70. Eurovision Song Contest: Zwischenfall bei Israels Halbfinalauftritt
- Zwischen 12. und 16. Mai findet der 70. Eurovision Song Contest statt – und diesmal sogar in Österreichs Bundeshauptstadt Wien. Das Motto: "United by music" (deutsch: "Vereint durch Musik").
- Austragungsort ist die Wiener Stadthalle. Für den ESC-Aufbau hat man sich nicht lumpen lassen.
- Für Österreich tritt der 19-jährige Cosmó mit der satirischen Tanz-Hymne "Tanzschein" an. Hier geht's zum Interview.
- Das erste Halbfinale findet am 12. Mai statt, das zweite Halbfinale am 14. Mai. Das große Finale geht am 16. Mai über die Bühne. Moderieren wird jeweils das Duo Michael Ostrowksi und Victoria Swarovski. Einen Überblick, wann er wo auftritt, gibt es hier.
- Das erste Semifinale ging ohne Überraschungen über die Bühne, alle Top-Favoriten sind weiter. Bei Israels Auftritt kam es zu einem Zwischenfall.
- Aufgrund des Wetters droht das große Finale allerdings ins Wasser zu fallen.
- Insgesamt treten 35 Länder gegeneinander an, so wenig wie noch nie seit 2004. Grund dafür ist unter anderem der Boykott gegen die Teilnahme Israels: Irland, Island, die Niederlande, Slowenien und Spanien (einer der "Big Five") haben deswegen ihre Teilnahme zurückgezogen. Auch viele Demos protestieren gegen die Teilnahme des Landes.
- Finnland ist bei den Buchmachern an erster Stelle, auch Griechenland werden gute Chancen für den Sieg eingeräumt. Österreich findet sich dagegen auf den hinteren Plätzen. Immerhin konnte er mittlerweile schon etwas Boden gutmachen.
- Vom Rathausplatz über das Votiv Kino bis hin zum Palais Auersperg: Es wird erneut zahlreiche Public Viewings geben. Auch viele andere Events rund um den ESC werden angeboten. Das Herz ist da Eurovision Village am Rathausplatz.
- Fans aus 75 Ländern reisen an, 95.000 Tickets für neun Shows wurden weltweit verkauf – Rekord! Die Sicherheitsvorkehrungen in Wien sind hoch: Präzisionsschützen, Personenschützer und Entschärfer werden im Einsatz sein, Unterstützung kommt aus der Luft.
Die besten Bilder rund um den Song Contest 2026 in Wien:
Alle Kandidaten des ESC 2026 im Überblick:
Song Contest 2026
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Sorge um um schwedische Song-Contest-Finalistin: Stimme weg
Beim Halbfinal-Auftritt verlor Felicia ihre Maske, nun ihre Stimme. Ist jetzt für die 25-Jährige das Finale am Samstag in Gefahr?
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Übernatürliche Gefühle bei Litauen
Weil uns das Foto so gut gefällt, wollen wir es hier mit Ihnen nochmals teilen: Die Freude über das Finalticket ist bei Litauen derart groß, dass man meinen könnte, die Gefühle stammen nicht von dieser Welt.
© Sarah Louise Bennett / EBU -
Zahlreiche ESC-Acts heute im Eurovision Village
- 18:00 Uhr: Satoshi aus Moldau
- 18:30 Uhr: ESSYLA aus Belgien
- 19:00 Uhr: Alicja aus Polen
- 19:30 Uhr: Senhit aus San Marino
- 20:15 Uhr: Lordi (Finnland 2006)
- 20:45 Uhr: Erika Vikman (Finnland 2025)
- 21:15 Uhr: Tommy Cash (Estland 2025)
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Video: Die Gewinner und Verlierer des 1. Halbfinales
Am Dienstag wurde das 1. Semifinale des 70. Eurovision Song Contest in der Wiener Stadthalle erfolgreich über die Bühne gebracht. In unserem Videobeitrag sehen Sie nochmals alle Gewinner und Verlierer des Abends – inklusive Reaktionen der Künstler sowie Backstage-Einblicke.
