Mit 15.000 Soldaten: Russland könnte Baltikum übernehmen
Ukraine-Krieg: Die wichtigsten Entwicklungen zusammengefasst:
- Warum die Aussichten für die Ukraine immer düsterer werden
- Im Eiltempo in die EU: Brüssel bastelt an radikalen Plänen für die Ukraine
- Orbán bezeichnet die Ukraine als "Feind"
- Russische Einheiten sind offline: So mischt Elon Musk im Ukraine-Krieg mit
- Wegen Europa: Russland rüstet im Eiltempo auf
- Schneller EU-Beitritt für Ukraine? Politischer Widerstand wächst
- Selenskij zu EU-Beitritt: "Will ein genaues Datum"
- Ein Experte warnt: Russland könnte das Baltikum übernehmen
Ukraine-Krieg: Alle aktuellen Entwicklungen
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Neue Gesprächsrunde beginnt kommende Woche
Die Verhandlungen über eine Ende des Kriegs in der Ukraine werden fortgesetzt. Moskau hat am Freitag bestätigt, dass kommende Woche eine neue Verhandlungsrunde startet. Ein genaues Datum und einen Ort nannte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow aber nicht. Laut der Nachrichtenagentur Reuters werden die trilateralen Gespräche am Dienstag und Mittwoch in Genf stattfinden.
Zuletzt hatten Moskau und Kiew Anfang Februar in den Vereinigten Arabischen Emiraten direkt miteinander verhandelt. Wie auch bei der ersten Runde im Jänner waren die USA als Vermittler dabei. Konkrete Ergebnisse der Gespräche wurden nicht präsentiert, die Beteiligten nannten das Treffen anschließend aber konstruktiv.
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Russland könnte Baltikum übernehmen
Russland könnte laut einer Simulation mit 15.000 Soldaten das Baltikum durch Schaffung eines Korridors nach Kaliningrad unter Kontrolle bringen. Die baltischen Staaten gelten als militärisch schwer zu verteidigen und sind durch ihre geografische Lage besonders exponiert.
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Ukraine: 7 Tote bei russischen Angriffen
Bei russischen Angriffen sind nach Behördenangaben mindestens sieben Menschen in der Ukraine getötet worden. In der Ostukraine seien drei Brüder beim Beschuss von Kramatorsk am Donnerstagabend ums Leben gekommen, teilte die Staatsanwaltschaft des Gebiets Donezk mit. Die älteren seien 19 Jahre und der jüngste acht Jahre alt gewesen. Ihre Mutter und ihre Großmutter wurden demnach bei dem direkten Einschlag in ein Wohnhaus verletzt. Ein weiterer Mann starb bei dem Angriff.
Die Region Odessa am Schwarzen Meer war ebenso einmal mehr im Visier russischer Angriffe. Gouverneur Oleh Kiper zufolge wurde auch dort ein Mensch getötet, sechs weitere seien verletzt worden. Ziel der Attacken waren den Angaben nach Objekte der Hafen-, Wohn-, Industrie- und Energieinfrastruktur. Im Hafen seien Lagerhäuser mit Düngemittel beschädigt worden, es sei zu Bränden unter anderem von vier Autos gekommen. Der ukrainische Zivilschutz sprach von einem massiven Angriff mit Drohnen. In der Nacht berichtete er zudem von erheblichen Aussetzern bei der Versorgung mit Strom, Wärme und Wasser.
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Lettlands Verteidigungsminister sieht keinen raschen Frieden
Lettlands Verteidigungsminister Andris Sprūds hält einen Frieden in der Ukraine bis Juni, wie von US-Präsident Donald Trump geplant, laut einem Medienbericht für unrealistisch. "Putins imperiale Ambitionen sind ungebrochen. Der Drang in Moskau, fremde Länder anzugreifen und zu besetzen, besteht unvermindert fort", sagte Sprūds dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) laut Vorabbericht. "Es ist also ziemlich unrealistisch, dass bis Juni Frieden in der Ukraine einkehrt."
