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Chronik Österreich
10/21/2021

3-G-Pflicht: So kommen Ungeimpfte zum Arbeitsplatz

Etwa jeder vierte Arbeitnehmer muss testen – die Bundesländer reagieren und bauen ihre Testangebote (wieder) aus.

von Marlene Penz, Christian Willim, Josef Gebhard

Für diejenigen, die geimpft oder genesen sind, ist die Einführung der 3-G-Pflicht am Arbeitsplatz kein großes Problem, bei ihnen wird sie auch kaum zu einem Aufschrei führen. Anders für diejenigen, die es nicht sind und damit nur noch getestet zur Arbeit kommen dürfen. Laut Schätzungen des Sozialministeriums dürften das etwa ein Viertel der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sein.

Für manche Berufsgruppen gilt 3-G ja schon länger (beispielsweise Personen, die im Gesundheitsbereich tätig sind), und in vielen Betrieben ist es ebenfalls gelebte Praxis. Nun trifft es alle Bereiche – vom Handel über den Tourismus bis hin zum Bau. Die Einzigen, die diese Regel nicht tangiert, sind jene, die ausschließlich im Homeoffice sind, die alleine arbeiten (etwa Lkw-Fahrer) und die, die ohne Personenkontakt im Freien arbeiten. "Testpflichtige" müssen sich ab 1. November überlegen, wie sie ihrer Pflicht nachkommen können.

Wien und Niederösterreich

Wer in Wien lebt und arbeitet, hat es relativ leicht: Es gelten zwar hier keine Antigen-Wohnzimmertests (die sind aber ab November sowieso im ganzen Land kostenpflichtig), durch "Alles gurgelt" steht aber ein sehr niederschwelliges PCR-Testangebot zur Verfügung. Die Testkits sind in Bipa-Filialen erhältlich und können in Rewe-Geschäften abgegeben werden (am Wochenende in Tankstellen-Shops). In der Regel liegt binnen 24 Stunden das Testergebnis per Mail vor.

Dennoch wird wegen der 3-G-Pflicht am Arbeitsplatz das Angebot ausgeweitet: Im Praterstadion gibt es ab sofort eine Teststraße, die täglich 24 Stunden geöffnet ist. Eine Voranmeldung ist nötig (unter der Hotline 1450 oder unter coronavirus.wien.gv.at). Sollte das nicht ausreichen, könne auch noch das Testangebot im Austria Center ausgeweitet werden, sagt ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ).

Wer in Niederösterreich (oder im Burgenland) wohnt und in Wien arbeitet, hat es nicht mehr so leicht. Zumindest, wenn man am Montag getestet zur Arbeit kommen muss. Das erfordert eine Planung. Wer es nicht vor Dienstbeginn in eine Teststraße oder eine Apotheke schafft (1.000 in ganz Österreich bieten derzeit kostenlose Antigen- und PCR-Tests an), muss sich am Wochenende darum kümmern. Doch hier muss man beachten: Antigentests gelten 24 Stunden, PCR-Tests in Wien 48 Stunden ab Abnahme. PCR-Tests werden in den öffentlichen Teststraßen in NÖ überhaupt nicht gemacht – nur in Apotheken oder bei Hausärzten. Und offene Teststraßen an einem Sonntag sind ebenfalls rar. Falls überhaupt, findet man in den meisten Bezirken nur eine. Deswegen hat man in NÖ reagiert: In 100 Apotheken soll es auch am Samstag PCR-Testmöglichkeiten geben, und ab November soll es im ganzen Bundesland bei Spar ein PCR-Testangebot geben.

Ab der Stufe 2 (über 300 belegte Intensivbetten) gelten auch in den anderen Bundesländern übrigens nur noch Antigentests, ab der Stufe 3 müssen auch österreichweit die Ergebnisse von PCR-Tests vorgelegt werden.

Gurgeln im Westen

Ähnlich ist die Situation im Westen Österreichs: In den vergangenen Monaten ist das Testangebot kräftig zurückgefahren worden. Dennoch gibt es weiterhin viele Möglichkeiten, auch wenn die Betriebszeiten beschränkt worden sind: So gibt es etwa in Tirol nach wie vor in jedem Bezirk Teststraßen des Landes.

Vorarlberg hat eine "Alles gurgelt"-Schiene angekündigt. Ab 2. November dienen alle Apotheken des Landes als Abgabe- und Annahmestelle für kostenlose PCR-Tests. Salzburg hat beim Gurgeln am Donnerstag nachgezogen. Schon ab 27. Oktober werden landesweit kostenlose PCR-Gurgeltests für zu Hause verfügbar sein. Die Test-Kits werden ebenfalls vor allem über Spar-Märkte erhältlich sein. Sie können dort, aber auch in McDonald’s-Filialen und Gemeindeämtern abgegeben werden.

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