© kurier.at / Konstantin Auer

Reportage
12/07/2020

Der erste Einkaufstag nach dem Lockdown: Securitys mit Rentiergeweihen und Parkstreits

Der KURIER hat sich nach dem Lockdown in den Einkaufszentren und -straßen des Landes umgesehen. In den meisten Geschäften verlief es relativ ruhig.

von Markus Strohmayer, Konstantin Auer, Roland Pittner, Christian Willim, Claudia Koglbauer-Schöll, Matthias Nagl, Wolfgang Atzenhofer

Ab heute, Montag, hat nach dem Lockdown der gesamte Handel wieder geöffnet. Bereits im Vorfeld war ein Ansturm auf die Einkaufsstraßen und Einkaufszentren befürchtet worden. Doch: Eine Mischung aus Vernunft und schlechtem Wetter dürfte der Einkaufslaune der Österreicher einen Dämpfer verpasst haben. Und das, obwohl Weihnachten immer näher rückt. 

So hielt sich der Ansturm auf der Wiener Mariahilfer Straße am Vormittag in Grenzen. Zwar herrschte dort gegen Mittag hin schon reges Treiben, aber trotz Rabattschlacht der Bekleidungsgeschäfte war für einen Fenstertag im Advent nur wenig los. Selbst bei dem Schuhgeschäft Humanic, das vor dem Lockdown noch die Massen mit einer umstrittenen Rabattaktion anzog, standen diesmal keine Menschenschlangen.

Mehrere Menschen standen am späten Vormittag allerdings vor dem Outlet-Geschäft TK Maxx, wo einige wohl auf ein Weihnachtsschnäppchen hofften. Die fast hundert Meter lange Schlange sorgte bei so manchem Passanten für Verwunderung.

Einer davon war Andreas Ungerböck: "Es ist ein Wahnsinn, ich verstehe nicht, warum Leute sich da anstellen. Geschäfte können ja aufsperren, wenn sich alle an die Regeln halten. Aber im Weihnachtsgeschäft scheint das nicht zu funktionieren." 

Polizei kontrollierte

Die Einkäufer, die draußen mit Abstand und Masken warteten, sahen das anders. Schließlich gebe es im Geschäft ja ein Sicherheitskonzept. Und gewartet werde an der frischen Luft. Dass sich dabei alle an die Regeln halten, kontrollierten Ordner mit Rentiergeweihen: Sie achteten beim Eingang darauf, dass sich maximal 228 Kunden gleichzeitig im Geschäft befanden.

Zusätzlich waren am Montagvormittag in der Wiener Einkaufsstraße viele Polizeistreifen unterwegs. Bei den Schlangen wie vor TK Maxx machten diese zwar immer wieder Halt, zu beanstanden hatten sie aber nichts. 

"Parkschlacht" in Oberwart

Ebenso verhalten war die Shopping-Laune in Niederösterreich und dem Burgenland. Im Einkaufszentrum Fischapark in Wiener Neustadt drängten die Menschen lediglich zum Elektronikriesen Media Markt. Vor allem vor der Service- und Reparaturannahme hatte sich von der Früh weg eine lange Warteschlange gebildet. 

Zusätzliches Sicherheitspersonal patrouillierte im Einkaufszentrum, für einen Fenstertag im Dezember sei die Frequenz aber überschaubar, meinte ein Shop-Mitarbeiter. In der Shopping City Süd (SCS) war die Polizei als Ansprechpartner vor Ort, viel los war aber auch dort nicht.

Etwas stärker spürte man das Ende des Lockdowns im südburgenländischen Oberwart, wo rund um die Shoppingcenter viel Verkehr war. Vor dem Einkaufszentrum Oberwart (eo) war es sogar schwierig, einen Parkplatz zu bekommen. Hupkonzerte und Auffahrunfälle waren die Folge. Am Eingang mussten einige Besucher vom Sicherheitspersonal darauf hingewiesen, dass ein Mund-Nasen-Schutz auch die Nase bedecken muss. 

"Wir haben jetzt seit einer Stunde geöffnet und der Ansturm ist noch verhalten", sagt Roman Koch, der ein Teehaus im eo führt. Bei den Shops wurden Einkaufskörbe verteilt, Kunden schlenderten bei dem angedeuteten Weihnachtsmarkt durch Verkaufsstände.  

In der Oberwarter Innenstadt war ebenfalls schon früh einiges los. Im angrenzenden Industriegebiet Unterwart lockten Baumärkte und Möbelhäuser die Kunden nach dem Lockdown an. Freie Parkplätze gab es gegen 10 Uhr vor den Möbelketten aber noch ausreichend. "Wir haben gleich einen Parkplatz bekommen, wir wollen wegen neuer Einrichtung schauen", erzählte ein Paar durch Mund-Nasen-Schutzmasken.

In Eisenstadt war Montagfrüh in den Einkaufszentren hingegen noch nicht sehr viel los. Ganz anders wiederum in Mattersburg, wo vor dem Einkaufszentrum Arena gegen 11 Uhr kaum mehr Parkplätze frei waren. 

Auch im Westen nicht viel los

Eine Stunde nach Wiederöffnung verlief der Start im innerstädtischen EKZ Sillpark in Innsbruck handzahm. Abstandhalten war dort ebenso wie in der Salzburger Getreide- und Linzergasse kein Problem.

Zum befürchteten Massenansturm kam es auch nicht im EKZ DEZ oder beim benachbarten IKEA. Trotz gut gefüllten Parkplatzes floss der Verkehr dort flüssig. Kein Vergleich zu einem herkömmlichen Einkaufssamstag.

Vorbereitetet wäre man beim DEZ jedenfalls für mehr Leute gewesen, sogar ein Leitsystem wurde installiert. Zum Mittag wurde das aber noch nicht benötigt. Einige Shops haben vorsorglich aber trotzdem einen eigenen Anstellbereiche geschaffen.

Auch Heimwerker haben ihre Arbeit wohl schon während des Lockdown erledigt. Das Parkhaus des Innsbrucker Obi war am Montag nicht ansatzweise voll.

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