Zu den wahren Ursachen dieses Krieges gehöre auch Putins autoritäres Regime, das um jeden Preis überleben wolle und deshalb auf seinen Maximalzielen im Krieg beharre. Daran habe sich nichts geändert.
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Selenskij zu EU-Beitritt: "Will ein genaues Datum"
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert, dass ein mögliches Abkommen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs ein konkretes Datum für einen EU-Beitritt seines Landes enthalten soll. Für die Ukraine sei es wichtig, alles dafür zu tun, bis 2027 für einen EU-Beitritt bereit zu sein, schrieb Selenskyj in sozialen Medien. Zumindest die wichtigsten Schritte werde sie erreichen.
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Russland überzieht Ukraine mit neuen schweren Angriffen
Russland hat die benachbarte Ukraine in der Nacht auf Donnerstag erneut mit Drohnen und ballistischen Raketen angegriffen. Schwere Schäden und Verletzte gab es Behördenangaben nach in Kiew und im Schwarzmeerhafen Odessa. Zwei Menschen seien bei dem Raketenangriff auf Kiew verletzt worden, einer davon schwer, teilte Hauptstadt-Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram mit. Einen Verletzten gab es auch in Odessa nach einem massiven russischen Drohnenangriff.
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Selenskij fordert konkretes Datum für EU-Beitritt der Ukraine
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij fordert, dass ein mögliches Abkommen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs ein konkretes Datum für einen EU-Beitritt seines Landes enthalten soll. Für die Ukraine sei es wichtig, alles dafür zu tun, bis 2027 für einen EU-Beitritt bereit zu sein, schrieb Selenskij in sozialen Medien. Zumindest die wichtigsten Schritte werde sie erreichen.
"Ich will ein genaues Datum", führte er aus. Wenn in dem Abkommen, das die USA, Russland, die Ukraine und Europa unterzeichnen sollen, kein genaues Datum stehe, werde Russland alles dafür tun, um den Beitrittsprozess zu blockieren. Russland werde das nicht selbst, sondern über bestimmte europäische Vertreter tun, schrieb Selenskij. Die EU sei für sein Land eine Sicherheitsgarantie. "Das sind konkrete Details mit einem konkreten Datum."
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Bericht: Selenskij will Plan für Wahl und Referendum vorlegen
Die Ukraine hat einem Medienbericht zufolge mit den Planungen für eine Präsidentschaftswahl und ein Referendum über ein mögliches Friedensabkommen mit Russland begonnen. Präsident Wolodymyr Selenskij werde das Vorhaben am 24. Februar vorstellen, meldete die Financial Times am Mittwoch unter Berufung auf offizielle Vertreter aus der Ukraine und Europa, die in die Planungen eingeweiht sind. Als Termin ist früheren Medienberichten zufolge der Mai im Gespräch.
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Vier Tote bei russischem Angriff nahe Charkiw
Im ukrainischen Gebiet Charkiw sind nach Behördenangaben bei einem russischen Drohneneinschlag vier Menschen getötet worden. Drei Kleinkinder und ein 34-jähriger Mann seien tot aus den Trümmern eines Hauses geborgen worden, teilte Gebietsgouverneur Oleh Synjehubow auf Telegram am Mittwoch mit. Außerdem seien eine schwangere Frau (35) und eine 73-Jährige verletzt worden. Angegriffen wurde die Kleinstadt Bohoduchiw nordwestlich von Charkiw.
In der Großstadt Saporischschja trafen russische Drohnen nach Angaben der Regionalverwaltung Teile des Stromnetzes. Für 11.000 Haushalte sei der Strom ausgefallen. Die ukrainische Luftwaffe ortete nach eigenen Angaben in der Nacht 120 russische Drohnen, von denen 112 ausgeschaltet worden seien.
Russland überzieht das Nachbarland Ukraine seit fast vier Jahren mit einem verheerenden Krieg. Ukrainische Gegenangriffe mit Langstreckendrohnen trafen in der Nacht die Raffinerie der Stadt Wolgograd und lösten dort einen Brand aus. Der Gouverneur der russischen Region, Andrej Botscharow, bestätigte Angriffe "auf die Energie- und Zivilinfrastruktur".
