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Kultur
02/04/2019

Oasis, Sarandon und, ja, der Gabalier: Das war das Kulturwochenende

Waren Oasis am Brexit Schuld? Was sucht YouTube im Bezahlfernsehen? Und warum grinst der "Lausbua in der Lederhosn"?

von Georg Leyrer

Zu schön, zu jung, zu intelligent - woher kennen wir das nochmal gleich? Egal, an diesem Wochenende gab es jedenfalls im Kulturbereich zwei Ergänzungen zu diesem sprichwortgewordenen Dreischlag der verbalen Selbstliebe.

  1. Zu cool!
  2. Und zu groß!

Ersteres waren womöglich Oasis. Deren Hauptdarsteller, die Geschwister Gallagher, leiden summa summarum wahrlich nicht an quälerischen Selbstzweifeln: Schon seit Jahren fechten sie, mittlerweile unter Ausschluss des Publikums, einen heißen Schaukampf (mal verbal, mal auch ganz in echt) aus, wer von ihnen Beiden nun der Coolere sei.

Das wäre doch ein schöner Trump-Tweet: Erderwärmung durch Gallagher-Coolness gestoppt.

Wohin derartige Selbstüberschätzung aber führen kann, wenn man nicht aufpasst, das wird in England diskutiert. Dort stellt sich die Frage, ob nämlich Oasis (und der Rest des Britpops) mit ihrer allzu großen Coolness vielleicht Schuld am Brexit sind.

Zu groß wiederum wurde Andreas Gabalier, sagt Andreas Gabalier. Also, sein Erfolg. Für seine Neider.

Hierin (und nicht in seinen umstrittenen Aussagen) ortet der "Lausbua in der Lederhosen" (Eigenbeschreibung) den Grund für jene Kritik, die ihm zuletzt entgegenschlug.

Aber zum Glück hat er ein Argument gegen seine Neider: Seinen Erfolg. Ein wunderbarer, wiederum fast schon Trumpesker Zirkelschluss - kritisieren darf man nur die Nichterfolgreichen - , den es am Wochenende in aller Ausführlichkeit zu genießen galt. Hier, in chronologischer Abfolge, der Faschingsumzug rund um einen Faschingsorden.

Genug Gabalier?

Mag sein. Der Sänger hat für die kommenden Tage noch eine Medienoffensive angekündigt. Besser, wir ziehen uns ganz neobiedermeierlich von der Bergspitze ins traute Eigenheim zurück. Dort kann man die Lederhosenquote selbst kontrollieren. Und wahnsinnig viel fernsehen.

Denn wir sind nicht nur im Schlager-Zeitalter, sondern auch im Zeitalter der Streaming Wars.  Netflix, Amazon, bald Disney, auch viele europäische Großsender, ja eigentlich alle wollen am Serien- und Film-Boom mitnaschen. Da wäre es doch komisch, wenn ausgerechnet die größte Videoplattform der Welt zurückstehen würde.

Keine Sorge, tut sie nicht.

Das Schöne. Hier kommt die weite Welt ins Eigenheim. Und selbst bei so alten Dampfern wie dem "Tatort" schlägt sich die Gegenwart nach und nach durch.

Wie man das alles anschauen soll?

Keine Ahnung.

Und wer all die Bücher lesen soll?

Auch keine Ahnung.

Ebenfalls latent überlastungsgefährdet ist der Buchmarkt.

Wir berichteten am Wochenende ausführlicher über:

Semesterferien sind

Und trotzdem steht diese Woche viel am Programm. Eine Staatsopern-Premiere, viele schöne Interviews und der 30. Todestag von Thomas Bernhard. Wenn Sie fertig ferngesehen und gelesen haben, schauen Sie wieder vorbei.

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