Sport | Fußball
30.11.2018

Die Austria in der NS-Zeit: "Judenklub" und Opfermythos

Podcast: Historiker arbeiteten die NS-Vergangenheit der Wiener Austria auf. Für viele Mythen gibt es keine Belege.

"Ein Fußballverein aus Wien - Der FK Austria im Nationalsozialismus 1938-1945". So lautet der Titel eines neuen Buches, das die Geschichte der Wiener Austria in der NS-Zeit aufarbeitet. Damit wird, so erläutert der Historiker und Co-Autor Bernhard Hachleitner, auch ein Schlussstrich unter einige Mythen gezogen, für die es oftmals keine Belege gibt. Sei es die angebliche Weigerung von Matthias Sindelar, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen, oder die besondere Opferrolle der Austria als "Judenklub".

Am vergangenen Montag präsentierten die vier Autoren ihre Forschungsergebnisse im Zuge der " Wiener Vorlesungen" auch im Rathaus. Der Kulturwissenschaftler und Historiker Matthias Marschik sprach dabei über den Wiener Fußball im Nationalsozialismus. Marschik sieht sowohl bei Rapids Inkludierung der in der NS-Zeit errungenen Meistertitel in ihre Erfolgsgeschichte, als auch bei der Opfer-Inszenierung der Austria "vermehrten Diskussionsbedarf".

  • Teil 1: Der Wiener Fußball im Nationalsozialismus

Ebenfalls diskutiert wurde das generelle Verhältnis zwischen Politik und Sport. Elisabeth Auer, Infochefin der "Kurier NEWS" auf Schau TV, sprach dabei mit dem ehemaligen Wiener Stadtrat für Kultur, Wissenschaft und Sport, Andreas Mailath-Pokorny, dem Herausgeber der Wochenzeitung Falter, Armin Thurnher, sowie Historiker Bernhard Hachleitner

Mailath-Pokorny: "Nahe an der Wiederbetätigung"

SPÖ-Politiker Mailath-Pokorny äußerte sich in der Diskussion auch zu etwaigen rassistischen und antisemitischen Vorfällen unter Fußballfans. Er sieht hier bei der aktuellen Regierung durchaus eine Mitverantwortung: "Wenn es selbst aus einer Bundesregierung oder von Parteien dort fast täglich Meldungen gibt, die in Wahrheit nahe an der Wiederbetätigung sind, darf man sich nicht wundern, wenn in der Gesamtgesellschaft das nämliche Problem ist. Wenn es eh hoffähig und erlaubt ist, gewisse Dinge zu sagen, zu tun, zu machen."

  • Teil 2: Das Verhältnis zwischen Sport und Politik

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