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Die bisherigen ESC-Gewinner in Zahlen
Seit 2023 wird das Song-Contest-Reich von einer Doppelspitze regiert: Mit dem Sieg von Loreen ("Tattoo") schloss Schweden zum allzeitführenden Irland auf. Beide Länder kommen seither auf sieben Triumphe beim wichtigsten Musikbewerb der Welt - und stellen das Erfolgsduo seit dem Start im Jahr 1956 dar.In der Liste folgen auf Irland und Schweden mit je fünf Triumphen die Niederlande, Frankreich, Großbritannien und Luxemburg.Auf der ewigen Bestenliste reihen sich dann Israel (vier Siege), Dänemark, Italien, Norwegen, Schweiz, die Ukraine und Österreich (je drei), Deutschland und Spanien (je zwei) sowie Aserbaidschan, Belgien, Estland, Finnland, Griechenland, Jugoslawien, Lettland, Monaco, Russland, Serbien, die Türkei und Portugal mit je einem Sieg ein.
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Rund 12.000 Besucher bei 1. Halbfinale im "Village"
Am gestrigen Abend des ersten ESC-Halbfinales fanden sich laut Angaben der stadt wien marketing gmbh rund 12.000 Besucherinnen und Besucher auf der größten ESC-Fanmeile der Stadt ein - angesichts des kühlen Wetters eine recht ansehnliche Bilanz. Da sich die Prognosen auch für das 2. Semifinale am Donnerstag eher durchwachsen präsentieren, wird man erneut auf die angedachte Teilsperre des Universitätsrings auf Höhe des Rathausplatzes verzichten, hieß es in einer Aussendung.
© APA / Max Slovencik -
Daniel Žižka und sein "größtes Geschenk"
Besondere Töne schlägt Daniel Žižka mit "Crossroads" im 2. Halbfinale am Donnerstag an, gehört der tschechische Beitrag doch zu den ruhigsten Stücken heuer. Auch er fand bisher nur positive Worte über das Ambiente und die Betreuung in Wien. "Ich hoffe, dass ich meine Botschaft vermitteln kann", meinte er über seinen Song. "Es geht mir nicht um eine bestimmte Platzierung. Wenn der Song gut ankommt, ist das ein toller Bonus. Aber ich bin einfach froh, hier sein zu dürfen. Das ist das größte Geschenk, das ich mir vorstellen kann."
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Eisheilige sorgen für Gänsehaut: Temperaturen beim 2. Halbfinale knapp einstellig
Die Eisheiligen sorgen auch beim zweiten Halbfinale des Eurovision Song Contests für ungewollte Gänsehaut - besonders bei den Besucherinnen und Besuchern der Public Viewing-Events. Nicht gerade optimale Wetterbedingungen finden die ESC-Fans am Donnerstag in Wien vor: Vor allem am Nachmittag und am Abend sei immer wieder mit Regenschauern zu rechnen, hieß es am Mittwoch seitens der Geosphere Austria.
Die Sonne wird sich demnach gar nicht zeigen. "Es kündigt sich ein grauer, trüber und kühler Tag an", so Geosphere Austria. Gegen Abend hin können die Temperaturen knapp in den einstelligen Bereich sinken. Zumindest der Wind wird sich mit maximal 20 bis 30 km/h weitgehend zurückhalten. -
Jüdische HochschülerInnen rufen zu Solidarität auf
Die Jüdischen österreichischen HochschülerInnen (JöH) sehen sich gezwungen, ihre Public Viewing-Veranstaltung am Samstag anlässlich des Finales des Eurovision Song Contest (ESC) am Wiener Universitätscampus im Alten AKH als Kundgebung durchzuführen, um so vermehrten Polizeischutz zu erhalten. Hintergrund seien Drohungen gegen jüdische und israelische ESC-Fans, teilte die Organisation am Mittwoch in einer Aussendung mit.
