdorf, weit entfernt vom Stadtkern und vom Profifußball, fragt einer in die blau-gelbe Runde: „Wer fährt nächste Woche mit nach Parndorf?“ Bitterer Nachsatz: „Wird wahrscheinlich unsere letzte Auswärtsfahrt.“ Diese absolut großartigen Fans sind das einzige, was dem ältesten Fußballverein noch geblieben ist …

30.

August

2017

Breitenstein: Gedenkstätte statt Mülldeponie

Blog Nr. 1190: Wieder einmal hat sich Richard Weihs nicht unterkriegen lassen. Manifest wird das in den Breitensteiner Gemeindenachrichten. Die Gemeindeobersten mussten die Behauptung, es habe „in unserer Gemeinde keine Enteignungen jüdischen Eigentums“ gegeben, richtig stellen. Zwar verschämt auf der vorletzten Seite versteckt – aber immerhin. Damit kommt man nach einem dreijährigen Streit der Forderung des Musikers und Kabarettisten nach. „… soll nie vergessen werden“ Nicht nur die …

23.

August

2017

Lost ground: Es war einmal ... Fußball

Blog Nr. 1189: Zutritt bereits verboten! Und es wächst auch kein Gras mehr drüber, sondern schon zentimeterhoch Unkraut. Wieder wird in Wien ein Fußballplatz geopfert, um an seiner Statt ein Wohnbauprojekt zu realisieren. Dieses Mal ist es auch ein Stück von mir. Er war unser Trainingsplatz, auf dem wir uns auf die Meisterschafsspiele der 1. Klasse B und der Unterliga B (so hieß das damals) vorbereitet haben. Ich stehe vor der verschlossenen Tür in Floridsdorf, und plötzlich tauchen sie wieder …

16.

August

2017

Im Gemeindebau: Entstehungsgeschichten

Blog Nr. 1188: Der Rabenhof in Erdberg, Stiege 27A, der Eingang zum Waschsalon erwies sich als ideale Plattform für unseren Werbeaktionismus. Die Sache ist nämlich die: gemeinsam mit dem Fotografen Mario Lang und meinem geschätzten Kollegen Franz Zauner von der „Wiener Zeitung“ habe ich soeben ein neues Buchprojekt finalisiert. Im Gemeindebau. 23 Geschichten aus Wien kommt Mitte September in die Buchhandlungen. Es wird am 18. Oktober abends in der Buchhandlung des ÖGB in der Universitätsstraße …

09.

August

2017

Fahrradschrauber: Was tun mit diesem Rog?

Blog Nr. 1187: Ich glaube, er würde sich freuen. Vor genau einem Monat ist der Vater meiner Frau verstorben, zwei Tage nach seinem 94. Geburtstag. Nach einem langen ereignisreichen Leben. In jungen Jahren war er unter anderem einer der schnellsten Radrennfahrer in der kroatischen Hauptstadt Zagreb. Doch dann kam der Weltkrieg. Und die jungen Männer mussten anderes tun als in die Pedale treten. Später, in den 1970er-Jahren, hat er noch einmal ein Rennrad gekauft. Ein Rog „Maraton Luxus“ aus …

02.

August

2017

Zu Besuch bei Melanias Ex-Nachbarn

Blog Nr. 1186: Oberhalb von Melaniagrad thront eine mittelalterliche Burg, die jedem halbwegs gebildeten Amerikaner mit Ausnahme vielleicht ihres Präsidenten Ehrfurcht gebietet. Die Burg wurde vermutlich im 14. Jahrhundert von einer einflussreichen Fürstenfamilie errichtet. Hier wurde sie also geboren, die amtierende First Lady der Amerikaner, Ehefrau des 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Zu einer Zeit wurde sie geboren, als noch der alte General Josip Broz Tito das Zepter schwang. …

26.

Juli

2017

Abends an der Donau: Mehr als ein Trost

Blog Nr. 1185: Die vom Kraftwerk Freudenau gestaute Donau liegt heute ruhig da wie ein See. Der Himmel verfärbt sich soeben wieder einmal in Facebookkitschfarbe. Die Sommersonne ist hinter dem Wienerwald versunken, sie hat das Gras auf der Donauinsel getrocknet wie Stroh. Jetzt, nach 21 Uhr weht ein Lüfterl vom Wasser rauf, eine Vorahnung auf einen heißen Herbst? Ich genieße die Einladung auf eines der Daubelboote des Arbeiterfischereiverbands. Nur wenige Meter von der Reichsbrücke entfernt, …

19.

