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Song Contest: Gibt es ein Erfolgsrezept für den Sieg?

Laut einer neuen Studie aus der Schweiz gibt es ein Geheimrezept, wenn man den ESC gewinnen will. Oder etwa doch nicht?
Der Gewinner des 69. Eurovision Song Contest, JJ, trifft den österreichischen Bundeskanzler Stocker.

Eine Studie unter Leitung der renommierten ETH Zürich hat den Code für einen Sieg beim ESC geknackt: Englisch, Pop und tanzbare Rhythmen sind der Schlüssel. Jedoch garantiert auch dieses Erfolgsrezept keinen Sieg. 

Die Teilnehmerländer hätten über die 70-jährige Geschichte des Wettbewerbs hinweg gelernt, welche Merkmale die Chancen auf einen Sieg erhöhen, heißt es in der Arbeit, die im Fachmagazin "Royal Society Open Science" publiziert wurde.

Das Forschungsteam analysierte dafür alle 1.763 Lieder aus 51 Ländern aus den Jahren 1956 bis 2024. Pro Song flossen über 35 Merkmale in die Auswertung ein, darunter Tanzbarkeit, Akustik, Emotionalität, Sprache, Genre und thematische Schwerpunkte.

Ein zentraler Faktor für den Erfolg ist die Sprache. Die Daten zeigen, dass Lieder mit englischen Texten eine deutlich höhere Gewinnwahrscheinlichkeit hatten. Französisch, in den Anfangsjahren oft die Sprache der Sieger, sei nach 1990 gar zu einem Merkmal für schlechter platzierte Beiträge geworden.

Song Contest wird homogener

Englisch habe sich über die Jahrzehnte hinweg zur "Lingua franca" des Wettbewerbs entwickelt. Insbesondere nach der Aufhebung der Muttersprachverpflichtung im Jahr 1998 sei der Anteil englischsprachiger Lieder sprunghaft angestiegen.

Auch musikalisch hat der Studie zufolge eine Homogenisierung stattgefunden. Pop ist zum Standardgenre geworden. Bei den Audioeigenschaften der Lieder stellten die Forschenden fest, dass die "Tanzbarkeit" stetig zunahm, während "akustische" Elemente abnahmen. Erfolgreiche Lieder setzten oft neue Trends, denen andere Länder in den Folgejahren nacheiferten. Zudem seien die Liedtexte im Laufe der Zeit tendenziell länger geworden.

Widerstand aus Südeuropa

Allerdings folgten nicht alle Länder diesem kollektiven Lernprozess. Die Studie identifizierte Frankreich, Italien, Portugal und Spanien als Ausnahmen. Diese Länder hielten mehrheitlich an ihren Landessprachen fest, obwohl sie damit ihre Siegeschancen verringerten. Während Spanien den Bewerb in Wien wegen der Teilnahme Israels heuer boykottiert, bleiben Frankreich, Italien und Portugal auch im Jahr 2026 ihrer Landessprache treu. Die Autoren der Studie vermuten, dass für diese Länder die Präsentation der eigenen nationalen Kultur einen höheren Stellenwert habe als der Sieg beim Wettbewerb.

Alle Kandidaten des Finales des Song Contests 2026:

esc

01 Dänemark

Künstler: Søren Torpegaard Lund
Song: "Før Vi Går Hjem"
Superpower: Glasbox, Glitzeroutfit, nackter Oberkörper, Smokey Eyes, androgyner Flair – dramatische Queerness at it's (ESC-)Best.

esc

02 Deutschland

Künstler: Sarah Engels
Song: "Fire"
Superpower: ist als ehemalige "DSDS"-Kandidatin große TV-Live-Shows gewöhnt. Look und Choreographie erinnern an Beyoncé – wenn man sie auf Temu bestellt.

esc

03 Israel

Künstler: Noam Bettan
Song: "Michelle"
Superpower: der Mut, trotz lauten Protesten trotzdem anzutreten und um die Liebe von Michelle (und der Welt) zu flehen.

esc

04 Belgien

Künstler: Essyla
Song: "Dancing on the Ice" 
Superpower: holt alle ab, die auf Diven-Club-Sound stehen. Zu Beginn spielt sie Belgium's Next Topmodel.