"Wir wollen gemeinsam für die offene Gesellschaft einstehen - und gegen jenen Hass und Antisemitismus, der verhindert, dass jüdische Studierende ein Public Viewing des ESC unter gewöhnlichen Bedingungen veranstalten", hieß es in einer Aussendung. Die Kundgebung sei eine "Notlösung", um die Veranstaltung unter Polizeischutz durchführen zu können, hieß es. "Die Stimmung ist sehr aufgeheizt", sagte Lia Guttmann, Co-Präsidentin der JöH, der APA.
Die Jüdischen Hochschülerinnen und Hochschüler wollten sich aber "nicht einschüchtern und erst recht nicht aus der Öffentlichkeit verdrängen" lassen. "Wir rufen alle solidarischen Menschen dazu auf, sich unserer Kundgebung gegen diese untragbare Situation lautstark anzuschließen und gemeinsam mit uns beim Protest-Public-Viewing das Finale des Eurovision Songcontest 2026 anzusehen", so die JoH. -
Die Fans wollen feiern und nicht politisieren
Die Stimmung beim ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest war ausgelassen - die Fans stellen das Gemeinsame vor das Trennende.
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KURIER-Journalisten zerlegen Favoriten, Moderation & Skandale
Finnland mit Erotik-Geige, Griechenland mit Hansi-Hinterseer-Vibes, fliegende Frauen aus Kroatien und Diskussionen rund um Israel: Der Eurovision Song Contest 2026 sorgt schon vor dem Finale für Gesprächsstoff. KURIER-Kulturchef Georg Leyrer und KURIER-Chronikchefin Agnes Preusser sprechen über die größten ESC-Favoriten, skurrile Auftritte, die ORF-Moderation ( "Owskis") und die politische Debatte beim Song Contest in Wien.
Warum Finnland polarisiert, weshalb Deutschland überraschend radiotauglich wirkt und wieso der ESC gleichzeitig Theater, Weltpolitik und Trash-Unterhaltung ist. Außerdem: Wie die Wiener Stadthalle als große ESC-Bühne wirkt – und warum der Song Contest selbst Kritiker jedes Jahr wieder vor den Fernseher lockt.
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Universitätsring bleibt auch zum 2. Semifinale am 13. Mai geöffnet
Trotz des erfolgreichen ersten Semifinales im Eurovision Village bleibt der Universitätsring im Bereich des Rathausplatzes auch am Donnerstag, 14. Mai, entgegen der ursprünglichen Planung für den Verkehr geöffnet. Eine Sperre ist aufgrund der aktuellen Wetterlage nicht erforderlich.
Trotz eines deutlichen Wetterumschwungs und spürbar kühler Temperaturen besuchten am Dienstag rund 12.000 Besucher*innen das Eurovision Village am Wiener Rathausplatz. Die Stimmung vor Ort war dennoch ausgezeichnet: Fans aus ganz Europa sorgten für eine mitreißende Atmosphäre und feierten gemeinsam den Auftakt der drei ESC-Live-Shows in Wien.
Da das Wetter vorerst weiterhin wechselhaft bleibt und aktuell nicht von einer Auslastung der maximal möglichen Kapazität auszugehen ist, verzichten die Veranstalter auch am Donnerstag auf eine Sperre des Universitätsrings. Der Abschnitt beim Rathausplatz bleibt somit durchgehend befahrbar.Auch der öffentliche Verkehr ist nicht von den Sperren betroffen. Die Straßenbahnlinien 1, 2 und D fahren am Ring in beide Richtungen. Aufgrund der kurzfristigen Anpassung kann es zu leicht veränderten Intervallen kommen. Die Linie 71 wird, wie auch schon beim ersten Semifinale, bis zum Schwarzenbergplatz kurzgeführt.
