© APA/EXPA/JOHANN GRODER

Chronik Österreich
09/11/2020

Mehrere gesteckt volle Bars: Party-Eklat in Sölden kein Einzelfall

Beim traditionellen "Sennelar" sollen die Corona-Beschränkungen für Veranstaltungen missachtet worden sein.

von Christian Willim

Am 15. August ist in einem Nachtlokal in Sölden eine Party aus dem Ruder gelaufen. Wie berichtet, zeigt ein Video, dass die Gäste bei dem Live-Auftritt einer Tiroler Schlagersängerin dicht an dicht feierten - keine Spur von Corona-Abstandsregeln. Die Staatsanwaltschaft hat die Polizei mit Ermittlungen beauftragt.

Die beschränken sich aber nicht nur auf diese eine Bar im Ort. Raimund Waldner, Bezirkshauptmann von Imst, bestätigt auf Anfrage, dass insgesamt bei drei Lokalen der Verdacht besteht, dass Sicherheitsbeschränkungen nicht eingehalten wurden.

Laut KURIER-Informationen sind das neben dem bereits durch das Party-Video bekannten Lokal zwei Almen auf dem Berg, die im Winter als Après-Ski-Lokale betrieben werden.

In beiden Almen gab es am 15. August, an dem in Sölden traditionell der sogenannte "Sennelar" - das Ende der Almsaison - gefeiert wird, Live-Auftritte von Volksmusikgruppen. Die Lokale sollen dabei gesteckt voll gewesen sein.

Da im ersten Fall die Polizei von der Staatsanwaltschaft mit Ermittlungen beauftragt wurde, wird laut Waldner auch zu den zwei weiteren Verdachtsfällen zunächst Bericht an die Anklagebehörde erstattet. Strafrechtlich relevant wäre eine mögliche Gefährdung durch eine ansteckende Krankheit.

BH erst nach Staatsanwaltschaft am Zug

"Diesen Verdacht gibt es aber nur dann, wenn eine infizierte Person bei der Veranstaltung war", erklärt Hansjörg Mayr, Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck. Erst wenn diese keine Veranlassung für die Einleitung eines Verfahrens sieht, ist die Bezirkshauptmannschaft am Zug.

Diese hätte dann laut Waldner zu prüfen, "ob alle Regeln eingehalten wurden" - also ob etwa die Abstandsregeln missachtet wurden und ob die zulässige Gästezahl bei einer Veranstaltung überschritten wurde. Das würde Verwaltungsstrafen nach sich ziehen.

Die Causa platzt mitten in eine Zeit, in der Touristiker auf klare Regeln für den Wintertourismus und das Après-Ski drängen und warten. Tiroler Branchenvertreter hatten vor zwei Wochen ausgerechnet mit Verweis auf den nahen Saisonstart in Sölden Mitte Oktober Druck gemacht.

Après-Ski ohne Anheizer

Sie plädierten für ein Après-Ski ohne Tanzflächen und mit zugewiesenen Sitzplätzen. Die "ganzen Anheizergeschichten" werde es nicht geben können. In Sölden haben offenbar drei Lokale, die im Winter auf Après-Ski getrimmt sind, die Zeichen der Zeit bereits im Sommer nicht erkannt.

Als Werbung in eigener Sache dürfte die Causa nicht geeignet sein. Sölden wurde im März kurz nach den Regionen Ischgl/Paznauntal und St. Anton am Arlberg unter Quarantäne gestellt, nachdem auch dort ausgehend vom Après-Ski das Coronavirus durch den Ort ging.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.