© Kurier/gruber franz

Leben
06/15/2019

Sieben Jahre Muskelkater

Bevor ich mich in den Mutterschutz verabschiede: die Highlights aus sieben Jahren Bodyblog.

„Da gibt’s doch gar nicht so viel zu probieren– nach 20 Artikeln gehen dir sicher die Ideen aus“, waren anno 2012 die ersten Reaktionen auf meine Selbsterfahrungskolumne mit Fitness-Schwerpunkt. Da kannte kaum jemand Stand-up-Paddling, Pole Dance galt als Räkeln in verruchten Bars und von Crossfit hatte hierzulande noch so gut wie niemand gehört. Sowohl Yoga als auch Innovationen wie Fitness-Armbänder waren erst in den Anfängen der globalen Lifestyle-Bewegungen, die sie in den folgenden Jahren geprägt haben.

Eine bewegte Zeit also, in der ich die neuesten Workouts nicht nur Woche für Woche für meine Berichte am eigenen Leib probiert habe, sondern den Kollegen mit ständigem Muskelkater-Gejammere auf die Nerven gegangen bin.

Die Antwort auf die häufigste Frage, die mir als hart erschwitzte Fitness-Kennerin gestellt wurde, hat sich nie geändert: Das beste Training ist jenes, das ein Feuer in einem entfacht – zu dem man sich nicht zwingen muss und das sich so in den Alltag integrieren lässt, dass man auch wirklich dranbleibt. Das kann für den einen heißen, morgens alleine daheim mit einer Fitness-App zu sporteln. Der andere powert sich lieber mit innovativen Sportgeräten aus, wie mit TRX, dem Training der Navy-Seals.

Und manche brauchen einfach das Gruppengefühl – sei es bei härteren Sportarten wie Rollerderby, bei verspielten wie dem von Harry Potter inspirierten Quidditch (sogar mit internationalen Bewerben!) oder bei scheinbar banalen wie Ultimate Frisbee (selten so viel Kondition gebraucht und so viel Gemeinschaftsgefühl erlebt).

Grobe Verletzungen gab es dabei zum Glück nie – meinen Beinbruch habe ich mir durch exzessives Laufen selbst eingebrockt und die Zeit gleich dafür genutzt, in Trainings für Rollstuhlfahrer hineinzuschnuppern. Am schmerzhaftesten waren die Stürze beim Wakeboarding (Wasser kann so hart sein), die meisten blauen Flecken habe ich mir beim American Football geholt (das Frauenteam war absolut schonungslos).

Das größte Kompliment in all den Jahren Bodyblog: „Da lese ich Woche für Woche mit, lass mich inspirieren und bei diesem Training habe ich mir gedacht, das probiere ich jetzt auch einmal aus.“ Danke!

laila.daneshmandi@kurier.at