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Swarovski wäre fast an Hochsicherheits-Regeln der Stadthalle gescheitert
Moderatorin Victoria Swarovski, die gemeinsam mit Michael Ostrowski das diesjährige ESC-Moderatorenduo bildet, wäre fast nicht in den Backstagebereich der Wiener Stadthalle vorgelassen worden. Weil sie nicht auf der Liste stand – und Listen sind in solchen Fällen goldwert. "War gerade ganz witzig, hat mich eine gefragt, ob ich auf der Liste stehe. Stand ich nicht drauf, dachte ich mir so: Okay, dann geh ich halt wieder nach Hause", schrieb sie in ihrer Instagram-Story belustigt. Das Problem dürfte dann aber doch gelöst worden sein.
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Naschmarkt lädt zum "Eurovision Markt Contest"
Der Song Contest geht auch am Wiener Naschmarkt nicht spurlos vorüber. Am 13. Mai lädt man am Nachmittag zum "Eurovision Markt Contest" in bzw. rund um die "Marktraum"-Halle. Zahlreiche Stände bieten Spezialitäten aus jenen Ländern an, die am Wettsingen teilnehmen. Ergänzt wird das kulinarische Angebot durch Live-Musik. Das Marktamt ist auch anderweitig involviert - nämlich mit Kontrollen in der ganzen Stadt, um Lebensmittel zu prüfen oder Fake-Fanartikel aufzuspüren.
"Den Eurovision Song Contest nicht nur zu hören, sondern auch kulinarisch zu erleben - genau das macht den 'Eurovision Markt Contest' am Naschmarkt zu etwas ganz Besonderem", versicherte die zuständige Stadträtin Bettina Emmerling (NEOS). Zugleich zeige der Naschmarkt einmal mehr, wofür er das ganze Jahr über stehe: für internationale Vielfalt, Begegnung und ein offenes Miteinander mitten in Wien.
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JJ und Cosmó haben Pizza gegessen
Nun wieder auf der ESC-Bühne zu stehen, sei "arg", lachte JJ im APA-Gespräch. "Es fühlt sich ganz anders an als letztes Jahr. Da war ich richtig nervös, jetzt muss ich nicht noch mal gewinnen, darum bin ich ein bisschen entspannter. Die ganze Stadt lebt, man fühlt den ESC überall. Es ist so schön zu sehen, dass so eine Riesenveranstaltung so viele Menschen nach Wien bringt." Im 2. Halbfinale stellt er seinen neuen Song "Unknown" vor, der davon handle, "ins Ungewisse geschmissen zu werden und nicht zu wissen, wie man da durchkommt". Im Herbst geht JJ dann auf große Europatour.
Seinem Nachfolger Cosmó rät er, einfach viel Spaß zu haben. "Wir haben uns letzte Woche eine große Pizza geteilt, er freut sich schon wahnsinnig. Wir werden uns auch viel sehen in der Stadthalle. Ich werde ihm die Daumen halten und versuchen, immer für ihn da zu sein. Er soll tief durchatmen und nicht zu nervös sein. Die Proben haben super ausgesehen, er wird sicher eine gute Show machen!"
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Sollte Israel den Schas gewinnen ...
... dann stellt der Song Contest einmal mehr sein Potenzial unter Beweis, die Welt auf den Kopf stellen zu können. Das Gesprächsthema der kommenden Wochen dürfte dann auch festgelegt sein. Und dass der ESC nicht politisch sei ... jo, das Argument wäre dann auch einmal mehr obselet. Es bleibt spannend.
© APA / AFP / Tobias SCHWARZ -
Public Viewing des 1. Halbfinales im Eurovision Village
Großes Interesse beim Public Viewing. Das Wetter hat auch die richtigen Töne getroffen.
© APA / Slovencik -
Ist das Musik oder kann das weg?
Sie leitet die Chronik im KURIER, er das Kultur-Ressort. Sie kann sich für das Spekakel namens ESC sehrwohl begeistern, er glaubt sich höheren Ansprüchen verpflichtet. Gemeinsam werfen Agnes Preusser und Georg Leyrer täglich einen Blick auf den Song Contest in ihrer Heimatstadt. Heute: ein Pro und Contra zu der Frage: Kann man Song-Contest-Musik überhaupt hören?
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In einer Stunde ist es soweit ...
... das 1. Halbfinale des 70. Eurovision Song Contests geht über die Bühne. Schon in Stimmung?