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Energie-Anlage in Odessa bei Angriff schwer beschädigt
Eine Energieanlage in der südukrainischen Schwarzmeerregion Odessa ist dem Betreiber zufolge durch einen russischen Angriff schwer beschädigt worden. Die Reparaturarbeiten würden entsprechend lange dauern, teilte der Energieversorger DTEK mit. Regionalgouverneur Oleh Kiper zufolge sind einige Ortschaften teilweise ohne Strom.
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Tote bei russischen Angriffen auf Odessa und Charkiw
Bei Drohnen- und Raketenangriffen auf die Ukraine sind in der Nacht auf Montag mindestens vier Menschen getötet worden. In der Stadt Bohoduchiw in der östlichen Region Charkiw starben eine Mutter und ihr zehnjähriger Sohn, wie die örtliche Staatsanwaltschaft mitteilte. In der Hafenstadt Odessa im Süden kam ein Mensch ums Leben, in der nördlichen Region Tschernihiw wurde ein 71-jähriger Mann getötet.
Dutzende weitere Menschen wurden verletzt, darunter ein 13-jähriges Mädchen in der Region Dnipropetrowsk. Zudem fiel bei Zehntausenden Einwohnern der Strom aus.
Die ukrainische Luftwaffe meldete russische Angriffe mit elf ballistischen Raketen und 149 Drohnen. Davon seien 116 Drohnen abgeschossen oder neutralisiert worden. Die Angriffe richteten sich erneut gezielt gegen die Infrastruktur. In der westlichen Region Wolhynien an der Grenze zum NATO-Mitglied Polen wurde ein Umspannwerk beschädigt, was in der Stadt Nowowolynsk zu einem Stromausfall bei mehr als 80.000 Haushalten führte. Auch Bahnanlagen in den Regionen Sumy und Tschernihiw wurden getroffen.
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Frau stirbt bei russischem Angriff
Bei russischen Angriffen hat es nach Behördenangaben eine Tote und mehrere Verletzte in der Ukraine gegeben. In Kramatorsk wurde der regionalen Staatsanwaltschaft zufolge eine 77-jährige Rentnerin getötet. Drei Männer zwischen 40 und 48 Jahren seien bei der Attacke im ostukrainischen Gebiet Donezk verletzt worden, so die Behörden. Eine Fliegerbombe schlug in der Nähe eines mehrstöckigen Wohnhauses ein. In Cherson im Südosten wurden acht Menschen durch Beschuss verletzt.
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Russland meldet Gebietsgewinne
Das Verteidigungsministerium in Moskau gab neue Geländegewinne bekannt. Russische Streitkräfte hätten die Ortschaften Hluschiwka in der Region Charkiw und Sydoriwka in der Region Sumy eingenommen, meldeten russische Agenturen unter Berufung auf das Ministerium. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
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Russland greift erneut Ölanlagen an
Russland hat nach Angaben des ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz dessen Anlagen in der östlichen Region Poltawa angegriffen. Dabei seien Schäden entstanden, teilte das Unternehmen am Sonntag mit. "Dies ist der 19. gezielte Angriff auf Einrichtungen der Gruppe seit Jahresbeginn", hieß es. Von russischer Seite lag zunächst keine Stellungnahme vor.
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Ukrainische Raketenangriffe auf russische Grenzregion
Im russischen Grenzgebiet Brjansk hat die ukrainische Armee mit nach russischen Angaben weitreichenden Raketen des Typs "Neptun" und US-amerikanischen Himars Ziele angegriffen. In sieben Gemeinden seien Schäden an der Fernwärme- und Energieversorgung verursacht worden, teilte Gouverneuer Alexander Bogomas bei Telegram mit. Zudem seien zwei Menschen verletzt worden. Auch im benachbarten Gebiet Belgorod gibt es nach Behördenangaben weiter Probleme bei der Stromversorgung nach ukrainischem Beschuss.