esc

05 Albanien

Künstler: Alis
Song: "Nân"
Superpower: mit der Kirche ums ESC-Dorf und direkt rein in die Stadthalle. Bei dieser Liebeserklärung an alle Mütter bleibt kein Auge trocken.

esc

06 Griechenland

Künstler: Akylas
Song: "Ferto"
Superpower: hat den liebenswert-verrückten ESC-Wahnsinn verinnerlicht. Auf der Bühne kommt das Kind im Manne zum Vorschein.

esc

07 Ukraine

Künstler: Leléka 
Song: "Ridnym"
Superpower: Friedenshymne im ukrainischen Disney-Stil.

esc

08 Australien

Künstler: Delta Goodrem
Song: "Eclipse"
Superpower: ein Klavier als Sidekick, das mit einem Seite an Seite um große Gefühle kämpft.

esc

09 Serbien

Künstler: Lavina
Song: "Kraj Mene"
Superpower: dämonisches Geschrei. Lässt Halloween-Stimmung bereits im Mai aufkommen.

esc

10 Malta

Künstler: Aidan
Song: "Bella"
Superpower: hat die Haare und den Schnauzer bella. Und die Frisur hält. Bei jedem Windmaschinen-Wetter.

esc

11 Tschechien

Künstler: Daniel Žižka
Song: "Crossroads"
Superpower: theatralische Dramatik und tiefgründige Lyrics lassen kathartische Tränen kullern. Und er ist barfuß. Kann vielleicht auch nicht schaden.

esc

12 Bulgarien

Künstler: Dara
Song: "Bangaranga"
Superpower: wird live dank Pop-Rap-Dance-Mix für gehörige Bangaranga-Stimmung sorgen.

13 Kroatien

13 Kroatien

esc

14 Großbritannien

Künstler: Look Mum No Computer
Song: "Eins, Zwei, Drei"
Superpower: lehrt die Welt, auf Deutsch bis drei zu zählen. Noch nie war Sprach- und Mathematik-Unterricht so unterhaltsam.

esc

15 Frankreich

Künstler: Monroe
Song: "Regarde !"
Superpower: verwandelt die Stadthalle in ein Opernhaus und macht Rastazöpfe wieder salonfähig.

esc

16 Moldau

Künstler: Satoshi
Song: "Viva Moldova!"
Superpower: lässt es auf der Bühne gemeinsam mit einer süßen Comicfigur krachen.

esc

17 Finnland

Künstler: Linda Lampenius x Pete Parkkonen
Song: "Liekinheitin"
Superpower: eine Geige, Feuer, ein High-Hells-Lauf – und die Wettquoten: Finnland wird als Sieger gehandelt.

esc

18 Polen

Künstler: Alicja
Song: "Pray"
Superpower: astreiner R&B, der auch bei den MTV Music Awards eine gute Figur machen würde.

esc

19 Litauen

Künstler: Lion Ceccah
Song: "Sólo Quiero Más"
Superpower: blauer Alien-Look hat schon bei Eiffel 65 funktioniert (diesmal aber ohne "da-ba-dee-da-ba-di").

esc

20 Schweden

Künstler: Felicia
Song: "My System"
Superpower: könnte Gesichtsmasken wieder en vogue machen.

esc

21 Zypern

Künstler: Antigoni
Song: "JALLA"
Superpower: vereint Shakira-Optik mit Lokalkolorit und ESC-Habitus.

esc

22 Italien

Künstler: Sal Da Vinci
Song: "Per Sempre Si"
Superpower: lässt einem den Song sofort wieder vergessen. Tut aber auch niemandem weh. Und auf der Bühne wird immerhin geheiratet.

esc

23 Norwegen

Künstler: Jonas Lovv
Song: "YA YA YA"
Superpower: sexy queere Ästhetik mit einem Refrain, den wirklich jeder mitgrölen kann.

esc

24 Rumänien

Künstler: Alexandra Căpitănescu
Song: "Choke me"
Superpower: sexuell konnotierte Liebeslieder mit Rock-Beats lassen die Hormone brodeln. Und klassische Superpower-Blitze gibt es obendrein auch.

esc

25 Österreich

Künstler: Cosmó 
Song: "Tanzschein"
Superpower: eine Choreografie, die komplizierter ist, als sie aussieht. Und ein blaues Sternderl im Gesicht.

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