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Chronik Österreich
10/19/2020

Commerzialbank-Krimi: Dachdeckerei-Betrieb stellt Konkursantrag

Mittelfristig soll ein Sanierungsverfahren aufgesetzt werden, um den Betrieb zu retten und den Großteil der Mitarbeiter zu halten.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber, Thomas Orovits

„Wir sind ein burgenländisches Traditionsunternehmen mit über 160 Jahre Erfahrung auf dem Sektor Dach und Fassade.  Im Jahre 1851 wurde das Unternehmen von der Familie Zimmermann gegründet, und entwickelte sich zu einem der führendsten Fachbetriebe in Ostösterreich“, heißt es auf der Firmenhomepage. „Unsere heutige Stellung verdanken wir in erster Linie unseren treuen, langjährigen Kunden und Auftraggeber, aber auch unseren Mitarbeitern, die in allen Jahreszeiten, ob in heißen Sommermonaten oder in der kalten Winterzeit, hervorragende Handwerksarbeit leisten. Als familiär geführtes Unternehmen in der 6. Generation sind wir immer bemüht, durch ständige Schulungen der Mitarbeiter, unterstützt durch modernste Maschinen-, Anlagen- und Fuhrpark, eine auf höchsten technischen und bauphysikalischen Niveau stehende Leistungen zu erbringen.

Die Rede ist vom Dachdecker-Betrieb Zimmermann GmbH mit Sitz in Mattersburg. Das Unternehmen um den Commerzialbank-Aufsichtsrat Ernst Zimmermann hat einen Konkursantrag eingebracht. 98 Mitarbeiter sind laut AKV betroffen. Das Unternehmen und Ernst Zimmermann selbst werden im Ermittlungsverfahren rund um die Commerzialbank Mattersburg als Beschuldigte geführt.  Am 1. Oktober 2020 hat einen Hausdurchsuchung am Firmensitz stattgefunden. Es geht um den Verdacht der Geldwäsche und der Verdacht der Abgabenhinterziehung.  Auf Anordnung der WKStA hat eine Beschlagnahme eines Firmenkontos bei der Hypo Bank Burgenland statt gefunden. Die Vorwürfe werden aber bestritten.

Laut Creditreform und KSV1870 sind von diesem Verfahren rund 65 Gläubiger betroffen. Die Passiva betragen rund 812.000 Euro.

"Die Masseverwalter  der Commerzialbank, Kosch & Partner, haben mit Schreiben vom 13.10.2020 alle Kredite fällig gestellt. Infolge dieser Fälligstellung ist Überschuldung bei der Antragstellerin eingetreten", heißt es im Insolvenzantrag.

„Der Insolvenzantrag war nicht abwendbar. Der Grund liegt auf der Hand, nämlich die behördlichen Maßnahmen wie die Sicherstellung der Konten durch die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft und eine gewisse Überschuldung“, sagt Walter Gröblinger, Sprecher von Zimmermann, zum KURIER. „Ziel ist, den Fortbetrieb zu ermöglichen. Es gibt Gespräche mit dem Masseverwalter und der Arbeiterkammer. Mittelfristig soll ein Sanierungsverfahren aufgesetzt werden, um den Betrieb zu retten und den Großteil der Mitarbeiter zu halten.“

Zur Causa Zimmermann siehe unten: Akte Commerzialbank: Fingierte Rechnungen für "parteipolitische Personen"

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