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Ukrainische AKW produzieren weniger Strom
Infolge heftiger russischer Raketenangriffe auf wichtige Umspannwerke und Hochspannungsleitungen produzieren ukrainische Atomkraftwerke weniger Strom. "Ein Reaktor schaltete sich automatisch ab. Das ist ein Niveau von Angriffen, das sich kein Terrorist der Welt erlaubt", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij in seiner abendlichen Videobotschaft.
Im Interesse der Sicherheit der Region müsse Russland die Reaktion der "ganzen Welt" darauf spüren, verlangte Selenskij.
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Russischer Außenminister will bei der OSZE "aufräumen"
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat am Freitag nach einem Treffen mit seinem Schweizer Kollegen Ignazio Cassis den Zustand der in Wien ansässigen Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit, an dem Moskau selbst gewichtigen Anteil hat, kritisiert und Reformen gefordert: Man müsse in der OSZE "Ordnung schaffen". Cassis war als amtierender OSZE-Vorsitzender nach Moskau gereist, um über Wege zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zu sprechen.
Lawrow sieht vor allem bei der Wahlbeobachtung durch die OSZE eine Baustelle. Moskau beabsichtige, entsprechende Reforminitiativen zu starten, ließ er auf einer Pressekonferenz wissen. Es war der erste Besuch von OSZE-Vertretern in Moskau seit Jahren.
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Nächste Woche weitere Friedensgespräche
Nach Abschluss der Ukraine-Verhandlungen in Abu Dhabi haben die USA nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskij zu einer neuen Gesprächsrunde in die USA eingeladen. Washington hätte "erstmals vorgeschlagen", dass sich sowohl die ukrainische als auch die russische Delegation in den Vereinigten Staaten treffen, teilte Selenskij am Samstag in eine Erklärung mit. Das Treffen solle voraussichtlich in der kommenden Woche in Miami abgehalten werden.
Die USA dringen Selenskij zufolge auf eine Lösung zur Beendigung des Krieges noch vor dem Sommer. Der ukrainische Präsident betonte erneut, dass Kiew keine ausschließlich zwischen Moskau und Washington ausgehandelte Vereinbarungen akzeptieren werde, die sein Land beträfen. Eine Vereinbarung, die "über uns, ohne uns" getroffen worden sei, sei für die Ukraine nicht annehmbar, erklärte er.
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Luftraum über Südostpolen war vorübergehend gesperrt
Der Luftraum im Südosten Polens war nach einem Militäreinsatz gesperrt ist inzwischen aber wieder geöffnet. Die Flughäfen Rzeszow und Lublin hätten den Flugbetrieb wieder aufgenommen, teilte die polnische Flugsicherungsbehörde am Samstag auf der Plattform X mit. Zuvor war der Betrieb aus Sicherheitsgründen vorübergehend eingestellt worden. Hintergrund seien russische Angriffe auf die benachbarte Ukraine gewesen.
Um der militärischen Luftfahrt freie Bahn zu verschaffen, sei der zivile Verkehr ausgesetzt worden, hieß es weiter. "Diese Maßnahmen sind präventiver Natur und dienen der Sicherung und dem Schutz des Luftraums, insbesondere in Gebieten, die an die bedrohten Regionen angrenzen", erklärte das operative Kommando der polnischen Streitkräfte auf X.
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Tote in Ukraine nach russischen Angriffen
Trotz zweitägiger Gespräche über eine mögliche Beendigung des Ukraine-Kriegs sind bei russischen Angriffen mehrere Menschen in der Ukraine getötet worden. In der Region Saporischschja kam Gouverneur Iwan Fedorow zufolge ein Ehepaar bei einer russischen Drohnenattacke auf die Stadt Wilnjansk ums Leben. Bei einem anderen Angriff sei ein 14-Jähriger in Saporischschja verletzt worden. Außerdem seien 12.000 Abnehmer in dem Gebiet ohne Strom.
Ein Mann wurde nach Angaben des ukrainischen Zivilschutzes bei russischem Beschuss im Gebiet Dnipropetrowsk getötet. Vier weitere seien verletzt worden. Russland griff Militärgouverneur Olexandr Hanscha mit Drohnen und Gleitbomben an.
