Ukraine hat weitere Siedlungen im Süden zurückerobert

Erstmals seit dem Sommer 2024 haben ukrainische Truppen in einem Monat mehr Gebiete befreit als die russischen Angreifer einnehmen konnten.
UKRAINE-RUSSIA-CONFLICT-WAR

Zusammenfassung

  • Ukrainische Truppen melden Geländegewinne im Süden und Rückeroberung von neun Siedlungen bei Saporischschja seit Ende Januar.
  • Massive Ausfälle russischer Starlink-Terminals, verursacht durch eine Blockade auf Bitten Kiews, erschweren russische Kommunikation und Lagebeurteilung.
  • Präsident Selenskyj bezweifelt die Stärke einer russischen Frühjahrsoffensive und verweist auf unzureichende russische Kräfte im Süden und Osten.

Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben im Gebiet Saporischschja seit Ende Jänner neun Siedlungen zurückerobert und setzen ihren Gegenangriff an der südöstlichen Front fort. Erstmals seit dem Sommer 2024 hätten die eigenen Truppen in einem Monat mehr Gebiete befreit als die russischen Angreifer eingenommen hätten, sagte Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj am Montag.

Berichten zufolge profitierten die Ukrainer dabei von massiven Ausfällen der Starlink-Terminals auf russischer Seite. Der Gründer der Satellitenfirma SpaceX, Elon Musk, hatte den Zugang für russische Truppen Ende Jänner auf Bitten der Regierung in Kiew blockiert, was die Kommunikation und Lagebeurteilung der Angreifer erheblich beeinträchtigte.

"Schwere Schlacht um den Winter überstanden"

Dem ukrainischen Kartenprojekt DeepState zufolge eroberten russische Truppen im Februar 126 Quadratkilometer. Dies entspricht dem geringsten Geländegewinn seit 20 Monaten. "Wir haben diese schwere Schlacht um den Winter überstanden", schrieb Syrskyj auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Russland hatte in den vergangenen Monaten seine Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur verstärkt. Parallel zu den Kämpfen laufen diplomatische Bemühungen weiter, den nunmehr im fünften Jahr andauernden Krieg zu beenden. 

Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Montag, er erwarte in dieser Woche eine neue Runde von Washington vermittelter Friedensgespräche, ungeachtet der jüngsten Angriffe der USA und Israels auf den Iran.

Selenskij bezweifelt starke russische Frühjahrsoffensive

Der ukrainische Präsident zweifelt an der Stoßkraft der zu erwartenden Frühjahrsoffensive der russischen Armee. Klar sei, dass Russland weiterhin den Osten der Ukraine sowie im Süden die Städte Saporischschja und Dnipro besetzen wolle, sagte Selenskij in Kiew. "Es ist schwierig für sie, aber sie haben die Region Odessa im Blick." Doch nach ukrainischer Einschätzung reichten die russischen Kräfte nicht aus.

"Ihre Karten stimmen nicht mit der Realität überein – wo sich unsere Streitkräfte befinden und wo ihre Streitkräfte", sagte Selenskij, wie die staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform meldete. "Sie können den März-Angriff nicht so beginnen, wie sie es wollten."

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