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Auch Aliens spielen Blockflöte
Das zeigt uns Lion Ceccah aus Litauen. Für den ESC entscheidet er sich aber dann doch für spacige Sonnenbrille und Outfit im Life-Ball-Stil.
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Sarah Engels will kein Hausmütterchen mehr sein
... also beschließt sie, sich für den ESC richtig schick rauszuputzen. In der Instagram-Welt braucht man dafür nur eine Millisekunde. Hat was von Aschenputtel. Ansonsten aber ist es um Deutschland in der Vorab-ESC-Berichterstattung auffällig ruhig. Das "Fire" lodert wohl noch nicht so richtig.
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Cosmó macht auch auf Instagram Stimmung
Ob das reichen wird, um im Ranking weiter nach oben zu klettern? Aktuell befinden wir uns laut Wettquoten am bescheidenen 27. Platz.
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Norwegen hat den "Tanzschein"
Jonas Lovv hat außerdem bereits die Aufnahme für den "Tanzschein" bestanden. Auch wenn es einige Anläufe gebraucht hat.
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Norwegen und Österreich sind Freunde
Norwegens ESC-Starter Jonas Lovv und "unser" Cosmó sind sind sich anscheinend sympathisch. Auf Instagram frönen sie ihrer Bromance.
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Protest gegen die ESC-Teilnahme von Israel am Schwedenplatz
Wenige Stunden vor dem Auftritt des israelischen Teilnehmers Noam Bettan haben Aktivistinnen und Aktivisten rund um die Palästina Solidarität Österreich gegen die Teilnahme des Landes am Gesangsbewerb protestiert. Um ihr Anliegen zu unterstreichen, legten sie am Wiener Schwedenplatz symbolisch kleine Särge mit angebrachten Fotos von Kindern auf, die im Gazakrieg nach dem Hamas-Überfall auf Israel ums Leben gekommen sind. -
Backstage mit Cosmó
... und einige ESC-Backstage-Einblicke der vergangenen Tage gewährt uns der "Tanzschein"-Sänger auch noch. Sehr nett von ihm.
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Cosmó präsentiert neuen Stern und setzt auf Glitzer
Der neue Stern von Cosmó ist immer noch blau, aber glitzert mehr. Conchita habe ihm diesen Tipp gegeben, verriet er. Auf Instagram zeigte er sein Star-Update.
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Andi Knoll: was sich beim ESC ändern muss
Mr. Songcontest Andi Knoll im KURIER TV-Interview über die Israel-Debatte, seine Favoriten und wie er die Zukunft der Show sieht.
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Amnesty International kritisiert Israels Teilnahme am ESC scharf
Amnesty International hat deutliche Kritik an der Teilnahme von Israel am ESC geäußert. Die Menschenrechtsorganisation wirft dem Land schwerwiegende Verstöße gegen das Völkerrecht vor und fordert Konsequenzen. „Israel begeht im Gazastreifen weiterhin einen Genozid und schwere Kriegsverbrechen“, sagte eine Sprecherin der Organisation in Berlin gegenüber dem Nachrichtenportal ZDFheute.de. Ihrer Ansicht nach sende die Teilnahme Israels am ESC ein falsches Signal. Die Teilnahme Israels trage zu einer Normalisierung von Völkerrechtsverletzungen bei.
Amnesty International kritisierte zudem, dass der ESC mit zweierlei Maß messe. Die Sprecherin erinnerte daran, dass Russland im Jahr 2022 aufgrund des Angriffskrieges gegen die Ukraine vom Wettbewerb ausgeschlossen wurde. Im Fall Israels habe man sich jedoch gegen ähnliche Konsequenzen entschieden. Diese Ungleichbehandlung stehe, laut Amnesty, im Widerspruch zu den Werten des Wettbewerbs, der sich offiziell für Frieden und Einheit einsetzt.
Bislang hat sich die Leitung des Eurovision Song Contest nicht zu den Vorwürfen geäußert.