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Moskau: Hochrangiger russischer Militär in Wohnhaus angeschossen
Ein russischer General ist nach Angaben der russischen Behörden in einem Wohnhaus in Moskau angeschossen worden. Mehr Details im Artikel.
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Schwere Schäden im russischen Belgorod
Die Ukraine hat russischen Angaben zufolge in der Nacht die Grenzstadt Belgorod angegriffen. Dabei seien schwerwiegende Schäden entstanden, teilte der Gouverneur der Oblast, Wjatscheslaw Gladkow, mit. In Belgorod gebe es keine militärischen Ziele. Die Stromversorgung sei noch nicht vollständig wiederhergestellt, erklärte er Freitagfrüh.
Auch in der benachbarten Oblast Brjansk wurden dem dortigen Gouverneur zufolge Energieanlagen getroffen. Eine ukrainische Stellungnahme lag zunächst nicht vor.
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Gefangenenaustausch vereinbart
Die Delegationen der USA, der Ukraine und Russlands haben sich bei den Gesprächen in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf einen Gefangenenaustausch geeinigt. Es gehe um insgesamt 314 Personen, sagte der US-Sondergesandte Steven Witkoff. Die Friedensgespräche seien detailliert und produktiv gewesen, es bleibe jedoch noch einiges zu klären, fügte er hinzu. Die Diskussionen würden fortgesetzt, in den kommenden Wochen werde mit weiteren Fortschritten gerechnet.
Der Sondergesandte von Kremlchef Wladimir Putin, Kirill Dmitrijew, erklärte zuvor im Staatsfernsehen, dass Fortschritte zu verzeichnen seien. "Es gibt eine gute, positive Bewegung nach vorn", sagte er.
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Selenskij: 55.000 tote Soldaten
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij hat die offiziellen Verluste eigener Truppen seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor knapp vier Jahren auf 55.000 getötete Soldaten beziffert. Darunter fielen auch Berufssoldaten und Mobilisierte, sagte er dem französischen Sender France2 in einem Interview. Hinzu komme eine große Zahl von Menschen, die vermisst würden, sagte der mit den Tränen kämpfende Staatschef.
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Kiew nennt Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi "produktiv"
Unterhändler Russlands und der Ukraine haben ukrainischen Berichten zufolge ihre Verhandlungen unter US-Vermittlung in Abu Dhabi am Mittwochabend beendet. Die Gespräche im Ringen um ein Ende des Ukraine-Kriegs sollen am Donnerstag fortgesetzt werden, meldeten Medien unter Berufung auf den Nationalen Sicherheitsrat der Ukraine. Inhaltliches wurde zunächst nicht bekannt. Der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umjerow bezeichnete die Gespräche als produktiv.
"Die Arbeit war inhaltsreich und produktiv mit einer Orientierung auf konkrete Schritte und praktische Lösungen", schrieb er nach der Verhandlungsrunde mit US-Vertretern sowie Moskauer und Kiewer Teams in sozialen Medien. Nach dem Dreiertreffen seien die Verhandlungen in Arbeitsgruppen fortgesetzt worden.
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NATO-Generalsekretär Rutte zu Besuch in Kiew
NATO-Generalsekretär Mark Rutte ist nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskij zu einem Überraschungsbesuch in Kiew eingetroffen. Wie ein am Dienstag von Selenskij veröffentlichtes Video zeigte, legten Rutte und Selenskyij Blumen an einem Mahnmal in Kiew nieder, das an die während des russischen Angriffskrieges getöteten ukrainischen Soldaten erinnert.
Ein Friedensabkommen zur Beendigung des Krieges wird Rutte zufolge harte Entscheidungen erfordern. Dies sagte Rutte bei seinem Besuch in Kiew vor dem ukrainischen Parlament.
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Kiew und Charkiw erneut von Raketen getroffen
Trotz der für die Wochenmitte angekündigten Verhandlungen über ein Kriegsende sind die ukrainische Hauptstadt Kiew und die zweitgrößte Stadt Charkiw in der Nacht erneut zum Ziel russischer Raketen und Drohnen geworden. Kiews Militärverwalter Tymur Tkatschenko warnte auf Telegram vor Attacken mit ballistischen Raketen. Die Agentur Ukrinform berichtete von mehreren Explosionen in der Metropole. Nach unbestätigten Medienberichten wurden zwei Wärmekraftwerke angegriffen.
