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Wissen Gesundheit
01/16/2021

FFP2-Masken: So hoch ist ihr Schutz, wenn sie dicht sitzen

Die wichtigsten Fragen und Antworten. Eine Mehrfachverwendung ist möglich, wenn sie gut austrocknen können.

von Ernst Mauritz

Wie gut schützen die FFP2-Masken?

FFP2-Masken (Filtering Face Piece, „filtrierendes Gesichtsteil“) bieten auch gegen Aerosole „einen hohen Schutz“, sagt Birgit Willinger, Leiterin der Abteilung für klinische Mikrobiologie, MedUni Wien. Sie müssen in Versuchsanordnungen mindestens 94 % der Testaerosole filtern. In der Öffentlichkeit sollten nur jene ohne Ausatemventil getragen werden, weil es sonst keinen Fremdschutz gibt. Und die Maske muss dicht am Gesicht sitzen (problematisch bei Bartträgern), der Nasensteg zusammengedrückt werden.

Kann man diese Masken mehrfach verwenden?

Im Gesundheitsbereich sind sie für den Einmalgebrauch vorgesehen. „Im Privatbereich kann man sie wiederverwenden“, sagt Willinger, „außer sie wurden komplett durchfeuchtet“. Wichtig ist, dass die Masken gut trocknen können: „Am Besten ist es, wenn man sie zum Trocknen aufhängen kann. Zumindest aber muss die Innenseite der Maske nach oben gerichtet sein.“ Auch in einem offenen Behälter (z. B. Metallbox) können sie zwischengelagert werden. Bei intensivem Gebrauch sollte man sie nach einer Woche entsorgen. Wissenschafter der FH Münster raten in einem Infoblatt sogar davon ab, zwei Tage hintereinander dieselbe Maske zu verwenden – und empfehlen jeweils eine Maske nur für jeden Montag, eine nur für jeden Dienstag, etc.

Kann man die Masken im Backrohr desinfizieren?

Mit 80 Grad Ober- und Unterhitze für 60 Minuten „kann SARS-CoV-2 vollständig inaktiviert werden“, schreibt die FH Münster. Die Filterleistung bleibe erhalten, bei höheren Temperaturen könne sie beeinträchtigt werden. Willinger rät davon aber ab: „Es gibt keine ausreichenden Daten, ob die Funktionalität tatsächlich erhalten bleibt.“ Von Auskochen, Mikrowelle, Waschmaschine oder Geschirrspüler hält auch die FH Münster nichts – die Filterleistung sei danach nicht garantiert.

Soll man Masken in die Hosentasche stecken?

„Einfach so – nein“, sagt Willinger. „Man sollte sie vorher immer in ein sauberes Papier- oder Stoffsackerl geben“. Auf den angefeuchteten Masken können sich unterschiedliche Erreger befinden, in einem luftdichten Plastiksackerl könnten diese dann in der feuchten Umgebung gute Vermehrungsmöglichkeiten vorfinden. „Zum Beispiel könnten dann an sich harmlose Schimmelpilzsporen für Allergiker zu einem ernsten Problem werden“, sagt die Mikrobiologin.

Wie kann es sein, dass es in deutschen Apotheken FFP2-Masken um 2,95 Euro, in österreichischen hingegen um ca. 6 Euro gibt?

Viele heimische Apotheken bieten österreichische FFP2-Masken (aus der Kooperation von Lenzing und Palmers) um rund sechs Euro an, manche auch chinesische um drei Euro, ergab ein Rundruf. „Es gibt zahlreiche unterschiedliche Hersteller von FFP2-Masken in Österreich, Europa und weltweit, die zu unterschiedlichen Preisen anbieten“, heißt es bei der Apothekerkammer. „Maßgeblich ist vor allem der Zeitpunkt und der Preis, zu dem die betreffende Apotheke die Masken selbst eingekauft hat. Der Großhandelspreis für Masken schwankte von Frühling 2020 bis heute mehrmals im dreistelligen Prozentbereich nach oben und unten.“ Ein weiterer Grund sei das unterschiedliche Preisniveau von Österreich und Deutschland.

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