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04.07.2018

Diese acht Nationen stehen im WM-Viertelfinale

Mit England steht seit Dienstagabend auch der achte Viertelfinalist fest - der KURIER blickt auf die bisherigen Leistungen.

Aus 32 mach 16, aus 16 mach acht - seit Dienstag ist das WM-Achtelfinale 2018 Geschichte. Und nachdem mit Spanien, Argentinien und Portugal drei große Namen gescheitert sind, ergibt sich ein umso spannenderes Bild für das Viertelfinale, das ab Freitag die verbleibenden acht Nationalmannschaften in Angriff nehmen werden. Dabei bietet eine Hälfte des Tableaus gleich drei Mitfavoriten auf den Titel auf, während auf dem anderen doch eher überraschende Namen aufscheinen.

Viertelfinale 1: Uruguay gegen Frankreich

Freitag, 6. Juli, 16.00 Uhr, Nischni-Nowgorod-Stadion, Nischni Nowgorod

An sich sollte Uruguays Vorstoßen ins WM-Viertelfinale keine Überraschung sein. Immerhin liegt die Mannschaft unter Trainer Oscar Tabarez auf Rang 14 der FIFA-Weltrangliste. Dennoch sind die Südamerikaner auf ihrer Hälfte des WM-Tableaus der Außenseiter. Dass man mit Portugal und Superstar Cristiano Ronaldo den aktuellen Europameister ausgeschaltet hat, ändert daran auch nicht viel. Vor allem der drohende Ausfall von Starstürmer Edinson Cavani bereitet den Urus Kopfzerbrechen - mit seinen bisher drei Treffern ist er in der Offensive Uruguays Erfolgsgarant.

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Den Urus gegenüber steht mit Frankreich einer der Top-Favoriten auf den Turniersieg. Bei Les Bleus passt von der Offensive bis zur Defensive einfach alles - die Mannschaft ist gespickt mit Weltstars, die Form stimmt, die Ergebnisse passen - eigentlich. Denn so richtig weltmeisterlich waren die Franzosen über weite Strecken nicht bei dieser Weltmeisterschaft. In der Gruppenphase hatten sie mit Peru, Australien und Dänemark durchaus ihre liebe Mühe. Die Klasse von Superstars wie Kylian Mbappé, Antoine Griezmann oder Paul Pogba sollte aber zum Aufstieg gegen Uruguay reichen.

KURIER-Tipp: Frankreich siegt mit 2:0

Viertelfinale 2: Brasilien gegen Belgien

Freitag, 6. Juli, 20.00 Uhr, Kasan-Arena, Kasan

Wenn es außer Frankreich im Vorfeld dieses Turniers einen Topfavoriten gab, dann Brasilien. Die Selecao ist vier Jahre nach der herzzerreißenden 7:1-Niederlage gegen Deutschland in Bestform nach Russland angereist. Gespickt mit Superstars rund um den 222-Millionen-Mann Neymar und unter Erfolgscoach Tite mit nur einer Niederlage in 25 Spielen wäre alles andere als ein Titel für die Brasilianer eine handfeste Überraschung. Ein kleines Aber gibt's dann aber doch: Die Unruhe rund um den schauspielstarken Neymar kommt bei Fans, Gegenspielern und vor allem Schiedsrichtern alles andere als gut an.

Football: Russia 2018, World Cup

Gegner Belgien hat sich im Laufe des Turniers Schritt für Schritt zu einem Mitfavoriten gemausert. Romelu Lukaku als Torgarant in der Offensive hat mit seinen vier Treffern ebenso Anteil am Viertelfinaleinzug wie Mittelfeldregisseur Eden Hazard und der starke Schlussmann Thibaut Courtois. Aber: Der Achtelfinalauftritt gegen Japan war alles andere als ein Spaziergang, nach einem 0:2-Rückstand saßen die Belgier fast schon im Flieger heimwärts Richtung Brüssel. Dann drehten die Red Devils auf und in den Schlusssekunden noch das Spiel - für das Viertelfinale bringt der historische Erfolg sicherlich auch ein wenig Selbstsicherheit.

KURIER-Tipp: Brasilien siegt mit 2:1

Viertelfinale 3: Schweden gegen England

Samstag, 7. Juli, 16.00 Uhr, Samara-Arena, Samara

Für Schweden ist die WM schon jetzt ein Erfolg: Erstmals seit 1994 steht man im Viertelfinale einer Weltmeisterschaft, und das ausgerechnet im ersten großen Turnier der Post-Zlatan-Ära. Die Unruhe rund um Altstar Ibrahimovic und seine Psychospielchen im Vorfeld der WM lassen die Schweden kalt. Stattdessen zeigen sie ihren Mannschaftsgeist mit einer tollen Geste für Teamspieler Jimmy Durmaz - und mit starken Leistungen auf dem Platz. Wobei: Gegen die Schweiz war dann auch ein bisschen Glück mit dabei, die bessere Mannschaft waren die Tre Kronor gegen die Eidgenossen eher nicht.

Ein bisschen Glück hat auch England auf dem Weg ins Viertelfinale gebraucht - aber nach dem ersten Erfolg in einem WM-Elfmeterschießen träumen die Three Lions vom ganz großen Triumph. Erstmals seit 1966 soll der WM-Titel ins Mutterland des Fußballs geholt werden. Dafür braucht es gegen Schweden aber eine Steigerung. Vorteil für England: Stürmer Harry Kane ist in der Form seines Lebens, mit sechs Treffern bei dieser Endrunde aktuell bester Torschütze. Bleibt Kane treffsicher, sollte es gegen die Schweden zum Aufstieg reichen. Nach dem langen Arbeitstag am Dienstag könnten die englischen Beine aber ein wenig müde sein.

KURIER-Tipp: England siegt mit 2:1 nach Verlängerung

Viertelfinale 4: Russland gegen Kroatien

Samstag, 7. Juli, 20.00 Uhr, Fisht-Stadion, Sotschi

Es grenzt fast an ein russisches Sommermärchen, dass die Sbornaja bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land noch nicht Feierabend hat. Mit Gruppenplatz zwei hinter Uruguay haben die Russen das Optimum in der Vorrunde erreicht - und hatten mit Spanien sicher einen der schwerstmöglichen Gegner im Achtelfinale. Der Auftritt Russlands war zwar weder attraktiv noch in irgendeiner Form überlegen, aber effektiv und letztlich gewinnbringend. Die Schützenfeste zum Auftakt gegen Saudi-Arabien und Ägypten geben zudem nach wie vor Auftrieb, und mit dem aufstrebenden Jungstar Aleksandr Golovin sowie Spanien-Legionär Denis Cheryshev haben die Russen zwei der positiven Überraschungen des Turniers im Kader.

Dass im Viertelfinale dennoch Endstation für die Gastgeber sein dürfte, ist Kroatien zu verdanken. Die Truppe rund um Mittelfeldregisseur Luka Modric hat sich mit einer herausragenden Gruppenphase ins Rampenlicht gespielt und ist spätestens seit dem überraschenden 3:0-Erfolg gegen Argentinien zum Mitfavoriten aufgestiegen. Der Achtelfinal-Auftritt gegen Dänemark dürfte den Kroaten zwar einen kleinen Dämpfer verpasst haben, aber mit Russland wartet im Viertelfinale dennoch ein schlagbarer Gegner.

KURIER-Tipp: Kroatien siegt mit 1:0