Die Großstadt Charkiw im Osten des Landes wurde in der Nacht nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow von mindestens zwei Raketen getroffen. Zudem habe es einen "Massenangriff" mit Kampfdrohnen gegeben. Auch Gouverneur Oleh Synjehubow berichtete von russischen Angriffen. "Erneute feindliche Angriffe auf Charkiw und die Vororte. Es sind Explosionen zu hören", schrieb er auf Telegram. Auch aus Saporischschja und Dnipro wurden russische Drohnenangriffe gemeldet.
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Selenskij: Keine russischen Angriffe auf Energieinfrastruktur
Russland hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskij keine neuen gezielten Raketen- oder Drohnenangriffe auf die landesweite Energieinfrastruktur verübt. Es habe jedoch Attacken auf Energieanlagen in den Frontregionen gegeben, teilt Selenskyj auf Telegram mit. Der Schwerpunkt der russischen Angriffe liege wie in den vergangenen Tagen auf der Transportlogistik.
Beide Länder hatten am Freitag erklärt, die Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Gegenseite gestoppt zu haben. Der Kreml erklärte dazu am Montag lediglich, er habe früheren Äußerungen nichts hinzuzufügen.
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Mindestens 15 Tote bei russischem Angriff auf Pawlohrad
Bei einem russischen Drohnenangriff auf die zentralukrainische Stadt Pawlohrad sind nach offiziellen Angaben mindestens 15 Menschen getötet worden. Weitere sieben Personen seien verletzt worden, teilte die Minenleitung DTEK auf Telegram mit. Nach ersten Berichten ukrainischer Medien traf eine russische Kampfdrohne einen mit Grubenarbeitern besetzten Bus. Die Kumpel waren nach Angaben von DTEK nach dem Schichtwechsel auf dem Heimweg.
Weitere Drohnen schlugen auf dem Gelände des Kohle-Bergbaus ein. Der regionale Militärverwalter Olexander Hanscha sprach auf Telegram von mindestens zwölf Toten bei dem Vorfall.
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Tote bei russischen Drohnenagriffen
Bei einem russischen Drohnenangriff in der Stadt Dnipro sind nach Behördenangaben in der Nacht auf Sonntag zwei Menschen getötet worden. Ein Mann und eine Frau starben, wie Militärgouverneur Olexander Hanscha mitteilte. Es sei ein Feuer ausgebrochen. Ein Haus sei zerstört, zwei weitere Gebäude seien beschädigt worden. Mehr dazu im Artikel.
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Friedensgespräche in Abu Dhabi auf Mittwoch verschoben
Die nächste Gesprächsrunde zwischen Kiew, Moskau und Washington über ein Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine ist nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf Mittwoch und Donnerstag verschoben worden. "Die Termine für die nächsten trilateralen Treffen stehen fest: 4. und 5. Februar in Abu Dhabi", erklärte Selenskyj am Sonntag im Onlinedienst X.
Die direkten Verhandlungen zwischen Vertretern der USA, Russlands und der Ukraine in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate waren ursprünglich für diesen Sonntag geplant gewesen.
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Ukraine und Russland setzen Gespräche in Abu Dhabi fort
Ukrainer und Russen wollen an diesem Sonntag in Abu Dhabi ihre vor einer Woche nach langer Zeit begonnenen direkten Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges wieder aufnehmen. Der Kreml in Moskau und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij bestätigten den Termin zwar, nannten aber weder - wie vorige Woche - einen genauen Ort noch einen Zeitpunkt.
Mehr Details im Artikel.
