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Wissen Gesundheit
03/04/2021

FFP2-Masken: Auch Produkte aus China bieten Sicherheit

Tests zeigen, dass die Filterwirkung in der Regel ausreichend ist, viele Masken aber nicht richtig sitzen. Neue Methode zur Desinfektion.

von Ernst Mauritz, Caroline Ferstl, Ute Brühl

Prinzipiell seien auch chinesische Masken sicher, sagt die Hygienikerin Miranda Suchomel von der MedUni Wien. "Alle Länder haben ganz strenge Vorgaben und Prüfnormen, nach denen die Wirksamkeit und die Sicherheit von solchen Schutzmasken untersucht wird", erklärt sie im KURIER-daily-Podcast. "Wir wissen, dass der chinesische Standard sehr wohl vergleichbar ist mit dem europäischen, dem US-amerikanischen oder dem koreanischen." In Wahrheit werden in allen Ländern "mehr oder weniger die gleichen Dinge abgeprüft".

Die Firma Hygiene Austria, die mit der Maskenproduktion in Österreich wirbt, hat einen Teil ihrer FFP2-Masken in China herstellen lassen. Nachdem dies bekannt geworden war, nahmen mehrere Einzelhändler wie  dm, Hofer, Rewe und Spar die Produkte von Hygiene Austria aus ihrem Sortiment.

Wenn also die Masken den entsprechenden Prüfnormen des jeweiligen Landes entsprechen und diesen Standard geschafft haben, "dann sind sie genauso sicher wie jede andere Maske auch". Die chinesische KN95 Norm ist mit der europäischen Norm vergleichbar, hat vor einiger Zeit auch das Gesundheitsministerium bereits bestätigt.

Bedenken wegen der langen Transportdauer müsse man nicht haben: "Wenn es lose Masken wären, die nicht verpackt sind in einer Plastikschutzverpackung, wäre es vielleicht problematisch, wenn die Ladung feucht wird oder irgendwo lange herumsteht." Aber dann wäre es egal, "ob das bei einem Transport über das Meer passiert oder die Ware irgendwo in einem Zollamt herumsteht".

Es gehe mehr um das Gefühl, getäuscht worden zu sein, als dass die Maske jetzt weniger sicher wirken würde: "Wenn die Passform gut ist und die Maske gut sitzt dann sollte sie auch gut schützen."

Wichtig sei, dass die Masken trocken sind: "Durchfeuchtete Masken sind kein Schutz mehr."

Suchomel hält es für vertretbar, die eigenen Masken bei 60 Grad auch in der Waschmaschine zu waschen: "Ich habe meine Masken auch schon in der Waschmaschine gewaschen, ein, zwei Mal wird das funktionieren." Für sie persönlich sei das in Ordnung: "Ich halte ja trotzdem den Zwei-Meter-Abstand."

Desinfektion im Gefrier- oder Kochbeutel

Ein neues Verfahren beschreibt die FH Münster seit kurzem auf einer speziellen Homepage zum Thema "Möglichkeiten und Grenzen der eigenverantwortlichen Wiederverwendung von FFP2-Masken für den Privatgebrauch": Dabei handelt es sich um eine Desinfektion durch zehnminütiges Kochen im Gefrier- oder Kochbeutel - dabei wird das Coronavirus vollständig inaktiviert. Dieses Verfahren führte in den Untersuchungen weder zu einem nennenswerten Verlust der Filterleistung noch zu einer Veränderung der Maske. Worauf man dabei achten muss lesen Sie hier. Die Maske sollte auf diese Arbeit aber nur drei Mal behandelt werden.

Was FFP2-Masken können müssen

Korrekt sitzende FFP-Masken liegen dicht an und bieten einen Eigen- und einen Fremdschutz. FFP2-Masken müssen in Tests mindestens 94 Prozent der Aerosole filtern. "Sie bieten daher nachweislich einen wirksamen Schutz auch gegen Aerosole", heißt es beim deutschen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Das CE-Kennzeichen zeigt an, dass die Hersteller belegt haben, dass ihre Produkte allen Anforderungen bezüglich Arbeitnehmer- und Gesundheitsschutz der EU entsprechen. Die vierstellige Nummer identifiziert das Unternehmen bzw. die Einrichtung in der EU ("benannte Stelle"), das eine sogenannte "Baumusterprüfung" der Masken durchgeführt hat.

Maskentest: Auf die Passform kommt es an

Die Stiftung Warentest hat zehn FFP2-Masken untersucht. Die Filter­wirkung war bei allen hoch. Alle hielten rund 99 Prozent der Aerosol­partikel zurück, manche auch mehr. Allerdings schützten nicht alle Modelle gleich gut: Sie lagen teil­weise nicht dicht genug am Gesicht an und ließen so Aerosole durch. Bei drei Masken bemängelten die Tester den geringen Atem­komfort, durch sie bekommt man vergleichs­weise schlecht Luft. Rundum empfehlens­wert ist einzig die FFP2-Maske von 3M.

In einem Interview mit dem Spiegel sagte der Physiker Axel Neisser, dass die  Hauptprobleme die Passform und der Atemwiderstand sind. „Die Filterwirkung war bei allen Masken hoch, aber was nützt das, wenn die Maske nicht nah genug am Gesicht anliegt und Aerosole durchlässt? Es gibt bei FFP2-Masken keine unterschiedlichen Größen, die Gesichter sind aber sehr verschieden.“

Viele Herstellern gelänge es nicht, die Masken so zu modellieren, dass sie auf möglichst viele unterschiedliche Gesichter passen. Manche Masken sitzen nur bei 40 Prozent aller Träger korrekt.

Untersucht wurden FFP2-Masken aus Drogerien, Apotheken, Baumärkten und  Onlinehändlern – nur ein Teil aller Angebote wurde getestet.  Nur die Maske 3M Aura 9320+ wird uneingeschränkt empfohlen.

Bei 60 Prozent war die Passform bei einigen Probanden so ungenügend, dass man diese nur mit Einschränkungen empfehlen kann. Einige Masken hatten einen so hohen Atemwiderstand, dass man nicht mehr komfortabel atmen kann.

Passt die Maske nicht richtig, schützt sie deutlich weniger.  Allerdings ist eine Maske, die nur 50 Prozent Aerosole herausfiltert, immer noch viel besser als gar kein Schutz.

Es gibt für den Träger einige Anzeichen, wie gut eine Maske schützt:. „Wenn beim Ausatmen die Brille beschlägt, ist das ein klares Indiz, dass Luft an der Maske vorbeiströmt. Wenn Sie kräftig ein- und ausatmen und sich das weiße Filtervlies nicht bewegt, können Sie davon ausgehen, dass die Maske nicht richtig sitzt“, erläutert Neisser im Spiegel-Interview.  Wer den Eindruck hat, dass er nicht richtig atmen kann oder  dass die Maske nicht richtig sitzt, sollte zu einer anderen Marke greifen

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