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Sänger Wavvyboi ist deutscher Punkte-Verkünder
Wie der SWR nun bekannt gab, wird der Sänger Wavvyboi für Deutschland die Jury-Punkte verkünden. Wavvyboi wollte heuer selbst beim ESC antreten, scheiterte aber in der Vorentscheidung – wenn auch nur knapp, denn er landete mit hauchdünnem Abstand zu Sarah Engels auf den zweiten Platz.
In Österreich kommt die Ehre, die Punkte zu verlesen, wieder Ö3-Moderator Philipp Hansa zuteil. Dank seines "Equality"-T-Shirts genießt er in der ESC-Fangemeinde bereits kleinen Kultstatus. -
Strenge Regeln für Fahnen beim ESC
Das Publikum des diesjährigen Eurovision Song Contest in Wien darf nur schwer entflammbare Flaggen und Fähnchen schwingen. Der offizielle Karten-Vertreiber des ESC, Oeticket, begründet dies mit verschärften Brandschutzregeln infolge des tödlichen Infernos im Schweizer Skiort Crans-Montana. Zu den Shows dürfen nur Fahnen mitgebracht werden, wenn Fans beim Eintritt in die Wiener Stadthalle Zertifikate zu den vorgeschriebenen Brandschutznormen vorweisen können, teilte eine ORF-Sprecherin mit. Erlaubt seien Produkte, die der ÖNORM B 3822:2010-06-15 oder der europäischen DIN EN 13501-1 entsprechen.
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Keine Taschen im Publikum
Die strengen Sicherheitsvorkehrungen betreffen auch die ESC-Fans. Sie sollen wie am Flughafen längere Wartezeiten beim Einlass einplanen. Nur, was man in der Hosentasche unterbringen kann, schafft es auch in die Halle. Eine Ausnahme gilt für transparente Behältnisse im Format von maximal A6. Falls jemand doch einen Rucksack oder eine Handtasche dabei hat, werden Schließfächer rund um die Stadthalle zur Verfügung gestellt. "Unser oberstes Ziel ist eine sichere Veranstaltung und das müssen und werden wir gewährleisten", so Oliver Lingens, Head of Event.
Sämtliche Tickets sind personalisiert. Beim Einlass gilt mit Ausnahme für Kinder Ausweispflicht. Die Tickets dürfen nicht ausgedruckt werden, auch ein Screenshot genügt nicht, da der QR-Code sich bis zu seiner Auswertung alle paar Sekunden verändere, um Fälschungen keine Chance zu geben, erklärte der ESC-Event-Manager.
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Möglichst geringer CO2-Fußabdruck
Auch zur Nachhaltigkeit hat sich der ORF Gedanken gemacht. "Der ESC soll zum Lern- und Referenzprojekt für Großveranstaltungen weltweit werden", sagte ESC-Executive-Producer Michael Krön. Man wolle den CO2-Fußabdruck so gering wie möglich halten und strebe die Zertifizierung mit den Umweltzeichen "Green Event" und "Green Producing" an. Man achte auf die Themenbereiche Mobilität und Logistik, Abfallwirtschaft und Energie. Dank der Photovoltaik-Anlage der Stadthalle habe man Zugriff auf sehr viel nachhaltige Energie. Zudem verzichte man auf herkömmliche Leuchtkörper und setze auf LED und Laserlicht.
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Kaffee im Greenroom
Der Greenroom - also der Aufenthaltsbereich für Künstlerinnen und Künstler sowie deren Delegationen - soll heuer einen besonderen Charme ausstrahlen. "Wir stellen uns nicht nur die Frage, ob da weiße, braune oder graue Sessel drinstehen. Wir machen daraus ein Kaffeehaus", sagte ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz. Und dieses soll auch bespielt werden. "Die Atmosphäre wird zu spüren sein", versprach sie. Zudem müssen die ESC-Starter auf ihrem Weg zur Bühne nicht außen rum gehen, sondern gelangen über einen Steg durch das Publikum direkt ins Zentrum des Geschehens.