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Erneut russische Angriffe vor neuen Verhandlungen
Russland hat nach einem erklärten vorübergehenden Verzicht auf den Beschuss von Energieanlagen dem Verteidigungsministerium zufolge seine Angriffe auf andere Ziele fortgesetzt. Es seien von den ukrainischen Streitkräften genutzte Objekte der Verkehrsinfrastruktur und Munitionsdepots beschossen worden, teilte das russische Ministerium am Samstag mit.
Die ukrainischen Luftstreitkräfte meldeten, dass Russland in der Nacht auf Samstag 85 Drohnen eingesetzt habe. Über Einschläge in Energieanlagen war demnach zunächst nichts bekannt. Auch Russland berichtete von abgewehrten ukrainischen Angriffen. Es seien unter anderem 47 Drohnen und vier Gleitbomben abgeschossen worden. Zu Schäden machte das Ministerium wie immer keine Angaben.
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Drei Tote bei russischem Angriff in Saporischschja
Im Südosten der Ukraine sind bei einem russischen Drohnenangriff drei Menschen ums Leben gekommen, wie die Behörden und Rettungskräfte in der Region Saporischschja am Donnerstag mitteilen. Ein Privatwohnhaus sei zerstört worden, mehrere Gebäude beschädigt. Insgesamt habe Russland in den vergangenen 24 Stunden 841 Angriffe gestartet auf 34 Ortschaften in der Region, teilte Gouverneur Iwan Fedorow mit.
Der ukrainischen Luftwaffe zufolge setzte Russland in der Nacht 105 Drohnen ein, davon seien 84 zerstört worden.
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Selenskyj kritisiert nach Blackout Kiews Stadtverwaltung
Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die schwere Lage in Kiew mit der Wärme- und Stromversorgung nach russischen Luftangriffen auch der Stadtverwaltung angelastet. "Die Ausrüstung hätte schon vor dem Winter besorgt und gekauft werden müssen, und die Stadt Kiew sollte jetzt um ein Vielfaches schneller agieren, um den Menschen wenigstens im Februar das Leben zu erleichtern", so Selenskyj am Mittwoch. Kiews Bürgermeister, Vitali Klitschko, gilt als politischer Konkurrent.
Russische Angriffe mit Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern zu Jahresbeginn haben die Energieversorgung Kiews hart getroffen. Die Heizung ist bei starken Frosttemperaturen in tausenden Wohnblocks ausgefallen, auch Strom gibt es nur stundenweise. Zeitweise fehlt in einigen Haushalten sogar fließendes Wasser. Nach Angaben Selenskyjs gibt es Hinweise darauf, dass Moskau eine neue schwere Angriffswelle plant.
Der Staatschef dankte in seiner abendlichen Videoansprache für die Hilfe, die aus dem ganzen Land in die Hauptstadt ging, sei es mit Brigaden von Elektrikern oder der Lieferung warmer Mahlzeiten an Bedürftige. Der ukrainische Staatschef versprach die Hilfe auszubauen, wenn nötig, erinnerte zugleich aber daran, dass auch in anderen Regionen die Lage schwierig sei.
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Italien schickt Hilfe zur Bewältigung der Energiekrise
Italien hat eine erste Lieferung von Hilfsgütern in die Ukraine entsandt, um Kiew bei der Bewältigung der durch russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur verursachten Energiekrise zu unterstützen, die in mehreren Großstädten eine humanitäre Krise ausgelöst hat. Dies teilte das Büro von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am Mittwoch in einer Erklärung mit. Die Lieferung umfasst Heizungskessel und Generatoren.
"Die erste Lieferung von 78 Industriekesseln wurde heute ausgeliefert, weitere 300 sollen in den kommenden Wochen folgen, was einer gesamten Wärmeleistung von etwa 900 MW entspricht", heißt es in der Erklärung. Die großen Heizungskessel sind für beschädigte städtische Netze, Krankenhäuser und grundlegende Dienste bestimmt.
"Diese Initiative der italienischen Regierung wird ausreichend Wärme für etwa 90.000 Haushalte oder eine Stadt mit rund 250.000 Einwohnern bereitstellen", hieß es weiter. Gleichzeitig hat Italien ein Programm zur Entsendung von Generatoren mittlerer und großer Leistung gestartet. Diese sollen Krankenhäuser, Wasserversorgungssysteme und kritische Infrastrukturen im Falle von Stromausfällen unterstützen.
