© KURIER

Chronik Österreich
02/27/2021

Zahlen weiter hoch: 2.457 Corona-Neuinfektionen in Österreich

Von Freitag auf Samstag Rekordwert bei Neuinfektionen im Februar erreicht - Lage in den Spitälern stabil.

Eine besorgniserregende Entwicklung nehmen in Österreich die Corona-Zahlen: 2.457 Neuinfektionen binnen 24 Stunden waren am Samstag laut Innen- und Gesundheitsministerium zu verzeichnen. Ob damit die von vielen ersehnten sachten Öffnungsschritte im Gastro- und Tourismusbereich, im Sport und in der Kultur kommen werden, über die am Montag die Bundesregierung beraten wird, scheint fraglich.

Wie sehr die Infektionszahlen wieder nach oben galoppieren, veranschaulichen die Vergleichswerte an den vergangenen Samstagen. Am 6. Februar hielt man bei 1.333 Neuinfektionen, am 13. Februar bei 1.433 und am vergangenen Samstag bei 1.877. Mittlerweile liegt der durchschnittliche tägliche Anstieg bei den Neuinfizierten - bezogen auf die vergangenen sieben Tage - bei 1.969. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Österreich - die Anzahl der Neuinfizierten je 100.000 Einwohner in den abgelaufenen sieben Tagen - ist von 148,3 am Freitag auf nunmehr 154,8 geklettert. Dieser Wert ist mehr als das Dreifache dessen, was die Regierung nach dem Jahreswechsel als angestrebte Richtschnur für Lockerungen der Corona-Zange ausgegeben hatte.

Neuinfektionen nach Bundesländern

Wien: 769
Niederösterreich: 520
Steiermark: 294
Oberösterreich: 258
Salzburg: 185
Kärnten: 165
Tirol: 133
Burgenland: 93
Vorarlberg: 40

Stabile Situation in Spitälern

Weiterhin stabil war die Situation in den Spitälern, wo am Samstag 1.266 Patienten behandelt wurden, um 19 weniger als am Vortag. Intensivmedizinisch betreut wurden 264 Personen, um sechs mehr als am Freitag.

457.317 positive Testergebnisse auf SARS-CoV-2 sind seit Beginn der Pandemie eingemeldet worden, 8.538 Personen sind seither mit oder an den Folgen von Corona gestorben. Seit Freitag kamen 23 weitere Tote hinzu, innerhalb der vergangenen Woche wurden 170 Todesopfer gemeldet. Rund 14,75 Millionen Antigen- und PCR-Tests zwecks Nachweis des Coronavirus wurden bisher durchgeführt, davon allein knapp 319.000 in den vergangenen 24 Stunden.

Jeder vierte PCR-Test in Kärnten positiv

Was die aussagekräftigen PCR-Tests betrifft, gab es in den vergangenen 24 Stunden 39.691 Testungen. Davon erbrachten 6,2 Prozent ein positives Ergebnis. Auffallend: in Kärnten lieferte fast jeder vierte (23,2 Prozent) PCR-Test ein positives Ergebnis. Deutlich über dem Österreich-Schnitt lagen auch Salzburg (17,4 Prozent), Oberösterreich (16,8 Prozent) und das Burgenland (14,9 Prozent). Die geringste Positiv-Quote gab es in Tirol (3,2 Prozent) und Vorarlberg (3,3 Prozent). In der Bundeshauptstadt, wo binnen eines Tages 17.632 und damit im Bundesländer-Vergleich mit Abstand die meisten PCR-Tests ausgewertet wurden, zeigten 4,6 Prozent ein positives Ergebnis.

Regierung entscheidet am Montag über weiteres Vorgehen

Die Regierung wird am Montag mit Experten, Opposition und Landesvertretern die Lage evaluieren und dann über die weitere Vorgangsweise entscheiden. Wirtschaft, Sport und Kultur haben zuletzt massiv auf weitere Öffnungen ab Mitte März gedrängt - aber die Infektionszahlen sind nach den Lockerungen vor drei Wochen deutlich angestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohnern liegt schon wieder bei 150, die geschätzte effektive Reproduktionszahl mit 1,11 klar über dem kritischen Wert. Und mittlerweile hat sich die stark ansteckende N501Y-Mutation breitflächig ausgebreitet.

Die Epidemiologin Eva Schernhammer wird der Regierung am Montag empfehlen, vorerst keine Lockerung der Corona-Maßnahmen anzukündigen. Die Situation sei "sehr komplex", es sei nicht möglich, die weitere Entwicklung vorherzusagen. Weitere Öffnungen könnte man guten Gewissens nur bei stabilen Infektionszahlen und der Gewissheit ankündigen, "dass das auch so bleibt".

