Politik | Inland
23.08.2017

Steckbrief von Heinz-Christian Strache

Bereits zum vierten Mal tritt Heinz-Christian Strache als FPÖ-Spitzenkandidat bei einer NR-Wahl an. Die Chancen, der Regierung anzugehören, standen noch nie so gut wie jetzt.

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Strache: Blaue Augen, rot-weiß-rotes Herz

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Dass HC Strache als Nachfolger von Jörg Haider anfangs keine leichte Aufgabe zu bewältigen hatte, hat man heute schon vergessen: 2005, nach der Abspaltung des BZÖ, übernahm der gelernte Zahntechniker den Vorsitz der Rumpfpartei.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der gebürtige Wiener allerdings schon einige Karrierestationen hinter sich gebracht – manch eine davon mehr, manch eine weniger schlagzeilenträchtig.

Straches politische Sozialisation begann bereits früh: Mit 15 wurde er Mitglied der „Wiener pennale Burschenschaft Vandalia“, einer schlagenden Schülerverbindung. Seine Bekanntschaften dort: Gottfried Küssel, Franz Radl, Norbert Burger.

Mit der Tochter des Letzteren – Gründer und Leiter der NDP übrigens – war er auch bis Mitte der 1990er Jahre verlobt. Jahre später sorgte allerdings weniger diese Verbindung, sondern seine Kontakte zur sogenannten Wiking-Jugend für mediale Aufregung.

Bilder von Paintball-Spielen und – wie das Dokumentationsarchiv sie nennt – Wehrsportübungen machten die Runde.

Strache selbst sah das ganz und gar nicht so: Er bezeichnete die Aktivitäten als „Aggressionsabbau mit damals unbescholtenen Teilnehmern“.

Für ähnlich viel Empörung sorgte ein 2007 veröffentlichtes Foto, das Strache beim Heben dreier Finger zeigt – in bekannten Kreisen auch als „Kühnen-Gruß“ und Variante des Hitler-Grußes bekannt. Für Strache hatte es damit gar nichts zu tun: Anfangs sprach er davon, dass dies ein Begrüßungsritual der Südtiroler Freiheitskämpfer sei.

Später, als die Südtiroler erklärt hatten, die Geste sei ihnen nicht bekannt, wollte Strache drei Bier bestellt haben.

Bier und Festzeltlaune sind allerdings ohnehin Teile der Grundausrüstung von Straches Politik. 1991 avancierte der damals 22-Jährige zum jüngsten Wiener Bezirksrat, in den 2000er Jahren hatte sich der Zahntechniker bis zum Wiener FP-Klubchef hochgearbeitet.

Seine Themen glichen jenen Jörg Haiders – dies und sein markiges Auftreten ließen ihn zu dessen Nachfolger werden: Nach der Knittelfelder FP-Eskalation hatte er die zumindest anfangs undankbare Aufgabe, die nach der Abspaltung der Haider-Fraktion verbliebenen Mitglieder zu halten.

Angesichts der Wahlergebnisse hat Strache dies durchaus geschafft: Bei der Wahl 2008 erreichte die FP 17,54 Prozent.

Verholfen hat ihm dazu sicher sein polterndes Auftreten: „Pummerin statt Muezzin“ oder „Daham statt Islam“ sind nur zwei der poetischen Beispiele aus der Schule Straches.

Auch Sager wie „Wir sind die neuen Juden“ – getätigt im Rahmen des WKR-Ball-Skandals 2012, als Demonstranten die FP-nahen Burschenschafter attackierten – trugen bestens zu diesem Image bei. Und die Tatsache, dass er sich gerne in der Nähe von Kreuzen aufhält, um christliche Nähe zu demonstrieren, ohnehin.

Und seine Selbsteinschätzung? Recht simpel: "Ich bin der Zorro der innenpolitischen Landschaft, der für soziale Gerechtigkeit eintritt."