Die FM4-Morning-Show-Moderatorin Emily Busvine gibt die Kaffeehausbesitzerin. Sie begrüßt die Acts und Delegationen im Künstlerbereich und lädt sie zu kurzen Plaudereien ein. "Ich werde sicherstellen, dass sich alle Kandidatinnen und Kandidaten im Green Room wohlfühlen und ganz im Sinne der Wiener Kaffeehauskultur eine entspannte und schöne Zeit haben werden", so Busvine. Vor allem beim Finale soll sie öfter in Erscheinung treten und den Acts auf den Zahn fühlen: Wie fühlt es sich an, in Führung zu liegen? Ist die Wartezeit entspannter als die Momente vor dem Auftritt? -
Caterer kredenzen Käsekrainer, Erdbeerknödel und Co.
Vom leichten Zander-Ceviche zum schon gehaltvolleren Tafelspitz über die Erdbeerknödel bis zum deftigen Absacker à la Käsekrainer und Burenwurst reicht das Potpourri an Speisen für Acts, Delegationen, VIPs und Co beim Wiener ESC. Man darf durchaus kulinarisch auch spüren, wo man sich befindet, so der Tenor bei einem Probeessen beim "Event Supplier" Impacts Catering in Wien-Floridsdorf. Eins sei klar: "Essen ist aus", darf es nicht geben, auf die Umwelt achtet man trotzdem.
So wird ein starker Fokus auf österreichischen Süßwasserfisch, regionale Bio-Lebensmittel und die Protokollierung des CO2-Verbrauchs im gesamten Prozess gelegt. Vor Ort lagern die Lebensmittel in Kühlboxen bei drei Grad Celsius. Wird etwas nicht rasch verarbeitet, kommt es dort wieder hinein bzw. wird gar nicht entnommen. Am Folgetag holt der Arbeiter-Samariter-Bund dann den Rest vom ESC-Fest.
Dieses dauert nämlich länger, als vielen bewusst ist: Insgesamt neun Shows laufen von 11. bis 16. Mai, dazu kommen jede Menge Proben und Durchläufe. "Der Finaltag ist aber die größte Herausforderung", so Impacts-Catering-Geschäftsführer Christian Chytil. 1.200 Leute wird man im VIP-Bereich verköstigen. Da helfe es, dass man die Stadthalle als Location kenne und auch schon beim letzten Wiener ESC 2015 mit an Bord war. Insgesamt werde man um die 7.000 Leute bekochen - traditionell mit Fisch und Fleisch, vegetarisch, vegan und auch ohne alkoholische Zutaten.
Inhaltlich habe man auch überlegt, die 35 Teilnehmerländer ein Stück weit kulinarisch abzubilden, habe dann aber mehr in Richtung österreichische Küche mit Einsprengseln aus ganz Europa tendiert. Wobei: "Schnitzel frisch herausbacken geht nicht", schließt Chytil den Wiener Klassiker schlechthin aus. Die Geruchsbelastung in den Räumen wäre dann zu groß. Auch optisch hält man an die Wiener Tradition: So wird standesgemäß im Frack serviert - und das auch im an ein Wiener Kaffeehaus erinnernden "Green Room".
© APA / Täuber -
Vicky Leandros freut sich auf Auftritt
Die deutsche Schlagerlegende Vicky Leandros wird das erste Semifinale eröffnen. "Ich freue mich sehr, nach Wien zurückzukehren, wo mit meiner ersten Teilnahme am Grand Prix Eurovision de la Chanson mit "L"amour est bleu" alles begann", sagte die 73-Jährige der "Bild"-Zeitung. Bei ihrer ersten ESC-Teilnahme 1967 hatte Leandros mit diesem Chanson den vierten Platz belegt, 1972 gelang ihr dann in Edinburgh der Sieg. "Ich war ein Teenager, als ich das erste Mal beim Grand Prix antrat. "L"amour est bleu" hat mir großes Glück gebracht und viele Türen geöffnet. Es war der Beginn meiner internationalen Karriere", sagte Leandros.
© APA/dpa
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