Superspreader: Wenn das Virus den Turbo zündet

Wenn drinnen gehustet oder geschnupt wird, verbreitet sich das Virus besonders schnell.
Ein Infizierter, viele Ansteckungen: Warum das nicht nur Nachteile hat – und was die Fachwelt über die Entstehung von Corona-Übertragungsherden weiß.

Als unscheinbares Speicheltröpfchen kann das Coronavirus von Mund und Nase eines Menschen auf die Schleimhäute eines anderen gelangen, in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen über Stunden als geschrumpftes Aerosol in der Luft verweilen oder auf Oberflächen rieseln. Die Folgen sind weniger unscheinbar: Ein einzelner Infizierter kann so Dutzende andere Menschen anstecken.

Solche Szenarien – sie werden als Superspreading-Events bezeichnet – spielten sich im vergangenen Halbjahr in diversen Umgebungen ab. In Callcentern, fleischverarbeitenden Betrieben, bei Chor-Proben, Gottesdiensten, auf Sommercamps und Hochzeiten. 80 Prozent des globalen Ansteckungsgeschehens sollen von nur zehn bis 20 Prozent der Infizierten verursacht werden. Das postulierte kürzlich ein Forscherteam um den US-Infektiologen und mathematischen Modellierer Joshua Schiffer.
 

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