Mehr dazu hier:

Aktuelle Entwicklungen

  • Impfungen: Nur 22 Prozent gehen an Über-75-Jährige (mehr)
  • Impfstoffe: Kurz reist am 4. März nach Israel (mehr)
  • Epidemiologin: Regierung soll vorerst keine Lockerungen ankündigen (mehr)
  • Umfrage: Nur wenige glauben an normalen Sommer (mehr)
  • Drei-Stufen-Plan für Öffnung des Sports (mehr)
  • Infektionszahlen: Keine große Lockerung in Sicht (mehr)
  • Doskozils Plan B aus der Krise: Testen und forschen (mehr)
  • Dritte Dosis: Biontech/Pfizer startet Studie (mehr)
  • 60 Prozent aller Infektionen durch britische Virusvariante (mehr)
  • Zahlen weiter hoch: 2.093 Neuinfektionen in Österreich (mehr)
  • Kanzler Kurz sprach mit Putin über Sputnik V (mehr)
  • Wie lange Österreich noch impfen muss (mehr)
  • Wien startet Impfung von Lehrern und Kindergärtnern (mehr)

Derzeit befinden sich 1.266 Personen aufgrund des Virus in krankenhäuslicher Behandlung, davon werden 264 auf Intensivstationen betreut.

Impfstatus in Österreich und international

Seit 27. Dezember wird auch in Österreich geimpft. Der Impfstart gab vielen Menschen Hoffnung, bald wieder in ihr altes Leben zurückkehren zu können. Doch bis die Impfung auch eine kritische Masse erreicht, ist noch etwas Geduld gefragt. 

Das zeigen die täglich veröffentlichten Impfzahlen des Gesundheitsministeriums, die seit Mitte Jänner tagesaktuell veröffentlicht werden. Die derzeit kommunizierte Zahl zeigt jedoch nicht den präzisen Stand der aktuell geimpften Personen, sondern lediglich einen „Näherungswert“. 

Hospitalisierungen in Österreich

Maßgeblich für etwaige weitere Maßnahmen gelten vor allem die Spitalskapazitäten. Grob gesagt gilt hier die 100-10-1-Regel: Von 100 infizierten Menschen müssen rund 10 hospitalisiert werden, einer davon landet auf der Intensivstation - und das meist gleich für mindestens 10 Tage. 

Wie die Bettenkapazitäten in Spitälern in den einzelnen Bundesländern aussieht, das zeigt die folgende Grafik. 

    Die folgende Grafik zeigt die 7-Tages-Inzidenz für ganz Österreich, heruntergebrochen auf Bezirksebene.

    Die sogenannte Inzidenz gilt als wichtiger Richtwert in der Pandemiebekämpfung. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner an. Die 14-Tages-Inzidenz wird herangezogen, um langfristige Tendenzen besser darstellen zu können.

    In Deutschland etwa liegt die zulässige Obergrenze bisher bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. In Österreich ist eine solche Grenze nicht genau definiert. In der Corona-Ampel wird eine Region auf Rot gestellt, wenn es eien "hohe kumulative 7-Tages-Inzidenz relativ zur Bevölkerungsgröße" gibt. 

    Todesfälle in Österreich

    Corona-Hotspots in Österreich

    Folgende Grafik zeigt täglich die neuen Fälle gerechnet auf 100.000 Einwohner - gereiht nach Bezirk. 

    Anmerkung: Bei Bezirken unter 100.000 Einwohnern sind die Fälle statistisch hochgerechnet um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Die in dieser Kategorie angegebenen Neuinfektionen müssen also nicht den tatsächlichen Fällen entsprechen. 

    Testungen und Anteil positiver Tests

    Steigen die Zahlen nur, weil wir mehr testen? Diese Frage beschäftigte vor allem im Sommer die Corona-sensibilisierte Öffentlichkeit. Eine Antwort darauf kann die Positivrate bei den Testungen liegen. War diese im Sommer bei rund fünf Prozent, so landete sie im Herbst bei bis zu 25 Prozent. Wären steigende Neuinfektionszahlen nur auf vermehrte Tests zurückzuführen, dürfte sich der Anteil positiver Tests eigentlich nicht ändern. 

    Klicken Sie in die Kurve, um die genauen Anzahl der täglich neuen Testungen zu sehen. 

    Internationaler Vergleich

    Acht Monate nach Beginn der weltweiten Corona-Pandemie findet sich Österreich im weltweiten Spitzenfeld des Infektions-Geschehens wieder.

    eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

    Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

    Jederzeit und überall top-informiert

    Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.