Die Entsendung der Hilfen folgt einem Versprechen, das Meloni dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei einem Treffen am Rande des Europäischen Rates im Oktober gegeben hatte. Die Beziehungen zwischen den beiden Politikern sind sehr freundschaftlich.
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Zwei Tote bei russischem Angriff in Region Kiew
Bei landesweiten russischen Angriffen auf die Ukraine sind in der Nacht auf Mittwoch nach Behördenangaben zwei Menschen in der Region Kiew getötet worden. Ein Mann und eine Frau seien ums Leben gekommen, teilte der örtliche Gouverneur, Mykola Kalaschnyk, mit. Vier weitere Menschen, darunter zwei Kinder, hätten medizinische Hilfe in Anspruch genommen. Auch die südliche Hafenstadt Odessa wurde die zweite Nacht in Folge angegriffen.
Die ukrainische Luftwaffe erklärte, Russland habe eine ballistische Rakete vom Typ Iskander-M und 146 Drohnen eingesetzt. Davon seien 103 Drohnen von der Luftabwehr abgefangen worden. In der Hauptstadt Kiew selbst wurde ein 17-stöckiges Wohnhaus getroffen, wobei es zu leichten Schäden am Dach und an Fenstern kam. Dem Militärchef von Odessa, Serhij Lysak, zufolge wurden bei den Angriffen auf die Stadt drei Menschen verletzt.
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Ukrainischer Außenminister: Selenskij ist zu Treffen mit Putin bereit
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij ist laut seinem Außenminister bereit, mit Blick auf ein Ende des russischen Angriffskriegs direkt mit Kremlchef Wladimir Putin über heikle Fragen zu verhandeln. Im Ringen um eine Friedenslösung seien die sensibelsten Fragen noch nicht geklärt, sagte Chefdiplomat Andrij Sybiha im Interview mit dem ukrainischen Portal Jewropejska Prawda. Dabei gehe es um Gebietsfragen und das von Russen besetzte Atomkraftwerk in Saporischschja.
Um diese Fragen zu klären, sei Selenskij bereit, sich mit Putin zu treffen, sagte Sybiha. Russland verlangt für einen Waffenstillstand territoriale Zugeständnisse der Ukraine, insbesondere einen Abzug der ukrainischen Truppen aus den Gebieten Donezk und Luhansk. Das Atomkraftwerk Saporischschja ist das größte in Europa und seit März 2022 - also kurz nach Kriegsbeginn - von russischen Truppen besetzt.
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US-Denkfabrik: Mindestens 400.000 getöteten Soldaten im Ukraine-Krieg
US-Verteidigungsexperten gehen von mindestens 400.000 getöteten Soldaten im Ukraine-Krieg aus. Mit mindestens 325.000 toten Soldaten habe die russische Seite die deutlich höheren Verluste, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der US-Denkfabrik Center for Strategic and International Studies (CSIS). Auf ukrainischer Seite wurden demnach bis zum Ende des vergangenen Jahres mindestens 100.000 Soldaten getötet.
Hinzu kämen Hunderttausende Verletzte und Vermisste: Auf russischer Seite sind es den CSIS-Schätzungen zufolge mindestens 900.000 Menschen. Mindestens 400.000 Menschen wurden demnach auf ukrainischer Seite verletzt oder werden vermisst. Bis zum Frühling würden vermutlich Zehntausende weitere Soldaten auf beiden Seiten getötet und verletzt.
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Drohnenangriff auf einen Passagierzug in Charkiw
Bei einem Drohnenangriff auf einen Passagierzug im Gebiet Charkiw im Osten der Ukraine sind laut Präsident Wolodymyr Selenskij mindestens vier Menschen getötet worden. Nach vier weiteren werde noch gesucht, zwei seien verletzt worden, schrieb Selenskij in sozialen Medien. "Es gibt und es kann keine militärische Rechtfertigung geben, um Zivilisten in einem Zugwaggon zu töten", sagte er.
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