Juli

2017

Frauen-Fußball: Es war einmal in Wien 21

Blog Nr. 1184: Am Tag, an dem in Utrecht die Frauen-Fußball-EM eröffnet wird, radle ich beim Sportplatz des USC Landhaus vorbei. Die beiden Fußballfelder erstrecken sich zwischen der Jochbergen- und der Dragoungasse in Jedlersdorf, einem alten Bezirksteil von Floridsdorf. Es ist ruhig an diesem Vormittag, und ich erinnere mich an meine erste Begegnung mit Gerhard Traxler, der damals in der Druckerei des Wiener Stadtschulrats beschäftigt war und laut Landhaus-Homepage heute noch den Obmann der …

12.

Juli

2017

Ein Fahrrad verliert seine Komponenten

Blog Nr. 1183: Am Montag nach dem Donauinselfest ist mir das Fahrrad zum ersten Mal aufgefallen. Da war es noch ganz. Ich dachte mir: Ah, da wollte jemand nicht mehr vom Fest nach Hause radeln. Zwei Tage später fehlte sein Sattel, eine Woche später waren auch beide Räder abmontiert. Zum Haben wären jetzt noch der Antrieb, der Rahmen, der Lenker, die Bremsen, der Gepäckträger, der Trinkflaschenbehälter und das Kettenschloss. Oder trägt der Besitzer oder die Besitzerin die Teile des Fahrrads …

05.

Juli

2017

Wiener Wohnwahn: wer muss hier einziehen?

Blog Nr. 1182: Das Wohnprojekt, der Bauträger, die Baufirmen tun nichts zur Sache. Sie sind nur das Symptom einer Entwicklung im Wiener Wohnbau, die nachdenklich stimmt. Jedes Mal, wenn ich an dieser Baustelle an der Prager Straße vorbeiradle, frage ich mich: wer will, wer muss (in Ermangelung erschwinglicher Alternativen) hier einmal einziehen? Es gab eine Zeit, da wurden in Wien Wohnungen gebaut, um Menschen glücklich zu machen. Beim Anblick der dicht an dicht hoch gezogenen Wohn-Blöcke …

28.

Juni

2017

Bewegte Geschichten von Richard Hollinek

Blog Nr. 1181: Auf in die Landesgalerie nach Eisenstadt! Dort wurde in der Vorwoche die Ausstellung Bewegte Geschichte auf zwei Rädern eröffnet, anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Draisine. Und selbstverständlich hat auch der auf dem Foto abgebildete Gentleman Richard Hollinek seine Finger im Spiel. Sein Verlag lieferte den facettenreichen Ausstellungskatalog. Der KURIER hat über ihn und seine Schrauber-Freunde vor wenigen Tagen berichtet. Faktum ist: Hollinek kann nicht nur Verlag, er …

21.

Juni

2017

Guten Morgen am Freitag, dem Fenstertag

Blog Nr. 1180: Freitag, 16. Juni 2017. Die beiden Zeiger der Bahnhofsuhr stehen auf neun Minuten nach fünf Uhr. Soeben hat es zu regnen begonnen. Große Tropfen, wie sie schon in den Sommern meiner Kindheit aus dem Himmel fielen. Im Osten bahnen sich dennoch einige Sonnenstrahlen ihren Weg durch die Wolken und beleuchten den Morgenhimmel. Erste Werktätige betreten den Bahnsteig. In Ruhe, im Gedanken, wie im Schlaf. Gemeinsam warten wir auf unseren Zug. Wir sind weniger als sonst. Denn es ist …

14.

Juni

2017

Klaus-Jürgen Bauer rettet 150 Sätzchen

Blog Nr. 1179: Das Schicksal dieser Zeilen, so sie es je in die Printausgabe schaffen, ist so weit bekannt: sie enden im günstigsten Fall für das Weltklima im Altpapier. Vielleicht dient das Papier, auf dem sie gedruckt werden, zuvor noch kurzfristig anderen Zwecken: man kann es zum Ausstopfen von Schuhen verwenden, die vom Regen in die Traufe kamen. Oder ein Präsenterl eilig einpacken. Oder einen Leberkäs, fish and chips and so on. Auch deshalb, weil die Tageszeitung von heute schon morgen …

07.

Juni

2017

Semmering: Meine schönste Rad-Abfahrt

Blog Nr. 1178: Habe vor ein paar Tagen den geschätzten Kollegen Richard Weihs in Breitenstein am Semmering besucht. Mehr darf ich im Moment noch nicht verraten. Erzählen darf ich euch immerhin von einer sensationellen, 10 Kilometer langen Abfahrt von Orthof hinunter nach Reichenau. Leute, wow!, da muss ich mir echt keine Ski mehr anschnallen! Das war besser als Pistenzauber. Zwischendurch mal den Blick auf die benachbarten Berge gerichtet. Rax. Hohe Wand. Dahinter der Schneeberg. Das Brompton …

Bitte Javascript aktivieren!